Haro Baum

Die Küchenschabe

Hallo! Ich bin Trash, die Küchenschabe. Viele Menschen nennen mich auch Kakerlake. Das
gefällt mir nicht: Zu viele harte K’s. Küchenschabe ist weicher, macht sympathischer.
Behutsam krabble ich in der Küche den Wänden entlang. Ich folge meinem Geruchssinn,
vergleichbar mit dem GPS in einem Auto, nur sehr viel verlässlicher und bei uns
Küchenschaben seit jeher ohne Aufpreis serienmässig eingebaut.

Fast renne ich gegen die schwarzen High-Heels von Alice. Sie hat mich raus geworfen,
einfach Schluss gemacht. Aber jetzt bin ich wieder da. Nur anders. Alice steht in der Küche,
neben einer Einkaufstasche. Mein GPS meldet mir: Da ist was Fressbares drin. Ich kraxle
die Tasche hoch, in dem Moment wird sie aber von Alice ergriffen und auf den Tisch
befördert. Ich als Freikletterer - ohne Seil und Karabinerhaken - falle natürlich runter und
lande geräuschvoll auf dem Boden, erst noch auf dem Rücken.

Alice nimmt mich unvermittelt ins Visier. Ich mach mir fasst in meinen Chitin-Panzer vor
Schreck, zapple wie wild und meine Ex, die nichts so sehr hasst wie Küchenschaben,
stösst derweil einen Schrei aus, so schneidend wie das Pfeifen eines Zuges. Sie schlägt
sich die Hand vor den knallroten Mund und erstarrt augenblicklich. Ich zapple noch wilder,
weil von Alice schreckliches Ungemach droht. Sie hat sich schneller wieder gefasst als mir
lieb ist. Ihr Mund zieht sich nun zur Exekution entschlossen in die Breite. Das kenne ich.
Wenn Alice sich zu etwas entschliesst, kann sie auch der Weltuntergang nicht daran
hindern, es zu tun. Sie hebt den einen Fuss. Ich sehe plötzlich wie so ein eleganter
High-Heel von unten ausschaut; hässlich, tödlich-hässlich, kann ich nur sagen. Ich hechte
zur Seite und hab’s knapp geschafft. Nur Millimeter von mir entfernt knallt ihr Fuss auf die
weissen Fliesen des Küchenbodens.

Inzwischen habe ich mich unter einen Küchenschrank geflüchtet. Gucke, noch immer am
ganzen Körper zitternd, vorsichtig hervor. Alice hebt ihren High-Heel leicht an und hofft mich
darunter in platter Totenstille zu erblicken. Da ist aber nichts! Die Leere treibt ihr die Blässe
ins Gesicht. Sie schaut sich verzweifelt um, hebt die Einkaufstasche mit meinen Fressalien
in die Höhe und guckt mit säuerlicher Miene darunter nach. - Nichts! Sie geht ein paar
Schritte, rückt Stühle. Immer noch nichts! - Ich weiss, jetzt wird sie unter die Schränke
schauen und irgendwann den Staubsauger holen. Meinem Magen melde ich via Grosshirn:
Gefahr in Verzug, Heisshunger vorerst vergessen.

Ich krabble unter dem Schrank ganz nach hinten und dann die Küchenwand hoch. Und
richtig, ich hör schon den Staubsauger fauchen. Bald sehe ich auch unter mir das riesige
Saugrohr. Es kann den Spalt zwischen Schrank- und Küchenwand nicht hochklettern. Ist ja
auch keine Küchenschabe. Ich lache mir den hungrigen Bauch voll. Hinter der
Schrankwand rieche ich den Abfalleimer. Sein Platz in der Küchenkombination liegt nicht
weit von meiner Position. Ich krabble zwischen den Wänden und entdecke einen Spalt in der
Abdeckung der Kombination, schlüpfe hindurch und sitze gleich oben auf der Halterung, wo
der Sack mit den Abfällen eingeklemmt ist. Unter dem Deckel durchzukriechen ist nicht
weiter schwer. Nun sitze ich in dem Sack und fresse mich voll. - Der Staubsauger hat sich
wieder schlafen gelegt und Alice ist sicher beruhigt, weil sie denkt, ich sei im Staubsack
inzwischen am Ersticken. Lachend und wählerisch fress ich mich durch die organischen
Abfälle durch und lege mich dann zu einem erholsamen Verdauungsschläfchen auf den
Fressvorrat, der noch reichlich vorhanden ist.

Früher Morgen, ein neuer Tag beginnt. Die ganze, grosse Wohnung gehört mir allein. Ich bin
durch den Spalt in der Kombination raus gekrochen und sitze wieder unter dem
Küchenschrank, der mir das Leben gerettet hat. Bravo, du küchenschabenfreundliches
Möbel. - Stille in der Wohnung. Vorsichtig wage ich mich heraus, auf das weite Feld der
weissen Fliesen. Ich lege einen Formel-Eins-Start hin und erreiche, ausser Atem, das helle
Parkett im Flur. Da ist ja auch der Schuhkasten mit Klapptürchen. Mal sehen, ob Alice die
mörderischen High-Heels von gestern auch rein gestellt hat. Jetzt, wo sie nicht in den
Dingern drin steht, kann ich mir ja ein paar Spässchen erlauben. Das fördert die
Lebensfreude. Ich brauch einen Aufsteller, wo Alice mich beim Hinauswurf aus der
Wohnung hysterisch als Küchenschabe tituliert hat, die sie am liebsten zertreten würde. Sie
weiss gar nicht, dass ich jetzt so ein niedliches Tierchen bin und ihr mit grösstem
Vergnügen Gelegenheit geben will, ihre mörderischen Fantasien an mir auszulassen. Sie
wird eh den Kürzeren ziehen; hahahaha... - Ich stosse auf die bekannte Versammlung ihrer
schönen Schuhe, mindestens zwei Dutzend Paare. Da sind Pumps in den
unterschiedlichsten Farben, Sandaletten, Pantoletten, Plateaus, Slippers, Stiefel und auch
die Schwarzen stehen da, die mir so schrecklich nach dem Leben getrachtet haben. Wenn
die erklärte Küchenschabenhasserin Alice nicht drin steckt, ist die ganze edle
Treterversammlung völlig harmlos, richtig niedlich sogar. Kein einziges Paar hat persönlich
etwas gegen mich. Ich krabble auf allen herum. Herrlich, wie der Besuch auf einem
Schlachtfeld, wo alle Waffen eingefroren sind. Das fasziniert mich ungemein, weil kein
einziges Paar Alice dafür zu schade wäre, mich damit platt zu machen. Sie würde es in einer
ungeheueren Anwandlung von Ekel tun. Sie hat mich eine Küchenschabe genannt und ich
bin auf wundersame Weise eine geworden. Als Lover und Mann habe ich ihr nicht mehr
genügt. Kann vorkommen. Aber als Küchenschabe zurückzukehren und so eine arrogante
Zicke zur Hysterie treiben, das hat was für sich, das ist absolut einmalig. Ich werde mich in
dieser Berufung würdig erweisen. Jetzt kann ich nach Lust und Laune in die lieben
Schuhchen reinkriechen und unter die Sohlen schlüpfen. Bei den Schwarzen, die ich
ausgetrickst habe, mache ich das besonders gerne. So was von harmlos, diese sündhaft
teuren Valentino-Garavani-Latschen. Natürlich nur, wenn Alice nicht drin steckt. Das ist ja
auch der Reiz. Die Dinger rühren sich nicht, ignorieren mich förmlich. Ich pinkle die
schwarzen Edel-Treterchen an. Ein überwältigendes Gefühl, nachdem mich Alice mit
Schimpf und Schande aus der Wohnung geschmissen hat, weil ich in ihren Augen ein
Nichtsnutz, ein elender Versager bin. Ich krabble den schlanken Absatz rauf und steige auf
das Fersenteil, wo ich vor der ganzen inaktiven Schuhversammlung meine Brandrede
gegen Alice halte: „Na warte, du grossgekotzte Modedesignerin“, rufe ich aus und lass
meinen Chitinpanzer anschwellen. „Nur weil die chicen Damen dir die elenden Stofffetzen
zu sündhaft teuren Preisen abkaufen, die du entwirfst, kannst du nicht so mit mir
umspringen. Ich werde dich noch grün und blau ärgern. Ich bin jetzt eine Küchenschabe und
die magst du auf den Tod nicht. Hättest mich nicht so nennen dürfen, jetzt wirst du mich
nicht mehr los, nie mehr! In dein Bett werde ich kriechen, über deinen Mund werde ich
krabbeln, dich überall piesacken und in deine schönen Haare pinkeln. Ich, Trash, die
Küchenschabe. Du hast es so gewollt, jetzt sollst du es auch haben; hahahaha...!“

Ich bin wieder zurück; an meinem sicheren Platz hinter der Küchenkombination und höre
das Klacken von Alice. Reizend, die künftige Modezarin ist schon auf. Vorsichtig krabble ich
zum Ausguck unter dem Küchenschrank. Die schwarzen High-Heels gehen auf und ab.
Wenn Alice drin steckt, sind das zwei eiskalte Mörder. Kaffee- und Toastgeruch steigen mir
in die Nase. Jetzt haben sich die Heels parallel zueinander gestellt. Ich vermute, dass sich
Alice hingesetzt hat. Richtig, sie frühstückt. Ich sehe kleine Krümelchen Toastbrot auf den
Boden fallen. Aus den offenen Heels schauen ihre schlanken, langen Zehen hervor mit den
flammend rot lackierten Nägeln. Ein Power-Weib! Wo ich nun eine kleine Küchenschabe
bin, eine extrem gefährliche Erscheinung. Aus meiner sicheren Warte betrachtet ist das
ungemein spassig. Trippel-Trappel - Klack-Klack... sing mir das Lied vom Tod... Ich suche
wie im Rausch die Revanche mit Alice: High-Noon mit High-Heels! Auch eine
Küchenschabe, vorausgesetzt sie ist gut drauf, hat Fantasien, aufregende und gefährliche
Fantasien. Die einen nennen es Todestrieb. Ich sage: Alice verarschen. Macht mich richtig
high, ihr mal so auf den Wecker zu gehen, ohne dass sie auch nur die geringste Ahnung
hat, dass ich das bin. Einen Nichtsnutz, einen Versager hat sie mich genannt, Ich, Trash die
Küchenschabe, suche das eiskalte Risiko: Alice im Wunderland... Die wird ihre blauen
Wunder schon noch erleben, hahahaha...

Ich ziehe mich durch eine Spalte in den Schrank zurück und gefalle mir in der Rolle, die ich
mir in diesem grossen Schauspiel zugeteilt habe. Während ich mir die Spielchen, die ich
mit Alice treiben will, ausmale, öffnet sich plötzlich die Schranktüre. Damit habe ich nicht
gerechnet. Ich mache mir wieder fast in den Panzer vor Schreck, obwohl ich zuhinterst auf
dem Schrankbrett, in der dunkelsten Ecke hocke. Alice geht in die Knie, das spüre ich. Jetzt
taucht ihr Gesicht auf, ihr Atem streift mich kalt, riecht aber sehr angenehm. Die Augen sind
schwarz wie Lava: Ein Kartengruss von den Azoren, wo meine Sippe lebte, bevor sie per
Reisekoffer und Charterflugzeug in diese Gegend kam und mich nach dem Hinauswurf aus
der Wohnung und der wundersamen Verwandlung spontan adoptiert hat. Jetzt habe ich nur
High-Noon mit High-Heels im Sinn. Alice hat das nötige Temperament, dass daraus auch
ein richtiger Knüller werden kann. Ich weiss es, drei Jahre habe ich mit ihr zusammen
gelebt. Eine edle Zeit, sie hat gut verdient, und ich war ihr Typ. Typen wie mich hat man
auszuhalten, sonst geht’s einem dreckig, vor allem nachdem ich zur Küchenschabe mutiert
bin. Mein Opfer ist schön, auch aus dem Küchenschrank betrachtet. Volle, dunkelrote
Lippen, ein markantes, ovales Kinn. Hohe Backenknochen. Lange, schwarze Wimpern und
dichte Brauen. Eine kleine, schmale Nase mit feinen Flügeln. Alice ist intelligent. Das verrät
ihre hohe, gewölbte Stirn. Die schwarzen, dichten Haare, die weit über ihre breiten Schultern
fallen, waren in vielen Nächten mein seidenes Bettlaken. Jetzt werde ich als Küchenschabe
diese Frau geniessen; wird ein bisschen anders werden als gewohnt. Gerade weil Alicer
nicht weiss, was ich mir ihr vor habe, bin ich so ungemein scharf auf sie. Mit schlanken
Fingern und langen, roten Nägeln holt sie die Zuckerdose aus dem Schrank. Sie schliesst
die Türe wieder. Ich drehe mich auf den Rücken, schwinge mich durch heftiges Zappeln
wieder auf die Beine, hechte auf dem Schrankbrett herum, mache mehrmals meine
Formel-Eins-Starts und weiss: Ich bin fit, die Nummer mit Alice kann los gehen!

Ich verlasse den Schrank, krabble mutig darunter hervor und traue mich in die Nähe der
schwarzen Heels, mal ein bisschen Tod schnuppern, ist doch süss. Ich bin entschlossen,
diese Frau zu reizen bis zur Weissglut. Sie wird mir nichts anhaben können, in ihren edlen
Treterchen. Da kann sie allen Ekel dieser Welt mobilisieren, ich bin einfach der Schnellere,
der Gewieftere. Während ich mich noch mental aufbaue, steht Alice auf, setzt einen Heel
knapp neben mir auf den Boden. Obwohl das überraschend kommt, mache ich mir nicht
mehr fast in den Panzer. Alice hat mich nicht bemerkt. Sie verlässt die Küche. Ich mache
mich hinter die Krümelchen vom Toastbrot, von denen einige unter dem
zurückgeschobenen Stuhl liegen. Alice kommt wieder herein. Die Zehen, die aus den Heels
schauen, ahnen noch nichts von der Jagd, die wohl gleich angeblasen wird. Ich verdrücke
noch ein paar Krümelchen; das gibt Kraft. Jetzt schiebt die Alice den Stuhl beiseite, ich
glaube, dass ist der Anpfiff für unser grosse Spiel. - Ja, richtig, sie hat mich bemerkt. Ich
schaue zu ihr auf und sie zu mir herunter. Irgendwo auf der langen Reise treffen sich unsere
Blicke. Kein Aufschrei, wie beim ersten Rendezvous. Aber die Hand von Alice fährt wieder zu
ihrem roten Mund. Trotz grosser Entfernung bemerke ich, dass sie die Augen weit aufreisst.
Ich glaube, sie ekelt sich unsäglich vor mir. Das ist gut, das steigert ihren Killerwillen. Und
ich kann sie auflaufen lassen, immer wieder. Sie hat mich zur Küchenschabe gemacht. Das
ist meine Revanche.

Ich wähne mich jetzt im Kolosseum zu Rom. Die antike Kaffeemühle auf dem Küchenbord
ist der grosse, kampfverwöhnte Cäsar, der gleich einen Gladiatoren erleben wird, wie er
noch keinen gesehen hat. Alice hebt ihren Schuh. Mit jeder Faser ihres Körpers
entschlossen, mich mit kräftigem Tritt platt zu machen. Wie ein Titanendolch saust der Heel
auch gleich auf mich herab. Aber ich bin schon weg, unter dem Küchenschrank und die
Kombinationswand rauf. - Hahahaha... Alice, gegen meine Formel-Eins-Starts hast du kein
Mittel! Vorsichtig gehe ich zur unteren Kante und schaue hervor. Die Heels gehen
geräuschvoll auf und ab. Die roten Zehen zittern wie zurückgehaltene Jagdhunde. Ein paar
Mal stampfen die Heels die weissen Fliesen, als wollten sie ihre Wut an ihnen auslassen.
Oder vielleicht denkt die Lady, die mich abgehalftert hat, ich würde vor lauter Schreck aus
meinem Versteck heraus kommen und einen raschen Tod suchen. Da kann ich nur lachen.
Küchenschaben können verdammt giftig lachen, nur hört Alice das leider nicht. Die Heels
bleiben jetzt stehen. Zwei riesige Kampfmaschinen, zu allem entschlossen um eine kleine
Küchenschabe platt zu machen. Diese kraftvolle Streitmacht, kommandiert von einem
intelligenten Kopf, wartet in knisternder Spannung auf mich, den unsichtbaren Feind. Dieser
weibliche Goliath glaubt, wenn alles ruhig sei, komme der eklige, kleine David hervor und
dann könne man ihn mit einer Blitzattacke erledigen. Ich kann warten. Alice anscheinend
nicht. Sie entfernt sich vom Schrank. Ich kann sie nicht mehr sehen. Wahrscheinlich hat sie
die Küche verlassen, den Kampf aufgegeben und heult jetzt bitterlich in der Toilette oder ruft
die Polizei.

Ich krabble vorsichtig unter dem Schrank hervor, schaue in alle Richtungen: keine Heels
weit und breit. Ich mache mich auf den Weg unter den Stuhl und will die Böse nochmals voll
ins Leere treten lassen, wie vorher. - Da, plötzlich, ein Schatten über mir. Ich schaue nach
oben. Ein riesiges Tuch fällt in rasender Geschwindigkeit auf mich herab. Formel-Eins-Start:
Aber das Tuch ist zu gross. Es hat mich erwischt. Ich liege darunter und erst noch auf dem
Rücken. Verdammt, das ist nicht gut! Trash, du musst dir was einfallen lassen, sonst wirst
du zum Plattmann.

Ich sehe durch den grobmaschigen Bodenlappen den Schuh von Alice über mir kreisen. Es
riecht plötzlich nach Lavendel. Vielleicht ist das schon meine Grabbepflanzung. Jetzt sehe
ich die Sohle; monströs mit schwarzen Sprenkeln auf hellem Leder. Sie senkt sich genau
auf mich herab, nicht sehr schnell, aber entschlossen und mit Kraft. Trash, das ist
verdammt nicht gut! Nun spüre ich die Sohle auf meinem ganzen Körper. Ich wünsche mich
so sehr in den Schuhschrank zurück, wo ich schon mal unter dieser Sohle lag, um mal ein
bisschen zu spüren, wie es sein könnte, wenn man zertrampelt würde. Jetzt ist aber der
Schuh nicht lieb und leer; der Fuss von Alice steckt drin. Das hat die Sache gewaltig
geändert. Ich werde das, was jetzt kommt, wohl bis zum bitteren Ende durchstehen
müssen. Ganz schwach kann ich durch den Lappen den riesigen, schlanken Körper von
Alice wahrnehmen, der zu dem Killer-Schuh gehört. Ich werde sachte auf den Küchenfliesen
hin und her geschoben. Alice hat ein Flair für Todesspiele. Ich hab das nicht gewusst! Ich
glaube, sie spürt und geniesst mich unter der dünnen Sohle. Wie muss die mich hassen,
jetzt wo ich eine Küchenschabe bin. Sie drückt ein bisschen fester. Mir beginnt die Luft weg
zu bleiben. Noch immer werde ich unter dem Heel und dem Lappen hin und her bewegt. -
Ich glaube, ich sehe Cäsar, die Kaffeemühle, hämisch grinsen. Der Schuh wird ganz leicht
angehoben; ich schnappe nach Luft und ... explodiere, mein Panzer zerreisst in tausend
Stücke.

Alice hat mich mit einem kräftigen Tritt exekutiert. Sie hat den Lappen unter beide Heels
genommen und trampelt wie wild darauf herum. - Während mein Geist den platten Körper
verlässt, sehe ich das alles aus immer weiterer Entfernung, auf meiner langen Reise in den
Himmel der Küchenschaben. Alice ruft mir nach: „Ich habe dich aus der Wohnung geworfen.
Du hättest nicht zurückkehren sollen, schon gar nicht als Küchenschabe.“

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 28.09.2004. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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