Erinnerungen,
die das Herz berühren
gehen nie verloren .
Ind.Weisheit
Wir trafen uns auf der Autobahn – auf der Datenautobahn.
Du warst so ernst, hast lange Zeit nicht mehr gelacht.
Ich sollte ein Lächeln in Dein Gesicht zaubern,
Du meintest, ich könne es besser als die Sonne.
Du sprachst davon, dass wir beide uns den Wind um die Ohren wehen lassen sollten,
am Strand entlang laufen..... stundenlang.......und reden , reden , reden, dabei
könntest Du wunderbar entspannen .
Du wolltest mit mir einen Moment erleben, wo der Wind an den Kleidern zerrt
und wir das Salz im Gesicht schmecken.
Du wolltest mich die See schmecken lassen, die leider so weit weg liegt.
Auch ich mag dies. Ich bin an der See geboren und wenn ich irgendwo am Meer bin,
laufe ich erst mal kilometerweit am Strand lang.
Stundenlang, ganz für mich allein......
Die frische Brise, weht alle trüben Gedanken aus dem Kopf, sie macht frei.
Wenn ich Mut hätte, dies mit Dir zu tun, solle ich Dich anrufen.
Ich rief nicht an.......
Später erklärtest Du mir, wer Du bist.
Nach der Scheidung ein Single, der nicht zum Alleinsein geboren wurde .
Der Ruhe und Geborgenheit in einer Partnerschaft sucht,
der Zuneigung, Zärtlichkeit braucht, wie die Luft zum Atmen.
Ja,wer braucht das nicht?
Nur, nicht jeder kann das so gut ausdrücken, so gut formulieren wie Du.
Du fotografierst gern, doch Deine Leidenschaft ist das Meer, die See.
Du brauchst und genießt die Naturgewalten, Du magst es, wenn die See tobt
und Dir die Gischt das Salz ins Gesicht spritzt.
Dann, wenn Du in deinem Element bist, kannst Du Dich öffnen,
kannst alles sagen, was Dir auf der Seele liegt.
Du wolltest endlich wieder lächeln..... aber nicht allein.....
Wie lange hast Du nicht mehr gelächelt? gelacht?
Man sollte es täglich tun, es erfrischt, es belebt, es steckt an, es macht fröhlich.
Du scheinst sehr viel Kummer hinter Dir zu haben, wenn Du so selten lächelst...
Ich würde Dich gern mit dir lachen.
Am nächsten Morgen erzähltest Du mir,dass wir zwei am Strand waren:
Du sahst uns beide vom Parkplatz über eine Anhöhe , den Deich, gehen
bis wir die brausenden Wellen erblickten. Sie brachen sich, gleichmäßig schräg laufend
am Strand. Die Kraft des Herbstwindes erfasste uns unbemerkt, wir schlossen unsere
Windjacken.
Du hast es erreicht, dass ich beim Lesen deiner Post stets neben dir ging.
Ich erlebte es mit dir. Hörte das Meer rauschen, den Wind aufbrausen und fühlte,
die ankommenden Wellen meine nackten Füße im Sand umspülen.
Die Dämmerung bricht an und mit ihr kommt der Nebel. Er liegt wie ein Schleier
auf dem Wasser. Wir schmecken, wie salzig unsere Lippen werden, die ganze Haut,
die Haare werden nass und steif vom Salz.
Uns gefällt es, wir genießen es, atmen die feuchte kalte Luft ein und gehen Hand in Hand
über Muscheln und Steine in die Dämmerung.
Fußspuren im Sand, noch sind sie da, dicht beieinander,
Zeichen innerer Übereinstimmung ?
Die See wird sie gleich wegspülen und den Strand wieder unberührt aussehen lassen.
Es beginnt leicht zu regnen, diese Tropfen schmecken süß in unserem Gesicht,
sie mischen sich mit dem Salz der See.
Du legst mir ganz zärtlich ein Cape um die Schultern, es soll mich vor der Nässe schützen.
Du bist ein sehr besorgter,zärtlicher Mann. Ich sehe Dir zu, wie behutsam Du mir das Cape
schließt.
Schau zu Dir auf, unsere Blicke treffen sich, ist es dieses tiefe Gefühl der
Übereinstimmung ? der Wärme ? der Zuneigung ? der Zärtlichkeit ?
Wir haben doch bis eben noch ganz leicht geplaudert...
Und nun ?
Ich lege ganz behutsam meine Arme um Deinen Hals,
Deine Haut, Dein Haar ist nass,
Unsere Lippen finden sich zu einem zarten, langen Kuss,
ganz behutsam lösen wir uns voneinander
Du lächelst mich an ........nach langer Zeit
Du lächelst........
Komm, wir trinken nun einen heißen Tee mit Rum, der wird uns gut tun.
Wir machen uns Hand in Hand auf den Heimweg und lächeln.......
War das nun wahr oder war es nur ein wunderschöner Traum ?
Ich war da...
ich musste gehen...
Aber der Wind
hat mein Lied gehört....
.
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auch wenn die räumliche Entfernung dagegenspricht.Eveline Dächer, Anmerkung zur Geschichte
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.10.2004.
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