Klaus-Jürgen Langner

“Etwas“ oder doch “Nichts“? (Version 2012)

Mich reizt der Gedanke, über das Verhältnis von „Etwas“ und „Nichts“ nachzudenken.
Also der ominöse Urknall soll so vor 14 Milliarden Jahren stattgefunden haben und er vollzog sich aus dem „Nichts“.
Ich frage mich: Wie muss ich mir das „Nichts“ denn vorstellen?
Und warum verändert es sich denn zum „Etwas“?
 
Also unsere Herren Physiker haben da einen ganz bestimmten Grundsatz, der für sie zur Zeit unantastbar erscheint: Die Unordnung nimmt in einem abgeschlossenen „Etwas“ immer zu. Sie sprechen den Zweiten Hauptsatz der Thermodynamik so aus: Die Entropie in einem abgeschlossenen System nimmt immer zu.
Der Entropie-Wert lässt sich leicht erklären; er bleibt immer gleich. Wie immer die einzelnen, selbständigen Teilchen innerhalb eines Systems angeordnet werden, es bleibt dasselbe System.
Also ich kann in meinem Kühlschrank die Butter, den Käse, die Wurst, den Fisch hinlegen wo ich will, es bleibt immer mein Kühlschrank. Aber diese Möglichkeiten sind überschaubar. In meiner Flüssiggas-Flasche dagegen ist der Entropie-Wert viel höher. Ganz egal wie die einzelnen Gasmoleküle sich anordnen, es bleibt immer meine Gasflasche.
Aber bei einem Lebewesen ist der Entropie-Wert sehr gering. Wenn ich das Gehirn in den Bauch lege und die Füße kommen aus dem Kopf anstelle der Ohren, dann ist dieses System nicht mehr als „ein Mensch“ anzusehen.
 
Wenn das aber so ist, dann hat das „Nichts“ die größte vorstellbare Entropie, denn „Nichts“ bleibt „Nichts“ egal wie ich es mische! Deshalb kann ich mir nicht gut vorstellen, wie aus dem „Nichts“ mit so riesiger Unordnung so etwas wie unser vielgestaltiges Universum hervorgehen konnte!
Aber das ist noch nicht alles. Die Wissenschaftler haben herausgefunden, dass es Symmetrien, also Grundbausteine im System gibt. Was aber ist symmetrischer als das „Nichts“? Ein Stück „Nichts“ sieht aus wie das andere! Das „Nichts“ ist also vollkommen symmetrisch!
 
Da gibt es ein Fachgebiet, das versucht das Verhalten von „Quarks“ in Atomkernen mithilfe verschiedener „Farbsymmetrien“ zu erklären (Quantenchromodynamik!).Die Symmetrien haben komischerweise die Angewohnheit, sich selbst unter bestimmten Umständen zu zerstören (Symmetriebrechung genannt).
„Man kann einen Zustand ohne „Quarks und Antiquarks“ herbeiführen, aber der ist sehr instabil. Spontan entstehen Quark-Antiquark-Paare“ (also Materie), sagt ein Wissenschaftler namens Wilczek. „Die vorherige Symmetrie des Nichts ist dann verschwunden und Materie entsteht. Also ist „Das Etwas ein natürlicherer Zustand als das Nichts“.
Dann gilt auch der Satz: “Die Existens unseres Universums beruht auf der Abneigung in perfekter Vollkommenheit weiterzuexistieren“. Es gibt dann auch keine feste Barriere zwischen dem „Nichts“ und einem an Materie reichen Universum! Aber dann kommt gleich meine Frage, was war denn vor dem Urknall?
Es wird jetzt auch ein wenig durcheinander für mich: Wie kann irgendetwas überhaupt „eher“ sein als der Beginn der Zeit?
Dann kommt noch damit im Zusammenhang die Frage aus der Quantentheorie, wonach Energie und Zeit voneinander abhängen: Was lange dauert hat wenig Energie und im Gegenteil je kurzlebiger desto energiereicher! Das uns bekannte Universum gibt es – wie wir vorher schon angesprochen haben – ja für uns schon ziemlich lange. Demnach hat es auch eine niedrige Energie.
Einstein hat in seiner Allgemeinen Relativitätstheorie gezeigt: Mehr Raumzeit bringt mehr Schwerkraft und die wirkt erstaunlicherweise der Energie der Ausdehnung entgegen. Sollte es so sein, dass in der Gesamtsumme das Universum gar keine Energie hat, dann kann, wie Alan Guth (Kosmologe am MIT) sagt, aus „Nichts“ „Etwas“ entstehen, ohne dass  das physikalische Gesetz der Energierhaltung gebrochen wird. Dann ist eben „Alles gleich Nichts“.
Aber das bringt uns auch nicht viel weiter, denn dann müssten irgendwelche physikalischen Gesetze außerhalb von Raum und Zeit exsistieren.
 
Ich versteh das alles nicht mehr. Ich weiß immer noch nicht genau:
Warum gibt es „Etwas“ und nicht „Nichts“!?
Was meint ihr?
 
Don, 25.05.2012
 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 15.04.2014. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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