Niklas Götz

Klageschweigen

Grausame Götter!
Gabt ihr mir so viel
In eurem Herrenspiel
Gabt mir Verstand, Herz, Liebe
Und doch stillt das keines Menschen Triebe
Wenn ihr es ihm aus Zorn versagt
Dass er genießt seiner reichen Felder Ertrag

Wozu gabet ihr mir diesen Geist,
Und eine Welt, die ihn ständig speist?
Da jeder dieser Bissen bloß
Bindet neuen Durste los
Der, wie jener des Tantalus, durch nichts gestillet werden kann
Denn ihr Unseligen lasst mich nicht an Erkenntnis heran

Ihr verrietet mir, ich solle mein Herz verwenden…

Doch wozu gabt ihr mir es einstweilen
Und nichts, um seine Wunden zu heilen?
Habt ihr mich doch nackt und allein in eine Hölle geworfen
Voll von Dämonen, hab dort selten Menschen wie mich getroffen
Durch Marterqualen fast zerrissen, geschlagen von Tausend Ruten
Werde ich von allen verlassen hier bald verbluten

Ihr offenbartet mir, ich solle Liebe suchen…

Ich sträubte mich, so fands sie mich
Wahrlich, ich fühl mich glücklich
Doch Tragik wähltet ihr für mein Leben
Erfüllt ihr doch immer nur mein halbes Streben
So muss ich jeden Tag aufs Neue erleiden
Von meiner Liebsten zu scheiden
Darf ihr nie gegenübertreten, schlimmer noch, ich muss still
Ihr zärtlich blickend gegenübersitzen, wenn ich sie küssen will
Und bin so in meiner Sehnsucht gefangen
Dass die Zeit ist bald ungenutzt vergangen

Ach Götter, ihr habt mir so viel gegeben
Außer die Möglichkeit, mich damit zum Glück zu erheben
Tragik gabt ihr mir, Tränen, Schmerz, ein Leben im Pathos
Ihr kreuzigt mich zu eurem Vergnügen auf dem Olympos
Um euch zu entrinnen will ich lernen, allein die Weite meiner Güter zu ehren
Da ihr mir schon keinen Pflug gabt, um mich an der tränenfeuchten Erde zu nähren

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