Andrea Küppers

Ein Besuch in der Knesset (Israelisches Parlament)



Bei einem meiner Aufenthalte in Jerusalem hatte ich den Wunsch verspürt, mir auch mal die Knesset anzusehen. Ich fuhr vom Hotel mit dem Bus dorthin.

Gegenüber der Knesset steht das israelische Staatssymbol, eine überdimensionale Menora (siebenarmiger jüdischer Leuchter). Auf ihr kann man biblische Motive erkennen. Sie ist ein Geschenk des britischen Parlaments.

Am abgesperrten Eingang vor der Knesset angekommen, wartete schon eine längere Besucherschlange auf den Einlass. Leider zögerte sich dieser noch über eine Stunde hin, weil der armenische Präsident gerade auf Besuch war. Ab und zu sah man Abgeordnete, darunter auch schwarzgekleidete Männer, welche der religiösen Parteien angehören, die Knesset betreten.

Das eintönige Warten wurde durch den Anflug eines Helikopters etwas aufgelockert. Dieser holte den armenischen Staatschef und flog genauso schnell wie er kam auch wieder ab. Dann wurden wir in kleinen Gruppen in den Sicherheitsraum gelassen, in welchem wir uns einer Personenkontrolle unterziehen und unsere Taschen, Fotoapparate etc. abgeben mussten.

Ein langer Weg, beidseitig von Rasen gesäumt, führte uns dann direkt in das rechteckige Parlamentsgebäude. In der Vorhalle wartete das internationale Publikum auf die Besichtigung, welche von einer jungen Israelin auf Englisch durchgeführt wurde.

Da zu dieser Zeit keine Debatten stattfanden, zeigte sie uns als erstes den Plenarsaal. Dieser ist in einem großen Höhenunterschied konzipiert. Die drei Ebenen werden durch eine Treppe verbunden. Wir betraten den Sitzungssaal vom oben befindlichen Eingang und durften in der VIP-Galerie Platz nehmen. Die Sitze der 120 Abgeordneten befinden sich auf der untersten Ebene und sind in mehreren Reihen U-förmig angeordnet. Darüber verläuft ebenfalls 3-schenklig und in mehreren Reihen übereinander befindlich die bereits erwähnte VIP-Galerie. In dieser sitzen bei bestimmten Verhandlungen Gouverneure und andere außerparlamentarische Politiker. Gegenüber des Rednertisches befindet sich oberhalb der VIP-Galerie bis unter die Decke reichend die durch Panzerglas abgetrennte Zuhörertribüne.

Links neben dem Sprecherpult ist frontal gesehen ein Porträt des geistigen Gründervaters Israels, Theodor Herzl, sichtbar. Die Vorderfront des Pults wird durch einen Gobelin, auf welchem die Menora und Verzierungen erkennbar sind, geschmückt. An der Wand dahinter steht die Nationalfahne. Der Plenarsaal ist für Abstimmungen vollelektronisch ausgestattet.

Nach dessen Besichtigung gingen wir durch einen langen Flur, an beiden Seiten hingen diverse schwarz-weiß Bilder mit Momentaufnahmen israelischer Politiker aus fünf Jahrzehnten junger Staatgeschichte. Hinter diesem Flur befindet sich die Lobby in welcher die Journalisten die Politiker interviewen.

Im weiteren Verlauf gelangten wir in ein Foyer, in welchem u. a. Staatsgäste empfangen werden. Dort hängt ein riesiger Wandteppich, dessen Motiv von Marc Chagall entworfen wurde. Auf diesem sieht man verschiedene Episoden aus Jahrtausendealter jüdischer Geschichte und die Rückkehr ins gelobte Land. Auch zwei versteckte Selbstportraits Chagalls sind bei genauer Betrachtung erkennbar. Des weiteren ist in dieser Lobby an einer Säule, durch Glas geschützt, das Original der Unabhängigkeitserklärung angebracht.

Zum runden Abschluss dieser interessanten Führung hatte man die Möglichkeit im Restaurant, in welchem sich auch Abgeordnete und Angestellte stärken, Essen und Getränke zu sich zu nehmen.




Wie aus meinem Steckbrief bereits ersichtlich interessiere ich mich sehr für Israel und dem Judentum. Seit ich denken kann ist Israel ein politischer Brennpunkt. Fast wöchentlich ist in den Nachrichtenmedien auch von der Knesset die Rede. Deshalb dachte ich mir das es Leser/innen gibt die an einer Bechreibung der Knesset (hebr. die Versammlung) Interesse haben. Andrea Küppers, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.01.2005. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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