Horst Werner Bracker

Der Knabe und der Wurze Zwerg

Der Knabe und der Wurzel Zwerg
 
Kinder - Ballade
 
Klein Johann musst dringend Pinkeln
Die volle Blase drückte ihm sehr
An einen stillen, versteckten Winkel
Lief die vermaledeite Blase leer
 
Den Strahl, in großer Not vergossen
Rieselte, durch das alte Buchen, Wurzelwerk
Solch Tun hat den Zwerg verdrossen
Denn im Wurzelgeflecht, - wohnte ein Zwerg
 
Dort hatte er seine heimliche Klause
Und dass, seit vielen Jahren schon
Wer ist dieser rücksichtlose Banause?
Diesen Flegel, immer lauter wurde sein, Ton
 
Schimpfend, voller Zorn, sprang er hervor
Fuchtelte, wie wild mit den Armen, vor Wut
Dem Knaben, - das Blut in den Adern gefror
Schnell wurde ihm klar, sein Tun war nicht gut
 
Der Zwerg war alt und von kleiner Gestalt
Mit einem wilden, weißen Rauschebart
Er war wohl an die hundert Jahre alt
Ganz in Grün gekleidet, nach Zwergen Art
 
Klein Johann wurde ums Herz ganz schwer
Als er den nassen Zwerg vor sich sah
Voll Mitleid flossen Tränen, wurden mehr
Er sah‹ den Wald,- wie mit Nebel verhangen
 
Er kniete nieder und rieb den Zwerg trocken
Wickelte ihn in sein buntes Taschentuch
Lange blieb Klein Johann reglos hocken –
Er hörte den Zwerg sagen: »Nun ist's genug!«                                  
 
Du hast den Schaden behoben, hast in Reue geweint
Klein Johann, mein Freund, ich will dir vergeben
Seien wir von nun an, - in Freundschaft vereint
Solange, - wie wir auf unserer schönen Erde leben
 
Klein Johann war glücklich und zufrieden –
Das Blut in seinen Adern begann zu tauen
Den netten Zwerg wollte er ehren und lieben
Wollte ihn Helfen, eine neue Klause zu bauen
 
Das Terrarium, das im alten Schuppen stand
War groß genug und hatte eine Tür sogar
Dass, will ich ihm schenken, entschied er kurzerhand
Seine Idee fand Klein Johann ganz wunderbar
 
Er erzählte den Zwerg von seinen tollen Plänen
Dass er bald eine neue, gläserne Klause bekam
Vor Freude kamen den Zwerg die Tränen
Klein Johann, den Zwerg, in die Arme nahm
 
Du sollst eine Klause haben, im Wurzelwerk integriert
Wetterfest, mit dichtem Dach und sehr viel Licht
Sag, mein Freund, was mich brennend interessiert
»Wie viele seid ihr? Ich kenne deinen Namen nicht!«
 
»Fagus«, werde ich genannt, - wir, sind irre viele
Leben in Wäldern, nicht jeder wird uns gewahr
Wir lieben die Stille, die Friedfertigkeit, die Spiele
Wir lieben die Vögel, die Blumen die so wunderbar
 
Die Natur, - mit all seinen wunderbaren Facetten
Den Tieren, Pflanze, in seinen unzählbaren Varianten
Das Geschichtliche, die bösen Begebenheiten, die netten
Und all die realistischen vielen Unbekannten
 
Vieles haben die Menschen vergiftet und zerstört
Die Insekten sterben, Vogelkinder verhungern im Nest
Rücksichtslose meinen, - das die Natur ihnen gehört
Sie zerstören weiter die Umwelt, geben ihr den Rest
 
Wann werden die Menschen endlich erwachen –
Beenden, ihr zerstörerisches, schändliches Spiel
Die Natur bewahren und achten, »wieder - gut – machen!
Sei ihr ehernes, allein gültiges und dringliches Ziel!
(01.05.2019) E Storie

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