Nun ist der Zeitpunkt gekommen, dass ich mich outen möchte.
Ich bin süchtig.
Ich geb`s ja zu.
Ich bin Ebay süchtig.
Das wurde mir heute deutlich, nachdem ich bei einer Auktion mitgeboten habe, in der zwei Katzentransportkörbe für je 1 Euro zum Gebot standen. Da unsere Jüngste dringend für ihr Katzenrudel solch Boxen benötigt, schaute ich mir das Angebot näher an. Die Sache hatte einen Haken: Bei akzeptierte Zahlungsmethoden stand zu lesen:
„Barzahlung bei Abholung“ .
Und der Standort war Bonn.
Hmmmm…
Watt nu?
Ich begab mich eine Etage tiefer ins tropische Amazonasgebiet, wo Sigi (watt mein Gatte iss) aufmerksam und sprungbereit Krokodile beobachtete (Programm 13 – Discovery Channel).
„Sigi?!“
„Hmmm?“
„Mit wieviel Spritkosten müsste man nach Bonn rechnen?“
„Hä?“
„Na, ich kann dort Katzentransportkörbe für je einen Euro ersteigern.“
„Wieso?“
„Nee, sach ma!“
Inzwischen schnellt ein Krokodil aus der grünen Suppe um ein wehrloses, flauschiges, niedliches Etwas in die Tiefe zu reißen.“
„Igitt.“
„Weisse, die Fahrt könnten wir mit einem Besuch bei Joni und Uli verbinden:“
„Jo, mach mal.“
„Ich wollt ja nur fragen, damite hinterher nich sagen kanns, du hättest von nix gewusst.“
Aber Sigi ist wieder ganz im Amazonas.
Wieder rauf in die erste Etage.
Mitbieten.
Ich werde sowieso kein Glück haben. Bonn – Ballungsgebiet – als ob sich dort kein anderer Bieter finden würde. Nebenbei habe ich noch einige andere Auktionen „am laufen“.
Ich biete mit Vorliebe bei Gardinen, Vorhängen, Stores, Dekoschals und dergleichen mit – mein Höchstangebot liegt zwischen einem und drei Euro. Inzwischen habe ich schon jede Menge Gardinen und Co für wirklich kleine Summe ersteigert (Porto und Verpackungskosten lassen wir jetzt mal aus dem Spiel). Sigi meint zwar, ich würde mit dem, was ich mache (egal welch Hobby) immer wahnsinnig übertreiben.
Na ja, zugegeben. Angefangen hat es im Keller mit einer Schublade für den Bereich Gardinen und Zubehör… Inzwischen ist es ein kompletter Schrank (welcher kaum noch schließt), mehreren Regalen und zig Kartons.
Sortiert nach: Fertige Gardinen – unfertige Gardinen – Stoffresten – Sommerware – Winterware – könnte ich noch mal gebrauchen – gebrauche ich noch 100%tig – Blautöne –Rottöne – Grüntöne – weisse Stoffe – gebrochen weisse Stoffe – vergilbte Stoffe…
Inzwischen habe ich das ganze Haus umgestaltet. In mir sind kreative Sinne geweckt worden. Alles was mit Stoff eingehüllt, verdeckt, versteckt, verziert, dekoriert werden kann, habe ich in Angriff genommen. Unsere Jüngste profitiert ebenfalls von meinem Gardinenwahn. Ich kreuze mit immer anderen Ideen, Vorschlägen, Stoffen und meiner Arbeitsbox auf. Mona sagt: „Mama, mach ma!“ Und Mama macht…
Inzwischen habe ich mir angeeignet, Gardinenstangen selber an Wand und Decke anzubringen. Das hat zur Folge, dass Sigi und ich uns in Sachen Werkzeug deutlich in die Quere kommen. Einen ganzen Satz Kreuzschraubenzieher habe ich mir bereits selber zugelegt. Zu Weihnachten wünsche ich mir einen Akkuschraubendreher.
Sollten alle Fenster usw. in beiden Häusern ausgestattet sein – keine Sorge – ich weiss schon meine nächstes Aktion: Patchwork…
Aber zurück zu den Katzentransportkörben…
Die Auktion ist zu meinen Gunsten gelaufen.
Ich fass es ja nicht.
Wir müssen nach Bonn.
Ich lasse die Route berechnen – über 100 km – bis Königswinter – Fahrt mit der Fähre.
Sigi wird sich freuen…nach einer Extremerfahrung bei Ebay lässt mein Gatte die Hände weg vom Bieten (da ist eine Geschichte gelaufen, die ich nicht niederschreiben darf – obwohl…)
Kurze Unterbrechung
Jetzt bin ich leicht genervt, nachdem mein 90jähriger Vater zum fünften Mal die Tür öffnet (sein Zimmer liegt unmittelbar neben dem Computerzimmer): „Der Toxi iss wech!!!“ Toxi ist sein Yorkshire Terrier , welcher mit Vorliebe verstecken spielt.
Er legt sich z.B. auf eine beige/braungemusterte Wolldecke und verschwindet grafisch vollkommen in dieser (ähnlich wie das Krokodil in grüner Suppe). Toxi beobachtet dann belustigt sein orientierungslos suchendes Herrchen und selbst ich erkenne den Hund nur an den vor Aufregung flatternden Ohren…
„Toxi iss wech. Den habense geklaut. Heut waren zwei Männer an der Tür. Die haben den geklaut!!!“
„Papa, ich hab Toxi doch vor 3 Stunden gefüttert.“
„Ja??? Womöglich ist der Draussen – der erfriert!!!“
„Papa, das ist ein Hund – der hat Fell.“
(Das wird so nichts. Ich versichere Euch – alte Menschen quängeln wie kleine Kinder…)
Ich habe einen Verdacht – und tatsächlich – Toxi ist nach dem Füttern in der Waschküche geblieben.
Zurück zu Ebay
11 Uhr – auf geht’s.
Schönes Wetter.
12.30 – Bummel durch Königswinter.
Fahrt mit der Fähre.
Bonn – Körbe holen.
Glück gehabt – super Ware erhalten.
14.30 Uhr – Ziel: Hürth.
Sehr netten Adventnachmittag mit Joni und Uli verplaudert.
Von Joni wunderschönen blauen Stoff geschenkt bekommen.
20 Uhr – Körbe bei Mona abgeliefert (Riesenhüpffreude).
20.30 Uhr – Hunde gefüttert.
21 Uhr – Jonis Geschenk in die Schublade „Blautöne“ einsortiert.
23.30 – Papa: „Toxi ist wieder da!!!“
„Achwas…“
Ich überlege gerade so vor mich hin…
Ich werde einen Verkaufsstand bei Ebay einrichten…
Heute im Angebot:
10 Meter Voile, lindgrün, pflegeleicht, Startpreis: 1 Euro
Wer bietet mehr…
In diesem Sinne – 1-2-3- meins…
Dagmar
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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.12.2004.
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Ein Herz und eine Seele auf dem Weg in die Unendlichkeit
von Klaus Mallwitz
Turbulent geht es zu im Studio des Sendeleiters Dr. Edgar Fernando Strauchelbeinchen, den alle gerne auch Teddy nennen. Um eine Verlängerung seiner Sendelizenz zu erreichen, muss Teddy dringend seine Zuhörerquote steigern, und dafür hat er sich etwas Unerhörtes überlegt: PHANTASIERTE KURZNACHRICHTEN! Tatsächlich gelingt es ihm mit seinem Disko- und Diskutanten-Team "Ali, Bernada und Cletus", die geforderte Quote zu übertreffen, aber gemeinsam erlangen sie die Erkenntnis, dass Phantasie zwei Seiten hat. Die eine kaschiert, die andere offenbart das SEIN. Was tun?
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