Klaus-Jürgen Langner

Hat sich "Etwas" aus "Nichts" entwickelt? (Version von 2015)

 
"Gott schied  das Licht von der Finsternis" so heißt es (Genesis 1,4).
Seitdem haben wir die verschiedensten Gegensatzpaare, die sich z.B. aus den beiden "Yin" und "Yang" entwickelt haben.
"Yin und Yang sind Begriffe, mit denen eine gegensätzliche Beziehung zwischen zwei oder mehr Dingen ausgedrückt wird." (Ames). Dabei wird Yin u.a. mit weiblich, dunkel, Wasser, Erde, passiv in Verbindung gebracht, und Yang bedeutet hell, aktiv, Hitze, Licht, Feuer, Expansion und Sonne in Verbindung gebracht. Auf keinen Fall ist es der Gegensatz zwischen der Wertung "Gut" und "Böse".
 
Aber erst einmal: Halt!
 
Ehe dieser gewisse "Gott" (oder bin ich das eventuell doch sogar selber?) dieses "Etwas" geschieden hat, was war denn da? Was nimmt denn derjenige eigentlich wahr, der die Summe all dessen, was sein könnte in sich selber vorfindet?
 
Wahrnehmen bedeutet doch, dass es irgendeinen Beobachter geben muss, der irgendetwas "anderes" beobachtet. Das sind immerhin mindestens zwei unterschiedliche Differenzen! Wenn ich (oder er) alles selber bin, was kann ich dann noch beobachten?
 
Da gibt es grad eben auch keinen Unterschied mehr in der absoluten Gesamtmenge von Informationen. Und das bedeutet zugleich es gäbe keine unterscheidbare Aussage einer einzelnen Information. Denn – das lernt  jeder in der ersten Stunde der Informatik – die Überlagerung aller Information ist formlos sie ist ein allgemeines Rauschen ohne Einzelheiten! Und jede Information – so sagt es schon der Name – muss eine Form haben.
Diese Erkenntnis kommt einer Zen-Aussage sehr nahe. "Alles Sein ist Leere!" Meine persönliche Deutung geht dahin, dass die Ordnung der von mir wahrgenommenen Leere erst durch mich eingebracht wird, indem ich diese Ordnung wahrnehme. Das geht deswegen, weil die Leere zugleich alle Möglichkeiten jedweder Existenz beinhaltet. Ich kann mich selbst im Zustand dieser Leere befinden und jedwede Interpretation oder Bewertung unterlassen und damit Platz schaffen für den Erleuchtungszustand (Satori) und mich selber fallen lassen in diesen Zustand der unendlichen Leere und Fülle zugleich.
 
Der chinesische Taoismus benutzt dafür die Bezeichnung "Tao". Das ist ein alles umfassender Zustand, ohne eigene Gestalt, aus dem alle Formen des Seins und auch alle Formen eines jeweiligen "Gottes" hervorgehen. Hieraus entwickelten sich alle Namen eines Wesens, das Eloha, Jahwe, Shiwa,  Zebaot,  und eben auch Gott benannt wurde.
 
So und nun haben wir endlich den gesuchten aus meiner Eingangsfrage: "Gott, der das Licht von der Finsternis schied."
 
Schon Sekundenbruchteile nach dem Urknall kondensiert die bisherige Leere zur Materie (mater) in ihr die männliche Energie: Feuer. Dazu ist Kühlung und Kontraktion notwendig – die weibliche
Yin-Variante kommt zum Tragen. Weiter geht es mit dem Wachsen größerer Gefüge (unter anderem auch unsere Sonne): Atomkerne verschmelzen zu Fusionsreaktoren und die männliche Form der Energie entsteht, das Feuer, das den nächsten Raum als elektromagnetisches Licht erfüllt. Irgendwo trifft dieses Licht auf kleinere Materieanhäufung (unsere Erde) und die hier ankommende Energie führt zu der möglichen Entstehung von Leben.
 
Ich möchte noch einmal kurz zusammenfassen: Nur durch das geordnete Zusammenwirken von solchen Gegensatzpaaren, wie  Yin und Yang entsteht aus der formlosen Masse "Etwas" eine geordnetes, bestimmbares von "Etwas", was wir jetzt als Erde kennen, auf der alles deswegen für uns wahrnehmbar erscheint, weil ein jedes Ding zusammen mit seinem Gegenteil existiert.
 
Soweit so gut, aber ich darf nicht unterschlagen, dass das nur verständlich ist aus meinem menschlichen Bewusstsein, das ein auch mögliches Gottesbewusstsein nicht berücksichtigt, das da sagt: He, Du weißt doch: "Alles ist eins."
 
Um aus dieser Gedankenfalle herauszukommen bemühe ich mal den indischen Begriff von "Maya" das heißt "Illusion", die dadurch entsteht, dass das scheinbare Zerteilen des an sich Formlosen und Nichtfassbaren in Begreifbares und Abgrenzbares möglich ist. Das Bild einer Traumrealität erscheint mir hier passend. Wenn es ein Dauertraum ist, dann kann der Träumende auch nicht erfassen, dass er träumt.
 
Wie komme ich nun weiter?
 
Wenn es so ist, wie ich annehme, dass ich der Schöpfer meiner Realität bin, dann habe ich sie ja vermutlich mit voller Absicht auch so erschaffen. Wie? Nun ja, wahrscheinlich habe ich als Seele mit allen andere Seelen in der Nähe die Entwicklung der Erde schon sehr, sehr lange beobachtet.
Und so etwa ab dem Jahre 34 Mio vor Christus – also dem Auftreten der ersten höheren Primaten, d.h. die ersten "Anthropoidea" Affen erscheinen –  und vielleicht spätestens dem Jahre 7 Mio vor Christus, wo die ältesten Frühhominiden den aufrechten Gang proben, da haben wir als "Nurseelen" existierend gemeinsam entschieden, mithilfe unserer Schöpfermacht, dass wir ja jetzt hier einmal auch eine Verkörperung riskieren könnten. Allerdings müssen wir dabei eines bedacht haben:
Es ist besonders interessant mal in ein bisher unbeseeltes Wesen einzutauchen, wenn dieses Neu-Wesen gar nicht weiß, dass es ein Teil eines allumgreifenden Bewusstseins ist. Die nachfolgend mögliche Informationsaufnahme wurde dann auch eingeengt, auf die Fähigkeit der bisherigen Wesen Umwelt wahrzunehmen und zu gestalten.
 
So ist auch verständlich, dass der damalige homo sapiens keine Erinnerung an seine bisherige Entstehung und Entwicklung mehr hatte. Er konnte nur auf Informationen seines damaligen Gehirns zugreifen. Aber das Gehirn eines jeden einzelnen entsteht ja frühestens im Mutterleib.
Diese Verbindung bedeutet, dass der neue homo sapiens mit einer Art von Entwicklungssprung in der nun folgenden Menschheitsgeschichte erschien und zwar so um das Jahr  40.000 vor Christus. Da lebten wir dann plötzlich neben den Neandertalern, die später cirka um 27.000 vor Christus ausstarben. Jedenfalls gibt es in der Entwicklungsgeschichte diese von mir geschilderte Lücke.
Aber es kann da auch ein wenig anders gelaufen sein, das wäre nur eine in unsere Forschungsergebnisse passende Erklärung.
 
Diese Erkenntnis bringt aber alle, die sie teilen in eine ganz neue Partnerschaft von "Ich" und Welt. Jetzt bin ich auch in der Lage das Goethe-Zitat vollends zu verstehen:
 
"Der Moment des Todes ist der, wo die Seele die regierende Zentralkraft entlässt, aber nur, um wieder neue Verhältnisse einzugehen, weil sie von Natur aus unvergänglich ist!" (J.W. von Goethe).
 
Jedes "Ich" in dem dann natürlichen Zustand bedeutet, dass dieser Zwischenzustand nur eine kurze Zeit dauert, weil eine neue Reinkarnation stattfindet. (Reinkarnation bedeutet  eine erneute Einfleischung, carnis lat. Fleisch). Dieser Glaube ist nicht nur bei den Hindus und den Buddhisten gang und gäbe, nein, auch bei den frühen Christen finden wir ihn wieder, allerdings nur bis zum zweiten Konzil von Konstantinopel im Jahr 553. Damals soll diese von Originis vertretene Ansicht als Häresie verworfen worden sein. Genaues wissen wir jedoch nicht mehr, denn die griechischen Akten des Konzils wurden 681 vernichtet, da man sie irrtümlich für eine Fälschung hielt.
 
In neuerer Zeit hat sich Thorwald Dethlefsen sehr verdient gemacht um die Erforschung dieser auch heute noch vertretenen Ansicht. Seine interessanten Bücher zeigen das sehr eindeutig. Er geht davon aus, dass es Seelen gibt, die sich ganz intensiv mit einem Körper identifiziert haben, und dass sie infolgedessen jedwede Zusammengehörigkeit mit einem höheren Bewusstsein nicht mehr erkennen. Sie haben nur noch die Bezugsebene zu ihrem zeitweiligen Körper. Nach dem Verlassen dieses Bezuges inkarnieren sie jedoch anderweitig.
 
Immer wieder werden aber auch Menschen geboren, die sich erneut in ein "Abenteuer Leben" stürzen, weil sie anderen behilflich sein wollen ihre spirituelle Entwicklung voranzubringen. "Avatare" wie sie im Hinduismus genannt werden (Abgestiegener) sind wohl Christus, Buddha, Krishna, Rama, Konfuzius und viele weitere. Wer mehr über diese Gedanken erfahren will sollte sich den Film "Avatar" ansehen.
 
Warum läuft denn mein gesamtes "Leben" mit all seinen diversen Entwicklungen so ab, wie ich es eben in dieser Kurzform geschildert habe?
 
Ganz einfach: Ich bin es leid, mein Leben immer wieder mit dem Wort "Leid" in Zusammenhang zu bringen. Das tun die meisten meiner Gesprächspartner immer wieder. Freude und Wohlsein oder sogar ein ganz herzlichen Lachen  als Grund für mein Leben zu sehen, das ist für mich sehr viel eher erstrebenswert, als der häufig geäußerte resignative Satz älterer Menschen: "Ach, das Leid hat ja doch bald ein Ende!"
 
Ich habe mir fest vorgenommen meinen Großvater an Lebensjahren zu überbieten und erst einmal 100 Jahre alt zu werden; dann werde ich entscheiden wie lange ich noch leben möchte. Und da ich eine ganz klare und deutliche Überzeugung davon habe, werde ich meinen 100. Geburtstag ganz feierlich begehen. Willst Du auch mitfeiern? Dann fühle Dich eingeladen.
 
Jeder weiß doch, wer das gesagt hat: Wenn Dein Glaube nur fest genug ist, dann sage zum Berg: "Hebe Dich hinweg!" Und er wird es tun. Warum soll das bei mir anders sein?
 
 
Don, 19.04.2015
www.kunstmalerdon.de
 

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