Jana Hensel

Durch Anorien bis nach Minas Tirith

[Etwa 40Jahre nach dem Ringkrieg]

So reiten sie und verlassen das Land derer, welche mit ihnen in fernen Linien verwandt sind, sie verlassen die Ebenen auf welchen ihnen hie und da ein Pferd unter die Augen kam, oder ein blonder Rohirrim. Die Männer haben neben Proviant auch eine Beschreibung für ihre nächste größere Wegstrecke bekommen, welche eigentlich eine der leichteren ist, wenn man bedenkt dass man sonst auf unbefestigten Wegen ritt.
Die große Straße welche von Edoras bis nach Minas Tirith führt ist nur ihr Weg, ihre Route die sie nicht verlassen müssen. Eine Karte die sich an dem mächtigen Gebirge entlang zieht was in der Sprache der Menschen des Südens (Gondor und Rohan) "Weißes Gebirge" genannt wird. Immer wieder haben sich die Blicke der 12 Männer zu den Bergspitzen empor geschwungen, während sie auf dem Weg dahin reiten. Trabend heben sich die schwer bepackten Leiber aus den Sätteln, schnaufend stampfen die Pferde über die gute Straße. Erstmals ist der Weg nicht allzu gefährlich, keine übersehbaren Löcher lauernd, die Pferd und Reiter die Beine und das Genick brechen können.
Wenn die Sonnenstrahlen auf die weißen Bergspitzen treffen wird das ganze Gebirge seinem Namen gerecht. Weiß ist die Wand welche sich in den Himmel erstreckt, von Bäumen sind die Füße des Berges gerahmt.
Nachdem sie den Firienwald verlassen haben schlagen die Nordmänner ein beständig hohes Tempo an, so das sie für jeden entgegenkommenden Reisenden als riesige Gruppe, von Rauch umgebenen Reitern. Wie viele werden sie, bevor Gesichter und Kleidung erkennbar waren, für eine Horde Rohirrim gehalten haben? Nur einer aus dem Volk der Pferdeherren mag den Unterschied im schweren Gang der Pferde erkennen. Denn so schwer wie die Pferde bepackt sind reitet kaum ein Rohirrim umher, denn seine Strecken sind lange nicht so groß.
Man kann nicht sagen das die Straße nach Minas Tirith eine einsame ist, doch während der drei Wochen die man in etwa benötigt, sind nicht zu viele Menschen Wegbegleiter. Es sind die kleineren Gehöfte in der Nähe der Straße welche oftmals dazu auserkoren werden Nachschub zu liefern. Einige reiten mit Herger zu den Bauern und man tauscht oder kauft etwas ein. An manchen Tagen bieten die 12 Riesen, so kommen sie den Gondorianern oftmals vor, ihre Dienste als Arbeiter an. Holzschlagen kann noch jeder von den Nordmännern und ihre Äxte sind geschärft. So nächtigten sie im Schatten des großen Gebirges bei einem Bauern der sie bat Holz zu schlagen. Über 2 Stunden hämmerten die Äxte in einem gar rhythmischen Takt auf das gute Holz ein. Die Arbeit wurde systematisch aufgeteilt, der eine schlägt die Bäume nieder, der andere entfernt die Äste. Die wiederum braucht man zum feuern. Es gibt nichts was man im Wald liegen lassen könnte. Der Bauer kann sich getrost seiner Arbeit auf dem Felde widmen. Das r 12 Männer hat die für ihn Holz schlagen ist ein Glück das ihn nie wieder ereilen wird. So ist er für die nächsten Monate ausgesorgt. Als Lohn bekommen alle 12 eine deftige Mahlzeit und ein Bett im Heu, wo es wenigstens warm und Sicher war. Einen ganzen Tag durchgeritten und dann noch schwer arbeiten lässt sie nicht ermüden, eher werden alle noch wacher. Natürlich ist es Weath der, im Schatten der großen Bäume des Waldes, die Stimme bei der Arbeit erhebt. Erst gibt es ein paar Lacher. Nicht wegen seines Gesanges, den schätzen sie, sondern das er singt bei der Arbeit. Doch nach wenigen Zeilen fallen sie ein und ihr Lied erfüllt die Luft. Scheint dies die müden Knochen und Muskeln anzutreiben? Sie arbeiten scheinbar schneller, die Sonne senkt sich und der Bauer kommt um sie zu seinem Hof zu holen und sie von seiner Frau bewirten zu lassen.
Er bleibt in der Nähe der 12 Männer stehen. Ein wahrlich nie gehörter Gesang trifft auf sein Ohr, verwundert versucht er Worte zu erkennen, doch kein Westron ist es schließlich was sie singen. Die Sprache ihres Volkes können sie nur und in dieser erschillt ihr Lied.


Kjærlighet er min
rode lengsel,
som bevinger min gra fantasi.
Kjærlighet er mine
sorte minner,
som bringes til poesi.
Kjærlighet er det tapte slag,
som jeg aldri finner igjen.
Kjærlighet er min
røde lengsel,
som kretser om vakre menn


So versteht er es, doch selbst wenn er die Buchstaben aufschreiben würde, die Männr können ja nicht mal lesen. Und würde der Bauer Herger die Worte erzählen, würde dieser nur in Schallendes Gelächter ausbrechen. Denn das was der Bauer hört sind nur die Wortlaute und nicht das wahre Wort. Er ruft Herger schlussendlich an und sie machen sich auf zu seinem Hof. Dort wird getrunken und gegessen. Uneins sind sich die Männer ob die Küche Gondors gut ist, denn das Essen ist anders als sie es kennen. Keiner wagt zu behaupten es ist schlecht, doch ihre Zungen schmecken andere Dinge lieber. Außerdem fehlt inzwischen schon längst wieder Met. Der Honigwein ist ihnen an die Herzen gewachsen, vielleicht noch mehr seit die Heimat so viele Meilen von ihnen entfernt liegt. Jeden Tag den sie weiter reiten wird der Abstand größer. Wird ihr Weg jemals zurückführen dorthin? Vereinzelt ergreift jeden einmal dieser Gedanken.

So reiten sie auch von diesem Hof aus weiter, immer fort von Rohan, dem Gebirge folgen. Denn an dessen Fuß soll die größte Stadt aller liegen, die Stadt welche von vielen weiße Stadt genannt wurde. Allen ist längst aufgefallen das den Menschen die Augen beginnen zu leuchten, wenn sie von den Türmen erzählten, welche die Stad tbesitzt,oderdenRingen.DochnochistderWeglangdahin.EinMann,welchersiewohl4TagevoneinemGehöftzumanderenbegleitete,warsicherschon60.ErsaßmitseinemEnkelaufeinemKarrenundfuhrzuseinerTochter.HergerhatteseinenMundvielzubewegenwährendderZeit.DeralteMann, er musste keinen Wagen lenken und kein Pferd versorgen, erzählte viel. Vor allem Abends, wenn sie Rast machten und sich zum Schlafen legten, begann er Herger von dem großen Krieg zu erzählen. "Wisst ihr, ich war noch jung als die Leuchtfeuer angezündet wurden. Wisst ihr was sie sind? Von Minas Tirith bis nach Dunharrow gibt es eine Kette von riesigen Feuern. Wenn sie entzündet sind erhellen sie den weißen Berg und hüllen ihn in ein gleißend rotes Licht. Jedes einzelne flackert wild im Wind, welcher dort oben wo sie aufgetürmt werden," er deutet in die von der Nacht verschluckten Berge, " und doch hält es sich. Die Feuer haben alle hier zum Fuße des Berges in Angst und Schrecken versetzt, aber sie gaben auch Hoffnung. Die große weiße Stadt braucht also Hilfe aus Rohan. So schlimm musste es um Gondor bereits stehen. Und wie ich bald bemerken sollte, tat es das. Mein Vater hat je her gesagt, ich soll erst mit den Rohirrim ziehen, wenn der Krieg sie braucht. Zwei meiner Brüder haben wir in den Reihen der Soldaten Gondors. So ritt ich in jenen Tagen mit den tapferen und stolzen Kriegern aus Rohan. Habt ihr die Pferde gesehen? Sie sehen aus wie eure Tiere. Große Hufe, so das sie deinen kopf zermalmen können. Die Mäuler reißen die Grasbüschel nur so heraus und ihre massigen Leiber erdrücken dich, wenn sie über dich rollen. Ich glaub ihr wisst was es heißt solche massigen Tiere in vollem Galopp zu! sehen. So stürmten sie auf die Mauern der Feinde zu"in mitten der Schwärze, der Ohnmacht, der Hilflosigkeit.
Doch die Stadt strahlte, Minas Tiriths strahlt immer. Ihr werdet es noch sehen." Die Nächte wurden so nicht unbedingt verkürzt, denn sie schliefen alle ein. Doch der alte Mann war froh seine Geschichten erzählen zu können und er fand immer einige erfreute Zuhörer. Denn sie alle interessierte inzwischen diese Stadt, auf welche sie bald treffen werden. So ging es immer flott voran, an den Feldern vorbei die Anorien schmückten, Gutshäuser, Wege die in das Landesinnere führten. Doch von ihrem Weg brachte sie nichts ab, ob Sturm oder Regen sie hielten sich auf der großen Straße. Die Berge waren ihre Begleiter, auch wenn diese sich wohl kaum bewegten. Es waren immer die Männer und ihre treuen Gefährten die Vorwärts strebten.
Fang, der Hund Buliwyfs ward ein guter Jagdfreund, und ihre Waffen fanden bezüglich dieses Kampfes oftmals den Einsatz. Doch sie hatten an sich viel Glück. Keiner würde sich an diese Männer heran wagen. So kamen sie ohne Zwischenfälle nach Minas Tirith.
Zwischenfälle sind bei den Söldnern nur ernsthafte Auseinandersetzungen oder Verletzungen die einen Mann hindern würden weiter zu reiten. So ist der Druadanwald wohl das letzte was sie vom Anblick der weißen Stadt abhält. Der mächtige Wald wirkt anders als die gekannten Wälder auf sie. Ihn scheint keine Aura zu umgeben, wie man es vom Düsterwald kennt, doch in ihm scheint anderes zu Hausen.

So brechen sie im Galopp um die letzten Biegungen der Straße und reiten auf dem nun stark befahrenen Weg auf die Stadt zu. Der Saum des Waldes verlässt sie und der Weg wird von nur noch wenigem Gestrüpp gesäumt. Und plötzlich ruft einer, "Dort seht, der Große Strom?der Andiun.." sie zügeln ihre Pferde und schauen staunend auf das Wasser, welches so still wirkt, hier in Gondor. Er ist breit und mächtig, wie sie ihn kennen, die Sonne, welche sich gemächlich hinter die Berge senkt, lässt die Oberfläche schimmern und in einem weiten Bogen zieht sich auch der Fluss zum Süden hin. Ihn werden sie noch eine Weile begleiten. Der große Fluss trägt ein Stück Heimat für sie mit und der Begleiter nimmt ihnen manchmal einen Teil der Last. Schlussendlich treibt die Gruppe Buliwyfs Wort sie weiter, der Abend wird sich bald nieder senken. Noch ist die Sicht gut, doch welche Verhältnisse herrschen wohl in der Stadt? Wie lange werden sie brauchen um eine Herberge zu finden? Lieber treibt er seine Männer an und führt sie den Weg voran zur Stadt als das er mit ihnen davor die Nacht verbringt. Edgoth wartet inzwischen auf sie, denn wie sooft ist er einige Meter vorgeritten. Doch jetzt wo die große Mauer vor ihnen liegt können sie alle zusammen reiten. Schwere Steine bilden diese Mauer, man erkennt deutlich den Unterschied zwischen älteren und jüngeren Steinen, welche vor ca. 40 Jahren nach dem Ringkrieg eingesetzt werden mussten um die zerstörten Mauerteile wieder zu reparieren. Doch auch jetzt noch wirkt sie riesig und nur das Tor lässt durchlas. Rammas Echor wird die Mauer von den Einheimischen genannt und nur Herger kann sich bemühen diese Worte auszusprechen. Ein mächtiges Bauwerk, hinter dem ein noch viel mächtigeres steht.
Zuerst jedoch müssen auch die 12 Söldner halten und den Torwachen Antworten geben. Herger hat sich neben Buliwyf gestellt und versucht die Wachen zu überzeugen das von ihnen keine Gefahr ausgeht. Doch der Hauptmann der Wache wird hinzu gerufen, solche 12 schwer bewaffneten Männer sind eine Seltenheit und es muss genau überlegt werden ob sie einzulassen sind. Doch warum sollten sie weiter reiten und sich das Schauspiel dieser Stadt, ihre Einzigartigkeit, entgehen lassen und nicht wenigsten einen Tag dort verweilen"

Nachdem das Tor Forannest im Norden passiert wurde weiten sich die Felder vor ihnen aus. Grünes Land, welches bewohnt und bearbeitet wird erstreckt sich neben der langen Straße. Noch 10 Meilen mögen es bis zum Großen Tor von Minas Tirith sein.

Doch wenige Schritte nachdem sie auf den Pelennor geritten sind, bleiben sie stehen. Keiner der Männer kann sich der Gewaltigkeit der Stadt entziehen und sie sitzen staunend im Sattel ihrer Tiere.
Am Fuße des Gebirges wurde etwas errichtet was ihre kühnsten Träume übertrifft. Einige steigen ab und bleiben neben ihren Pferden stehen, "Wie hat man so etwas bauen können?" Die Stadt scheint sich über mehrere Etagen zu erstrecken und ihr Mittelpunkt ist der riesige Felsvorsprung. "Hast du so etwas schon je mals gesehen?"
Der Anblick der Stadt erstaunt umso mehr. Die riesige Mauer um den Pelennor zieht sich von ihrem Standpunkt im Norden bis hinab zum Fluss. An einigen Teilen ist sie sogar die direkte Flussbegrenzung und überragt dessen Uferböschung weit in der Höhe. So sind es mehr als 20 Meilen welche zwischen dem nördlichen und südlichen Tor, dem Hafen Harlond, erstrecken. Ein weites Land was jedoch nicht flach ist, denn es fällt von seinem höchsten Punkt, dem großen Tor der Stadt Minas Tirith, in wellenförmiger Art hinab zum Fluss. In langsamen Schritt und teilweise neben der Straße, reiten sie auf die Stadt zu, die Augen nicht abwenden könnend von diesem Gebilde. Stumm sind die Männer und denken sich ihren Teil. Viele Gehöfte sind zu sehen, Ackerbau wird betrieben, Gärten und Viehzucht. Hier können die Menschen Gondors im Schutz der riesigen Mauern ihrem Leben nachgehen. Für die Nordmänner ist es ein etwas unvorstellbares Gefängnis, denn von welchem Punkt man sich auch umschaut, immer umgibt einen diese Mauer. Ein ungewöhnlicher Anblick für sie, die nur die Weiten des Nordens gewöhnt sind. Berge und Gebirge, Wälder oder Flüsse stellen kein künstliches Gefängnis dar. Zur Not kann man alles umgehen, meistens lässt sich ein Weg hindurch finden. Doch die Mauern kann man nicht überwinden ohne Maschinen die Steine Schleudern?

So traben sie gemütlich auf die Stadt zu, der Straße folgend, an vielen bewohnten Gehöften vorbei. Die Menschen sind stark beschäftigt, der Herbst lässt sie die letzten Arbeiten verrichten und Ernten müssen eingeholt werden, sich um Kälber gekümmert werden.
Hier sehen die Nordmänner zum ersten Mal die geballte gondorianische Lebensweise, Kleidung, Gebaren. Andere Werkzeuge als sie diese kennen werden hier zum Ackerbau benutzt, mehr Eisen scheint im Spiel und alles scheint technisch scheint Gondor auf einem weiteren Entwicklunsgstandart als Sie sind inzwischen sehr darin geübt die Mimik und Gestik der Menschen zu verstehen. Vielleicht besser als Früher, denn die lange Reise ohne wirklichen Sprachkontakt schärft andere Sinne und man versucht das Gegenüber auch ohne Worte zu verstehen. Jetzt durchqueren sie das Land der Stadt Minas Tirith, Weiße Stadt genannt und früher einmal die Stadt der Aufgehenden Sonne. Vieles hat sich seit der Gründung der Gemäuer verändert, vieles wurde gebaut und erneuert. Doch unter der Hand König Elessars ist die Stadt nochmals erblüht. Hoch ragt der Felsenvorsprung heraus, er prägt das Bild aller sieben Etagen.
So mächtig scheinen die Gebäude, die Außenmauer, die Wachtürme, das riesige Tor, welchem sich die Gruppe nähert, das es fast scheint kein Mensch könne solch ein massives Bauwerk errichtet haben. Alles scheint aus Steinen gebaut und läst Kopfschütteln aus. "Häuser die nur aus Steinen bestehen, die ganze Stadt"Steine.." "Es ist ein Merkwürdiges Gebilde. Dies ist nun für die Nordmänner, neben Thal, die erste große Stadt. Und Minas Trith besteht nicht nur aus einer Stadt. Ein grossteil der Bevölkerung Gondors wohnt hier, während der andere Teil sich auf die Küsten erstreckt.
"Es wird nicht umsonst Steinland genannt," spricht Halga weise Worte, während sie sich im Pulk mit Händlern und anderen Reisenden dem Tor nähern. Gepflasterte Straßen führen durch diese, eine Statur steht im Hof, soviel ist zu sehen, doch kurz dahinter erstreckt sich der nackte Fels bis weit in den Himmel hinauf. Nachdem Herger und Buliwyf eine Weile mit der Wache geredet haben erhalten sie eintritt. Wenn Herger die Männer, welche, wie er sagt, mit einem feinen Dialekt sprechen, richtig verstanden hatte, durften sie mit ihren Pferden in den 1 Ring und zu Fuß in den zweiten. Aber weiter wird es ihnen nicht erlaubt sein, so sagten die Wachen. Nun also dürfen sie einreiten in diese Monumentale Stadt, in diese Häuserschluchten, welche es im wahrsten Sinne des Wortes sind. Hyglak entfährt ein Aufschrei, "Glas?schaut mal, die sind reich.." und tatsächlich gibt es einige Häuser in dessen Fenster Glasscheiben zu finden sind. Weit müssen sie oft ihre Köpfe in die Nacken legen um hinauf in den Himmel zu blicken, doch immer wieder wird der Blick von dem Gebirge angezogen, was hinter der Stadt liegt und sozusagen ihr Beschützer ist. Nicht Stumm reiten sie weiter, sondern ein ernsten Gespräch über die Stadt entbrennt, und da ihre Größe ihnen nicht allzu wohl behagt, ist es wichtig das man einander nicht verliert. Im Schritt, denn schneller ist es kaum Möglich, trotten sie die Straße des ersten Ringes entlang. Etwas Ziellos, denn wohin soll man sich hier wenden? Viele Tausend Menschen säumen die Straßen, Tiere stromern umher, Kinder rennen ihnen unter die Pferdehufe. Einige haben sogar Mühe die Tiere ruhig zu halten und den Anschluss an die Gruppe nicht zu verlieren. Das wäre wohl das Ende, so scheint es wenigstens den Abergläubigen in der Gruppe. Was wäre wenn? Das Spiel ist alt bewährt und führt nicht in die besten Resultate. Hier ist die Frage, wo nächtigen sie? Irgendwie macht das Gewirr aus Häusern, Gassen, verworrenen Wegen, Gerüchen, Stimmengewirr, Trompeten, Marktgeschrei oder sonstigem Geschrei es sehr schwer! sich überhaupt zu orientieren. Mehrmals kommt die Frage auf, ob man hier nicht schon einmal war. Für einen Gondorer wäre es sicher einfach gewesen die verschiedenen Baustile der verschiedenen Zeiten zu unterscheiden. Außerdem gibt es so viele Einkehrten, größere und kleinere, manche haben ein großes Schild über ihren Türen hängen und manche nur ein kleines. Manche scheinen passend, manche nicht. Doch so recht wissen die 12 nicht. Selbst Buliwyf ist etwas verunsichert. Wohin? Mehrmals biegen sie ab, reiten zwischen die Häuser. Herger versucht heraus zu bekommen wo sie nächtigen könnten, doch Händler oder Bewohner der Stadt scheinen den Fremden gegenüber sehr misstrauisch. Fast schon will der Fröhliche fluchen, denn es ist wirklich ein unendliches Gewirr und mit den Pferden ist es kaum möglich einen guten Blick zu erhaschen. Was wollen sie hier eigentlich anschauen? Das untere Level liegt gänzlich im Schatten des Berges und die Nacht senkt sich hinab auf die Straße. Es werden Lampen angezündet, dass ihnen die Augen überquellen. Hier scheint viel Geld vorhanden zu sein, wenn draußen auf den Straßen Lampen stehen.

War es ein Gasthaus wo sie sich wohl fühlten? Die Pferde sind im Stall untergebracht, die Gesellschaft ist nicht fein aber auch nicht Gesindel und lumpiges Straßenpack, wie man Bettler allzu gern bezeichnete. Hier schien es gemütlich zuzugehen, und allen tat nach der aufregenden Reise etwas Ruhe gut. Doch auf gutes Essen und was zu trinken wollte keiner verzichten, so wurde, natürlich über Hergers Lippen, eifrig bestellt und man saß gesellig zusammen. Die heitere Stimmung übertrug sich auf einige Anwesende, so auch eine Gruppe Rohirrim, welche sich interessiert an den Neuen hier zeigte. Alsbald war man in ein leichtes Gespräch mit einem der Männer vertieft, hie und da erzählte irgend wer was und Herger übersetzte. Wie sehr und ob überhaupt das ganze Geschwafel ihm zusetzte verriet er nicht Das Bier floss in Maßen, denn man musste Geld sparen. Der Reiter aus dem grünen Land jedoch erwies sich als nette Bekanntschaft, er tauschte einige Vergangene Dinge aus, Begebenheiten die die Nordmänner betraf, wollte von ihnen wissen was sie auf diese Reise gebracht hatte und erkannte die Gemeinsamkeiten im Ahnenkult. Doch die Nacht schritt voran und da auch der Rohirrim und seine Begleiter einen frühen Aufbruch am nächsten Morgen planten, verabredete man sich dazu und ging alsbald schlafen, in einen der großen Schlafräume.


********

Der Morgen war noch nicht weit voran geschritten als die Männer das Tor durchritten. Die Sonne hatte ihre Strahlen noch nicht vollkommen über die Berge auf die Stadt geworfen. Doch diesmal waren sie nicht zu 12, ein 13 Reiter begleitete sie. Ein stählernes Ross, wie es ihnen schon mehrmals auf der Reise begegnet war, hatte er, seine Kleidung war die eines Soldaten, ein grüne Umhang, ein Schwert das ihren Konkurenz machte, doch war ihre um einiges länger, aber nicht zum Kampf auf dem Pferd so wahrlich geschafffen. Ein Bogen auf dem Rücken, Schild und Handschuhe"schwere Stiefel" Weit hinter ihnen verließen noch ein paar Reiter die Stadt, Rohirrim wie ihr neuer Begleiter. Er hatte versprochen ihnen noch etwas zu erzählen. So tat er es, während sie mit der Stadt im Rücken weiter ritten.

"Ich war gerade 17 als wir aus den Weiten Rohans hinfort ritten, im ganzen Land hatte der König nach waffenfähigen Männern schicken lassen. Mein Vater kam mit und auch mein Großvater, beide, griffen zu ihren Schwertern. Wir sattelten unsere Tiere".ich weiß noch, mein Vater gab mir sein Schlachtross, während er selber auf dem sagen wir Ackergaul ritt?" er pausierte in seiner Erzählung, denn Herger musste es erst übersetzten. Schien er sonst Dinge wegzulassen, zu verschönigen oder einfach anders zu erzählen, so war er hier darum bemüht alles wortgetreu wieder zu geben. Jeder der Söldner hatte schon Kampf und Tod erlebt, jeder hatte dem Tod in die Augen geschaut, doch der große Ringkrieg war nichts was sie schon erlebt hatten.
"An einem Morgen wie diesem kamen wir an, dort durch das Nordtor. Schwarz waren die Felder, Feuerdunst stieg empor aus der Stadt, von den Häusern, Menschenseelen schwirrten herum, der Tod stieg uns in die Nase. Wir waren so viele und wir waren doch so wenige. Schwarz war die Luft und das Leben hier, nur etwas schien hell, weiß wurde es gar. Dreht euch um?" immer wieder hat er eine Pause gemacht, wenn Herger ihm mit der Hand dies andeutete, und jetzt deutet der Begleiter zurück nach Minas Tirith. "Schaut ?die Weiße Stadt macht ihrem Namen alle Ehre.."
Und es stimmte, als sie anhielten, sich in den Sätteln umdrehten oder ihre wertvollen Pferde mit dem Rohirrim zur Stadt wendeten, staunten auch sie, wie den Tag zuvor. Langsam wich das grau der Steine einem weiß, einem schimmernden weiß was mit jeder Sekunde welche die Strahlen der Sonne mehr und kräftiger auf die Hauptstadt Gondors schickt. "Der Turm?? ruft einer aus. Weiß leuchtet er als erstes, langsam senkt sich von ihm die weiße und somit der anfangende Tag, es schien als erwache die Stadt, Trompeten ertönten, man erkannte die Banner, welche im Morgenwind wehte. ?So war es auch an dem Tag?.wo tausende starben und aber tausende leben durften?? Herger übersetzt langsam, seine Stimme hat Fülle und Kraft und doch erfüllt auch ihn diese Erzählung mit ?.

?Der König führte uns ?Tod..war sein Ruf, Tod war der Weg, Tod das Ziel für uns und für unsere Feinde.? Er wartete wieder, denn Herger übersetzte ruhig, ?Wir ritten ohne einen Ausweg zu kennen. Mein Vater rechts von mir, meine Großväter links. Wir alle waren erschöpft denn den Ritt von Rohan hier her haben wir in 6 Tagen gemacht, wofür man selbst heute mindestens 2 Wochen braucht. Wir ritten während die Pfeile durch die verrauchte Luft schwirrten, vor mir stürzten Männer von den Tieren, die Orks kamen näher, ich dachte ihren Gestank zu spüren.?
?Widerliche Orks..? Halga spuckt aus, er einer der ältesten in der Gruppe hatte wohl am meisten mit diesen zu tun. Der Offizier schaut sie kurz an, dann dreht man die Pferde von der Stadt weg, vielleicht auch von den Bildern die aufkommen, wohl vor allem in dem Mann, dem Zeitzeugen, welcher viel verloren hat, wie r weiter erzählt?.Der Vater starb ans einer Seite, die beiden Großväter sah er kurz nach Theodens Ruf..?Tod? nie wieder, nicht einmal hinter her. Unglaubliche Brutalität schien am Werke zu sein, er wisse nicht einmal ob die Orks wirklich Angst hatten, er wisse eigentlich nur noch, als sein Schwert dem ersten wirklichen Mann, einem Ostlinge oder Haradan, den Kopf ab schlug, das ab dort sein Kopf leer ist. Schreie, quälende Schreie habe es gegeben und noch stunden nachdem sie siegten hier auf den Feldern, noch Stunden später ritten und liefen Männer durch die Toten, sammelten die auf, welche aus den eigenen Reihen kamen und suchten nach Lebenden. Doch alles stank furchtbar und in den heute so schön aussehenden Gassen der Stadt sammelte sich das Blut und die Ratten. Hunde hockten über den Kadavern, Mütter hockten über ihren Kindern?

Der Mann endet, stolz blicken trotz allem seine Augen. ?Ich bin ein Mann des Königs aus Rohan. Ich weiß von dem was ihr gestern erzähltet ihr seit weit gereist, ihr habt viele Fahrten gemacht und ihr wisst was Tot und Leben ist.? Herger übersetzt ruhig, der Mann dünkt ihm weise Worte zu sprechen, ?Doch so sehr ihr den Kampf nicht fürchtet, euer Schwert zu führen wisst, dankt euren Ahnen das ihr nicht dabei wart. Hier hat nicht immer der überlebt, welcher der bessere war, viele Männer sind auf unseren Seiten gestorben die das Schwert mit wohlgesinnter Hand führten?das Schicksal ist vorbereitet?man kann ihm nicht entrinnen.? Er hob die Hand, die Männer schlossen auf, welche hinter den 12 Nordmänner ritten. ?So folgt eurem Weg, der von euren Ahnen euch gegeben?Lebt wohl..? Man verabschiedete sich und an der Wegkreuzung trennten sich ihre Wege. Der Eine ritt in die Heimat, die anderen ritten in die Ferne, wo alleine ihr Herz ihnen sagen konnte was ihre Heimat war und ist.



Ende

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.01.2005. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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