Marlene Remen

SONNTAGSGESCHICHTEN 47

Vom Erinnern und unsagbarem Vermissen


Ist eigentlich der November dafür prädistiniert,um alle diese trüben Tage
in sich zu haben ? Warum sind sie nicht mehr auf das ganze Jahr verteilt
worden und nicht in diesen Monat, der die Menschen nur trübsinnig macht ?
Gedenktage, ja, es muß sie geben, aber braucht es die wirklich ?
Heute ist nun dieser letzte im November, der Totensonntag, allein diese
Bezeichnung finde ich unpassend. Ja, es ist der Tag der schon Gegangenen,
für alle schon Gegangenen auf dieser Erde. Was für einen Jeden ein Mensch
bedeutet hat, den er verloren hat, dies fühlt er nur in seinem Herzen und darin
wird er immer bleiben.

Was einmal bleiben wird, ist nur die Erinnerung, an schöne, aber auch an traurige
Stunden und der Schmerz des Gehenlassen müssen. Um einen solchen Verlust
zu ertragen, dies dauert seine Zeit, denn das Vermissen ist immer in den Herzen
der Zurückgebliebenen. Jedoch die Liebe, die uns an diese Gegangenen denken
läßt, sie kann trösten und das Herz streicheln und in Wärme hüllen.
Da braucht es diese Gedenktage nicht, denn was ein verlorener Mensch einem
bedeutet hat, dies fühlt man in seinem Herzen.

In einer Woche ist dieser November vorbei und die Adventszeit beginnt, die Zeit
der Besinnlichkeit und des Lichterglanzes. Und die Vorbereitung für das kommende
Weihnachtsfest bringt anderere Gedanken mit sich. So sollte es sein und doch gibt
es diese Momente, wo das Herz weinen wird, weil es nicht mehr so ist, wie es einmal
gewesen ist, wenn Menschen fehlen, die doch zu dir gehört haben und du vermisst sie.
Doch die Liebe zu ihnen, sie wird auf ewig in deinem Herzen bleiben und die Erinnerungen.

Habt einen schönen, ruhigen Novembersonntag, bis zum nächsten Sonntag ein liebes
Tschüüüüüüß.


 

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