Kommentare unserer Leserinnen und Leser zur Kurzgeschichte

„Der erfundene Prolet“ von Olaf Lüken

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ketti (hans-j.kettelerosnanet.de) 05.02.2018

Hallo Olaf, mein Daumen geht klar nach oben. Du hast ein redaktionell erstklassiges
Statement über unsere gegenwärtige Gesellschaft entwickelt. Deiner Betrachtungsweise kann ich voll zustimmen..
Auch Deine anderen Beiträge lese ich mit großem Interesse.Sie sind, ohne dass ich Dir Honig um den Bart schmieren möchte, so gut, dass man sie ohne Weiteres auch der WELT oder der FRANKFURTER
zuordnen könnte.

LG Hans-Jürgen


Bert (egbert.m.schmittgmx.de) 03.02.2018

... ich stimme Dir in allen angeführten Punkten zu.

Eine klare Sprache und die Ursachenfindung
Ist klar und treffend.

Man hat mich in vierzig Jahren nicht unbedingt
als Prolet hingestellt, weil ich aus dem satztechnischen
Und Graphisch-Redaktionellen mich durch alle Krisen
Emporgearbeitet hatte, mit all den finanziellen Desaster
von Firmenpleiten. Länger als 15 Jahre hielt keine Firma.

Ich habe mein Feindbild - als Facharbeiter - der von
den studierten Eliten - als ihrer Unwürdig - vorgeführt wurde.

Habe 40 Jahre Berufserfahrung - und alles Erlebt - .
BEHERRSCHE 5 bis Sieben Technologie-Sprünge
und mache mit Routine ALL dies was meine
30 Jahre jüngeren - auch teils unstudierten Kollegen -
an manchen Tagen in die Krisen stürzt ...

Nur für die Gesellschaft - bin ich weiterhin -
die untere Mittelschicht, sie im Lohnalltag
zwei Lohngruppen unter den Egal-was-studierten
die selbige Leistung, wenn nicht durchdachter -
erbringen. Aufstieg war nie drin, auch nicht finanziell.

Man musste froh sein ÜBERHAUPT ab 50zig
nach ettlichenstudierten Firmentheoretiker-Pleiten
überhaupt noch IRGENDWO zu punkten.

Habe viel darüber geschrieben und demnächst
analysiere ich die studierte Alt 68-Generation, die
meines Erachtens gescheitert daherkommt und
sich's zugehen lies und - denn Arbeiter - für Ihre
launigen Spinner-Proteste nicht im Ansatz tendieren.

GRUß vom Egbert


WK2558 (kuessnerwgmail.com) 01.02.2018

Lieber Olaf,

Deine mit Fakten und Namen trächtige Abhandlung habe ich mehrfach gelesen. Auch wenn mir nicht alle Namen etwas sagen, glaube ich schon, Deine Intention verstanden zu haben. Philosophisch betrachtet, sieht der Text nach dem Thema Basis - Überbau, konkreter: oekonomische Basis - kultureller Überbau aus. Das ist natürlich ein sehr komplexes Thema. Die oekonomische Basis einer Gesellschaft, eines Systems, muß und wird nicht nur rechtlich, sondern auch kulturell abgesichert. Es ist nicht verboten, eine Bank zu gründen, wohl aber eine zu überfallen. Was ist eigentlich krimineller? Es ist verboten, unter Brücken zu schlafen. Wen trifft das Gesetz? Etc. Es sind kleine Mosaiksteinchen einer Herrschaftsabsicherung. Religion wurde und wird instumentalisiert. Du sollst nicht, aber du darfst Ablass zahlen. Auf den Normalverbraucher wartet das himmlische Paradies, während die Herrschenden das irdische genießen koennen. Medien überbieten sich mit Sensationen und Superlativen, um den kleinen Mann gar nicht mehr zum nachdenken kommen zu lassen. Die häufig gebotene Unterhaltung klärt nicht auf, sie lullt ein; Nebenbänke werden produziert, hinter denen die Vermoegensverteilung immer weiter auseinander driftet. Links und kritisch ist eh verteufelt, Konsum ist In. Das ließe sich jetzt beliebig fortführen.
Mit dem Titel Deiner Abhandlung gehe ich nicht ganz konform. Prolet ist eine abwertende Bezeichnung für den Proletarier. Und der wird nicht erfunden, denn den gibt es. Man hat ihm nur eingeredet, er sei jetzt etwas besseres. Und das Heer der Unterbezahlten, der Arbeitslosen, der Billigjobber hat gar keine Zeit mehr zum Reflektieren und glaubt nicht mehr Proletarier, sondern etwas Besseres zu sein. Die Fakten sprechen eindeutig eine andere Sprache.
Dein Text hat bei mir viele Gedanken mobilisiert.
Beste Grüße, Wolfgang


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chriAs (christa.astla1.net) 30.01.2018

Lieber Olaf,
leider kann ich nur begrenzt mitreden. All die von dir erwähnten Stars und Sternchen kenne ich nicht (wie gut, dass ich keinen Fernseher habe!) Aber dass heute viele Werte verloren gegangen sind, dann ich nur zustimmen. Alles ist machbar, alles ist kaufbar, wird einem suggeriert. Wer nichts hat, ist nichts - meint man. Der Mensch ist nur Teil der Gesellschaft, so lange er Geld verdient und Geld ausgibt. Wie der Mensch als Mensch ist, gehört (wieder) mehr erkannt.
Auch wenn du mit meiner Meinung vielleicht nicht konform gehst, ...
liebe Grüße in den Tag,
Christa


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Margit Farwig (farwigmweb.de) 30.01.2018

Hallo Olaf,
zunächst bin ich begeistert, wie Du akribisch die Zeit vor uns aufrollen lässt, das Bild ist perfekt und gibt dem Nichtwissenden einen bestmöglichen Überblick, sprich Aufklärung, um dem jetzigen Zeitgeschehen folgen zu können und sich zurecht zu finden.
Es fängt schon in der Schule an, warum die Leseschwäche bei den Kindern so ausgeprägt ist. Es gibt Politiker, in diesem Fall eine Politikerin, die sich während ihrer Amtszeit ein Denkmal setzen „müssen“, sie sind so von sich eingenommen, dass sie den Wert ihres „Unfuges“ nicht erkennen können. Es begann damit, die Kinder sollen so ihre Gedanken hinschreiben, wie sie sich es denken, keinerlei Grammatik. So, und dann müssen sie doch lernen, wie man „richtig“ schreibt. Sie werden zweigleisig aufgefordert, ist wie zwei Sprachen erlernen. Klugen Kindern geht es von der Hand, doch wo bleibt der Rest und bleiben die Kinder, die zu Hause eh nur türkisch oder anders sprechen. An sie hat man überhaupt nicht gedacht. Das könnte man anprangern, wozu. Es hört keiner hin. Ist ja wieder abgeschafft!!! Die Mengenlehre mit der Nullmenge war auch so ein Fall. Abgeschafft!!! Ich weiß aus Erzählung von einer Lehrerin (ich habe sie kennengelernt) alten Schlages, (auf einem ostfriesischen Dorf) es ist Ewigkeiten her, die einfach die Einbuchstabe-Methode beibehalten hat als die Ganzwörter-Methode aufkam, den Kindern einschärfte, wenn eine Prüfkommission anrauscht, die alten Bücher weg, die neuen auf den Tisch. Das hat geklappt, alle Kinder konnten in „einem“ Jahr lesen. Niemand besitzt heute noch die Chuzpe, sich auf die Barrikaden zu stellen und laut gegen Unfug zu appellieren. Der wird wahrscheinlich weggeräumt, geh nach Hause, du Depp…
Ja, der Trump, alle aus dem Bereich der profitgierigen Gesellschaft, die ein Kundenkonto z. B. nicht ad hoc, sondern ad hedge in den Himmel fahren lassen. Himmelfahrt stellt man sich anders vor…
Das Anspruchsniveau wird heute gedrosselt (beste Zensuren für wenig Geist), ich glaube, es tut manchem gut zu wissen, ich habe das Abitur, absolviere aber erst eine Lehre, um später zu studieren und leichter einen Arbeitsplatz zu bekommen. Die Firmen legen keinen Wert mehr auf nur Akademiker, die der Arbeit mehr aus dem Wege gehen. Anpacken ist das Stichwort und sie packen an, weil es ihnen Spaß macht, denn in jedem Menschen (Mann & Frau) steckt ein Techniker, der alles selber machen will und kann. Es hilft aber trotzdem nicht, wenn eine Anzahl unter „Leiharbeiter“ fällt. Personen ohne Berufsabschluss finden so zeitweise Anstellung, was das heißt, wissen wir alle. Unbefristet sowieso.
Was die heutigen Filme angeht, ist fast nur Krawall, brennende Häuser, Zusammenkrachen von Autos in der Luft, Kampf auf Leben und Tod, möglichst einprägsam und das prägt sich bei einigen ein, wie wir sehen, entsetzliche Taten.
Dein „Der einstige Traum von Bürger, „der es geschafft hat“ ist vorerst ausgeträumt. Wie wahr, wie wahr, es kommt nie wieder.
Danke für Deinen profunden Beitrag der heutigen Misere…

Liebe Grüße von Margit


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