Jana Hentzschel

Frühjahrsputz

Der Frühling kommt, das will ich nutzen,
will meine Wohnung gründlich putzen.
Der Herbst- und Wintermief muss weg,
vor allem der versteckte Dreck.

Ich putze also wie von Sinnen
die Heizgeräte (außen, innen),
die Türen, Fenster und Regale,
die Nippes, Vasen, jede Schale.

Ich wische Schränke, räume Kisten,
um ordentlich sie auszumisten;
von Raum zu Raum, von früh bis spät,
man staunt, wie schnell die Zeit vergeht.
 
Vor allem, wenn man nutzt die Zeit
und schwelgt in der Vergangenheit,
entdeckt man Fotos, Unterlagen
von traurigen und schönen Tagen.

Und nebenher die Waschmaschine
verhilft den Decken, der Gardine,
den Matten und dem Bettvorleger
zu neuem Glanz und Düfteträger.

Will gleich auch noch den Keller machen,
nur dort vergeht mir schnell das Lachen:
Das Spinngewebe schreckt mich sehr.
Ich glaub, ich mach heut doch nichts mehr.

© Jana E. Hentzschel
 

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Der Stieglitz hat ´ne Meise: Gedichte von Jana Hentzschel



Aus dem Wald in die Pfanne ... Tief unterm Büschel Gras versteckt, mit einem Blatt noch abgedeckt, beobachtet ein Pilz im Wald so manch befremdliche Gestalt. Sie schlurfen, ein paar trampeln auch, in Stiefeln und 'nem Korb vorm Bauch, das scharfe Messer in der Hand, den Blick zum Boden stets gewandt. Ein Freudenschrei, ein scharfer Schnitt, so nehmen sie Verwandte mit; und der versteckte Pilz, der weiß, im Tiegel ist es höllisch heiß. So brutzeln aber will er nicht! Da bläst ein Sturm ihm ins Gesicht, es rauscht und wirbelt ringsherum, schon bebt der Wald - ein Baum fiel um. Genau auf seinen Nachbarn drauf. Das ändert seinen Denkverlauf: "Welch übles Ende: Einfach platt! Da mach' ich lieber Menschen satt." Drum reckt er sich aus dem Versteck, er will jetzt plötzlich dringend weg: "Vergesst mich nicht! Ich bin gleich hier und sehr bekömmlich, glaubt es mir."

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