Karin Ernst

Odyssee am Quartalsanfang

„Und dir, Liebling, wünsche ich gutes Gelingen bei deinen heutigen Wegen“, sagt mein Mann zu mir, als ich ihm einen Abschiedkuss auf den Weg zur Arbeit mitgebe.
„Danke“, antworte ich. „Wird schon schief gehen.“
Ich schenke ihm ein letztes Lächeln und schließe die Wohnungstür hinter ihm.

Der Blick auf die Küchenuhr zeigt zwanzig nach sieben. Ich räume den Küchentisch ab, schaue danach am Computer, der seit morgens die Internetverbindung hält, nach eingegangenen Mails und schreibe kurze Antworten. Den PC fahre ich danach herunter und gehe noch schnell duschen, bevor ich mich anziehe.

So, jetzt nur nichts vergessen. Ich suche meine Krankenkassen-Chipkarte, und stecke zehn Euro in mein Portemonnaie. Wo ist denn nur …? Meine Krankengymnastin hat mir ein kleines Heftchen für den Arzt mitgegeben, worin vermerkt ist, welche Ansprüche ein Patient trotz der neuen Gesundheitsreform bei Physiotherapie immer noch hat. Das Heftchen findet sich zwischen Illustrierten auf dem Schreibtisch, ich verstaue es in meiner Handtasche. Jacke an, Schlüsselbund geschnappt, ein letzter Blick aus dem Fenster: Es ist grauwolkig, ich wage aber trotzdem ohne Schirm zu gehen. Möchte nicht noch ein Teil tragen müssen. Bestimmt habe ich Glück und es bleibt trocken. Ich nehme meine Gehstütze, schließe die Wohnungstür sorgfältig ab und mache mich auf den Weg zur Bushaltestelle.

Ein paar Minuten habe ich noch Zeit, als mir einfällt, dass ich seit kurzem vorne einsteigen muss. Es gibt eine neue Vorschrift. Für mich ärgerlich, weil ich mich nicht sofort nach dem Einsteigen hinsetzen kann. Aber ich kann’s nicht ändern, es gibt nun mal diese Anweisung.
Damit es nachher schneller geht, krame ich meinen Schwerbehindertenausweis mit dem Beiblatt heraus, das beweist, dass ich meinen Jahresfahrpreis entrichtet habe. Der Bus kommt, ich steige ein und zeige meinen Ausweis vor.
Mit mir steigt nur ein Fahrgast ein, der Fahrer will sofort losfahren.
„Bitte, warten Sie noch einen Moment, bis ich sitze.“
„Kein Problem“, antwortet er freundlich und wartet, bis ich einen sicheren Platz gefunden und mich hingesetzt habe. Ich lächle ihm zu.

Gedanklich stelle mir vor, er fährt an, ich verliere das Gleichgewicht und stürze. Allein käme ich nicht wieder auf die Beine, wüsste nicht, ob mir jemand helfen würde. Vielleicht würde ich mir sogar etwas brechen, ein Bein, einen Arm. Eine Horrorvorstellung. Nein, so geht’s nicht. Er muss schon warten! Blöde neue Regelung! Für mich eine zusätzliche Unbequemlichkeit. Aber wen interessiert’s?

Heute ist mir nicht nach Schreiben zumute. Sonst hole ich meistens sofort meinen Block und Kugelschreiber aus der Handtasche und fange ein Gedicht an. Heute aber sind meine Gedanken bei den Wegen, die vor mir liegen.

Es ist der erste Tag im neuen Quartal. Ich bin auf dem Weg zu unserem Hausarzt. Der Bus hält genau gegenüber seiner Praxis, für mich günstig. Ich überquere einen beampelten Fußgängerweg, und erreiche nach einigen Metern das Gebäude.

Im Eingangsbereich herrscht Hektik. Vier Arzthelferinnen sind dabei, Patienten zu bedienen. Der Arzt selbst hat heute wenig zu tun. Er kommt, begrüßt die an der Theke Versammelten und sagt zu einer Helferin: „Heute Abend wird mir von dem Unterschreibungsmarathon wieder der Arm wehtun.“
Niemand lacht. Bereitwillig unterschreibt er Überweisungsformulare und Rezepte, um dann den nächsten Patienten aufzurufen. Niemand möchte zu ihm. Also begibt er sich in den Aufenthaltsraum.
Endlich bin ich an der Reihe. Ich reiche einer Helferin meine Krankenkassenchipkarte und die zehn Euro, erhalte eine Quittung dafür und bitte noch um einige Überweisungen, die ich in diesem Quartal benötige.
„Ach ja, zum Augenarzt bitte auch noch.“ Mir fällt ein, dass ich vor zwei Jahren das letzte Mal zur Kontrolle dort war. „Außerdem hätte ich gerne ein Rezept für Massage mit Wärmetherapie. Sie wissen schon, wie ich es immer bekomme.“
Sie stöhnt. „Da muss ich aber erst in unserem dicken Buch nachsehen. Seit dem ersten Juli gelten neue Vorschriften, alles wird immer komplizierter. Darum ist hier auch so viel los.“
„Ich weiß“, antworte ich freundlich. „Ich kann es Ihnen aber leichter machen: Meine Krankengymnastik hat mir ein Heftchen mitgegeben, wo alles Wichtige drin steht.“ Die entsprechende Passage habe ich zu Hause bereits rot angestrichen und reiche es ihr. Erleichtert liest sie sich den für meine Diagnose infrage kommenden Absatz durch.

In dem Moment kommt der Arzt hinzu, und ich erkläre ihm, dass mir keine sechs Behandlungen zustehen, wie allgemein verbreitet wird, sondern zehn wie bisher.
„Und nach zwei Rezepten kann ich dann eine Verordnung außerhalb des Regelfalls bekommen“, rufe ich ihm nach, als er in ein Behandlungszimmer geht. „Steht alles hier in der Broschüre.“
„Jaja, ist schon recht. Für außergewöhnliche Mädchen“, fügt er nicht unfreundlich hinzu und verschwindet.
Die Helferin bittet mich, im Wartezimmer Platz zu nehmen, bis sie alle Papiere fertig gemacht hat und der Computer sie ausdrucken kann. Ich warte zwanzig Minuten!

Als ich die Praxis verlasse, freue ich mich innerlich. Geschafft! Die zehn Behandlungen, die mir zustehen, habe ich bei diesem Arzt bekommen. Weiter geht’s. Ich schaue auf die Uhr, kenne die Abfahrtzeiten der Busse. Die Ampel wird rot, der Bus kommt. Nun ja, bis ich den Zebrastreifen überquert habe, sehe ich ihn nur noch von hinten... Das aber bin ich gewohnt. Es gibt aber eine Alternativmöglichkeit. Über zwei weitere Kreuzungen gelange ich zur Haltestelle der Straßenbahn, mit der ich die U-Bahn erreichen kann.

In der Bahn sehe ich mir die Papiere an. Alle Überweisungen sind korrekt ausgeschrieben, auch das Rezept ist vollständig. Die Überweisung, die ich bald benötige, stecke ich griffbereit in ein Extrafach.

An der Umsteigehaltestelle muss ich eine Rolltreppe abwärts benutzen. Ich greife an das linke Laufband, weil ich rechts den Stock führe. Ein Mann hinter mir meckert: „Es heißt, rechts steh, links geh.“
„Dann ändere ich es“, antworte ich ruhig. „Links steh und rechts geh. So geht’s doch auch, oder?“ Sieht er denn nicht, dass ich eine Gehstütze benötige? Mistkerl! Plötzlich überholt er mich eilig, streift mich ein wenig, und ich komme fast aus dem Gleichgewicht.

Bevor ich die U-Bahn erreiche, muss ich eine neu umgebaute Passage durchqueren. Beinahe komme ich ins Rutschen. Der Boden hier ist so glatt, dass ich mich nur mühsam vorwärts wage. Zwar bin ich nicht immer rutschfeste Böden gewohnt, es ist aber immer wieder eine neue Angstpartie. Wieso müssen Böden in öffentlichen Gebäuden und Gängen so glatt sein? Dabei achte ich bereits darauf, dass meine Schuhe Profil haben, keine Ledersohlen. Vorsichtig erreiche ich die abwärtsführende Rolltreppe zu meiner U-Bahn. Natürlich fährt sie mir vor der Nase weg *grrr*.

Ein Mann, an einer Säule gelehnt, grinst mich an und zieht bedauernd die Schultern hoch. Er hätte die Tür aufhalten können, dann wäre ich jetzt bereits auf dem Weg zu meinem nächsten Ziel. Noch so ein Mistkerl! Warum ist ein bisschen Hilfe so schwierig? Da ich mir meine gute Laune über das erhaltene Rezept aber nicht verderben lassen möchte, schaue ich mir in aller Ruhe die Werbetafeln an, bis der nächste Zug einfährt. Dieses Mal sind es nur drei Haltestellen.

Ich genieße die Fahrt über den Rhein. Auf einer Seite hat ein Zirkus seine bunten Zelte aufgebaut, ein riesengroßes buntes Clownbild schmückt den Eingang. Auf der anderen Seite beaufsichtigt ein Schäfer seine Schafherde beim Weiden, und ein Stückchen weiter erkenne ich viele Kinder. Ist es eine Schulklasse, oder sind es Kindergartenkinder? Alle lassen bunte Drachen steigen. Erinnerungen an meine Kinder werden wach, heute sind meine Enkel so alt, Drachen steigen lassen zu können. Bevor ich die Kinder richtig erkennen kann, muss ich aussteigen. Eine Frau mit Kopftuch bietet mir in einwandfreiem Deutsch ihre Hilfe an. Dankend lehne ich ab, wir lächeln uns zu.

Nun mache ich mich auf den Weg zum nächsten Arzt, meinem Orthopäden. Der Weg von mir zu Hause zu ihm ist weit, doch ich suche ihn seit vielen Jahren auf. Seine Praxis wurde vor einigen Jahren in diesen Stadtteil verlegt. Da ich keinen festen Termin habe, kann ich den Spaziergang zu seiner Praxis genießen. Es ist ein edler Stadtteil, hier wohnen die betuchteren Leute. An teuren Geschäften komme ich vorbei. In einem Schaufenster entdecke ich ein paar Kinderschühchen, für eine vielleicht Zweijährige: 129 Euro. Ein zweites Mal schaue ich hin, habe mich aber nicht verguckt. Verrückt, denke ich. Ein Kind in dem Alter wächst doch viel zu schnell heraus. Dann erreiche ich einen kleinen Buchladen, den ich sehr mag. Einmal war ich drin, schaue aber gerne von außen in dieses alte, beinah verwunschene Geschäft hinein. Das Schaufenster ist neu dekoriert. Mit Büchern zum Thema China. Ich gehe weiter.

An der nächsten Ampel biege ich rechts ab und erreiche im vierten Haus die Arztpraxis. Eine schrille Klingel öffnet mir automatisch die Tür, ich steige eine Treppe hinauf, ein Geländer ist vorhanden, die Praxis befindet sich im Erdgeschoss. Als ich die hübsche Eingangstür öffne, warten bereits fünf Patienten im Flur. Selbstverständlich bitte ich nicht um Vorlass, sondern stelle mich brav in die Reihe der Wartenden. Möchte mir keine Abfuhr holen, wie es häufig schon passiert ist.

Zum Doktor muss ich nicht, benötige auch nur ein Rezept. Vor zwei Tagen war ich hier zur Behandlung gewesen. Es war aber Ende des letzten Quartals. Das neue Rezept für krankengymnastische Behandlungen wollte der Arzt mir nicht ausstellen, weil angeblich sein Budget für das Quartal erschöpft sei. Ich möge am ersten wiederkommen. Neues Quartal, neues Rezept. Daran erinnere ich mich jetzt. Ein Rezept würde fertig ausgestellt sein.

Die Helferin begrüßt mich. Sie sieht etwas angespannt aus, ist erkältet. „Gute Besserung“, wünsche ich und lege meinen vom Hausarzt mitgebrachten Überweisungsschein vor, wie auch das kleine Heftchen, das mir heute bereits schon einmal half.

„Bitte sehen Sie sich den Abschnitt in diesem Heft an. Danach stehen mir keine sechs, sondern wegen der Diagnose weiterhin zehn Behandlungen zu“, sage ich freundlich zu ihr. Es ist nicht die nette Helferin, die ich mag. Diese hier ist meistens schlecht gelaunt.
„Das Rezept mit sechs ist aber bereits fertig“, antwortet sie ein wenig schnippisch. „Herr Doktor hat es bereits unterschrieben.“
„Ich weiß, dass es fertig ist. Trotzdem bitte ich Sie, es zu überprüfen. Diese Broschüre gab mir meine Therapeutin für den Arzt mit“, versuche ich mich durchzusetzen.
„Dann muss ich noch mal nachfragen. Das dauert etwas.“
„In Ordnung. Ich geh inzwischen zur Toilette“, antworte ich, mit Freundlichkeit ihren Ärger entwaffnend. Der Toilettenbesuch ist dringend nötig.
Als ich zurückkomme, liegt der Verordnungskatalog vor der Arzthelferin. Sie hat inzwischen ein neues Rezept ausgefüllt und es vom Arzt unterschreiben lassen.
„Bitte schön. Wie gewünscht“, sagt sie und überreicht mir mit einem gepressten Lächeln das Blatt.
Ich bedanke mich freundlich und verlasse die Praxis. Ich freue mich. Geschafft! Beide Rezepte sind so ausgefüllt, wie ich sie mir gewünscht habe, weil sie mir zustehen. Das Rezept in der Handtasche verstaut, mache ich mich auf den Rückweg.

Ein paar Meter weiter halte ich an einer Bäckerei. Kleiner Hunger meldet sich. Was soll ich kaufen? Mittagessen muss noch ein Weilchen warten, ich habe noch einen Fußpflegetermin. Ich betrete den Bäckerladen, warte, schaue mich um.
„Ich hätte gerne…“, setze ich an.
„Sie sind noch gar nicht dran“, mischt sich eine energische Stimme dazwischen. Eine ältere, korpulente Frau hat es furchtbar eilig.
„Oh bitte sehr, ich habe Zeit“, antworte ich. Was soll ich mich mit ihr streiten?
Da ich vor mich hinträume, gibt mir ein netter Herr ein Zeichen, dass ich dran bin, also kaufe ich ein Mürbchen *).
Auf dem Weg zur U-Bahn will ich es auspacken, als ich einen Bettler an einem Geschäft stehen sehe. Dunkle Augen, wie bei einem Welpen, sehen mich traurig an. Also gut. So groß ist mein Hunger doch noch nicht. Lächelnd schenke ich ihm das Mürbchen, glücklich sieht er mir nach.
Natürlich fährt mir eine Bahn wieder vor der Nase weg. Ich sehe auf die Uhr, hoffe, dass ich den nächsten Termin noch schaffe.

Die nächste Bahn rollt ein. Sie hat Stufen, die sich absenken, schön für mich. Wieder genieße ich den Blick auf den Rhein. Jetzt erkenne ich, dass es Schulkinder sind, die mit Hilfe zweier Begleitlehrer Drachen steigen lassen. Ihr Lachen höre ich durch die geschlossenen Fenster. Ich freue mich mit den Kindern, bis ich aussteigen muss. Wieder über den glatten Boden der Einkaufspassage. Da ich auf der Gegenseite ausgestiegen bin, komme ich an einem weiteren Bäckerladen vorbei. Soll ich hier…? Ich lasse es, möchte pünktlich zu meinem Termin kommen. Rolltreppe hoch, ich sehe mich um. Diesmal drängelt sich niemand vorbei. Oben angekommen, rennt mich ein junger Mann beinahe um. „Wozu diese Eile, junger Mann?“, frage ich. Keine Antwort, er ist schon vorbei.

Die nächste Straßenbahn kommt in 15 Minuten, lese ich der Anzeigentafel ab. Auch das noch. Ob ich es noch schaffe? Die Wartebank ist besetzt. Ich bitte niemanden aufzustehen, kann gleich in der Bahn sitzen. Plötzlich fährt meine Bahn ein. Viel zu früh und ich freue mich diebisch darüber. Doch bis auf den letzten Platz ist alles besetzt. Ich bleibe gelassen. Aus Erfahrung weiß ich, dass an dieser Station viele aussteigen. So ist es auch, ich bekomme einen Sitzplatz. Der letzte Wagen ist günstig, so dass ich an der Endhaltestelle nicht so weit zurücklaufen muss. Nun ja, sonst hätte ich um einen Platz gebeten, da kenne ich nichts. Ich frage immer freundlich, zumal er mir –eigentlich- zusteht. Manche Menschen erkennen meine Gehstütze nicht.

Nun habe ich einen weiten Weg vor mir. Kann mich ausruhen, mich meinen Gedanken hingeben, freuen, dass ich beide mir zustehenden ärztlichen Verordnungen bekommen habe. Ich überlege, ob ich Block und Stift nehmen soll. Doch mir fällt im Moment kein Gedicht ein, ich möchte entspannen. An der nächsten Haltestelle gibt’s Aufruhr. Eine farbige Frau mit Kinderwagen steigt ein, ein weiteres Kleinkind im Schlepptau. Viele Fahrgäste möchten an ihr vorbei, sie muss den Kinderwagen erst hineinschieben. Sie tut mir leid. Irgendwer fängt an zu motzen: „Kinderwagen vorne.“ Dann hätte sie aber die Bahn verpasst. Außerdem kann ich mir vorstellen, dass auf beiden Kinderwagenstellplätzen im ersten Wagen bereits Kinderwagen stehen.
Ich mische mich ein: „Es ist Platz genug. Sie können doch die nächste Tür benutzen, so kann die junge Mutter hier an der Seite stehen.“ Andere stimmen mir zu, ich biete dem Kleinkind meinen Nebenplatz an. Alles hat seine Ordnung, die Ruhe ist wieder hergestellt.

Während der restlichen Fahrt schaue ich aus dem Fenster, nehme aber nichts auf. Höre nur dem Rattern der fahrenden Bahn zu, werde müde …

Die Endhaltestelle ist erreicht. Ich steige aus, gehe über den Fußgängerüberweg und bin bei meinem letzten Ziel für heute angelangt. Bemühe mich zwei Stufen hoch die Tür anzufassen, weil es kein Geländer gibt. Der Hauswirt gestattet es nicht. Es gibt andere Fußpflegen, aber ich bin hier zufrieden.

Freundlich werde ich begrüßt. Ich stutze, eine weitere Kundin sitzt bereits in einem Sessel. Nicht schon wieder, denke ich. Warum immer ich? Genau in diesem Augenblick begrüßt mich Frau Sandmann.
„Macht es Ihnen etwas aus, wenn ich bei Frau W. nur eine Ecke am schmerzenden Fuß behandle?“.
„Aber nein, bitte sehr. Ich habe Zeit.“
Ich hänge meine Jacke auf einen Kleiderbügel, setze mich und denke darüber nach, dass immer ich das „Glück“ habe. Wenn ich zur Behandlung komme, gibt es fast jedes Mal jemanden mit einer kurzen Zwischenbehandlung. Nun gut, meine anderen Termine habe ich geschafft.

Inzwischen ist es 12 Uhr mittags. Um kurz nach neun habe ich unsere Wohnung verlassen. Und immer noch habe ich nichts gegessen. Frühstück war um kurz nach sechs.
Nach der Behandlung werde ich mich in ein Café setzen, überlege ich.
„Bitte sehr. Nun sind Sie dran“, bittet mich freundlich Frau Sandmann auf dem Behandlungsstuhl Platz zu nehmen.

Denkt nun bitte nicht, dass ich mich jetzt wohlfühle. Schuhe und Strümpfe auszuziehen fällt mir schwer. Meine Füße sind schmerzempfindlich, das Einreiben am Ende der Behandlung unangenehm. Ihr unterhaltsames Reden aber lässt mich die Strapazen vergessen.

*
*
*

Als ich abends im Bett liege, bin ich erschöpft, aber zufrieden.
Denn ich habe mich nicht nur durchgesetzt, sondern mein Ziel erreicht.

Und viel geschafft….



*) So heißen im Rheinland die Rosinenbrötchen



(c) Karin Ernst

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 05.10.2004. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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