Hans Pürstner

Der Tag, als die Knödel vom Himmel fielen

Als Kind wohnte ich in einem großen Mietshaus, da passierten oft die kuriosesten Dinge. Zum Beispiel die Geschichte mit den Knödeln.
Einer der Nachbarn, der Herr Belak, ging gerne ins Wirtshaus und blieb dort auch gerne etwas länger, was seiner Frau allerdings weniger gefiel. Sie wartete nämlich zu Hause auf ihn mit dem Essen und wurde von Minute zu Minute ärgerlicher, weil ihr Mann mal ewig wieder nicht nach Hause kam. Ungeduldig stand sie am Fenster der im Dachgeschoß liegenden Wohnung und hielt Ausschau nach ihrem Göttergatten.Als der dann schließlich doch noch auftauchte, giftete sie ihn sofort an
“Wo bleibst du denn so lange, du alter Saufkopp, komm endlich nach oben, das Essen wird kalt!“
So beschimpft, da wurde der Herr Belak natürlich auch ärgerlich, und bis er in seinem Rausch bis in den dritten Stock hinaufgetorkelt war, war er bestimmt noch wütender gewesen.
Auf jeden Fall hörten wir nur noch ein lautes Poltern, und die arme Frau Belak rief mit weinerlicher Stimme
“Du blöder Depp, jetzt sind mir deinetwegen die Knödel runtergefallen!“ Wütend antwortete Herr Belak
“Die Knödel kann sowieso keiner essen, die sind ja viel zu fest. Damit kann man ja Fußball spielen!“
Und schwupps, öffnete er das Fenster und schmiss die Knödel hinunter in den Hof des Mietshauses. Die Nachbarin, Frau Zierich lief sogleich herbei, sammelte sie alle auf und meinte entschuldigend
“Die sind ja noch gut, und sauber sind sie auch. Schließlich hab ich hab ja eh gerade den Hof zusammengekehrt! Gesagt, getan und schon war sie mit ihrer Beute in der Küche verschwunden.
Mit offenem Mund hatten ich und meine Freunde staunend die Szene verfolgt.
„Na so was!“, dachte ich verwundert, „vom dritten Stock sind die Knödel geflogen und waren nicht kaputt. Ich glaub, der Herr Belak hat Recht gehabt, die Knödel waren wirklich fest!“

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