Shirley Ehling

Untitled...and Unfinished

01.08.2007

Lange Zeit versuchte ich einen Anfang, auch einen Sinn zu finden, den es zu suchen galt. Und oft saß ich einfach nur da und starrte auf einen leeren Bildschirm, der jedes Wort, welches meine Finger tippten, auf ewig zu verschlingen schien. Warum sollten meine Gedanken Form, gar Schrift annehmen? Gäbe es irgendeine Menschenseele, die sich für die Gefühle eines Einzelnen interessieren würde? Immerhin bin ich - ein wirklich unbedeutender Egoist auf dieser Welt voller zahlreicher, sich gleichender Egoisten - nicht Jemand, für den es sich zu interessieren lohnt. Nach einiger Zeit des Nachdenkens und Grübelns musste ich allerdings feststellen, dass ich eigentlich gar nicht so unwichtig bin. Nur um damit wiederum zum Schluss zu gelangen, ich sei ein wahrer Egoist. Und das ist auch gut so.

Ich schreibe nicht, um Seiten zu füllen. Nein, ich schreibe um andere Egoisten in der Annahme zu bestärken, ihre von der Gesellschaft als unmoralisch oder nichtkameradschaftlich abgestempelten Taten seien es wert vertreten zu werden. Denn wir sind es, die die Masse bilden und alle Menschen sind gleich. Jeder vermag über den anderen zu urteilen und ihn als Egoisten zu titulieren, um sich selbst als besseren Egoisten ins rechte Licht zu rücken. 

Werde einer schlau aus dem Bedeutungshaufen des letzten Abschnitts, den selbst ich nicht wirklich in eine Themenkategorie einordnen kann - aber auch nicht möchte. Das macht mich aus. Das macht mich zum Egoisten. Das Problem ist nun mehr nur, dass die vielseitigen Bedeutungen des Egoismus schon zu Genüge...durchgekaut wurden - wie es der Volksmund beschreiben würde - und langweilen. Deshalb nehme ich mir einfach die Freiheit und wechsle das Thema.

Ich muss den Leser nur um kurze Zeit der Geduld bitten. Es ist nicht immer ein Leichtes sich Neues aus den Fingern zu ziehen und damit einen Sinn ergebenden Satz zu bilden. Manch einer würde jetzt sagen, das sei doch alles nur "Blabla". Dem würde ich zustimmen, jedoch liegt hier ein kleiner Unterschied zu dem oftmals "gedachten Blabla" und dem "niedergeschriebenen Blabla" vor, der dem Leser die Möglichkeit gibt, seine eigenen Erfahrungen und Emotionen in das Formulierte mit einzubringen und sich damit identifizieren zu können. Somit bin ich all den großkotzigen Besserwissern weit überlegen.

Ein Mensch wird nicht zu einem Künstler gemacht, indem die Menge ihm ein Etikett mit der Aufschrift "Philosoph", "Maler" oder "Dichter" et cetera auf die Stirn klebt. Vielmehr ist man nur dann ein Künstler, sobald man sich als solcher sieht. Denn der Künstler wird durch seine Kunst geformt. Und aus diesem Grund  gibt es keine wahre Kunst, einzige Vernunft, eine Logik - oder der Gipfel: eine einzige Wahrheit.

Blubb!Shirley Ehling, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 08.05.2009. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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