Inge Hoppe-Grabinger

Ein unbekannter Held




Es lebte einmal im schönen Paris
nicht weit entfernt von einem Verlies,
- es war gerade Revolution
und viele Köpfe rollten schon -,
ein Mann, der nur ein Schreiber war.
Dem Manne wurde ganz schnell klar,
so konnte es nicht weitergehn,
es musste irgendwas geschehn,
die Greueltaten zu mindern,
vielleicht sie zu verhindern.

Die Akten glitten durch seine Hand,
mit dem stets wachsenden Kopfroll-Bestand.
Im Komitee da stapelten sich 
die Aktenberge ganz fürchterlich,
auf Tischen, in Ecken und auch auf den Schränken,
zu viele Namen warn schon zu bedenken.
Sollte der Mann  nach Hause sie  tragen?
Gefährlich war's - er konnt es nicht wagen.
Da fiel ihm etwas Unglaubliches ein,
das musste die Lösung des Rätsels sein:
Er zerfetzte manch  Schrift  in ganz kleine Stücke
und warf sie mitnichten von einer Brücke,
er zerkaute die Fetzen und schluckte sie dann
hinunter - mit Wein oder Schnaps (?) irgendwann,
erst selten, dann öfter, stets heimlich mit Wut,
was ein Mensch doch für seltsame Dinge tut,
vielleicht auch mit Angst, mit Zittern und Beben
und rettete 1000 Menschen das Leben.

Dass er heute  vergessen, das find ich nicht fair:
ein Held, so hieß er: "Charles la Bussière"

9. Januar 2o15



*) Zu den Geretteten gehörten viele Schauspieler, weil Charles la Bussière selbst Schauspieler war,
    aber auch    Josephine Beauharnais.
  


 

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