Sila Schuler

Verwählt!!!

Ich ging, wie sehr viel in letzter Zeit, schlecht gelaunt die Strasse entlang. Seit Tom sich von mir getrennt hat, geht alles schief. So wie es aussieht muss ich die Klasse wiederholen, denn ich krieg einfach nichts mehr auf die Reihe. Früher vor meinem Absturz, war ich sogar mal richtig gut. Doch nun, stehe ich in meinem Leben auf einer hohen Klippe und sehe herunter. Ist das das Ende? Das überlege ich mir seit geraumer Zeit, soll ich meinem Elend wirklich ein Ende bereiten? Soll ich vielleicht von einer Brücke springen? Oder soll ich mir die Pulsadern aufschlitzen? Früher hätte ich nie geglaubt, dass ich jemals solch Gedanken haben könnte. Wie kann man bloss so tief sinken?
Ich hole mein Mobiltelefon heraus und bemerke, dass mir jemand auf die Comebox gesprochen hat. Also höre ich sie ab: „Hallo Miriam, mein kleiner Engel. Schade, dass ich dich nicht erreiche. Leider sehe ich dich bis Samstag nicht mehr, darum sage ich es dir nun rasch. Die Party steigt am Samstag erst um 21.00 Uhr im Messmi!! Bis bald mein Schatz.“
 Was soll, das? Der hat sich wohl verwählt. Also rufe ich ihn zurück.
 „Hallo?“ nimmt er das Telefon ab.
 „Äm, hallo. Ich heisse Florinda.“
 „Kennen wir uns irgendwoher?“
 „Nein, ich glaube nicht. Ich wollte dir eigentlich nur kurz mitteilen, dass du dich verwählt hast und mir nicht Miriam mitgeteilt hast, dass die Party verschoben wird. Ich wollte nur nett sein, damit Miriam nicht sauer auf dich ist und sie es auch noch erfährt.“
 „Ach wirklich? Das finde ich sehr freundlich von dir. Ja ich denke, das hätte ziemlichen ärger gegeben. Sag mal möchtest du nicht auch kommen? So als kleines Dankeschön lade ich dich auch zu meiner Geburtstagsfeier ein.“
 „Nee, ich glaube lieber nicht. Ich bin die letzte Zeit nicht so in Partystimmung!!“
 „Ach komm schon, gib dir einen Ruck.“
 „Ich kenne doch gar niemanden!!“
 „Doch mich kennst du ja jetzt.“ Meinte er spitzbübisch.
 „Ach ja du nennst, eine wenig Telefonieren schon sich kennen?“, neckte ich ihn. Warum tat ich das eigentlich?
 „Bitte komm? Ich finde deine Stimme so nett?“
 „Ich weiss ja nicht mal wie du heiss, oder wohin ich müsste?“
 „Ich heisse Cello, und wohne in Zürich.“
 Zürich? Hat er gerade Zürich gesagt, dass wäre nicht mal so weit, gerade mal eine Stunde mit dem Zug.
 „Und was ist jetzt, kommst du?“ fragte er nach, da ich nichts mehr sagte.
 „Darf man denn auch fragen wie alt du wirst, oder ist das schon unhöflich?“
 „Nee, natürlich darfst du fragen. Ich werde 22.“
 „Du alter Sack!!“ Witzelte ich. Das konnte ich ja auch gut. Schliesslich war ich erst 18.
 „Was?? Alter Sack?? Wie alt bist du denn wenn man mal so fragen darf??“
 „Ich bin 18 Jahre alt.“
 „Und hast du dich nun entschieden? Eigentlich gibt es gar nichts zu entscheiden, denn du musst einfach kommen.“
 „Ich werde es mir überlegen. In Ordnung??“
 „OK, damit gebe ich mich fürs erste zufrieden.“
 „Gott sei Dank... Also, ich wünsch dir noch einen schönen Tag. Bye.“
„Ich dir auch. Bye Florinda.“
Soll ich am Samstag wirklich zu dieser Party gehen oder nicht? Mal schauen.
  
Die Tage gingen schleichend dahin und ich vergass, wie gedacht, die Party wieder. Am Freitagabend, sass ich ihm Bett und lass genüsslich ein Buch. Da klingelte auf einmal mein Handy. „Hallo?“ Nahm ich das Telefon entgegen, da ich die Nummer nicht kannte.
 „Hallo Florinda, hier ist Cello.“
 „Cello?“
 „Du weiss schon der von Dienstag, der sich verwählt hat...“
 „Ach ja genau, Cello.“
 „Hast du mich etwa vergessen?“ Fragte er vorwurfsvoll.
 „Wenn ich ehrlich bin, ja. Das hat aber wirklich nichts mit dir zu tun. Ich bin in letzter Zeit einfach einwenig von der Rolle.“
 „Ach das tut mir Leid für dich. Ich wollte dich eigentlich nur nochmals an die Party erinnern. Sie würde dir sicherlich gut tun.“
 „Ja vielleicht.“ Ohne zu überlegen fragte ich. „Wo hast du gesagt steigt die Party?“
 „Im Messmi in Zürich.“
 „Ok ich werde kommen. Um 21.00 Uhr stimmt doch, oder?“
 „Genau.. Das freut mich, dass du kommst. Soll ich dich vom Bahnhof oder sonst wo abholen?“ „Nee, nee ich finde es schon.“
 „Ok, also bis morgen Abend.“
  
Ich stürmte nach unten in die Küche.
 „Mum, ich gehe morgen Abend in den Ausgang.“
 „Ach ja mit wem? Mit deinen Schulkollegen?“
 „Nein, ich habe jemanden kennen gelernt und er wird morgen 22. Er hat mich auch eingeladen. Ist das nicht nett?“
 „Wo hin geht’s denn?“
 „Es geht nach Zürich.“
 „Ach wirklich? Dann viel Spass.“
 „Danke“, damit hatte ich es meiner Mutter gesagt und rauschte wieder zurück in mein Zimmer.
Am Samstagabend, sah ich ihn meinen Kleiderschrank und suchte mir Klamotten aus. Was nicht sehr einfach ist, denn ich habe sehr viele Kleider. Aber ich entschied mich für einen grünen Jupe, der verschiedene Schnallen und Ketten daran hatte, für eine weisse Bluse und darüber ein Top, dass sich im Nacken binden lässt und eine wunderschönes Blumenmotiv hat. Dazu ziehe ich meine topmodernen Stiefel an. Dazu stylte ich meine blonde, schulternlange Mähne und schminke ich mich passend. Meine Mutter fand ich sähe wie ein Fotomodell aus. Sie übertreibt gerne mal.
Um die gegebene Zeit, ging ich auf den Zug. Um Punkt neun Uhr war ich in Zürich, nun musste ich nur noch das Messmi finden. Mit der super Beschreibung die ich hatte, fand ich es auf Anhieb.
 
 Ich betrat also das Lokal. Es hatte irgendwie einen mexikanischen Style, der mir sehr gut gefiel. Ich schritt einwenig verloren herum, doch nicht sehr lange, da sah ich einen Jungen, der ein Schild um den Hals trug: ‚Hy Florinda ich bin Cello’. Ich schritt also auf ihn zu. Er sah echt toll aus. Etwa 1.90 gross, schwarze Haare und dunkle, intensive Augen.
 „Happy Birthday, Cello.“ Sagte ich und umarmte ihn auch gleich. Er erschrak einwenig, freute sich aber sofort mich zu sehen.
 „Hallo Florinda. Du siehst ja traumhaft aus. Echt Kompliment.“
 Ich drehte mich kek um die eigene Achse. „Vielen Dank. Hier.“ Ich hielt ihm eine Kalla-Blume unter die Nase. „Ich wusste nicht, was ich dir schenken sollte, also dachte ich mir, Blumen kommen doch immer an.“
 Er gab mir ein Bussi auf die Backe. „Vielen, vielen Dank.“
 Danach führte er mich herum und stellte mich einigen seiner Freunden vor, auch seiner Freundin.
 „Flo, dass ist Miriam, meine Freundin.“, sagte er.
 „Hi Miriam, ich hoffe er hat noch die richtig Nummer gewählt und dich erwischt.“
 Miriam musste lachen: „Ja, ja, er hat die Nummer noch richtig eingetippt. Ich hoffe du fühlst dich hier nicht ganz verloren. Schliesslich kennst du ja niemanden.“
 „Ach das ist kein Problem, Cello hat mir schon einige vorgestellt und ich finde sie alle sehr nett.“
 „Ach wirklich? Dann ist er heute ja mal richtig charmant..!!“
 Wir unterhielten uns noch eine Weile bis sie sich entschuldigte. Da ihr und Cellos Lieblingslied lief und sie unbedingt mit ihm tanzen wollte. Also stand ich wieder ganz verloren da. Doch dies blieb nicht lange so.
 „Hallo ich bin Mario.“
 Ich schaute in einwenig komisch an, er hatte irgendwie bekannte Züge doch woher wusste ich nicht. Nach einem kurzen Augenblick begrüsste auch ich ihn.
 „Möchtest du mit mir Tanzen?“ fragte er gleich darauf.
 „Gerne.“ Entgegnet ich ihm, denn ich liebe es.
Nun standen wir eng zusammen auf der Tanzfläche und erführte mich geschickt über die grosse Fläche.
„Wow“, rutschte es mir nach einiger Zeit heraus. „Du kannst ja ausgezeichnet Tanzen, woher kannst du das?“
 „Du bist aber auch nicht gerade schlecht...“, konterte er. „Ich und mein Bruder gingen, in die Tanzstunden. Und ich Tanze öfters mit meiner Mum.“
 „Ach so.“
 „Und du? Woher kannst du es?“
 „Mein Vater hat es mir beigebracht. Er tanzte früher mal Standarttänze an Wettbewerben.“
 „Da hattest du wohl einen guten Lehrer.“
 „Kann man wohl sagen.“, ich musste lachen. Denn ich erinnerte mich gerade an die vielen Stunden, in denen mein Vater mit Müh und Not mir alle Schritte beigebracht hatte.
 „Flo,“ er sah mir in die Augen, „komm bitte mal mit.“
 „Wohin?“
 „Ich möchte dir etwas zeigen.“
 „Ok.“, sagte ich, obwohl ich ein komisches Gefühl im Bauch hatte. Normalerweise wurde dieser Satz ja gebracht um Leute abzuschleppen.
 Er nahm mich an der Hand und führte mich durch die Tanzenden hinüber zu einer Tür. Er machte sie auf...
 „Bitte schön Madam, treten sie ein.“
 Mir blieb der Mund offen stehen. Ich hatte noch nie etwas so schönes gesehen. Es gab vier kleine Ecken, nach den vier Jahreszeiten Frühling, Sommer, Herbst und Winter. In die Ecken wurde die dazu passende Landschaft projeziert und natürlich gab es die dazu passende Sitzmöglichkeit. Es war einfach genial.
 „Und? Wie findest du es?“
 „Einfach genial, wessen Werk ist DAS??“
 „Meines!! Ein kleines Geschenk an meinen Bruder.“
 Ich sah ihn verwirrt an. „Wie bitte? Das hast du gemacht?“
 „Ja, für meinen Bruder als Geburtstagsgeschenk.“
 „Aber dann wird es ja wieder zerstört.“
 „Warum sollte es?“ Er verstand meinen Einwand nicht ganz.
 „Müsst ihr denn nicht aufräumen, wenn die Party vorbei ist?“
 Langsam ging ihm ein Licht auf. „Tschuldigung Flo, hab total vergessen, dass du uns ja erst seit kurzem kennst. Dies ist die Bar meines Bruders und da ich Grafiker bin, hat er mich um eine kleine Verschönerung seiner Bar gebeten.
 „Ach so ist das, ich dachte schon du hättest diese ganze Arbeit für nur einen Abend gemacht. Das wäre nämlich sehr schade gewesen.“ Ich ging auf die Sommerecke zu und setzte mich auf das riesige Sonnenblumensofa. Mario folgte mir sofort.
Ich und Mario verbrachten den ganzen Abend entweder auf den Sofas oder auf der Tanzfläche es war einfach genial, ich hatte schon lange nicht mehr soviel spass. Da kam auch noch dazu, dass wir uns genial Unterhalten konnten, wir lagen einfach auf der gleichen Wellenlinie. Ich war nah daran mich Hals über Kopf in ihn zu verlieben.
Als es gen Morgen ging, wurde ich allmählich müde und kuschelte mich an Mario’s Brust und schlief dann genüsslich ein.
 Als ich langsam erwachte, bemerkte ich, dass die Musik nur noch gedämpft lief und wir nicht mehr alleine in diesem Raum waren. Viele der anderen Gäste hatten die gleiche Idee.
 Ich blickte mich um, schlussendlich landeten meine Augen bei Mario. Der genau in diesem Moment sein Augen öffnete und mich mit seinen haselnussbraunen Augen anstarrte. Er senkte seinen Kopf langsam zu mir und gab mir einen Kuss. Ich flog aus allen Wolken, ich hatte das Gefühl ich müsste bald die Stratosphäre erreichen so hoch sei ich schon geflogen. Denn der Kuss beflügelte mich so sehr.
 Doch dann beendete er denn Kuss abrupt.
 „Es tut mir Leid Foh, aber ich konnte nicht wieder stehen. Du hast in diesem Moment so wunderschön ausgesehen.“ Er wollte aufstehen und gehen, denn er schämte sich für sein verhalten.
 Doch ich hielt ihn fest. „Du bist der Einzige, der mein Herz seit langem, öffnen konnte. Ich habe mich schon lange nicht mehr so wohl, geborgen und sicher gefühlt. Ich danke dir.“ Ich zog ihn näher zu mir und gab ihm ebenfalls einen Kuss. Es ging einen kleinen Moment, bis er begriff, was gerade geschehen ist. Doch dann Küssten wir uns innig.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 13.03.2005. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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