Inge Offermann

Hannah und Bruno

Schwalben entfliegen
aus Herbstbäumen
in den blauen Himmel
der Sehnsucht,
die olivgrüne Augen
in einen See
der Trauer verwandelt.
Täglich begegnet sie ihm,
doch er bemerkt ihre
tiefen Gefühle nicht,
seine Schwärmerei
gilt Silberblond.
Sie kreiert Mode und Schuhe,
die er elegant nach
ihren Entwürfen anfertigt.
In jeder Arbeit steckt Liebe.
 
Taucht das Morgenlicht
Berlin in rosigen Dunst,
erwacht sie mit
unerfüllter Sehnsucht,
leuchtet die Spree
rotgolden in der Abendsonne,
kehrt sie mit Sehnsucht heim
und denkt an sein
gemütliches Zuhause auf dem Land.
 
Der Winter deckt ihre Träume
mit weichen Flocken zu,
beim Frühlingsglanz auf Knospen
hellen sich ihre Augen
hoffnungsvoll wieder auf,
besonders beim Lagerfeuer
auf die Pfaueninsel,
nachdem die letzte Fähre
ohne die beiden ablegte.
Als die Dämmerung
den dunklen Wald in
die Schleier der Nacht taucht
darf sie sich endlich
wärmesuchend an ihn kuscheln ,
um sich morgens allein
mit kalten Gliedern vorzufinden.
 
Eine Glückswoge durchströmt sie,
als sie ihn unter Frühlingsbäumen
lange und anhaltend umarmen kann,
während Blüten wie Schnee
auf die beiden und den
regennassen Asphalt fallen.
Dann nimmt ihr
die Silberblonde,
den geliebten Freund
für längere Zeit fort.
Hannah begräbt ihre Träume
im Sommergrün.
Ihr Leben wirkt leer.
 
Und doch erfüllt sich
letztendlich ihr Lebenstraum.
Im weißen Brautkleid
mit Blüten im braunen Haar
fliegt sie in Brunos Arme,
und die rosa Ballons
ihres Hochzeitsfestes
steigen auf in eine
goldene Zukunft.
 

© Inge Hornisch

 

 
 
Zum Abschluss der Serie „Verliebt in Berlin“ 12.10.2007
 
Für alle Fans dieser Serie
 
 
Kommentar der Autorin:
Auch ich habe mich in Berlin verliebt, denn ich verbrachte acht interessante Jahre meines Lebens dort. Immer wieder reise ich mal hin. Besonders reizvoll ist Berlin mit seinen herbstbunten Bäumen in dieser Jahreszeit.
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.10.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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