Ingrid Baumgart-Fütterer

Gewissenskonflikt

Aufgeben oder durchhalten in Corona-Pandemiezeiten?

Tagebucheintrag einer fiktiven Pflegekraft

Ich fürchte allmählich um mein Leben,
das Virus ist überall zugegen
werde ich seinem Zugriff entkommen,
der tägliche Kampf macht mich beklommen
raubt mir die Ruhe und oft auch den Schlaf,
ich fühle mich wie ein wehrloses Schaf,
das sich auf den Weg zur Schlachtbank begibt,
obwohl es Freiheit über alles liebt
und am Leben hängt, stärker als zuvor,
gegen Angst hilft nur noch Galgenhumor.

Krisen durchstehen "auf Teufel komm raus"
bedeutet für mich vielleicht bald das Aus,
die Motivation gerät ins Wanken,
oft trage ich mich mit dem Gedanken
noch rechtzeitig die Kurve zu kriegen,
bevor das Virus mich wird besiegen,
mich seelisch auslaugt bis zum letzten Rest
 mich nicht mehr auf die Füße kommen lässt,
doch da mich das schlechte Gewissen plagt
ist Selbstlosigkeit weiterhin angesagt.

Ich kann doch nicht schmählich im Stich lassen
die Kollegen - sie werden mich hassen,
auch Patienten brauchen mich jetzt erst recht,
gebe ich auf, geht es mir erst recht schlecht -
egal wie ich es auch dreh und wende,
es nimmt wohl so schnell kein gutes Ende -
wir allesamt in einem Boot sitzen
manchmal vor Angst Blut und Wasser schwitzen,
wir kämpfen an der Front für wenig Lohn,
werden "geehrt" als Helden der Nation.

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