Eddi Kirschbaum

Buchvorstellung: Charlotte – eine fast unglaubliche Geschichte

 

 "Charlotte, eine fast unglaubliche Geschichte" erzählt von dem sechsjährigen Karli, der eines Morgens eine Begegnung mit einer seltsamen Mülltonne hat. Schon bald entdeckt er, dass Charlotte, wie die Tonne genannt werden will, über unglaubliche Fähigkeiten verfügt. Sie kann nicht nur sprechen oder Fußball spielen, sie kann auch fliegen! Und sie hat einen Traum: Sie möchte unbedingt einmal nach Paris fliegen!Natürlich will Karli einmal mitfliegen, doch ihr erster gemeinsamer Versuch endet mit einer Bruchlandung in einem nahegelegenen Weiher. Bevor die beiden jedoch zu einem weiteren Versuch starten können, treibt Karli mit Hilfe von Charlotte noch allerlei Späße. Dabei findet er in seinem Großvater einen treuherzigen und nachsichtigen Vertrauten, der im Laufe der Geschichte als einziger hinter Karlis und Charlottes Geheimnis kommt.


Kostprobe (14. Kapitel):

Fußball macht Spaß

     Karli langweilt sich. Opa arbeitet im Garten. Er schlägt Holzsstäbe in den Boden und bindet Tomatenstöcke daran fest. Zuerst hat Karli eine Weile geschaukelt, dann hat er beobachtet, wie Ameisen immer auf demselben Weg von ihrem Bau am Gartenrand zum Pflaumenbaum marschierten, dann hat er ein großes Loch in den Komposthaufen gebohrt, um die Würmer zu ärgern, aber eigentlich hat nichts davon so richtig Spaß gemacht. Jetzt schießt er lustlos seinen rotschwarzen Plastikfußball an die Garagenwand.
     "Wenn du mal bloß keine Scheibe einschießt", meint der Opa dazu, "da würde sich dein Papa aber nicht freuen."
     "Ich bin doch Miroslav Klose, Opa, und Miroslav Klose macht keine Fensterscheiben kaputt."
     "Ich war früher immer Fritz Walter", sagt der Opa und lässt die Tomatenstaude los, die er gerade festbinden wollte. "Ich habe sogar viele Jahre lang in einer richtigen Fußballmannschaft gespielt, als Mittelstürmer."
     Das hat Karli ja noch gar nicht gewusst!
     "Was ist ein Mittelstürmer?" Jetzt will er aber genau wissen, wie der Opa früher Fußball gespielt hat.
     "Der Mittelstürmer spielt ganz vorne im Sturm, so wie Miroslav Klose, und er schießt die meisten Tore."
     "Opa, hast du auch schon einmal ein Tor geschossen?"
     "Ja, aber selbstverständlich, ganz viele sogar. Unsere Mannschaft ist sogar einmal aufgestiegen."
     "Seid ihr auf das Tor gestiegen?" Jetzt wundert sich Karli ein bisschen.
     "Nein Karli, wenn man aufsteigt, dann heißt das, dass die Mannschaft, in der man spielt, die beste war und Meister geworden ist. Im nächsten Jahr spielt man dann in einer höheren Klasse gegen bessere Mannschaften."
     "Warst du der beste Stürmer, Opa?" Jetzt wird Karli richtig stolz auf seinen Opa.
     "Nein, das glaube ich nicht. Es gab viele gute Stürmer damals. Ich glaube, ich war auch ein ganz guter Stürmer. Damals, als wir noch ..."
     "Opa, Opa, jetzt spielen wir Fußball!"
     Karli schnappt seinen Ball und rennt zweimal im Kreis herum. Dann schießt er ihn mit voller Wucht an einen Tomatenstock.
     "Komm, Opa, ich bin Miroslav Klose und du bist Walter Fritz!"
     "Ob ich das noch kann?", murmelt der Opa, aber er hat jetzt auch richtig Lust darauf bekommen und kommt zu Karli auf den Rasen. Karli ist inzwischen in die Garage gerannt, um leere Obstkisten für die Tore zu holen, er kann aber nur drei finden. Er sucht deshalb noch nach einem geeigneten vierten Torpfosten, aber da liegt gerade nichts Passendes herum. Plötzlich fällt sein Blick auf Charlotte. Und so wird Charlotte Torpfosten. Damit der Opa das gegnerische Tor besser sieht, wird Charlotte Karlis Torpfosten.
     Und schon rollt der Ball. Karli fegt über den Rasen wie ein Wiesel, beim Opa geht es etwas langsamer. Aber wenn der Opa den Ball hat, kann er ganz toll schießen. Wumm! der ging aber knapp an Karlis Tor vorbei! Nach fünf Minuten steht es schon 3:0 für Karli.
     "Opa, im Tor bist du nicht so gut!", ruft Karli und dann stolpert er über den Ball. Der Ball springt zur Seite und Opa schießt - der Ball knallt gegen die Tonne.
     "Pfosten!", schreit Karli und der nächste Angriff rollt. Karli trifft jedoch auch nicht und der Opa kommt wieder zum Schuss.
     "Pfosten!"
     So ein Pech! Beim dritten Mal trifft der Opa schon wieder den Pfosten, und dieses Mal wundert er sich, weil der Pfosten so weit links steht.
     "War das Tor vorher nicht größer, Karli?", fragt er erstaunt und Karli schiebt Charlotte etwas weiter nach rechts.
     Nach den nächsten fünf Minuten steht es schon 5:0. Jetzt will der Opa aber auch ein Tor schießen. Er täuscht Karli ganz geschickt, wie er es früher oft als Mittelstürmer getan hat und steht etwa sieben Meter vor dem leeren Tor. Schuss! Aber was war das denn? Der Opa hätte wetten können, dass der Pfosten sich bewegt hat.
     "Pfosten! Pfosten! Schon wieder Pfosten!"
     Karli freut sich riesig. Noch einmal schaut der Opa ungläubig auf Charlotte, aber dann muss er Karli hinterher laufen, der schon wieder ein Tor schießen will. Nachdem das 6:0 gefallen ist, gibt es einen Elfmeter für Karli, weil der Opa ihn am Ärmel festgehalten hat.
     "Das war Foul", beschwert sich Karli, "das gilt nicht!"
     "Ich habe keine Puste mehr", stöhnt Opa, "ich bleibe gleich in deinem Tor stehen", und er stellt sich in Karlis Tor. Karli schießt und der Opa bekommt gerade noch seine rechte Faust an den Ball.
     "Klasse, Opa, toll gehalten!", ruft Karli, und dann hört der Opa plötzlich hinter sich:
     "Große Klasse!"
     Er dreht sich um, da steht aber nur die Tonne. Er starrt sie an und kratzt sich nachdenklich am Hinterkopf.
     "Charlotte, Charlotte, dann stimmt das am Ende sogar, was der Bengel erzählt hat?"
     Und er zwinkert Charlotte mit dem linken Auge zu. Charlotte öffnet zweimal ganz leicht den Deckel und klappert so leise, dass nur der Opa es hören kann.

 

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