Klaus-Jürgen Langner

Alles hängt mit allem zusammen

Alles hängt mit allem zusammen
 
 
Meine gesamte Umwelt ist vollkommen durchsetzt mit Geräuschen der unterschiedlichsten Art. Und mitten in meinem Gesicht befindet sich doch tatsächlich eine Öffnung mit der ich die verschiedensten Geräusche sogar selbst noch herstellen kann. Wenn ich mich anderen verständlich machen möchte, dann ist das wohl das wichtigsten Verständigungsmittel, das mir zur Verfügung steht.
Immer wenn ich mich so verständlich mache, dann bewege ich die Luft um mich und fange an zu flüstern, sprechen, schreien oder sogar singen. Ich bewege die Luft und erzeuge auch so ein Geräusch, wenn ich nur die Hand hebe. Das ist zwar zu langsam um mit den Ohren wahrgenommen zu werden (Infraschall), aber ich könnte ihn verstärken und hören. Ohne Verstärkung höre ich aber zu Beispiel die abendliche Mücke, wenn ihre  schnelle Flügelbewegung einen warnenden Ton hervorruft.
Beim Sprechen wird auch die Luft zusammengedrückt und bewegt sich von mir weg und zwar mit 344 m/sec. (Schallgeschwindigkeit).
Ich könnte aber auch ein Stückchen Draht nehmen, beide Enden an eine Batterie anschließen und einen Schalter dazwischen haben. Beim Betätigen des Schalters geschehen jetzt mehrere Dinge auf einmal. Zunächst kann jetzt ein elektrischer Strom von einem Ende des Drahtes zum anderen wandern. Dann entsteht gleichzeitig ein magnetisches Feld rechtwinklig dazu und das breitet sich mit der Wandergeschwindigkeit von 300 000 Km/Sec. bis kurz hinter die Unendlichkeit aus. Gleichzeitig erhitzt sich der Draht und dehnt sich deswegen auch aus. Das erzeugt eine Gravitationswelle. Auch diese breitet sich bis ins Unendliche aus.
Natürlich sind diese Wellen recht schwach, aber sie sind zunächst einmal vorhanden. Ich werde später  auch auf die Wirkung ganz schwacher Wellen zu sprechen kommen. Meine Schalterbewegung  wurde also durch die Luft bis an den Rand meiner Atmosphäre weitergeleitet und durch die Ausbreitung des Magnetfeldes und der Gravitationswellen sogar den Bewohnern am Ende des Universums.
Ich möchte damit aufmerksam machen, dass selbst ganz unscheinbare Tätigkeiten bis in unvorstellbare Entfernungen übermittelt werden und das kann irgendwo weit weg sogar noch etwas bewirken.
Die Wahrnehmung meiner eigenen Realität bewirkt bei mir natürlich auch etwas, aber wie nehme ich denn die Realität wahr?  Ich bleibe mal beim Schall.
Ein Delphin zum Beispiel sendet einen Ton aus. Die anderen Lebewesen, die ihn auffangen werfen ihn teilweise zurück und aus dem Unterschied zwischen dem ausgesandten und zurückgeworfenen Strahl kann das Tier vom Delphin geortet werden.
Auch hier ist es wieder ein Unterschied, der die Realität für den Delphin erkennbar macht. Ebenso verfahren andere Tiere, Wale, Fledermäuse und sogar
 
 
auch ich, wenn ich das Gehör benutze und auch beim Farbempfinden ist es ähnlich.
 Noch einmal betont: Für mich entsteht ein Teil meiner Realität in diesem Bereich indem ich Differenzen bemerke. Und grundsätzlich ist das bei meinen anderen Sinneswahrnehmungen auch so.

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 23.03.2014. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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