Ernst Wetzel

Metapher zum Erwachsenwerden - der Orchideensetzling

Liebes Patenkind G...,

Du bist, wie eine Pflanze, nun 18 Jahre “gereift”.
Begannst als Setzling und bist aus dem Mulchboden einer behüteten Heimpflanze erst einmal im Blumentopf gesprießt.
Bist keinen Stürmen und Wintern ausgesetzt gewesen.
Hast Freiheit gesucht und erschnuppert und bist ins Licht (der Welt) gewachsen.
Hast die Pflege Deiner Familie erhalten, die Dich stets gegossen, gedüngt und Dir auch mal
durch Stütz- und Rankhilfen die Wachstumsrichtung vorgegeben hat,
damit aus dem Trieb strahlende Blüten erwachsen.
Immer mehr erkennen wir das (gottes)schöpferische Produkt mit individueller Blüte,
das weiterhin in seine Freiheit strebt, wobei die Natur einige Störgrößen bereit hält,
wie Frost, Hitze, Sturm, Luftverunreinigungen und evtl. auch mal Milben ...
Aber die Wurzeln werden immer kräftiger, verlangen nach weiterem Raum und der Blumentopf wird allmählich zu eng.
Die Pflanze drängt in die Freiheit mit größeren Wachstumschancen bzw. selbstbestimmter Erweiterung des eigenen Lebenshorizonts.
Der Gesetzgeber billigt Dir diese Freiheit zu; im rechtlichen Sinne mit Vollendung des 18. Lebensjahres.

Bedenke dennoch:

Die Pflanze bleibt so manchen Unwägbarkeiten ausgesetzt, egal wohin sie umgetopft wird oder sich umtopfen lässt.
Da ist es gut zu wissen, Jemand ist da, der bei Sturm den Wind aus den Segeln nimmt, Dich mal wieder gießt
und düngt (evtl. daheim Schutz gewährt), sprich: Dich aus dem Hintergrund seiner Lebenserfahrung berät;
wenn Du es wünscht ... .

Dein Patenonkel

Nun ist aus einem jungen Setzling eine prächtige Blütenrispe geworden, die weiterer behutsamer Pflege bedarf ... .Ernst Wetzel, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 24.06.2020. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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