Markus Michael Kapp

Interview mit einem Erzengel Part 8

 




Am Grab
 
Nach dem Frühstück fuhr er in das Landesinnere, in ein verträumtes kleines Dorf, in dem seine Frau aufgewachsen war und nie ganz davon losgekommen war. Ihre Kind- heitserinnerungen   hatte er viele Male mit ihr geteilt und eine Traurigkeit  umspielte jedes Mal ihre Mundwinkel wenn sie sich erinnerte und ihn bewusst werden ließ das sie ihren Abschied aus dem Elternhaus nie ganz verwunden hatte. Dort, auf dem  idylischen  Friedhof hatte man sie beide zur letzten Ruhe gebettet.
Er hatte es nicht fertig gebracht an der Beerdigung  Teil zu nehmen. Er betrat den Friedhof und sein Herz pochte bis zum Himmel. Er konnte es pochen hören so laut schlug es. Er strich langsam an den Gräbern vorbei bis er am Ziel seiner Reise angekommen war .Er blickte auf zwei Holzkreuze, der Steinmetz würde die Grabsteine noch fertig stellen, und ein Meer aus Blumen und Kränzen. Irgendjemand hatte an die Kreuze die Photos der Verstorbenen geheftet und darunter geschrieben:
Warum?
Warum?  Er wusste es auch nicht mit seinem Verstand, aber sein Gefühl tröstete ihn über die Maßen und sagte ihm das auch dieses Ereignis in den großen Plan des Schöpfers gehörte. Dies spendete ihm Trost und sogar ein Gefühl der Geborgenheit. Hoffnung keimte in ihm auf. Hoffnung eines Tages ganz über den Schmerz hinweg zukommen.
Sara war dieser Funken Hoffnung, den er scheinen sah, jeden Tag mehr wie er erst jetzt bemerkte. Er kniete sich vor den Gräbern nieder und betete ein langes Gebet. Tränen rannen ihm über sein Gesicht aber der Wind, ja der Wind,  trocknete sie mit einem zarten Hauch aus seinen Augen. Auf dem Weg zurück nach Calais  überkam ihn erneut ein Gefühl übermächtiger Trauer aber der Gedanke an Michael einem Erzengel von Gott gesandt gab ihm Kraft und Zuversicht seinen Weg weiter fortzuführen.  In Calais angekommen ordnete er noch schnell seine Aufzeichnungen um sich danach in freudiger Erwartung auf den Weg zu einem Treffen  mit Michael zu machen. Michael studierte eine Zeitung die er zur Seite legte als Robespierre das Cafe  betrat.  Nachdem er sich und Michael einen Cafe bestellt hatte fuhr Michael mit der Geschichte über Judas fort.
Nun, wir hatten da geendet wo Judas zurück zu den Jüngern kehrte. Dort angekommen legte er sich schlafen. Unruhig wälzte er sich von einer Seite auf die andere während er die Geschehnisse in der Wüste nochmals erlebte. Er erwachte Schweiß gebadet und plötzlich spürte er die Gegenwart Michaels. Sie verlieh ihm unglaubliche Kraft und gab ihm seine Würde zurück. Denn er fühlte sich unwürdig nachdem er Zeuge der Anwesenheit der Erzengel Gottes wurde. Neununddreißig Tage sollte das Warten auf Jesus noch dauern. Judas nutzte die Zeit um seinen Wissensdurst zu stillen,  aber es waren die Gespräche mit den Gelehrten die ihn voranbrachten. Sie öffneten ihm den Zugang zu dem Wissen das Michael  durch seine Ankunft ihm transferiert hatte. Nur durch die von  den Gelehrten formulierten Fragen erkannte er die Antworten die zusammen gefasst  ein Bild von allem ergaben. Nach dessen Begreifen er sich verzehrte.
Die restlichen Tage und Nächte verbrachte er in tiefen Gebeten um sich Erkenntnis zu verschaffen, ihm eine Lösung zu zeigen seinen Weg zu verstehen. Manchmal schien es ihm als verlies Michaels Seele für ein paar Tage seinen Körper. Dann fühlte er sich hilflos und klein und sein Verstand versuchte die erworbenen Informationen zu realisieren, zu verarbeiten, zu glauben. Denn er war schwach und fühlte sich ohne die übermächtige Seele Michaels hilflos und klein. Endlich kehrte Jesus zurück und die Erleichterung bei seinen Jüngern war unbeschreiblich.  Am nächsten Tag brachen sie auf um wochenlang
in die umliegenden Dörfer zu wandern.   Jesus, beseelt von Gabriel, predigte so faszinierend das  es kaum jemand möglich war sich dieser Fazitnation zu entziehen. Irgendwann erreichten sie auch Magdala.
Jesus traf auf Maria (Maria  Magdalena  oder Maria von Magdala ist eine Jüngerin von Jesus Christus, über die im Neuen Testament der Bibel berichtet wird. Alle vier Evangelisten erwähnen sie als Zeugin der Auferstehung.
Ihrem Beinamen nach stammt sie wohl aus dem Ort Magdala (heute Migdal) am See Genezareth),  als sie auf dem Dorfplatz durch die  Jugendlichen als Hure und Dirne beschimpft wurde. Er befreite sie aus ihrer misslichen Lage in dem er seinen Arm um sie legte und sie mit sich hinfort nahm, dies bedachte die Meute mit lautem Beifall.  Nachdem sie aus ihrem Haus Geld und Schmuck mitgenommen hatte, sowie wenige Kleidungsstücke, die sie vor der nächtlichen Kälte schützen sollten, verließen sie Magdala um nie wieder an diesen Ort zurück zu kehren. Jesus verehrte Maria vom ersten Moment,  ja er behandelte sie als wäre sie das reinste Wesen auf dieser Erde.
 
Er zog ihre Gesellschaft der seiner Jünger vor, das nach kurzer Zeit zu Eifersucht unter seinen Gefährten führte.  Ihr  eifersüchtiges Verhalten gegenüber Jesu erinnerte mehr an das Verhalten aus Kindertagen und nicht an die Art  wie Erwachsene mit einander umgehen sollten. Tagsüber predigte er weiterhin faszinierend mit einem Charisma dem sich keiner entziehen konnte,  aber
die Nächte wahren ausschließlich Maria vorbehalten, um mit ihr zu diskutierte, da sie in vielen Ansichten unterschiedlicher Meinung waren. Eines Tages teilte Jesus seinen Jüngern mit er möchte Maria aus Magdala  heiraten. Sie beabsichtigten  in Kanaan die  Hochzeitsfeierlichkeiten auszurichten und  würden sich über jeden einzelnen freuen der daran teilnimmt. Alle Jünger konnten sich einer gewissen Eifersucht
nicht entziehen, auch Judas. Er legte eine gewisse Gereiztheit im Umgang mit seinen
Kameraden an den Tag. Auch am Tag der Hochzeit hielt er sich von allen fern. Seine Augen suchten nur Jesus und Maria. Sie war eine unglaublich attraktive Braut .Ihr Hochzeitskleid, in einem zarten Pastell Ton gehalten, unterstrich die dunkle Farbe ihres Haares,  das  sich sanft im Wind kräuselte, als die Zeremonie vollzogen wurde. Auch Jesus hatte für diesen Anlass ein passendes Gewand angelegt das ihm Autorität und Charisma verlieh. Nach der Trauung belegten ihn seine Gäste so mit Beschlag das er für die Glückwünsche seiner Jünger keine Zeit fand was eine gereizte Stimmung unter ihnen auslöste. Judas ließ das Paar nicht aus den Augen.  Seine Augen suchten den Blick Marias,  denn die Liebe die sie für Jesus ausstrahlte war von überirdischer Anmut, an der er gerne teil genommen hätte.
 

 
Hochzeitsnacht
 
Spät,  in der warmen und klaren Sommernacht, funkelten die Sterne mit einer Kraft und Schönheit als  versuchten sie diesem Anlass gerecht zu werden,  diese große Liebe zu feiern. Möglich,  das sich sein Bewusstsein soweit erweitert hatte,  das es ihm ermöglichte die Dinge, alle Dinge, in  einem anderen Licht zu sehen. Das Paar verließ die  Feierlichkeiten spät in der Nacht und Judas folgte ihnen  in gebührendem  Abstand,  so
das sie ihn auf keinen Fall bemerken würden.
 
Ihr Weg  führte sie hinaus aus Kanaan und vor ihnen eröffneten sich weite Felder deren saftiges Grün sich im Licht der Sterne wie ein weicher flauschiger Teppich dem Blick des Betrachters darbot.
Die Jungvermählten verharrten plötzlich in der Mitte des Weges, änderten ihre Richtung und stiegen auf eine kleine Anhöhe die sich ihnen zur Linken eröffnete.
Dort angekommen bat Jesus Maria ihre Augen zu schließen. Sanft öffnete er mit einer Hand ihr Kleid  und ließ es zu Boden gleiten während  er sich mit der anderen seines Gewandes entledigte.  Nackt,  wie Gott  sie schuf stand sie Jesus gegenüber,
ließ es geschehen, da ihr Vertrauen zu ihm grenzenlos war. Sie schloss ihre Augen und er nahm sie in seine Arme. Judas veränderte seine Position so  dass er den Geschehnissen besser folgen konnte. Und dann geschah das Unglaubliche. Auf dem Rücken des Nazareners  materialisierten sich nach und nach zwei mächtige weiße Schwingen.
 
Sanft entschwebten sie dem  Boden, höher und immer höher, um sich am Sternenhimmel zu vereinen und ein Kind zu zeugen, Sara, deren Geburt weit fort, nach einer langen Odysee in Frankreich stattfinden sollte. Sie würde die  Blutlinie Jesu  fortführen, die Rosenlinie. Hier endete Michael mit seinen Erzählungen und verabschiedete sich von Robespierre. Nachdenklich kehrte er in sein Hotel zurück. Dort angekommen widmete er seine Aufmerksamkeit den E-mails die für ihn angekommen waren. Sara hatte sich gemeldet um den genauen Termin des Beginns der Ausgrabungen in Pi-Ramses mitzuteilen.  Im Übrigen hätte sie eine Überraschung für ihn. Bevor er sich schlafen legte holten ihn die Eindrücke am Grab seiner Geliebten ein.
Er setzte sich an seinen Laptop und verfasste nachfolgendes Gedicht um seine Emotionen zu verarbeiten.
 

Das Gedicht
 

Oh du, mein geliebtes Weib,
oh du, mein geliebtes Fleisch und Blut,
umgekommen in der Glut,
ich dachte alles wird wieder gut,
doch wie soll ich überstehen die lichten Tage ohne Mut,
mich quälen wie eines Weibes schlimmste Wehen,
wohin, ohne euch nur gehen,
zu wissen ihr kommt nie mehr heim,
zu wissen ich bin nun allein,
auf diesem schönen Planet, ohne euch,
der Wind der Angst nun in mir weht,
kein Tag wird mehr wie damals sein,
oh Gott mein Herr ich bin allein,
doch in der größten Not,
als ich dir mein Leben bot,
hast du mir einen Engel an die Seite gestellt,
der erklärte mir die Welt,
die dir mein Gott so wohl gefällt,
lass die Trauer aus meinem Herz entgleiten,
und mich an neue Ufer reiten,
damit das Glück sich neu manifestiert,
 und das Licht am Ende triumphiert.
 
Jetzt fühlte er sich befreit und erleichtert so das er sich  zur Ruhe begeben konnte, hoffend, einen erholsamen Schlaf zu finden .Am nächsten Morgen stand Sara vor seiner  Tür, das war wirklich eine gelungene Überraschung. Er begrüßte sie überglücklich und begab sich mit Ihr zu einem ausgiebigen Frühstück. Sie erzählte ihm überglücklich von den Neuigkeiten die sich seit ihrer Abreise ereignet hatten. Ihre Universität hatte sich mit amerikanischen Hochschulen in Verbindung gesetzt die den Zugang zu staatlichen Behörden öffnete. Dies ermöglichte, sich mit der militärischen Forschungs-Abteilung des Haarp-Projektes in Verbindung zu setzen und Daten über Pi-Ramses auszutauschen. Das Haarp-Projekt ist ursprünglich ein geheimes Militär-Projekt an dem mehrere Staaten beteiligt sind. Man versuchte via Mikrowellen das Wetter zu beeinflussen, später sollten diese Wellen in feindlichem  Kriegseinsatz den Funkverkehr des Feindes stören wenn nicht ganz verhindern. Ein Nebeneffekt dieser Forschungen eröffnete die Möglichkeit bis zu 80 Metern tief die Erde zu durchleuchten und Unregelmäßigkeiten festzustellen. Eine Art  Röntgenbild vom Inneren der Erdschichten zu erstellen. Das ideale Medium um die unterirdischen Begebenheiten der Ausgrabungsstätte von Pi-Ramses  zu erforschen. Wenn sich durch die  Auswertung diese Bilder Hinweise auf unterirdische Gänge oder Höhlen ergeben werde ich mich umgehend nach Ägypten begeben um dort mit den Ausgrabungen zu beginnen. Ihre Augen versprühten ein Feuerwerk dem sich Robespierre nicht entziehen konnte. Sie zog ihn immer mehr in ihren Bann, sein Herz schlug bis zum Hals als er sich seiner Gefühle für sie bewusst wurde.  Sie begaben sich zu einem ausgiebigen Spaziergang in einen nahegelegenen Park und ließen ihren Gedanken den Freiraum den sie ihnen schon lange nicht  mehr zugestanden hatten.  Sie sponnen herum was wäre wenn ihre Ausgrabungen erfolgreich sind und sie wirklich den Transformator fände der Reisen zu anderen Welten, ja Universen Eröffnete. Die Zeit verging viel zu schnell so das Robespierre sich beeilen musste sie rechtzeitig zum Flughafen zu bringen.  Zum Abschied küsste er sie leidenschaftlich und ein Gefühl der Liebe und des Friedens durchströmte seinen Körper. Er blickte Ihrem startenden Flugzeug lange hinterher und Wehmut erfasste ihn bis das Flugzeug hinter den Wolken verschwand. Er beeilte sich in sein Hotel zurückzukehren um sich für das Treffen
mit Michael umzukleiden. Im Cafe angekommen begrüßte ihn Michael auf das
herzlichste. Er sagte,“ Robespierre, kommen wir gleich zu Judas Iskariot  und Jesus wundervollen Hochzeitsnacht.
Jesus entschwand mit Maria in den Wolken. Judas wartete und wartete bis Jesus mit Maria in den Armen die Wolkendecke durchbrach und sanft auf die Erde  schwebte.  Als sein Körper den Boden berührte entmaterialisierten sich seine Flügel genauso schnell wie sie sich materialisiert hatten. Sie zogen ihre Gewänder an, dabei konnte er im Mondschein Marias Gesicht erkennen. Ihr Glück schien vollkommen zu sein, sie strahlte eine Wärme  und Zufriedenheit aus die Judas noch bei keinem Menschen erblickte. Er
beobachtete wie sie ihren Weg in Richtung Stadt einschlugen, Judas folgte ihnen in gebührendem Abstand und maßlose Eifersucht stieg in ihm auf. Tief in der Nacht kam er bei den anderen Jüngern an, die alle schon fest schliefen, so dass  seine Ankunft unbemerkt blieb. Judas legte sich auf sein Lager,  und die Wirkung der Symbiose mit Michael entfaltete ihre volle Wirkung.  Im Halbschlaf durchfluteten ihn
Visionen aus Michaels früheren Reinkarnationsphasen die ihn erschreckten aber auch mit Wissen um andere Kulturen konfrontierte, so das es ihm gelang sich von
den Geschehnissen auf dem Feld zu lösen.
Der Faszination als Jesus dem Boden entschwebte wich der tiefe Hass den Michael Judas suplimentierte. In der Frühe eilte er in den Tempel von Kanaan um ein Gespräch mit dem dort ansässigen Rabbi zu führen,  Ordnung in die Flut seiner Gefühle zu bekommen. Während des Gespräches errang  er  Respekt und Hochachtung da er auf jede Frage
des Rabbis eine nachvollziehbare Antwort wusste. Der Geistliche verwies ihn an den obersten Rabbi in Jerusalem.  Nach einem Gespräch mit ihm würde sich sein Seelenfrieden wieder einstellen. Unter dem Vorwand einen kranken Onkel zu besuchen
verabschiedete sich Judas von Jesus und den Jüngern nicht ohne vorher sich nach den Reiseplänen der Gruppe zu informieren um später wieder zu ihnen stoßen zu können.
In Jerusalem angekommen suchte er sich ein Quartier in einer billigen Herberge bevor er sich auf den Weg in das Allerheiligste begab. Dort angekommen wurde er umgehend vor den Hohepriester gebracht der ihn freundlich begrüßte. Nachdem anfangs belanglose Dinge besprochen wurden leitete der oberste Rabbi geschickt seine Fragen auf Jesus. Was das für ein Mensch  sei, der so die Massen faszinieren könne, was der Inhalt seiner Reden  sei. Judas nahm Jesus in Schutz und schwärmte von seiner charismatischen Ausstrahlung  die er während seiner Reden ausstrahlte. Als die Frage nach dem momentanen Aufenthaltsortes des Nazarehners an ihn gerichtet wurde fühlte er sich unter Druck,  den ihm dünkte das diese Männer nichts Gutes für Jesus im Schilde führte.  Er gab eine abweisende Antwort worauf die Tempelwache hereingerufen wurde. Einer der Wachen stieß ihm den Stiel seines Speeres in die Kniekehlen so  dass  er vor  dem Hohepriester  auf die Knie fiel. „Ich frage dich das  letzte Mal nach dem Aufenthaltsortes von Jesus und
damit dir deine Entscheidung etwas leichter fällt habe ich hier noch etwas für dich, “ er schmiss ihm einen Beutel  mit dreißig Silberlinge vor die Knie. In Judas begann ein Kampf zwischen ihm und Michael der ihm Höllenqualen bereitete den Michaels Seele wollte den Standorts Jesus sofort Preis geben während die Seele Judas sich schützend vor ihn stellte den er liebte  und bewunderte Jesus wie einen Bruder. Der Kampf dauerte zwei Minuten unter den bedrohlichen Augen der Ratsmitglieder. Michael gewann so das  Judas nachgab und dem Rat mitteilte wo er wieder zu Jesus und seinen Jüngern stoßen wollte. Benommen verließ er den Tempel als sich sein Gewissen meldete. Sein Verrat
Begann ihn zu quälen. Er bereute seine Tat und eilte zurück in den Tempel. Er bat um Gnade für Jesus, die ihm aber verwehrt wurde, so das er den Beutel Silberlinge dem Hohepriester vor die Füße  warf. Die eiligst herbeigerufene Tempelwache schleifte
ihn vor die Tore des mächtigen Tempelbaus den König Herodes erbauen lies um seine Macht zu festigen. Im Moment der höchsten Pein durchdrang ihn eine Energieflut die in ihm seine Tat als richtig und notwendig erscheinen lies, so das er den Verrat fortsetzte und mit der Tempelwache, die ihm in gebührendem Abstand folgte, zum Treffpunkt eilte, so das Jesus Verhaftung ihren unheilvollen Lauf nahm. Es folgte die Anklage und Verurteilung Jesu. Judas vernahm den Tag der  Hinrichtung und eilte unerkannt nach Golgatha.

 
Kreuzigung
 
Michael beherrschte Judas so das er mit dem Gefühl der Genugtuung den Berg
hinauf schritt   um der Hinrichtung beizuwohnen. Michael wollte Gabriel hängen sehen
vor ihm am Kreuze solle er leiden und für das im Himmel angerichtete Chaos bezahlen. Judas war es vergönnt anders als alle anderen Anwesenden das „Spektakel „ zu verfolgen. Dem normalen Menschen ist es nur vergönnt grobstoffliches zu erkennen ihm aber, beseelt durch Michael, war es vergönnt die Tragödie auch feinstofflich zu betrachten. Ihm verschlug es den Atem als er den Gekreuzigten erblickte. Er sah einen
hingerichteten Engel am Kreuz hängen. Einen Erzengel!  „Gabriel“ .
 
Seine mächtigen Schwingen hoben sich deutlich vom dunklen Himmel ab. Ein heller Lichtschein umgab sie und ließ die Szene in einem gespenstischen Licht erscheinen. Lange harrte er aus auf Golgatha. Spät in der Nacht näherte sich ein Stoßtrupp dem Hügel. Angeführt von Joseph von Aramathäa dem Onkel Marias aus Magdala,  dem Weibe Jesu. Joseph übergab den Legionären einen Beutel mit Goldstücken. Darauf hin waren sie ihm behilflich den vermeintlichen Leichnam Jesus vom Kreuz zu nehmen. Zwei Römer legten den Körper auf eine Holzpritsche, gefolgt von Joseph von Aramathäa verließen  sie den Hügel des Grauens. Judas folgte unbemerkt dem Trupp der dort durch die dunklen Gassen zog bis er das großzügige Anwesen Aramathäa erreicht hatte.  Judas kletterte wie ein Dieb über die Mauer um das weitere Geschehen zu beobachten. Er blickte durch eines der Fenster das zu einem der innen liegenden Wohnräume gehörte. Dort befand sich eine Ansammlung von Gelehrten und Ärzten die sich  um den Körper Jesu versammelt hatten. Sie traten alle zurück als der Hausherr das Geschehen betrat. In seiner rechten Hand hielt er einen kostbaren Kelch aus Lapislatiuli,  den Kelch den Jesus und seine Jünger zum letzten Abendmahl von ihm zur Verfügung gestellt bekommen hatten. Er nahm selbigen und näherte sich dem Körper der leblos vor ihm lag. Die Wunde,  die dem Nazarener auf Golgatha durch den römischen Legionär mit einer Lanze zugefügt wurde,  brach auf und Joseph fing mit dem Kelch den nach Rosen duftenden Lebenssaft auf. Er verließ das Zimmer und füllte das Blut Christie in eine Flasche die er sorgsam verschloss. Sie sollte über zweitausend Jahre verschlossen bleiben. Den Kelch aber hütete er von nun an wie seinen Augapfel. Er sollte als Heiliger Gral in die Geschichte eingehen. Die Ärzte bemühten sich um den leblosen Körper des Gekreuzigten.
 
Stund um Stund harrte Judas in seinem Versteck aus bis er erst ein Röcheln und später ein starkes Husten vernahm. Er spähte in des Raumes  Innere und gewahr das Unglaubliche, Jesus lebte. Es konnte nicht sein, ihn dessen Körper zerstört wurde war  durch  Gott errettet. Die Schuld an Jesus Martyrium gab sich Judas selbst, auch wenn er diese unvorstellbaren Qualen überlebt hatte. Diese Schuld, unerträglich, lies nur für ihn den Schluss zu  seinem Leben selbst ein Ende zu setzen. Doch bevor er seinen Plan in die Tat umsetzen konnte überschlugen sich die Ereignisse. In dem Moment da Judas das Anwesen verlies wurde er von vier seiner Brüder im Geiste gestellt. Sie machten ihn alleine für das grausame Ende des Nazarehners verantwortlich. Judas berichtete ihn von seinen Beobachtungen im Haus. Er hätte mit eigenen Augen gesehen das Jesus lebt. Sie glaubten ihm kein Wort
und schleiften ihn vor die Tore der Stadt. Es waren Simon, Andreas, Jakobus und Johannes. Simon und Andreas hielten ihn fest. Ihre Hände legten sich wie Schraubstöcke um Judas Handgelenke. Jakobus legte ihm die Schlinge um den Hals. Das war
also sein Schicksal. Michael schien seinen Körper verlassen zu haben den seine Anwesenheit hätte es für jeden unmöglich gemacht ihn festzuhalten. Der  Körper den Michael sich aussuchte verfügte sobald er von ihm in Besitz genommen wurde über die Urkräfte der Menschheit die es zum Beispiel einer Mutter ermöglichen einen Felsbrocken anzuheben wenn ihr Kind darunter eingeklemmt ist. Nach diesen Kräften sehnte sich Judas in diesem Moment der größten Furcht. Johannes zog ihn langsam am Seil hoch bis seine Füße den Boden verließen und ihm die Luft genommen wurde. Er erstickte qualvoll. Er strampelte ganze fünfzehn Minuten in der Luft bis der Tod ihn erlöste. Seine Henker ließen ihn dort hängen und kehrten zurück nach Jerusalem. Michael hatte ihn nicht verlassen er hatte sich zurückgezogen den dies sollte noch nicht Iskariots  Ende sein. Nach zwei Tagen kam ein Wanderer vorbei der sich seines Leichnams bemächtigte und ihn in der Erde verscharrte. Er begrub ihn drei Fuß tief in eine Pferdedecke eingewickelt bevor er weiter zog. Judas erlangte nach dreizehn Tagen sein Bewusstsein zurück. Er befreite sich aus dem Tuch das ihn umband nachdem er sich mit seiner Hände Kraft aus dem Erdreich befreit hatte. Michael bemächtigte sich seines Bewusstseins und schürte den unbändigen Durst nach Blut in den Adern des Verräters. Denn mit Blut sollte die Menschheit für das ihm zugefügte Unrecht bezahlen. Direkt nach der Befreiung aus seinem Grab begann er zu jagen. Sein erstes Opfer war ein Kaninchen das er mit einem dicken Ast erschlug. Gierig  biss er in den Hals  seines  Opfer und trank all sein Blut wie andere den Wein. Schon nach dem ersten Schluck des roten Saftes wuchsen ihm hinter seinen Eckzähnen spitze Fangzähne wie bei einem Raubtier.
 
Doch nach gestilltem Durst verschwanden sie genauso schnell wie sie erschienen waren. Als der Tag heranbrach und die ersten Sonnenstrahlen seine Haut berührten fühlte er ein Unbehagen das in zwang Unterschlupf zu suchen. Alsbald endeckte  er eine alte verlassene Hütte die ihm während des Tages Unterschlupf bot um des Nachts zu jagen. Seine Gier nach Blut war unersättlich getrieben durch die Kraft und den Hass Michaels. Doch schon bald reichten ihm die Tiere nicht mehr aus. Er begann seine Jagd  auf die Menschen der Umgebung auszuweiten. Er wurde immer mutiger und verlegte seine Jagdgründe nach Jerusalem.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 01.04.2011. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

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