Karl-Heinz Fricke

Die Verfolgten (eine historische Betrachtung)

'Doukhobors' werden sie genannt,
sie kamen aus dem Russenland,
vor hundert Jahren nach Kanada,
beharrlich verfolgt vom russischen Zar.
Ihr Glaubenskult wurd' nicht toleriert,
und deshalb sind sie immigriert.

Saskatchewan ihr erstes Ziel,
denn Landarbeit gibt es dort viel.
Doch hatten sie sehr bald erkannt,
dass karg der Boden, arm das Land.
Nach einem langen Marsch sodann
kamen sie in den Rockies an.

Gelegen in Britisch Columbia,
nahe Nelson, Trail und Castlegar.
Sie rodeten die dichten Wälder,
Gärten entstanden und auch Felder.
Ihre Religion hat niemand gestört,
es wurden keine Klagen gehört.

In der Zeit der großen Inflation,
gab es mancherlei Ärger schon.
Steuern zahlen wollten sie nicht,
und deshalb entschied das Gericht,
abzuerkennen das errungene Land,
das sie geschaffen mit fleißiger Hand.

Sie rächten sich auf ihre Weise,
sprengten Brücken und auch Gleise.
Verbrannten ihre Holzhäuser voller Wut,
umstanden nackt die lodernde Glut.
Entkleideten sich auch vor Gericht,
und verstanden die Urteile nicht.

Viele Jahre sind seitdem vergangen,
kanadisches Leben hält sie umfangen.
Die Alten verließen längst die Welt,
und die Jungen haben sich umgestellt.
Wurden wertvolle Bürger in diesem Land,
in dem man endlich eine Heimat fand.

Karl-Heinz Fricke 24.1.2012


Anmerkung:  Ich wählte dieses Thema, weil wir inmitten vieler Nachkommen der Doukhobors
leben. Vor dreißig Jahren gab es noch einige Exzesse von der abgesplitterten Gruppe, den Friedenskämpfern. Sie ließen ihr Museum in Flammen aufgehen. Das gehört jetzt alles der Vergangenheit an. Nur an den russischen Namen erkennen wir die Nachkommen der Doukhobors. 

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