Michael-Theodor Behrens

Nacht

Nacht. Vollmond. Es regnet, meine Kleider sind durchnässt. Ich gehe ganz langsam - warum geht es mir so schlecht? Ein Auto fährt vorbei. Musik, Stimmen - fröhliche Stimmen. Warum kann ich nicht fröhlich sein? Auf der anderen Straßenseite - ein Liebespaar, sie küssen sich, fühlen sich wohl. Warum liebt mich niemand? Warum bin ich so alleine? Meine Augen werden warm, die Straße verschwimmt. Ich renn - wohin? - einfach nur weg. Weg von dem was mich verletzt. Der Regen wird stärker - es ist kalt - tief in mir auch. Ich habe Angst - Angst dass ich immer so bleibe, dass mein Herz kalt bleibt. Ich will lieben - doch ich haße - alle dich mich verletzen, die mich verachten. Ich renne schneller - immer schneller. Ich kann nicht mehr - doch ich bleibe nicht stehen - immer weiter, immer weiter weg vom Hass. Ich will vergessen, neu anfangen - aber das ist nicht möglich. Ich will nicht mehr! Ich stolpere, breche zusammen, weine, schreie. Ich will nicht mehr! Ich sehe zum Himmel - der Mond scheint hell - zeigt mir die Brücke. Ich stehe auf - mir tut alles weh - aber ich renne - ein letztes Mal. Die Brücke. - "Betreten verboten!" - Ich stoppe, friere, laufe langsam auf die Brücke, klettere über das Geländer - sehe nach unten - nichts! Leb' wohl du schöne Welt. Der Wind pfeift in meinen Ohren. Frei! - Ich bin frei!!! Angst vorm Tod - doch jetzt ist es zu spät, noch ein paar Sekunden. Bilder - voll Freude und Glück - das Leben ist schön! STOPP!!! "Denn bei mir ist die Quelle des Lebens." - Herr, vergib.

MTB 11'01

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.10.2004. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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