Aleksandra Bilcane

!!PUR!! Kapitel 01

"Er ist soo süß!"schrie Peggy in den Telefonhörer und fiel ins Bett. Peggy Ephesus, 17, ein auffalendes, hübsches Mädchen mit schulternlangen, roten Haaren und großen, braunen Augen war ein großer Fan von Harry Potter - das konnte jeder bemerken, wenn er den kleinsten Blick in ihr Zimmer warf - das Buchregal schmückten alle sechs Bücher von J.K.Rowling und viele Poster hingen an den Wänden - und Comics. Sie hatte eine riesige Sammlung von Manga- und Comics-Heften.

"Ja, und weiter?"hörte sie eine Stimme aus dem Telefonhörer. Peggy stand auf und strich mit ihrer Hand durch ihre Haare und schaute aus dem Fenster. Draussen war ein schöner, warmer Tag.

Die Haustür schlug zu und man könnte hören, wie Peggys Tante die Stereoanlage einschaltete. Durch das große zweistöckige Haus erklang Louis Armstrong's "What A Wonderful World". Peggy hörte, wie sich Schritte ihrem Zimmer näherten. "Ich komme gleich, Tante Marian!"rief Peggy ihrer Tante zu.

Die Tür machte sich auf und in der Tür stand eine lange, schöne und schlanke Frau mit grauen, mandelformigen Augen."Von wegen - "Ich komme gleich"! Ich kenne dich Peggy. Hör auf mit Saint-Cyr zu quatschen und helfe mir in der Küche. Heute gibt's Gemüse-Abend!"

Peggy nickte unwillig und sprach:"Hiet? Bist du noch dran? Ich muss aufhören. Tante Marianne hat vor uns zu vergiften! Gemüse-Abend, d.h., Gemüseauflauf, Salate und anderes Kaninchenfutter."

Im Telefonhörer erklang lautes Lachen:"Viel Spass, süße!Wir sehen uns in vier Stunden, oder?"

"Mh. Tschüss!"Peggy legte den Telefonhörer zur Seite und ging nach unten in die Küche, wo sie gelehmt stehen bieb. Ihre Tante - die selbstendige Modelagentur-Leiterin - hatte sich eine Schürze umgebunden und schälte Kartoffeln.

"Ach, da bist du!"drehte sich Peggys Tante zu ihr."Was stehst du in der Tür? Komm und hilf mir! Erzähl mal, wie's in der Schule war!"

"Eh... Eigentlich gibt's nichts besonderes zu berichten... hm... und bei dir Tante Marianne?" Für eine Weile blieben beide still.

"In der Modelagentur gibt es zur Zeit sehr viel Arbeit,"Marianne unterbruch die Stille. "Es mag ja blöd klingen aber wir können kein passendes Model für die Jeans-Werbung finden. Kennst du jemanden vielleicht, der gut passen würde?"Marianne setzte sich auf einen Stuhl und hörte auf die Kartoffeln zu schählen.

"Warum springst du nicht ein?"fragte Peggy, die ganz gut wusste, dass früher ihre Tante ein berühmtes Model war.

"Nein, geht nicht. Erstens, weil ich kein Model mehr bin und zweitens, weil sie ein männliches Model brauchen."

"Achso, verstehe..."Peggys Augen wandelten durch die Küche bis sie auf die Augen ihrer Tante stiessen."Hey! Du machst ja gar nichts! Muss ich jetzt alles selbst erledigen?"

Marianne stand auf, ho-lte aus ihrer Tasche ein Handy und wählte eine Nummer:"Welche Pizza willst du? Ich kann nicht kochen und darum warten wir lieber bis deine Mutter kommt. Aber bis dann sollten wir eine Pizza oder zwei verschlingen!"

"Cool!"jubelte Peggy."Für mich eine große mit extra Käse und Fleisch und, natürlich, Tomaten!"

 

"Alexis? Peggy ist da."

"Ja, Mama, danke. Sie soll in mein Zimmer kommen,"kam eine Stimme vom oberen Stockwerk.

Nach vier Sekunden sprang die Tür auf und Peggy betrat das kleine aber kompakte und gemütliche Zimmer von Hiet. Die Wände des Zimmers schmückten zahlreiche Poster mit den Konstuktionen der verschiedenen PCs. Alexis Saint-Cyr, 18, war Peggys bester und einziger Freund. Seit sie sich errinern konnte, war er immer für sie da. Er hatte immer die besten Ideen und mit ihm war es ihr nie langweilig. Fast alle Mädchen aus der Schule waren in ihn verliebt - große, braunen Augen, schwarzes Haar, freches und in der selben Zeit unwerfendes Lächeln waren seine Merkmale. Alexis mochte schon seit seiner Kindheit seinen Namen nicht und gab sich einen neuen Namen - Hiet. Seine Eltern waren die einzigen, die ihn "Alexis" nannten.

"Hoi, mate! Na, was gibt's neues im Netz?"Peggy schloss die Zimmertür zu und setzte sich neben Hiet auf einen Stuhl.

"Ach, nichts besonderes,"antwortete Hiet und schenkte ihr sein Lächeln. "Nur blödes Geplapper... Erzähl jetzt besser über deinen neuen Schwarm!"

"Julian meinst du? Hm... du kennst ja ihn ziemlich gut..."Peggy wurde rot.

"Julian. Du kennst ihn ja gar nicht. Er ist der neue in unserer Schule und alle Mädels aus unserer Schule himmeln ihn an. Wie kannst du überzeugt sein, dass er kein Weiberheld ist, der dich nach zwei Tagen sitzen lassen wird?"

"Hiet, sag sowas nicht,"Peggy flüsterte. Sie lehnte sich langsam zu Hiet so, dass ihre Gesichter auf einer Höhe waren und nur ein paar Zentimeter von einander entfernt und sprach leise:"Als erstes finde ich Julian total süß und als zweites was kann er dafür, dass er so beliebt ist? Ach, und du, mein Lieber, bist der Weiberheld Nr.1 in unserer Schule. Noch dazu - wir sind schon vier Tage zusammen. Und überhaupt, Hiet, Julian ist nicht so schlimm, wie du glaubst."

"Ich will ja nur das Beste für meine beste Freundin!"Hiet wurde lauter.

"Nur weil Julian in einer Musik-Band ist, heißt es nicht, dass er ein Macho ist. Hiet... bitte, verstehe mich... Nein!"Peggy stand auf und setzte sich wieder. Sie schaute Hiet wieder an und sprach weiter:"Ich bin glücklich und nur das zählt, oder?"

"Ich lasse nicht zu, dass er dir nur ein Haar krümt... Gut, süße, er kriegt eine Chance. Aber nur eine. Na?"

"Schon besser,"Peggy strahlte.

Plötzlich erschraken sich beiden, weil Hits PC grad einen lauten Signal von sich gab. Auf dem Bildschirm tauchte eine Nachricht auf:

"A New E-Mail Has Arrived. Do You Want To Read It?"

Hiet wählte "Yes" aus und eine kurze E-Mail erschien auf dem Bildschirm. Hiet und Peggy rückten näher zu dem PC, lasen und fingen laut zu lachen. "Idiotismus. Das ist das, was ich zu sagen habe,"sagte Peggy, als sie sich langsam beruhigte.

"Das glaube ich nicht,"antwortete Hiet ernst.

"Ach, also nicht, Alexis?"kicherte Peggy. "Na, hör dir das an!" Peggy las die E-Mail in einer hohen Stimme:"Hi, lieber Admin des H-TEAMS! Ich wollte mich erkundigen, wie man den Club beitreten kann. Mein Name ist Sabille Hagen. Ich bin 15 Jahre alt und gehe in die 8 Klasse. Meine Hobbys sind: Lesen, Sport treiben, Zeichnen, ins Kino gehen und vieles mehr. Ich will dem Club beitreten, weil ich die Welt retten und die Tiere beschützen will. Ich hoffe auf eine schnelle Antwort. Liebe Grüsse - Sabille." Peggy fing nocheinmal ganz laut zu lachen. "Klingt wie eine Anzeige um jemanden kennenzulernen!"

Hiet schaute sie verduzt an:"Ich sehe nichts, was so lustig wäre." Doch Peggy konnte ihm nichts antworten, weil sie sich vor lachen kaum auf den Beinen halten konnte. Ihr Gesicht wurde jetzt so rot wie ihr Haar. Sie hustete stark. Hiet stand auf, hob Peggy auf und legte sie auf sein Bett. "Hey, beruhige dich. Jetzt hast du mal übertrieben." Doch Peggy konnte sich nicht so leicht beruhigen. Sie bekam keine Luft und ihre Gesichtsfarbe wechselte sich auf lila. Hiet erschrak, weil das nicht mehr normal war. "Mama,"rief er und lief aus dem Zimmer in die Küche, wo seine Mutter das Abendessen kochte. "Wo sind meine Tabletten?" Er öffnete einen Schrank und began da energisch zu suchen.

"Alexis? Ist dir denn schlecht?"fragte Hiets Mutter besorgt.

"Nein, Mama. Hör zu! Mach einen grünen Tee für mich und Peg. Gefunden!"er nahm ein Glas mit kaltem Wasser und eilte in sein Zimmer. "Ach, und noch was, Mama,"Hiet rief seiner Mutter als er auf der Treppe war,"bring mir ein Handtuch und kaltes Wasser." Und weg war er.

Nach einer Weile betrat Frau Saint-Cyr das Zimmer. "Alexis! Was ist denn mit Peggy los? Sie ist ja so rot im Gesicht!"

"Jetzt ist es ihr besser. Mindestens atmet sie. Los, gib mir das Handtuch!"

"Was geschah denn hier,"fragte Frau Saint-Cyr.

"Ach, nichts besonderes, Mama. Peggy fing nur an zu lachen und konnte nicht aufhören - ja, ich weiss, wie absurd das klingt - ,"sagte Hiet, als er das Gesicht seiner Mutter sah. "Dann kriegte sie keine Luft mehr und ich fing an mir Sorgen zu machen. Dann lief ich in die Küche und alles anderes weisst du ja."

"Uhm..."Peggy öffnete die Augen. "Was ist passiert?"

"Nein, bleib liegen,"sagte Hiet, als Peggy versuchte aufzustehen. "Mama, könntest du uns Tee bringen?"

"Ja, natürlich. Ich bin gleich zurück,"Frau Saint-Cyr verlies Hiets Zimmer.

Hiet drehte sich zu Peggy und sprach:"Take a rest before you go home, ok?" Er wartete eine Weile für ihre Antwort aber so das keine kam, fuhr er fort:"Wage es gar nicht aufzustehen! Ich werde auf die E-Mail eine Antwort schreiben." Hiet ging zum PC und begann zu schreiben.

"Tut mir leid..."flüsterte Peggy.

"Hör`auf blödsinn zu quatschen, Peg!"Hiet unterbrach sie.

"Alexis!"Frau Saint-Cyr kam grad ins Zimmer,"wie sprichst du mit Peggy? Hier, Peggy, Tee für dich."

"Danke, Hiets Mama,"sagte Peggy und nahm die Tasse mit Tee, die ihr Frau Saint-Cyr gereicht hatte.

"Ich gehe dann lieber,"sagte Frau Saint-Cyr und verlies das Zimmer.

Peggy nahm einen Schluck und sagte:"Hiet, warum antwortest du jetzt auf die E-Mail?"

"Du weisst doch, dass ich immer antworte,"antwortete Hiet.

"Was hast du geschrieben? Lies es mir vor!"

"Das geht dich nichts an."

Peggy wollte schon sich umdrehen und Hiet ignorieren aber ihre Neugierigkeit nahm die Überhand. Sie wollte schon aufstehen aber Hiet war schneller - er drehte sich um und sprach:"Gut, gut. Du hast gewonnen! Ich werde es dir vorlesen und du bleib sitzen."

"Ok!"

""Liebe -" ("Uh!"gab Peggy ein Laut von sich.) Hiet ignorierte das und fuhr fort:"Liebe Sabille, leider muss ich dir berichten, dass ich dich nicht in dem Club aufnehmen kann, weil du den Standarten des Clubs nicht -"

"Der Club hat Standarte?"unterbrach Peggy. Sie überlegte sich ewas und dann sprach:"Kann ich dem Club beitreten?"

Hiet blieb sprachungslos. "D-du willst d-dem blö-d-den Club b-beitreten?"

"Eh... Ja!"

"Nein, du kannst nicht,"Hiet drehte ihr den Rücken zu.

"Warum?"

"Weil es bestimmte Bedingungen gibt um den H-TEAM Club beizutreten."

"Welche,"fragte Peggy.

"Dein Name muss mit dem Buchstaben "H" anfangen,"sprach Hiet langsam.

"Alexis, dein Name beginnt nicht mit dem Buchstaben "H"!"

"Aber "H-Hiet" schon!"

"Ok. Dann heisse ich von heute... ehm..."

"Na?"

"Gib mir Zeit. Ich muss überlegen..."Peggy nahm ein Stift und ein Stück Papier und begann zu schreiben. "Hedvig... Hilda... Hanna... hm... Was noch? Ach! Ich weiss, ich weiss!"

"Was denn?"fragte Hiet neugierig.

Peggy lächelte, dann nahm sie tief Luft und sagte mit Triumpf in der Stimme:"Hermine!"

Hiet starrte Peggy an, als ob sie ihm grad eine saftige Ohrfeige gegeben hatte und als Entschuldigung behauptete, dass sie ihm gar nichts angetan hatte. "H-Hermine?" Hiet fing an zu lachen. Peggy sah Hiet verduzt an. Hiet beruhigte sich, setzte sich neben Peggy und sagte:"Ich verstehe dich. Du kannst nicht Harry sein also wirst du dann Hermine sein, ja?"

"War -"

"Weil er ein Junge ist!"

"Nee, hör mir zu! Dein Club garantiert Anonimität, richtig?"

"Ja, schon."

"Dann ist es doch egal, dass ich ein Mädchen bin, oder?"

"Ja, aber -"

"Kein "aber"! Du bist der Admin und du weisst wer ich bin aber die anderen müssen es nicht wissen!"Peggy wartete einen Augenblick damit Hiet, das was sie gesagt hatte, verdauen konnte. "Ja! Harry! Ich liebe dich, Hiet!"Peggy warf sich Hiet um den Hals. Nimmst du mich auf,"fragte sie.

Hiet nickte und sagte:"Aber du wirst doch keinen Ärger mit dem Namen machen, oder?"

"Mh,"Peggy nickte.

"Gut. Oh wei..."

"Wie viele Mitglieder sind schon im Club?"

"49, mit dir und mir. Du musst einen Steckbrief über sich selbst vorbereiten. Den werde ich dann auf die Homepage setzen."

In Peggys Augen taufte Panik auf. "Ich weiss aber nicht wie!"

"Ok. Dann werden wir einen zusammen machen. Wir brauchen ein Photo von dir."

"Brauchen wir nicht,"lächelte Peggy.

"Was,"fragte Hiet.

"Geh ins Internet,"Peggy wartete bis Hiet auf "NETZ" drückte und sagte,"und jetzt schreib:"www.bloomsbury.com/harrypotter". So! Fertig!"

Hiet schenkte ihr sein freches Lächeln und sagte:"Jetzt ist mir klar, was du meinst, Harry."

Freue mich immer auf Kommentare!! Also nicht faul sein!!!! xDAleksandra Bilcane, Anmerkung zur Geschichte

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 27.01.2006. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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