Wally Schmidt

Bella Italia 1956

 

 

Als die grosse Reisewelle begann,

zog es nach Süden Frau und Mann.

Man fuhr mit dem Auto oder Bus,

die Fahrt dorthin war einfach ein Muss.

Auch wir reihten uns ein in 'ne Gruppe,

entkamen trüber deutschen Suppe.

Wir freuten uns auf heisse Sonne,

Rotwein, baden wär' eine Wonne.

Zu der Zeit war der grosse Renner,

so schnell, wie möglich über'n Brenner.

Von Köln wir nach Neapel düsten,

dort war es heiss, so wie in Wüsten.

Immitiertes Leder auf jedem Sitze,

du dachtest nur, ich schwitze, schwitze !

In den Dörfern stiegen wir dann aus,

holten ein Handtuch schnell heraus,

zum nächsten Brunnen wurd' gerannt,

wir waren schon fast angebrannt

auf unseren Sitzen dort im Bus.

Wir kannten einfach keinen Verdruss.

Setzten uns mit uns'rem heissen Po

auf's nasse Handtuch und waren froh.

 

In Italien war zu dieser Zeit,

begehrt 'ne schöne blonde Maid.

Ich war blond, sah ganz gut aus

und ging in Neapel dann auch raus,

um richtig schön rum zu spazieren,

tat mich auch nicht sehr genieren.

Trug' gerne 'ne schöne, weisse Corsage,

die brachte die Männerwelt in Rage.

Die Männer standen in den Gassen,

konnten die Augen nicht von mir lassen.

In Deutschland war das Ding normal,

doch in Italien für mich 'ne Qual.

Ich zog das schöne Teil dann aus,

ging hochgeknöpft nur aus dem Haus.

So schön ist heute die Erinnerung,

ach, wir waren einfach richtig jung !

 

 

 

 

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