Walter Raasch

Rot-Käppchen

Rotkäppchen war auf dem Weg zu ihrer kränkelnden Großmutter.
Als sie durch den riesigen Wald ging, der zum Besitz der Großmama gehörte,
traf sie auf zwei Waldarbeiter, denen sie anbot den Inhalt ihres Rucksäckchens
zu teilen.
Natürlich freuten sich die Männer über das Angebot der gar nett anzusehenden
jungen Dame und genossen die dargebotenen Früchte und den süßen Wein
in vollen Zügen.
Nach dem köstlichen aber ermüdenden Mahl wollten die Arbeiter ein wenig ruhen,
während das propere Rotkäppchen die verbliebenen Esswaren einsammelte, ihr rotes Käppchen aufsetzte und sich wieder auf den Weg machte.
Doch schon nach wenigen Minuten begegnete ihr der Förster,
der ein wackerer junger Mann war und naturgemäß ebenfalls über einen kräftigen
Appetit verfügte. Schnell war die Hütte des Wildhüters erreicht und der Rucksack geöffnet.
Als der Forstmann nach der wilden Schlemmerei müde wurde,
verstaute die junge Frau ihre Schätze und versuchte die Omi noch vor Einbruch der Dunkelheit zu erreichen.
Rotkäppchen war sehr froh als sie am Ziel angekommen war, denn es wurde stockdunkel und es drohte ein kräftiger Regen.
Schnell lief sie ins Schlafzimmer um der kränkelnden Ahnin frohe Kunde zu
überbringen.
„Omi, Omi, ich bin da, Dein Rotkäppchen.
Und ich bringe dir zwei dicke Geldbörsen und ein paar schöne Fotos vom Förster.“
Doch im Bett fand sie gar keine Großmutter,
sondern einen kräftigen jungen Mann,
der erschrocken hochfuhr.
„Du bist ja gar nicht die Oma. Sag mir sofort wo sie ist
und wer du bist und was du hier machst?“
„Ich bin der böse Wolfgang und ich brauchte eine Bleibe
und die Oma ist im Garten:“
„Ja was macht sie denn da?“
„Sie schläft. Und jetzt sag Du mir einmal,
warum hast du so große Ohren?“
„Damit die Männer mich besser sehen können.“
„Und warum hast du so große Augen?“
„Damit ich den Zaster schneller finden kann.“
Und warum hast du so einen großen Mund?
Ach das kann ich mir schon denken.
Was war das mit den zwei großen Portemonnaies?
Wem gehören die?“
„Nur zwei Waldabeitern, aber die schlafen jetzt.
Wie die Oma.“
Und so lebten sie glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 30.12.2007. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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