Ueli Oppliger

Phantasien

Du sitzt auf der Bank, ich daneben. Die Sonne scheint durch den Dunst, es ist ein warmer Julitag, tief unter uns der See, die Boote, die Dörfer. Auf meiner Schulter liegt dein Arm, deine Finger streicheln sanft meinen Oberarm. Ich spiele mit meinen Fingern mit deinem Gurt, den Arm um deine Taille gelegt. Deine Haare an meinem Hals sind frisch gewaschen, leicht zerzaust und unglaublich samtig. Ich lege meine Wange an deinen Kopf und geniesse jeden Atemzug.
Du löst deinen Kopf von meiner Schulter, drehst dein Gesicht und schaust mich aus deinen blauen Augen an. Wir nähern unsere Gesichter einander, legen Stirn an Stirn, Nasenspitze an Nasenspitze. Du legst deine Hand auf meinen Oberschenkel. Ich spiele mit deinen Fingern.
Langsam drehen wir unsere Köpfe leicht ab und beginnen uns ganz sanft zu küssen, zuerst nur eine feinste Berührung der Lippen. Obwohl es heiss ist, läuft es mir kalt den Rücken hinunter. Ich öffne meinen Mund und suche mit der Zunge deine Lippen. Sie schmecken leicht salzig. Mein Puls steigt. Auch du atmest intensiver. Ich wandere nun mit meiner Hand aufwärts von deiner Hüfte über deinen Bauch in Richtung deiner Brust. Jetzt berühren sich unsere Zungen. Langsam spielen wir miteinander. Immer intensiver küssen wir uns, bis wir kaum noch wissen, wem welche Zunge gehört. Mit der einen Hand spiele ich durch dein dünnes Shirt mit deinen Brustwarzen, die andere Hand lege ich auf deinen Hinterkopf und streiche über dein feines Haar. Deine Hand bewegst du nun auch von meinem Oberschenkel zu den Lenden, zum Bauch, zur Brust, zum Hals und wieder zur Brust. Leise Laute von uns gebend sitzen wir Gedankenversunken geniessend in der Sonne.
Langsam lösen sich unsere Zungen wieder, die Atmung wird etwas langsamer, der Puls normalisiert sich. Wieder berühren sich nur noch unsere Lippen, später nur noch Stirn und Nasen. Langsam öffne ich die Augen und schaue in deine, welche du genau gleichzeitig auch öffnest. Dann legst du deinen kopf wieder auf meine Schulter, ich mein Ohr in dein Haar. Und so sitzen wir wieder einfach nur da und geniessen die freien Tage und das Wetter im Tessin. Aber beide verspüren wir eine riesige Wärme, eine grosse Ruhe und Zufriedenheit in uns, von Kopf bis Fuss.
Solche Momente sollten ewig Dauern.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 19.12.2003. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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