Manuela Dechsheimer

Jon und Ich

Es war die große Liebe. Gleich bei unserem ersten Augenkontakt waren wir hin und weg. Nichts konnte uns aufhalten und schon gar nicht auseinander bringen. Wie Seamesiche Zwillinge klebten wir aneinander.
Bis an diesem Samstag wo ich ihm sagte " Jon, ich bin Schwanger" alle Gesichtszüge entgleisten ihm und er stand eine sehr lange Zeit einfach nur da und starrte mich an. Ich sagte es ihm noch einmal, aber nichts passierte. So standen wir fast eine halbe Stunde in unserem Wohnzimmer und starrten uns an. Wenn ich mich heute daran zurück errinere kommt es mir vor wie ein Traum. Denn auf einmal war Er weg und ich stand alleine da. Jon hatte seine Sachen genommen und war wahrscheinlich in seine Lieblingskneipe gefahren, wo er immer hinfährt wenn er irgendwas verdauen musste.
Und so verstrichen die Monate, aber von Jon keine spur. Ich war froh dass mir meine Mutter in dieser Zeit so sehr den Rücken gestärkt hatte.
Immer wieder versuchte ich John zu erreichen im sms zu schreiben in Anzurufen. Aber es kam nie eine Antwort zurück. Durch meinen Vater wusste ich aber das er noch Lebte ihm gehört die Kneipe wo John immer so gerne hinging.
Fast jede Nacht weinte ich mich in den Schlaf " Ach Kind, wieso stellst du ihn nicht endlich zur rede?" meinte meine Mutter die mich mal wieder tröstend in den Arm genommen hatte " Nein, noch nicht. Ich vertraue Ihm immer noch und bin fest davon überzeugt dass er wiederkommen wird" fast jeden Abend hatten wir diese Diskussion und jedes Mal Endete sie so, dass ich irgendwann einschlief und am Nächsten Tag wieder alles von neuem Anfing.
Acht Monate waren nun verstrichen und der neunte Monat schon längs angebrochen. Jon war aber immer noch nicht wieder gekommen " Jetzt reiß dich aber mal zusammen, dein Kind wird bald kommen und es braucht doch seinen Vater. Heute gehst du zu ihm und wirst ihm mal kräftig die Leviten lesen" Befahl mir mein Vater. Er hatte ja Recht. Mittlerweile hatte ich sowieso die Hoffnung aufgegeben dass er von alleine wieder kommen wird. Also musste ich es wohl noch ein letztes Mal wagen die Beziehung doch noch zu retten.
Punkt acht Uhr war ich in der Kneipe meines Vaters und fand Jon auch gleich an einem Tisch sitzend " Jon, wir müssen reden" meine Stimme zitterte ich hatte ihn nun schon so lange nicht mehr gesehen ,das es mir glatt wieder die Sprache verschlug ihn jetzt wieder anzusehen " Ja das..." fing er an aber jetzt sollte er nicht reden, sonst währ ich nur wieder schwach geworden " Jetzt rede ich. Verdammt noch mal, wieso hast du mir das angetan? Ich bin jetzt im neunten Monat schwanger, ich hab jeden verdammten Tag auf dich gewartet, ich hab dir vertraut und dir wirklich genug zeit gegeben um die Sache zu verdauen. John begreifst du nicht das Kind wird bald kommen und es brauch seinen Vater. Ich  Liebe dich noch immer und deswegen bitte ich dich. Komm doch wieder zurück, ich möchte nicht das das Kind ohne seinen Vater aufweckst, ich will dich wieder haben. Wir waren doch so glücklich zusammen." wieder kamen die Tränen und ich wollte einfach nur weg. Also ließ ich ihm keine Change noch irgendetwas zu antworten und ging. Drei Tage später war es dann endlich so weit, das Kind wollte endlich kommen. Meine Eltern fuhren mich sofort ins Krankenhaus. Alle waren sie da meine Freunde, meine Familie, alle sprachen sie mir gut zu, dass auch bestimmt alles gut gehen wird. Grad als ich darüber nachdachte ob Jon kommen wird ging auch schon die Tür vom Krankenzimmer auf. Mit einem Strahlendem lächeln stand Jon in der Tür " Hallo mein Schatz. Bin ich zu spät?" er tat als währe nichts gewesen, aber so war er nun einmal "Das du dich überhaupt hier noch her traust" drohte mein Vater ihm mit der Faust entgegen " Bitte last es mich erklären warum ich ihrer Tochter so weh tun musste" jetzt war ich aber gespannt " Na dann mal los mein Junge" meinte meine Mutter " Als erstes möchte ich mich vom ganzen Herzen bei euch allen Entschuldigen. Es war echt eine Hammer Nachricht für mich das ich Vater werden sollte. Ich bin an diesem Tag nur herumgeirrt und habe versucht es zu begreifen. Doch als mir dann klar wurde, dass ich eigentlich nichts meinem Kind bieten konnte. Kein Geld für essen, Klamotten und vor allem kein Haus in dem es wohlbehütet heran wachsen kann. Hatte ich mich plötzlich so sehr geschämt, dass ich dir hätte nie wieder in die Augen schauen können." stille trat ein " Du bist so ein Vollidiot. Ich Liebe dich doch nicht des Geldes wegen. Natürlich ist das ein Problem, das war mir an diesem Tag auch klar geworden." er nahm meine Hand und setzte sich zu mir aufs bett " Ich hab eine Lösung gefunden für all diese Probleme mein Schatz. Ich hab nur für dich drei Jobs angefangen und in den letzten Monaten an allem gespart. Ich hab uns ein Haus gekauft, was ich mir dank meines Kumpels gerade so leisten konnte. Es hat sogar einen Garten. Einer meiner Arbeitsgeber war so sehr von mir begeistert, dass er mich fest eingestellt hat. Ich hab Klamotten gekauft und das Haus halbwegs schon fertig eingerichtet. Das hab ich alles nur für uns getan damit ich dir endlich wieder in die Augen sehen kann und ich unserem Kind was bieten kann und ein guter Vater werde. Und ich Entschuldige mich nochmals das ich dir so weh tunt musste. Ich weiß ich hätte ja was sagen können oder mich mal melden können...." unter Freudentränen umarmte ich ihn "Aber so ist dir die Überraschung besser gelungen. Und ich hatte schon fast die Hoffnung in Dir verloren dass du jemals wieder zurückkommen wirst." Endlich konnte ich ihn wieder umarmen, ihn küssen und vor alledem wieder vertrauen und mit stolz sagen das ist der Vater meines Kindes mein geliebter Jon.
Glücklich zogen wir mit unserem Sohn in das Haus ein, womit er sich wirklich mühe gegeben hatte. Sogar eine Schule war ganz in der Nähe.
Nach zwei Monaten machte er mir sogar eine Antrag in einem richtig schicken Restaurant, ich wette mal dafür hat er auch extra was gespart, und wir Heirateten im Sommer unter Palmen und ganz viel Sonnenschein.
Und zum Schluss um die Geschichte von mir und Jon zu beenden " Es war und ist wirklich die große Liebe meines Lebens bis das der Tod uns scheidet. Naja oder bis zum nächsten Kind. Aber davon erzähle ich ein anderes mal." Bis dann.
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 12.01.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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