Nicole D.

2. Traum

Oh Frau wie irre war das Gefühl, das ich beim Aufwachen hatte.....
Ich erinnere mich, dass wir zusammen in Kit saßen und irgendwohin fuhren....

Wir hatten es endlich geschafft, uns zu treffen, um uns über all das, was war, mal auszu- sprechen. Ich war eigentlich wegen allem, was in den ganzen Monaten passiert war, bei aller Freude, Dich zu sehen, auch ziemlich ängstlich, wie es sein würde, wie Du so sein würdest und nebenher war ich auch teilweise noch ziemlich böse auf Dich.

Wir fuhren auf irgendeiner Autobahn und schwiegen zuerst ziemlich lange bis ich Dich fragte, warum Du mich sehen wolltest... Du sagtest, Du wüsstest es gar nicht so genau und Du wüsstest nicht wirklich, was Du sagen sollst. Ich sah Dich ziemlich böse an und sagte, dass das doch bitte nicht Dein Ernst sei und dass es dann auch zwecklos wäre, dass wir uns sehen und ich Dich dann besser irgendwohin bringen würde, weil ich das nicht wirklich bräuchte und mich dann auch nicht umsonst quälen mag und ich Dich dann auch bitte nicht mehr sehen mag.

Ich fuhr schweigend weiter, als ich Dich dann irgendetwas flüstern hörte... Ich konnte es nicht wirklich verstehen und dachte, das was ich meinte vielleicht verstanden zu haben, KANN es nicht gewesen sein und fragte Dich: „Was hast Du gesagt?“ Du sahst aus dem Fenster, zögertest noch einen Augenblick bis Du mich ansahst und mich anschriest: „Verdammt, ich habe gesagt: Ich liebe Dich auch!“
Mir schossen sofort die Tränen in die Augen und mir fiel nichts Blöderes ein als zu sagen: „Was soll das?!? Willst Du mich verarschen? Warum hast Du das nicht gleich gesagt?“ und ärgerte mich im selben Moment über den Blödsinn, den ich da gerade gesagt hatte. Du schautest mich weinend an und sagtest: „Halt bitte an, denn Du hörst Dir jetzt gefälligst an, was ich zu sagen habe!“

Ich gehorchte dir wortlos und fuhr auf den nächstbesten Parkplatz. Ich traute mich kaum, Dich anzuschauen, aber Du nahmst einfach mein Gesicht in Deine Hände und sagtest: „Hör Dir einfach an, was ich Dir zu sagen habe. Verdammt, was meinst Du eigentlich, warum ich all die ganze Scheiße in den letzten Monaten gemacht habe, warum ich Dich so behandelt habe?!?! Eigentlich wusste ich die ganze Zeit, was ich fühle und dass ich Dich liebe, aber ich wollte es nicht wahrhaben. Ich wollte, dass es aufhört, ich hatte Angst, Du und das alles würde mir nur wehtun, weil ich viel zu viel für Dich fühle! Ich habe versucht, Dich und alles, was war, zu vergessen, habe versucht, in all diesen Monaten gegen meine Gefühle zu kämpfen und sie zu töten, aber ich habe mir nur selbst was vorgemacht. Jeden Tag war ich in Gedanken bei Dir, wie schön und wie einzigartig alles mit Dir war, habe mir vorgestellt, wie es wäre wenn, habe Dich und wie Du zu mir warst, Deine Gefühle, Deine Nähe, Deine Wärme und Deine Zärtlichkeit unendlich vermisst und mich selber gequält, aber ich habe mich nicht getraut, das vor mir und vor allem vor Dir zuzugeben. Irgendwann dachte ich dann auch, meine Chance wäre sowieso vertan und ich hätte mit allem, was ich getan habe, Deine Gefühle und Deine Liebe zu mir zerstört. Ich hatte keine ruhige Minute mehr, meine Sehnsucht nach Dir wurde von Tag zu Tag größer.... Und dann dachte ich einfach, ich hätte sowieso alles verloren, aber ich wäre Dir und mir zumindest schuldig, dass ich endlich die Wahrheit sage, warum ich all das getan habe! Mann Frau es war doch alles nur, weil ich Dich liebe, weil ich Dich die ganze Zeit geliebt habe und ich dann nicht mehr wusste, ob Du mich überhaupt noch wollen würdest! Ich liebe Dich wirklich und will einfach nur noch, dass Du das weißt und mich irgendwann verstehst und mir verzeihst!“
Bei all diesen Worten heulte ich wie ein Schlosshund und dachte, ich träume doch nur, das alles zu hören.....
Ich nahm Dich einfach in die Arme, sagte nur noch: „Es ist okay und an meinen Gefühlen hat sich rein gar nichts geändert – außer dass sie vielleicht noch stärker geworden sind!“

Ich sah Dir ganz tief in die Augen und unendlich langsam näherten sich unsere Lippen bis sie in einem unendlich zärtlichen, ewig langen Kuss versanken.
Ich weiß nur noch, dass wir stundenlang „geknutscht“ und uns in den Armen gelegen haben bis Du irgendwann sagtest, ich soll Dich mit nach Hause nehmen.
Auch für den Weg haben wir Stunden gebraucht, weil wir nicht anders konnten als uns immer wieder zu küssen – vor lauter Glück, dass wir uns nun endlich haben und ein wenig davon nachzuholen, was wir in der ganzen Zeit versäumt hatten! Irgendwann kamen wir endlich zuhause an und kaum, dass wir die Tür hinter uns geschlossen hatten, sagtest Du: „Jetzt bin ich endlich zuhause!“
Das rührte mich so sehr, dass ich es kaum in Worte fassen konnte, ich sagte nur noch: „Ich mag Dich nie wieder hergeben!“
Dann übermannte uns die ganze Zärtlichkeit und Sehnsucht und die pure Liebe. Wir zogen uns quälend langsam aus und ich spüre jetzt noch, was es für ein irre geiles Feeling war, Deine nackte Haut wieder spüren zu dürfen.
Nun würden wir sie endlich haben – die Nacht, auf die wir so ewig lange gewartet haben – die erste Nacht einer ganz großen Liebe, die nun endlich alles überstanden hatte..... Im Hintergrund liefen immer wieder diese beiden Lieder „Let love rain on me“ und „Stop crying your heart out“, während wir uns die ganze Nacht liebten. Nicht eine Minute verschwendeten wir mit Schlafen und vor lauter Sehnsucht trennten wir uns auch nicht eine einzige Minute...

Und als es leider darauf zuging, dass wir aufstehen und zur Arbeit mussten, sagtest Du, Du würdest schwänzen und mit mir kommen, weil Du mich keine Sekunde aus den Augen lassen möchtest, weil Du schon viel zu lang auf mich verzichtet hast.
Das nächste, woran ich mich erinnere, ist dann, dass wir bei mir auf der Arbeit im Raucher- raum waren, dort wie die Wilden miteinander gekuschelt und geknutscht haben und als wir dann zusammen zu meinem Büro gingen, begegneten wir meiner Frau X, die Dich ganz ungläubig ansah und als wir in meinem Büro ankamen, sah man Dich nur an und sagte: „Na das wurde auch Zeit, dass Du endlich hier bist und ihr endlich zueinander gefunden habt!“

Auch wenn es leider nur ein Traum war – es war die schönste Nacht in meinem Leben und ich glaube, dass sie auch für Dich genauso war wie wir sie uns immer vorgestellt haben. Ich kann Dir gar nicht beschreiben, wie lange mich dieses irre Gefühl aus dem Traum „verfolgt“ hat und wie gern ich Dir von ihm erzählt hätte.... Geschweige denn, wie traurig ich bin, dass es leider nur ein Traum war.....

Ich bitte um Kommentare, Anregungen oder ähnliches...Nicole D., Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.10.2004. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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