Gabriele Förster-Wöbke

Im Straßencafé

„Hast du die eben gesehen? Du guckst ja gar nicht. Nun guck doch mal. Nein, die doch nicht. Die andere, die mit der komischen Frisur. Nun ist sie weg. Also, bis du guckst, ist das Leben schon an dir vorbeigerannt. - Jetzt kommt sie aus dem Laden wieder ’raus. Nun guck da doch nicht so auffällig hin. Die muss ja denken, wir reden über sie. Also diese Frisur! Wie ’n Mopp. Ob die mal in den Spiegel geguckt hat. Stell dir vor, die ist frisiert. Was meinst du, wie die morgens aussieht, wenn die aus dem Bett kommt. Also schlimmer als so, kann’s ja nicht werden. Und dieser Faltenrock. Unmöglich. Na, jedenfalls passt der zu ihrem Gesicht. Obwohl, so alt ist die doch noch gar nicht – vielleicht Mitte dreißig. Sieht aber aus wie Mitte fünfzig. Ziemlich verlebt. Kommt bestimmt von der Sonnenbank. Und dann diese dürren Beine. Nun guck dir die Perlons an. Dezenter wäre mehr gewesen. Giftgrün, wie sieht das bloß aus? Scheinen Strümpfe zu sein, so faltig wie die sitzen. Vielleicht Halterlose. Aber wo sollen die denn halten? Und dann diese Plüsterjacke. Von Kopf bis Fuß völlig daneben. Manche Leute haben aber auch einen komischen Geschmack. Oder vielleicht haben die überhaupt keinen Geschmack. Wer weiß, vielleicht fehlt da ein Gen? Wenn so eine nun ein Kind kriegt, kleidet sich das dann auch so komisch? Vielleicht sollte man das mal erforschen. Man erforscht doch sonst auch alles mögliche. Warum erforscht man nicht mal, ob es ein ... - Jetzt kommt die auch noch hierher. Nun guck da bloß nicht hin. Dreh’ dich jetzt nicht um, trink lieber unauffällig deinen Kaffee, der ist ja schon ganz kalt. Ich glaub, ich bestell’ mir noch ’n Stück Kuchen. Jetzt setzt die sich auch noch an den Tisch an der Ecke. Nehm’ ich noch ein Stück Schwarzwälder? Oder wie war denn dein Butterkuchen? Sah trocken aus. Nun sag’ doch mal was. Also, mit Männern kann man sich aber auch nicht vernünftig unterhalten.“

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