Yvonne Asch

Anders als Du ...9...Ende

Ihre zierliche Gestalt, wirkte nun wieder so verletzlich. Sie atmete schwer und heftig, das Laufen hatte sie erschöpft. Doch trotz allem versuchte sie anmutig zu wirken. Sie lächelte ihn etwas hilflos und bittend an. Doch schon alleine das er gewartet hatte, war ein gutes Zeichen.

Er musterte sie fragend und dann legte er seine Hand auf den Rücken und schaute sie abwartend an. „Ich, ich muss dir etwas gestehen Kevin, das wird mir jetzt nicht sehr leicht fallen aber ich bin es dir schuldig!“, fing sie nun nervös an. Kevin nickte, er hatte schon geahnt das so etwas kommen würde. „Erzähl!“, sagte er knapp und ließ seinen Blick prüfend auf ihren Blick ruhen, um zu erahnen ob sie diesmal auch nur die Wahrheit sagte. Sie kam einen Schritt auf ihn zu. „Hörst du mir bis zum Ende zu?“, fragte sie ihn sanft und stand nun direkt vor ihn. Er  zuckte mit den Schultern. „Ich denke schon“, sagte er nachdenklich  und drehte sich wieder den Park zu „Wenn du mich zum Krankenhaus begleitest und es mir auf den Weg dort hin erklärst?“, das erste mal seit langen, war in seiner Stimme kein Zorn, keine Härte oder überhaupt des gleichen zu hören, sie musste etwas strahlen und ging neben ihn auf den gepflegten Parkrasen, das gleich viel angenehmer für ihre Füße war. „Ähm, also ich muss sagen, na ja, es tut mir Leid, sie hat kein Anderen! Diese Frau liebt dich vom ganzen Herzen…“, sie hielt inne schaute kurz zu ihn, wie schön er in den Sonnenlicht aus sah, seine Haut glänzte wie Marmor und sein Haar viel lässig auf seine Schultern, seine Whiskyfarbenen Augen schauten nach vorne, nahmen keine Notiz von ihren Blick. Er wirkte so unerreichbar, so unverletzlich, man konnte sich als Frau bei ihn nur sicher fühlen. Seine breiten Schultern und seine sichere Gangart. Sie seufzte, niemals würde ihr dieser ganze Männlicheschutz gehören. „Ich, also, ich war bei ihr. Es ist schon länger her, da habe ich bei ihr geklingelt und ihr vorgeworfen sie würde mit meinen Verlobten schlafen, ich habe gesagt, ich wäre schwanger von dir. Und das du nur mit ihr schläfst weil ich in Moment nicht so Lust habe, dass du gesagt hättest sie wäre nur ein nettes Spiel…“ Jasmin schaute prüfend zu Kevin, sie duckte sich schon innerlich, erwartete jeden Moment das er ausrastete, doch nichts des gleichen geschah, er schien nicht mal überrascht. „Und dann?“, fragte er nur leise und setzte seinen Weg fort, sie gingen über die kleine Holzbrücke die über den kleinen angelegten Bach führte, das dunkle Holz kochte schon fast von der Sonne, aber Jasmin bemerkte es kaum, zu groß war die Angst das er sie hasste, das er sie nie mehr sehen wollte, sie war so sehr in Gedanken das sie keine Notiz von der brodelnden Hitze unter ihren Füßen nahm. Sie senkte ihren Blick. „Na ja, dein Vater wollte das du mich heiratest, er wollte nicht das du die Kellnerin heiratest, dass du eine einfache Frau nimmst. Er war natürlich in den ganzen Plan eingeweiht. Und dann war ich ja noch bei dir, wollte dich verführen, wollte dich für mich gewinnen…“, sie hielt inne, es viel ihr so schwer es alles zu, zu geben. „Kevin, ich liebe dich doch schon seit so langen, ich ertrug es einfach nicht immer nur  in deinen Augen, deine kleine Schwester zu sein, ich wollte so viel mehr für dich sein, war bereit dafür alles zu tun. Ich hasste diese Frau dafür das sie dein Herz gewann, dass sie dich bekam und du alles für sie getan hättest. Eigentlich müsstest du mich verstehen, so sehr wie du Anastasia liebst, so sehr liebe ich dich und ich würde alles machen damit du meine Gefühle erwidern würdest…“ sie schaute ihn wieder an, noch immer keine Regung in seinem Gesicht. Die Sonne brachte sein  Haar zum leuchten und er war so schön das es ihr schon fast schmerzte. Sie senkte ihren Blick. „Es hat mich verrückt und blind gemacht zu wissen dich niemals für mich zu gewinnen. Ich habe nicht nach gedacht, mit dem was ich getan habe, es tut mir leid, ich habe dir so weh getan, habe alles kaputt gemacht. Ich wünsche dir wirklich das du sie wieder für dich gewinnst, wirklich, du hast es verdient…“, nun standen Tränen in ihren Augen, die sie kaum zu verbargen wusste „Als Ken erzählte was dir heute passiert ist, das du…. Das du na ja, Anastasia angefahren hast und einen nerven zusammen Bruch erlitten hast, ich habe mich so schuldig gefühlt und verantwortlich. Mir wurde bewusst was ich getan habe…“, sie hielt inne schaute ihn an,  er setzte einfach seinen Weg fort, sagte zu all dem nichts. Doch sie blieb stehen. „Kevin?“, fragte sie nun, er drehte sich zu ihr und schaute zu ihr hinab, in ihre Augen, fest war sein Blick aber nicht einmal hart, denn er konnte ihr nicht an allen die Schuld geben. Er sah die Tränen in ihren Augen auf funkeln. „Du musst wissen das ich dich immer noch liebe und dich immer lieben werde… ich werde mich nie mehr in dein Leben einmischen, du wirst mich nicht mehr wieder sehen. Ich hoffe es wird alles wieder gut zwischen ihr und dir. Denn sie hat dich soviel mehr verdient als ich …“, mit diesen Worten wandte sie sich um und stürmte davon. Er schaut ihr verwundert nach, sah wie sie über die Holbrücke rannte und sich nicht einmal um drehte einfach den ganzen Weg, den sie gekommen waren zurück lief, an den Menschen vorbei, zur Stadt hin. Er seufzte. „Danke, Jasmin“, formte er mit den Lippen und musste dann etwas lächeln. Sie hatte keinen Anderen, strahlten seine Augen.

Vor den Zimmer ging er wie verrückt auf und ab, in seiner Hand hielt er noch immer den Straußblumen und seine Hände schwitzten schon vor Nervosität. Er musste doch einfach durch diese blöde Tür gehen, was war daran so schwer?  Er schaute wie gebannt auf die Türklinke und seufzte dann leise. Sie würde ihn mit Sicherheit nicht sehen wollen. Dieser blöde Straußblumen würde dies mit Sicherheit auch nicht ändern! Aber er musste es doch wenigstens versuchen.

Zögerlich klopfte er an die Tür. Als er ihre Stimme hörte und sie sagte er solle rein kommen, wurde ihn schon wieder ganz anders, er wollte so gerne zu ihr, aber würde sie ihn glauben?

Langsam öffnete er nun die Tür und trat in den Licht durch fluteten Raum hin ein. Anastasia traute ihren Augen kaum, als sie sah wer da grade den Raum betrat. Noch immer schmerzte ihr Kopf von dem Aufprall aber es war nur eine kleine Platzwunde, nichts schlimmes, hatte der Arzt ihr versichert. Er schaute sie mit gemischten Gefühlen an, wie sie da in den Krankenbett lag, an der Stirn, da wo die Wunde sich befinden musste, war ein weiser Verband drum gewickelt. Ihr Kupferfarbenes Haar, lag ungezähmt an ihren Kärper, viel locker über ihre Schultern und ihre Augen schauten mit 1000 Fragezeichen in die seine.
“Hey Anastasia“, begrüßte er sie nun leise und kam um ihr Bett her rum.  Sie verfolgte jeden seiner Schritte.

„Was suchst du hier?“, fragte sie kalt. Er zog den Mundwinkel hoch und seufzte, was hatte er auch erwartet? Das sie ihn einfach um den Hals fallen würde?

er legte den Rosenstrauß auf den kleinen weisen Tisch. Weis… Herr Gott, noch mal! Wieso muss in jeden Krankenhaus nur alles so dramatisch in weis sein!! Denn schon alleine dies wirkte kalt, unfreundlich und man fühlte sich einfach nicht willkommen. Er ließ seinen Blick zum Fenster schweifen welches auf kipp stand, Draußen war so schönes Wetter, wieso konnte sie ihn nicht einfach um den Hals fallen? Wie gerne wollte er sie küssen und an sich drücken, so lange hatte er sie doch nun nicht mehr gesehen!

„Was willst du, Kevin?“, fragte sie nun barsch der er ihr noch immer nicht geantwortet hatte. Es tat ihr weh, ihn hier zu sehen, nach allem was passiert war, wieso konnte er sie nicht einfach in Ruhe lassen? Sie hatte alles dafür getan, dass er sie nirgends finden konnte, hatte sich urlaub von der Bäckerei genommen, hatte den Job in der kleinen Bar gekündigt und hat immer so getan als wäre sie nicht zu Hause, als er vor ihrer Tür stand. Und jetzt stand er einfach vor ihr? Sah dazu noch verdammt gut aus und sie konnte nicht einmal vor ihn flüchten. Verdammt! Sie lag im Krankenhaus, weil irgendein Idiot sie angefahren hatte, ihr Bein war gebrochen und an ihren Kopf war eine Platzwunde, sie sah grausam aus, ihr Haar ungekämmt und ihre Haut blass wie der Tot. Jetzt stand er vor ihr, sah so verdammt gut aus und schaute sie mit seinen fesselnden Augen intensiv an. Was dachte er sich nur? Er trat noch etwas näher an ihr Bett. Schaute sie so vollkommen unbeschreiblich an. „Ich möchte dir etwas sagen“, fing er nun an, auch obwohl er sich so viel mühe gab das seine Stimme nicht zitterte oder versagte, tat sie es trotzdem. „Du hast mir nichts zu sagen, verschwinde einfach!“, es tat so schrecklich weh so hart zu sein, aber sie musste, sie wollte sich keine weitere Lüge von ihn anhören, sie wollte nicht das er sie noch bemitleidete. „Ich liebe dich!“, platzte es einfach aus ihn her raus, nun flackerten ihre Augen, Gefühle in ihr fuhren Achterbahn, was dachte er sich nur? Wie konnte er ihr dies antun? Er trat noch einen Schritt auf das Bett zu und hockte sich nun zu ihr hinunter, legte die Hände auf das Bett und schaute ihr fest in ihre Augen, die ihn unsicher und verletzt ansahen. Seinen Blick nicht wichen. „Du bist ein elender…“, noch ehe sie den Satz zu Ende sagen konnte, hatte er seinen Finger auf ihre weichen Lippen gelegt. Diese weiche Berührung, ihr warmes Fleisch, ihr Atem der gegen seinen Finger wild pochte, schon alleine das machte ihn ganz verrückt. Er liebte einfach alles an ihr. Er schüttelte den Kopf und als sie seine Hand bei Seite schieben wollte, griff er mit der freien Hände ihre Beiden Handgelenke, die er dann mit sanfter Gewalt fest hielt. Sie schaute ihn mit großen Augen an. Wie ihn dieser Blick wahnsinnig machte. „Du hörst mir jetzt zu, du bist lang genug vor mir weg gelaufen!“, er musste lächeln. „Ich möchte nur das du dir alles in ruhe an hörst und wenn du dann möchtest das ich gehen soll, dann werde ich gehen und dich für immer in Ruhe lassen…“, er seufzte und lockerte den Finger etwas an ihren Lippen.

„Ich bin nicht verlobt, ich werde auch kein Vater! Mein Vater und Jasmin haben diesen Plan gehabt. Mein Vater deswegen, weil er nicht wollte das ich mit einer Frau gehe die nicht so verwöhnt ist wie wir es sind und Jasmin konnte es einfach nicht ertragen das ich nun einmal nicht sie liebe sondern DICH. Sie war richtig eifersüchtig, also ging sie zu dir und hat dir diese Story erzählt, ich weis nicht was sie genau gesagt hat. Am Abend war sie dann bei mir und wollte mich verführen, du hast angerufen, als sie grade nur in Unterwäsche vor mir stand! Aber hörst du! Ich wollte niemals was mit einer anderen Frau als mit dir machen, ich habe sie nie angefasst. Habe sie als du noch am Hörer warst aus den Zimmer geschmissen, aber dann hattest du ja bereits schon zu gemacht. Du warst sauer, durch einander und sicherlich auch verletzt. Hast mir aber nicht einmal eine Chance gegeben dir dies zu erklären. Ich war oft bei dir vor deiner Tür doch du hast nie aufgemacht, keine Ahnung ob du da warst oder nicht! in der Bäckerei und der Kneipe warst du auch nie, keine Ahnung wie oft ich dich gesucht habe und dann kam mein Vater ins Krankenhaus, grade als er operiert wurde hat mir Jasmin erzählt du hättest einen Anderen und hast dich deswegen von mir abgewendet, da ich dies nicht glauben konnte und wollte habe ich sie an geschrieen, wurde rausgeworfen und war so durch einander das ich nicht mehr wusste was ich tat, ich trat also aufs Gas und habe dich zu Spät gesehen! Gott, wie hasse ich mich dafür, dass ich dich angefahren habe, habe mir wirklich schwere Vorwürfe gemacht und na ja, als ich vom Revier kam, hat Jasmin mich abgefangen, sie hat mir unter Tränen alles gestanden und nun ja jetzt bin ich hier. Ich liebe dich, ich liebe dich so sehr, dass ich an nichts anderes mehr denken kann, wenn ich einschlafe bist du es die in meinen Träumen rumgeistert und wenn ich meine Augen schließe sehe ich nur dich vor mir. Ich vermisse deine Küsse, deine Nähe und ich vermisse es dich in meinen Armen zu halten! Ich werde deine Entscheidung akzeptieren wenn du mir nun sagst das du mich nach all dem nicht mehr sehen möchtest aber du musst wissen das du mir einfach nicht aus den Kopf gehst das ich an nichts anderes denken kann…“; es kam einfach alles aus ihn her raus und als er ihr alles gestanden hatte, fühlte er sich so unendlich leicht. Sie schaute ihn nun mit ihren Augen an, wie sie ihn noch nie zu vor angesehen hatte. Er konnte es nicht deuten, was sie nun grade dachte. Er löste seinen Finger von ihren Lippen und ließ ihr Handgelenke los. Eine gewaltige Spannung lag zwischen Beiden. Wie gerne hätte sie ihn jetzt einfach an sich gezogen und ihn geküsst, doch ihr Verstand und ihr Stolz ließ dies nicht zu sie musste erst einmal über das alles nach denken. So sehr ihr Herz auch schrie, aber sie musste ihn nun erst einmal gehen lassen. „Bitte geh, Kevin!“, sagte sie leise und schaute ihn flehend in die Augen, wie gerne hätte sie ihn an sich gedrückt. Er nickte enttäuscht, ja für einen Moment hatte er gedacht sie überredet zu haben. Er stand auf und schaute sie noch einmal lange und intensiv an, doch sie mied jetzt seinen Blick, stur und vielleicht auch einfach nur hilflos. Er begab sich zu Tür. „Tut mir Leid“, sagte er noch als er durch die Tür verschwand und sie zurück ließ.

 

 

 

Herr Kilo schaute Kevin prüfend an, er erkannte sofort das es seinen Sohn nicht gut ging. Er wollte sich zwar aufrichten jedoch gelang ihn dies nicht, zu schwach war seine Körperliche Verfassung. „Du liebst sie nicht war?“, fragte er nun und schaute aus den Fenster. Er hasste es über so was zu reden und Kevin war noch immer mit den Gedanken bei Anastasia grade eben war er noch bei ihr gewesen und nun stand er hier bei seinen Vater im Zimmer. Wollte eigentlich so tun, als ginge es ihn gut.

„Was?“, fragte er nun verwundert. „Ich werde dir nicht im Weg stehen, wenn diese Frau dich glücklich macht, soll es mein letzter Wunsch sein das du mit ihr glücklich wirst und ich denke die Frau muss was besonderes sein, wenn du schon für sie die Firma aufgegeben hättest!“, nun lächelte Herr Kilo und schaute zu seinen Sohn der gegenüber vom Bett stand. Er nickte nur. „Ja, das ist sie!“. aber jetzt ist es zu spät…

 

 

 

er wusste nicht wie lange es nun her ist das er sie gesehen hatte sicherlich 4 Wochen und nun war sein Vater auch wieder im Krankenhaus obwohl er für 2 Wochen zu Hause sein durfte, doch der Körper wurde einfach zu schwach. Kevin ging es nicht gut, erschien alles verloren zu haben, seinen Vater, seine kleine „Schwester“ und seine Liebe. Anastasia hatte sich nicht gemeldet und da er versprochen hatte sie in ruhe zu lassen tat er es auch, nur sein Herz lag schwer, es litt. Wie es nun fast zur Gewohnheit geworden war, saß er am frühen Nachmittag auf der Parkbank und schaute den Schmetterlingen zu, die es hier zu genüge gab. Er bemerkte das 16 Jährige Mädchen nicht welches sich zu ihn gesetzt hatte. Und ihn musterte.

„Herrlicher Tag oder?“, fragte sie ihn nun und schaute ihn lächelnd an. Er wandte verwundert den Blick zu ihr. Die kleinen Sommersprossen in ihrem Gesicht, ließen sie richtig niedlich wirken und das rötlich, kurze Haar wirkte Frech und aufgeweckt. „Ja, eigentlich schon!“

„Warum sitzen sie alleine?“, ja, sie schien neugierig zu sein, doch über Unterhaltung freute er sich einwenig. „Warum sollte ich denn nicht alleine sitzen?“, fragte er verwundert. Sie grinste und behielt ihn stets im Auge. „Vielleicht weil andere mit ihrer Freundin hier sitzen!“. Er musste traurig grinsen, ja, Freundin, wie gerne würde er auch hier mit einer ganz bestimmten Frau sitzen. „Nein, ich habe Mist gebaut und nun bin ich alleine“, in seiner Stimme war so viel Kummer, dies hörte die Kleine sofort her raus. „Hmm… das tut mir Leid. Was haben sie denn gemacht?“, sie schien nicht auf hören zu wollen mit ihren Fragen. Er setzte sich bequemer hin und ließ seinen Blick auf den Parksee ruhen. „Ich habe ihr sehr weh getan und nun weis sie sicherlich nicht ob sie mir noch vertrauen kann. Zwei Menschen die mir mal sehr viel bedeutet haben, haben dazu beigetragen. Nun ja, ich glaube ich habe sehr viele Menschen verloren!“, ein Seufzen entrann seiner Kehle. Josephin schaute ihn nach denklicht an „Lieben sie, diese Frau?“. Es war irgendwie komisch diese Frage aus den Mund einer jungen Frau zu hören. Er zuckte mit den Schultern und dann wandte er den Blick zu ihr hin, schaute in ihre mandelförmigen blauen Augen die voller Neugier und zu verzicht strahlten. „Was denkst du wohl?“, fragte er und lehnte sich mehr zurück. „Ich sage das sie, sie lieben, sonst würden sie nicht jeden Tag hier auf dieser Bank ganz alleine sitzen und einfach durch die Gegend starren, sie kommen mir vor wie ein alter Mann, der keinen mehr in seinen Leben hat, aber dabei sind sie doch noch so jung!“, ein mitfühlendes Lächeln umspielte ihren kleinen Mund. Er musste zu geben, das an ihren Worten etwas dran war. „Ja, vielleicht benehme ich mich wie ein alter Mann, aber sag mal woher willst du wissen das ich jeden Tag hier sitze?“. Sie schaute nun nach vorne, beobachtete interessiert die Menschen, die sich hier aufhielten. „Ich gehe jeden Tag um diese Zeit zum Tanzunterricht und andauernd sitzen sie hier, wenn ich los gehe und meist auch noch wenn ich wieder nach Hause gehe.“. „Verrückt…“, sagte er leise, nun schaute sie ihn fragend an. „Na das du einen so alten Mann wie mich bemerkst!“, sagte er nun lachend. Sie wurde etwas rot und erhob sich von der Bank. Wandte ihn noch den Rücken zu. „Wenn ich an der Stelle von ihnen wäre, würde ich um diese Frau kämpfen! Ich würde zu ihr gehen und nicht nach lassen. Ansonsten sitzen sie sicher noch länger hier und kaufen sich beim Bäcker Brötchen um in Gesellschaft zu essen!“ Bäcker, Gesellschaft, Bank?? Oh man, ich werde noch so enden wie diese einsame, alte Dame. Nur werde ich viel früher so leben. Das Mädchen hat Recht! Er erhob sich ebenfalls. Sie wandte sich wieder zu ihn und schaute ihn nun mit ihren funkelnden, frechen Augen an. „Ich werde zu ihr gehen!“, sagte er fest entschlossen. Die Kleine legte ihre Stirn in Falten. „Gut, tun sie das, ich wünsche ihnen alles Gute!“, sagte sie und sah wie er an ihr vorbei trat. Kevin schaute noch kurz zu ihr. „Danke, dir auch Kleine!“ und somit machte er sich auf den Weg, es war fast schon verrückt, da trauerte er fast einen Monat und bemitleidete sich selbst und dann kam dieses Mädchen und schon wusste er was zu tun war, schon wurde ihn klar, das er sie brauchte und ihn wurde klar, dass er um sie kämpfen musste. Er rannte den ganzen Park entlang, war nicht bereit dafür seinen Weg an zu halten, er musste sie zurück bekommen, egal für welchen Preis.

Josephin schaute ihn lächelnd hinter her, wie einfach es war jemanden glücklich zu machen und wie schön liebe sein musste, sie hoffte er würde wieder glücklich werden. Und sie fühlte sich unendlich gut, jemanden Fremden geholfen zu haben, war Balsam für die Seele.

 

 

 

Wie wild klingelte er an ihrer Tür, dann klopfte er immer wieder, sie war da, sie musste da sein, sie hatte sicherlich nur keine Lust die Tür auf zu machen. Aber sie sollte endlich hören das er sie liebte, sie sollte endlich wissen das er jede Sekunde an sie denken musste und sich das nach den langen Tagen und Nächten ohne sie nicht geändert hatte. Wie wild feuerte er die Faust an die weise Wohnungstür. „Anastasia mach schon auf! Ich werde hier die ganze Zeit stehen! Hörst du?“, schrie er und es schallte durch das ganze Treppenhaus, doch keine Antwort kam zurück. Wieder klingelte er und hielt den Knopf gedrückt. Wenn sie es so wollte würde er noch den ganzen Abend und auch noch den ganzen nächsten Tag hier stehen. Er musste sie endlich wieder sehen. Sie liebte ihn doch auch das wusste er, er hatte es doch gefühlt als er in ihrer Nähe gewesen war. wieso öffnetet sie ihn jetzt diese scheiß Tür nicht. „Anastasia, nun mach doch bitte endlich auf!“, nicht mehr ganz so laut aber trotzdem hallte der Satz durch das Gebäude und schien zu stehen. Wo um alles in der Welt war sie nur? Langsam fragte er sich ob sie wirklich nicht da war, vielleicht stand er ja ganz umsonst an dieser Tür!

Ihr Herz klopfte wie wild, sie traute sich kaum zu atmen, ihr Rücken klebte an der Wand und ihren Augen ließen die Tür nicht aus den Augen. Er hatte sie nach all den Wochen nicht vergessen, er war zurück zu ihr gekommen um ihr ein weiteres mal unter die Augen zu treten. Sollte sie ihn öffnen? Aber wollte sie dies denn? Wollte sie ihn unter die Augen treten und noch einmal mit den Tränen kämpfen, weil sie ihn niemals für sich haben konnte. Aber wieso dachte sie so? vielleicht gehörte sein Herz ja doch schon längst ihr und sie war einfach zu stolz um es war haben zu wollen, dass er es wirklich ernst meinte.

„Anastasia? Hörst du mich? Ich werde um dich kämpfen, ich werde wenn es sein muss jeden Abend vor deiner Haustür stehen, selbst solltest du die Polizei rufen, werde ich wieder zu dir kommen!...“, nun war er still und sie hatte eine schreckliche Gänsehaut bekommen. Meinte er es wirklich alles ernst?

„Jeder Tag den ich ohne dich verbringen musste, war einfach die Hölle, ich muss immer zu an dich denken. Sitze wie eine alter Mann auf einer Parkbank und schaue ins Lehre. ich fühle mich so verdammt einsam ohne dich...“ es war verrückt er wusste nicht einmal ob sie ihn hörte aber es brannte alles so schrecklich tief in seiner Seele das er es sagen musste, ob sie ihn nun hörte oder nicht. Er lies die Faust auf der Tür ruhen und lehnte den Kopf da gegen.
“Ich fühle mich sogar schrecklich alt, immer zu wenn du nicht in meiner Nähe bist fehlt mir etwas. Ich kann es dir nicht beschreiben, was ich fühle und denke, denn wer kann schon ein Gefühl  beschreiben? Ich habe von Jasmin nichts mehr gehört, sie hat alles zerstört zwischen uns...“, er schluckte. „Mein Vater liegt wieder im Krankenhaus... das braucht dich nicht zu interessieren, aber du sollst wissen das er dich gerne kennen lernen möchte...“ er war einige Sekunden still, erinnerte sich daran wie sein Vater ihn gebeten hatte doch irgendwann noch einmal diese junge Frau zu sehen und sie um Entschuldigung bitten zu können... ja, und nun, wollte sie nicht einmal von ihn was hören.

„Okay, ich werde gehen aber ich werde wieder kommen. Weil ich dich verdammt noch mal liebe...“, mit den Satz wandte er sich von der Tür weg und ging zur ersten Stufe.

Ihr Herz raste noch immer schien sich kaum beruhigen zu wollen. Nein! Ich bin doch einfach blind...!!! schnell riss sie die Tür auf und stürmte hinaus. „Kevin!“, sagte sie ganz leise. Sofort blieb er stehen und drehte sich zu ihr um. Wie sie vor ihn stand, total schüchtern, mit fragenden Augen schaute sie ihn an halb im Türrahmen. Und sie sah so gut aus, sie sah einfach besser aus als er war haben wollte, die schöne Figur, die langen Beine, die welligen Haare und dieser Blick, dieser ungestüme, fragende und verlangende Blick. Sollte er?

Sie kam einfach auf ihn zu, unsicher aber denn noch ohne stehen zu bleiben, erst als sie ganz nah an ihn stand und ihn tief in die Augen schauen konnte blieb sie stehen. Wie er in die Augen schaute, voller Gier, voller Zuversicht und da war noch etwas, etwas was sie so sehr vermisst hatte, das Funkeln, welches so voller Liebe war.

„Ich wollte...“, sagte er leise, aber nun schüttelte sie den Kopf und drückte ihren Finger auf seine schmalen Lippen, schaute ihn tief in die Augen. „Du wolltest nichts“, hauchte sie ihn zu und kam mit ihren Kopf näher, nahm ihren Finger beiseite und presste nun ihre Lippen an die seine, erst fragend und zaghaft, doch als sie seine Hände auf ihren Rücken spürte und fühlte wie er sie an sich ran zog, wusste sie es war in Ordnung und gab sich ihn nun völlig hin.

Trennte jedoch kurz ihre Lippen und streifte mit den Lippen sein Ohr. „Ich liebe dich so sehr!“, flüsterte sie ihn leise ins Ohr und er drehte mit seiner Hand ihren Kopf wieder zu seinen Lippen ran. Um sie aber mals zu Küssen. Wie sehr hatte er dies vermisst er liebte sie. Er brauchte sie und nie mehr wollte er ohne sie sein. Sie wusste, sie war nicht in der Lage sich ihn zu verweigern, nie konnte sie dies, denn die Wochen ohne ihn waren die Hölle gewesen.

Aber dies spielte nun keine Rolle mehr, denn sie fühlte seine Hände auf ihren Po und sie fühlte seinen Kuss, seine Zunge, seinen Oberkörper und alles an ihr schrie nach ihn.

Nie mehr wollte sie ihn los lassen...

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 29.05.2008. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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