Hartmut Wagner

Reise und Abwege durch Myanmar im Februar 2014

Samstag, 1. 2. 2014

Der Zug von Ergste nach Dortmund um 6 Uhr 39 fuhr nicht. Schließlich war Samstag. Ich hatte mich trotzdem auf eine Aussage meiner zwanzigjährigen Großnichte Luisa verlassen, die regelmäßig werktags die Bahn benutzt.

Wie sollte ich nun pünktlich zum Flughafen in Frankfurt am Main kommen?

Ich schleppte das Gepäck den Zehnminutenweg nach meinem Haus zurück und klingelte meine Nichte Bettina heraus. Die wohnt auch dort. Sie fuhr mich mit ihrem Auto zum Bahnhof nach Hagen.

Dort lief ich auf dem Bahnsteig im Dauerlauf hin und her, um nicht zu frieren.

Kalter Regen fiel bei Temperaturen knapp über dem Nullpunkt in einen schmutzig grauen Wintertag.

Um 7 Uhr 57 verließ ich Hagen und kam um 9 Uhr 50 auf dem Frankfurter Flughafen an. Meine Nichte Silke, Biologieprofessorin in Lübeck, fand ich sehr schnell. Sie und ich wollten gemeinsam reisen.

Die Maschine der Malaysia Airlines hob um 10 Uhr 35 ab. In der Touristenabteilung bekamen wir Außensitze in der Mittelreihe rechts. Links neben uns gähnten zwei leere Sitze.

Freundliche Stewardessen in Landestracht versorgten uns mit sehr gutem und reichlichem Essen und ebenfalls recht häufig mit Getränken nach Wahl.

Beim Essen konnten wir zwischen Hühnchen bzw. Fisch mit Reis wählen. Der Service bot erste Klasse.

 

Sonntag, 2.2.2014

Nach einem etwa zehnstündigen Flug landeten wir am Sonntag, 2.2.2014 morgens um 7 Uhr auf dem Flughafen der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur.

Während des Flugs, an was dachte ich da und worüber unterhielt ich mich mit meiner Nichte? Darüber habe ich nichts aufgeschrieben und aus dem Gedächtnis fällt mir nichts mehr ein.

Mein Leben und die Leben der meisten anderen Menschen kennzeichnen jenseits der rasch vergessenen Alltagsroutine: Formulare ausfüllen, aufstehen, sich an- und wieder ausziehen, essen, trinken, Zeitung lesen, Strom- und Wasserrechnungen bezahlen, auf dem Klo und in der Badewanne hocken, Zähneputzen, Morgen- und Abendtoilette, Ereignisse, die aus irgendwelchen Gründen des Ärgers, der Freude, der Trauer oder der Wut im Gedächtnis verharren.

Während des Erinnerns vermehrt sich jedoch das Erinnerte oft um erstaunlich viel. An einem Hauptereignis ankern nach und nach viele Nebengescheh-nisse und an diesen wiederum andere. Das habe ich wiederholt beim Nachdenken über bestimmte Vorfälle in meinem Leben fest gestellt.

Denke ich beispielsweise an das Jahr 1998, fällt mir jetzt, während ich vor meinem Laptop sitze und schreibe, aus dieser Zeit spontan gar nichts ein. Mittels einiger Gedächtnismühen, Briefen, Dokumenten, Gesprächen mit Verwandten, Freunden und Bekannten ließe sich die verlorene Zeit jedoch sicherlich einigermaßen rekonstruieren.

Die unvergessenen Ereignisse, Gespräche und Gefühle aber machen am Ende unser Leben aus. Sie bleiben bis zum Tod in unserem Gedächtnis.

Das alles ist mir gerade eingefallen, als ich darüber nachgedacht habe, worüber ich mich mit Silke während des Flugs nach Burma unterhalten habe.

Und nun, gerade jetzt, fallen mir aus dem Nichts auch Gespräche ein, auf die ich später zurück kommen werde.

Ein Plan für ein wichtiges literarisches Vorhaben kam mir ebenfalls in den Sinn.

Ich will so schnell wie möglich alles in chronologischer Reihenfolge aufschreiben, an das ich mich aus meinem gegenwärtig, am Freitag, 19.10.2018 um 12 Uhr 30 vierundsiebzig Jahre und rund drei Monate langen Leben, noch erinnere. Das Vorhaben wird bis an mein Lebensende dauern und ungeheure Arbeit, doch auch viel Freude verursachen. Obendrein will ich versuchen, möglichst ehrlich zu sein. Ob das immer gelingt? Gleichzeitig muss ich aber andere Personen schonen. Vielleicht gebe ich ihnen auch einfach andere Namen und verändere ihre Biographien so, dass ihnen das Rückwärtstagebuch keinen Schaden zufügt und sein Zweck, ein alltägliches Leben beispielhaft darzustellen, nicht leidet.

Sollte ich mindestens 95 Lebensjahre erreichen, ich bin eigentlich ganz optimistisch, werde ich die Beschreibung mir wichtiger Begebenheiten aus meinem Leben beenden, egal, wie weit ich gekommen bin. Alle Jahre, die dann noch kommen, will ich nichts als faulenzen und reisen. Träume kosten ja nichts.

Weil das Leben überwiegend aus Alltagskram besteht, vielleicht ist der aber viel wichtiger als das Außergewöhnliche, werden meine relativ vielen Lebensjahre vielleicht auf etwa 20 zusammen schnurren, die aus bemerkenswerten Ereignissen bestanden., z.B. einem Vorfall im Lehrerzimmer meiner Dortmunder Berufsschule.

Eine studiendirektörliche, stundenplangestalterische, äußerst ekelhafte und oberzickenhafte Kollegin bezeichnete meine pädagogische Arbeit plötzlich laut und deutlich als schlampig, während wir im Kollegenkreis zusammen saßen und vorher über den letzten Sieg der Dortmunder Borussenfußballer geredet hatten.

Einem Kollegen kam das „Kolleginnenlob“ aus heiterem Himmel wie mir höchst unverschämt vor. Ich war wie vom Donner gerührt und hätte die Verleumderin am liebsten auf grausamste Art und Weise höchst langsam erwürgt. Mir fielen aber keine passenden Worte zu diesem tückischen Angriff aus dem Munde einer hässlichen alten Schachtel ein. Wie konnte diese dumme Kuh irgendetwas über meine pädagogische Arbeit wissen? Sie war nie in meinem Unterricht gewesen.

Dass ich diese Tatsache dem dreisten Mobbing der miesen Krähe nur entgegenzusetzen brauchte, vermehrt um die Worte: „Ach, dumme Gänse schnattern manchmal viel!“ und so eine überaus peinliche Niederlage in einen gloriosen Sieg verwandelt hätte, kam mir erst nach Feierabend in den Sinn. Doch obwohl mir sonst nur selten Worte fehlen, bei diesem Angriff des verrosteten Schraubendampfers blieb ich leider sprachlos.

Das Weibsbild musste schon vorher beinahe tödlichen Hass auf mich empfunden haben. Ich weiß aber bis heute nicht warum und kann nur vermuten weshalb. Sie hatte irgendwie bemerkt, dass ich sie keinesfalls für eine superfleißige und oberschlaue Pädagogin hielt, wovon sie und die meisten anderen Mitglieder aus dem Kollegium überzeugt waren. Ich dagegen wusste genau: Sie als Stundenplanmacherin bekam einige Ermäßigungsstunden und war an keinem einzigen Freitag und viele Montage in der Schule nicht anwesend war. Übrigens liebe ich Kritik überhaupt nicht. Trotzdem lasse ich mich jederzeit kritisieren, aber nur unter vier Augen und sachlich begründet.

Ich fühlte mich jedenfalls auf meinem engen Sitz im Flugzeug ledig aller lästigen Pflichten und ähnlich frei wie der Klischeevogel in der Luft, dachte aber: „So viele Fernreisen wirst du mit jetzt fast siebzig Jahren nicht mehr erleben. Deswegen genieße diese Ausflüge mit gelassener Seele und fröhlichem Herzen umso mehr.

Malaysia liegt südlich der Grenze zu Burma bzw. Myanmar, so der gegenwärtige Name. Burma hieß das Land als englische Kolonie bis zur Unabhängigkeit.

Die Burmesen liebten ihre Kolonialherren, die Engländer, ganz und gar nicht. Und im zweiten Weltkrieg begrüßten viele Eingeborene deswegen die faschistischen japanischen Eroberer als Befreier vom Kolonialjoch.

Unser Reiseleiter Ted, ein zierlicher, kleiner Burmese, informierte uns über die Unbeliebtheit der Engländer und die Beliebtheit der Japaner.

Wie Burma liegt auch Thailand an der Nordgrenze Malaysias, aber im Osten

Burmas.

Während in Myanmar und Thailand vorwiegend buddhistische Menschen wohnen, leben in Malaysia hauptsächlich Mohammedaner. Malaysia nimmt die ganze malaysische Halbinsel ein, bis auf den chinesisch dominierten Stadtstaat Singapur auf ihrem südlichsten Zipfel.

Sowohl Burma wie Malaysia besitzen lange Küsten am indischen Ozean.

Burma grenzt übrigens im Nordwesten an Bangladesh und Indien und im Nordosten außer an Thailand noch an Laos und China.

In den Duty-Free-Läden des Flughafens der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur, auf dem wir rund drei Stunden verbrachten, verkauften die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jede Menge Schnaps und andere Spirituosen, obwohl Malaysia ein islamisches Land ist, der Islam Alkohol verbietet und die Flughafenpolizistinnen Kopftücher unter ihren Mützen tragen.

Geld stinkt ja bekanntlich nicht, ein kleiner Rausch mag auch nicht zu verachten sein und Kopftücher unter Mützen gleichfalls nicht.

Jedenfalls grübelte ich, Atheist, Vernunftliebhaber und Religionshasser, ein kleines Weilchen darüber nach, warum die Kopftuchpflicht den Anhängern des islamischen Aberglaubens wichtiger erscheint als das mohamme-danische Alkoholverbot!

Das Letzte sagt mir sogar zu. Denn nicht die illegalen sind die gefährlichsten Drogen weltweit, sondern die legalen, Alkohol und Nikotin. Das beweisen alle Statistiken sonnenklar.

Und trotzdem wollen irgendwelche „Experten“ Hasch legalisieren, haben es in den USA vielerorts schon zu boomenden Hanfplantagen und in Kanada im Oktober des Jahres 2018 zur vollstaatlichen und -idiotischen Legalisierung gebracht. Der Staat Kanada ist jetzt ein schmieriger, legaler Drogendealer, dessen Entgelte aus Milliarden Drogensteuern bestehen.

Den Legalisierungs-“Fachleuten“ wünsche ich von ganzem Herzen, dass ihnen irgendeine bekiffte Kifferin oder ein zugedröhnter Kiffer volle Kanne mit dem Auto in den Hintern fährt, genau wie ich jedem Todesstrafenfan wünsche, dass er ihr zum Opfer fällt.

Aller dämlichstes Argument der Haschlegalisierer: „Jetzt entkommen Hascher und Haschproduzenten ab sofort dem kriminellen Sumpf der IIlegalität!“

Jeden Tag schmuggeln Nikotingangster seit Jahren mit allen möglichen suchtfördernden Substanzen versetzte Billigzigaretten in Containern auf Riesenlastern quer durch Europa und panschen Alkoholverbrecher weltweit skrupellos Billigstalkohol zusammen, der zu Erblindungen oder anderen schweren Folgen führt.

Der Flughafen Kuala Lumpurs besitzt einen sternförmigen Grundriss, den vier

Arme zeigen, die in verschiedene Richtungen verlaufen. Viele Chinesen, Malaien, muselmanische Kopftücher und Schleier, eine islamische Bank schufen ein exotisches Bild. Vom Ankunftsgebäude führt eine Bahnlinie zum Abflugterminal. Sie verbindet beide Bauwerke mit einem Gleisbogen.

Um 10 Uhr 5 flogen wir mit halbstündiger Verspätung vom Gate G4 nach Yangon, ehemals Rangun, einst Hauptstadt Burmas, im Norden weiter.

Unser Flieger war relativ klein und besaß nur sehr beengte Sitzmöglichkeiten. Wir überquerten in großer Höhe das riesige Delta des Irawadi, ein unübersichtliches Geschlängel breiter und schmaler Flussarme mit braunem Wasser.

Schräg rechts hinter uns kramte eine ältere Dame etwas unkoordiniert und chaotisch in ihrem Gepäck herum. Sie heißt Gerda, ist beruflich Sozialarbeiterin, so um die 60 und eine etwas verwuschelte, sehr gutmütige Späthippiedame. Außerdem gehörte sie zu unserer Reisegruppe, wie wir nach der Ankunft in Rangun feststellten.

Und noch etwas! Ja, was denn?

Silke und ich fanden begeisterte Worte über das gewaltige Wasserlabyrinth des Irawadideltas einige Kilometer unter uns. Sie meinte: „Das sieht aus wie ein Wasserknäuel ohne Anfang und Ende.“ Ich antwortete: „Wäre ich Gott, hätte ich das Delta spiralförmig gestaltet. Übrigens steht in unseren Reiseunterlagen etwas über eine Irawadischiffstour, auf der wir höchst seltene Flussdelphine sehen sollen.“

Auch Gerda würdigten wir mit einigen Worten: „Die Frau dahinten sieht aus wie ein Mitglied unserer Reisegruppe.“ „Das könnte ganz gut sein. Aber der lange Flug hat sie wohl ein Bisschen durcheinander gebracht.

Weitere Mitglieder unserer Reisefamilie: Ein Ärztepaar, Martin und Silke, sie ein schlanke, hoch gewachsene Blondine, er ein stämmiger Sportler,

so Ende dreißig, anfang vierzig, Walter und Ehefrau Elfriede, er siebzig, ehemals Chef einer Realschule und für die Fächer Mathe und Geographie zuständig, sie ungefähr zehn Jahre jünger, Ex-Grundschullehrerin, eine brünette Hobbypoetin. Walter war groß, laut und sportlich, ein echter bayrischer Bazi, immer gut aufgelegt, Wein, Weib und Gesang nicht abgeneigt, Elfriede eher zurückhaltend, aber freundlich und ausgeglichen. Sie wohnten in Memmingen in Westbayern, wo es konservativ zugeht.

Außerdem reiste die blonde Annett bzw. Frau Dr. Annett mit uns, eine etwas naive, kräftig und gut gebaute Anfangsdreißigerin aus Essen im Ruhrgebiet, promoviert in Wirtschaftswissenschaften. Sie war im heutigen, 3.9.2018, naziaffineren Dunkeldeutschland der AfD, Arschlöcher für Deutschland, dem ehemals realsozialistischen deutschen Osten aufgewachsen und arbeitete in der Einkaufsabteilung eines deutschen Mineralölkonzerns.

Außer meiner Nichte Silke, Anfang vierzig, klein, schlank, blond, blauäugig, und mir, siebzigjährig, Ex-Berufsschullehrer für ev. Religion, Politik und Volks- sowie Betriebswirtschaftslehre, vervollständigten zwei ältere, so um die sechzigjährige Freundinnen, große, schlanke Blondinen, Sigrid und Illona, aus München das Team.

Die erste war mit einem Zahnarzt verheiratet und alles, was ihr gefiel, war geil oder supergeil, und die zweite wusste sehr gut über das Alter Bescheid: „Das Alter ist schon an sich totale Scheiße, aber ohne Geld vollkommene Oberscheiße. Gott sei Dank habe ich ein Bisschen gespart und beziehe außerdem eine ganz gute Rente!“

Ich widersprach ihr keineswegs, denn ich teilte ihre Ansicht und teile sie immer noch. Insgesamt waren wir also zehn Reisende.

Es kam aber noch ein Pärchen hinzu, das wir später im Hotel kennen lernten, Heiko und Isa, er ein kräftiger Mittdreißiger mit Glatze und Bodybuilderfigur. Ringe schmückten seine Ohren. Sie ein junges, etwas exzentrisches Ding mit guter Figur, Piercings und Tattoos so um die achtzehn oder neunzehn Jahre.

Er verkaufte dicke Motorräder und hielt exotische Tiere, eine Riesenboa und andere Schlangen. Außerdem liebte und züchtete er Hunde und sprach oft zärtlich von seinen „Rotties“, womit er seine Rottweiler meinte.

Ich selbst bin ein großer Tierfreund, aber die Affenliebe vieler Deutscher zu ihren kleinen Pinschern und mehr noch zu ihren Riesenkötern, die unsere schöne Umwelt Tag für Tag von oben bis unten zu scheißen, geht mir manchmal tierisch auf die Nerven. Besonders diese hässlichen und tückischen Rottweilerbiester hasse ich fast schon. Dennoch liebe ich auch jeden Hund.

Um meine Hundeliebe zu dokumentieren hier eine Geschichte über die sehr schöne griechische Insel Lesbos und einen Hund, den ich dort traf.

Im Jahr 1994 erlebte ich einige meiner schönsten Sommerferientage im Dorf Skala Eressos auf Lesbos mit Mountainbiking, Wandern, Schwimmen und leckerem griechischen Essen.

Jeden Tag briet die Sonne das wunderschöne Eiland und weißer Staub versilberte die grünen Blätter der Bäume.

Einst wanderte ich am Meer entlang und durch die Berge von Skala Eressos zu dem Hafenort Sigri und zurück.

Auf dem Rückweg überquerte ich einige kleinere Gipfel, hörte Glöckchen von Schafen, die hier und da an magerem vertrockneten Gras zupften. Alles war still, bis auf einen leichten Säuselwind und die Glöckchenmusik. Da hörte ich etwa zweihundert Schritte vom Wege ab klägliches Gewimmer.

Ich näherte mich dem Wehklagen und sah einen Riesenhund unbestimmbarer Rasse verkettet mit einem Pflock. Als das Tier mich bemerkte, sprang es auf und kläffte mich bösartig an. Dann aber sackte der Riesenkläffer zu einem Häufchen Elend zusammen und fing an zu heulen wie ein Kind, das allein in einem Schreckenswald unterwegs ist. Ich sah bald warum.

Der Hund, der wohl irgendwelche Schafe bewachen sollte, lag auf einem kleinen Plateau neben einem großen Wassertopf. In dem war aber kein Tröpfchen Wasser. Die Hitze dröhnte vom gänzlich wolkenfreien Himmel herab. Ich besaß noch eine volle Wasserflasche in meinem Rucksack und näherte mich vorsichtig dem Riesenhund, der immer wieder aggressiv in meine Richtung rannte, bis ihn seine Kette zurück riss.

Schließlich merkte mein vierbeiniger Feind, dass ich ihm nichts Böses wollte. Er beruhigte sich und ich konnte mein Wasser, das ich eigentlich dringend selbst gebraucht hätte, in seinen Wassertopf schütten. Der Hund schlabberte gierig alles in sich hinein, blitzschnell.

Dann legte er sich auf den Rücken, streckte mir alle Viere entgegen und ich musste ihn streicheln.

Später ging ich auf Spaziergängen noch einige Mal an dem Riesenkläffer vorbei und jedes Mal veranstaltete er ein lautes Freudengeheul und -gebell, das mindestens bis nach Athen schallte und jedes Mal streckte er mir alle Viere liebevoll zum Streicheln entgegen.

Heiko liebte nicht nur Riesenschlangen und -hunde. Er trug auch eine Unterschenkelprothese am rechten Bein. Die hatte er sich bei einem schweren Motorradunfall zugezogen. Entweder lief er auf einer hoch modernen, Papier leichten Hightechprothese aus Carbon oder in schwererem Gelände auf einem soliden Holzunterschenkel.

Wir alle fanden zu einer ganz harmonischen Reisefamilie zusammen, in der selbstverständlich herzliche und weniger herzliche Beziehungen bestanden,

wie in jeder Familie, Zwangs- oder Freiwilligengruppe, Kommune, LPG und auch in jedem Kibbuz, Kloster, Frauenhaus, alles durchaus diskutable Lebensformen.

Meine Nichte fand Walter zwar sportlich und erkannte auch seine gute körperliche Kondition an, aber insgesamt erschien er ihr zu touristisch, was immer das bedeutet, und zu bayrisch kumpelig-laut.

Mir kam Isa ein bisschen zickig und neunmalklug vor. Ich hasste sie aber durchaus nicht.

Ich persönlich propagiere überall die Kibbuzim, aber auch die Großfamilie und die Wohngemeinschaft oder Kommune, weil ich selbst als vaterlose Kriegshalbwaise in einer vielköpfigen Familie mit zwei älteren Schwestern und Brüdern, Mutter und Oma aufgewachsen bin. Ich glaube, dass die Vorteile einer Lebensgruppe aus zahlreichen Gruppenmitgliedern, Abwesenheit von Einsamkeit, wirtschaftliche Stärke, Vorhandensein zahlreicher Fähigkeiten und Interessen, gegenseitige Hilfe und somit Verminderung öder Alltagsarbeiten, Freundschaft und Vertrauen, die Nachteile, Unübersichtlichkeit, Unruhe und persönlich unsympathische Gruppenmitglieder, bei weitem überwiegen.

Auch in Familien übrigens gibt es Abneigungen, die wie jeder weiß, sogar Mord und Totschlag auslösen können, und manchmal auch genügend Unruhe.
Die Kibbuzregeln erlauben und fördern demokratisches Leben und Handeln, Zusammenleben wie ein Wald und Individualität wie die eines einzelnen Baumes.

Außerdem konnte der Staat Israel nur mittels der Kibbuzim und ihrer Bewohner eine moderne Gesellschaft auf eigenen Füßen hervor bringen und die enormen kulturellen und zivilisatorischen Leistungen der buddhistischen, christlichen und anderer Klöster sollte man trotz der teilweise abergläu-bischen Ideologien und des lebensfremden Quatsches der Geschlechter-trennung und der Frauenfeindlicheit nicht unterschätzen.

In meinem Berufsleben als Lehrer habe ich immer die recht große Anzahl an Kolleginnen und Kollegen, Schülerinnen und Schülern geschätzt, mit denen ich umgehen durfte. Die Lehr- und Lerngemeinschaften entsprachen hoch lebendigen, interessanten Mikrokosmen. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass ich einige, ganz wenige Kolleginnen und Kollegen, Schülerinnen und Schüler gern tot oder auf dem Mond gesehen hätte.

Nach meinen Ausführungen wird allen Leserinnen und Lesern einleuchten, dass ich am liebsten in Gruppen reise. So fuhr ich bereits 19- bzw. 20 jährig 1963 bzw. 1964, als Schiffsjunge bzw. Messesteward und Teil der internationalen Besatzungen auf einem Kümo nach Skandinavien und mit dem Stückgutfrachter „MAK Hugo Stinnes“ entlang der Westküste Afrikas bis südlich des Äquators nach Port Gentil an der Ogowemündung. Zwei Mal, 1989 und 1995, besuchte ich mit internationalen Gruppen aus jeweils 15 Leuten auf Safari Afrika, Sambia, Simbabwe, Botswana, Namibia, Südafrika. 1991 reiste ich drei Wochen mit sieben Leuten durch Costarica.

Die meisten Uhren zeigten etwa halb eins nachmittags an, als unsere Mitreisenden und wir Zwei, meine Nichte und ich, in Yangon aus dem Flugzeug stiegen. Nachdem wir die Zollkontrolle überstanden hatten, empfing uns unser Reiseleiter Ted, ein sehr kleiner, dunkelhäutiger und leichtgewichtiger Burmese im Alter von ungefähr 35 Jahren, in der Empfangshalle des Flugplatzes.

Der Reiseleiter führte uns zu einem japanischen Kleinbus, Farbe Silbermetallic, der vor dem Ausgang samt Fahrer auf uns wartete.

Er stellte einen Holzschemel vor die große Schiebetür im Mittelteil des Wagens, öffnete sie und wir stiegen bequem ein. Sofort erhielten wir alle kleine, gut gekühlte Mineralwasserflaschen, um unseren Durst zu löschen.

Deutsche Autos gibt es in Burma vielleicht dreieinhalb Stück. Japanische Automarken dominieren. Also wartet in diesem entlegenen Erdwinkel noch viel Arbeit auf die Musterindustrie des Exportweltmeisters Deutschland. Aber vielleicht sollte er dort aus Umwelt- und Gesundheitsgründen sowieso lieber Fahrräder verkaufen, die man in Myanmar nur selten sieht.

Wir brausten durch verkehrsreiche Straßen und tropische Hitze zum Earth Hotel Dining and Craft. Quer durch die Autoschlangen wuselten Eingeborene, die Mineralwasser verkauften oder ungefragt Windschutzscheiben säuberten.

Im Hotel trafen wir um zwei Uhr auf den Rest unserer Reisegesellschaft, Isa und Heiko. Sie waren einen Tag vor Reisebeginn eingetroffen, um sich schon ein wenig an die anderen Lebens- und Klimabedingungen zu gewöhnen.

Wir gerade Angekommenen hatten nur eine Stunde Zeit, um uns den Reisestaub abzuwaschen und ein Bisschen zu erfrischen.

Dann begann schon die Stadtbesichtigung.

Wir gelangten zur Sulepagode. Sie ist sehr groß, prächtig, äußerst heilig und steht mitten auf einer Verkehrsinsel. Überall glitzerte Gold. Vielerorts erblickten wir Glaskästen und -vitrinen, in die fromme Spender Geldscheine stopften. Das Geld verteilt ein Büro. An wen und wie, das wollte oder konnte uns Reiseleiter Ted leider nicht erklären.

Die Stupa, die Hauptkuppel des Heiligtums, wölbte sich riesig und golden in den wolkenlosen blauen Himmel. Während des ganzen Februars segelte nicht ein einziges Wölkchen am Ferienhimmel. Ein Turm auf dem Gewölbe trägt eine Kugel und filigranes Stahlgewebe, die Kokosnüsse und Lotosblüten symbolisieren. Rings um die Kuppel ragen andere ähnliche Türme auf.

An vielen Orten thronen bunt-goldene Buddhastatuen. Sie sehen durch den Betrachter hindurch und blicken meditativ in die Ferne. Zu den äußerst positiven seelischen Folgen, welche sie bei mir gelegentlich hervor riefen, verfasste ich nach dem Verweilen vor einer besonders Bemerkenswerten ein Gedicht, das später an angemessener Stelle folgen wird.

Eine Buddhafigur residierte in einem Schrein. Mönche in goldenen Gewändern übergossen sie mit Wasser. Überall verrichteten sie und andere Besucher der Pagode innige Gebete. Die Burmesen scheinen äußerst fromm zu sein.

Der Buddhismus aber war ursprünglich keine Religion, sondern eine Lehre zur Selbsterlösung der Menschen. Buddha hat keineswegs göttliche Eigenschaften beansprucht. Er kam ungefähr 500 Jahre vor Christi Geburt als Sohn eines nordindischen Königs zur Welt.

Doch den Hinayanah-Buddhismus, „Hinayanah“ bedeutet „kleines Fahrzeug“, die ursprüngliche Lehre von der Selbsterlösung, löste bald der Mahayanah-Buddhismus, „Mahayanah“ heißt übersetzt „großes Fahrzeug“, der abergläubische Volksmythos, ab, der den Königssohn Gauthama Buddha vergöttlichte und seine rationale Selbsterlösungslehre in religiösen Aberglauben verwandelte.

Viele Menschen wimmelten auf dem Pagodengelände umher. Meditative Stimmung kam angesichts des Gewimmels nicht auf. Bei mir auch nicht. Die Besucherscharen an touristischen Sehenswürdigkeiten erschweren leider häufig ihre angemessene Würdigung. Das ist überall auf der Erde so. Der lange Flug verhinderte zusätzlich teilnahmsvolle Aufmerksamkeit. Ich sehnte mich nach einem Bett und mein rechter Fuß war stark geschwollen.

Wir verließen die eindrucksvolle, aber überlaufene Pagode und wandten uns einem naheliegenden Stadtpark zu.

Den Park überschwemmten Freizeitler. Kein Wunder, schließlich war Sonntag. Ein hoher Obelisk schießt in der Mitte des Parks dynamisch gen Himmel. Das Rathaus Yangons verschönert eine Seite des Parks. Die englischen Kolonialherren errichteten es im Stil eines großartigen Landhauses.

Ich kaufte am Parkausgang für 200 Kyat an einem Küchenstand acht Teigröllchen, die gut gewürzt und außerdem sehr lecker waren.1000 Kyat waren im Februar 2014 einen Dollar wert.

Ich verleibe mir in fremden Ländern sehr gern an Straßenbuden oder in Restaurants das dortige Essen ein, um es auszuprobieren und die Eingeborenen und ihre Sitten und Gebräuche näher kennen zu lernen.

Diese Verhaltensweise praktizierte ich auch während des Burmaausflugs immer aufs Neue mit Wohlbehagen. Ich kann mich an keine der vielfältigen gebratenen oder gekochten, sehr gut gewürzten Speisen aus irgendwelchen Straßenständen, Garküchen oder Lokalen erinnern, die mir nicht ausgezeichnet schmeckte und mein körperliches und geistiges Wohlbefinden nicht verbessert hat.

Der Reiseleiter Ted warnte mich oft: „Hartmut, iss lieber nicht in diesen Straßenrestaurants! Sonst wirst du noch krank!“ „Ach Ted, ich habe Wasser aus kubanischen und mallorquinischen Wasserhähnen getrunken, Eis in allen möglichen Ländern der Erde gegessen, manchmal sogar Salat, und hatte nur ein einziges Mal, und zwar auf einem Campingplatz in Victoriafalls im afrikanischen Zimbabwe einen halben Tag lang ein ganz klein wenig Durchfall! Ich achte aber, wo ich auch esse, immer auf Sauberkeit der Stände und Küchen.“ „Ja, warte mal erst ab. Ich hoffe zwar, du bleibst gesund, aber iss lieber nur in unseren Hotels oder in den Restaurants, die ich aussuche.“

Unter den Restaurants, die er aussuchte, waren einige, allerdings wenige, die ich keineswegs gewählt hätte.

Und so kam denn, was kommen musste. Ich war während der ganzen Reise putzmunter und gesund bis auf meinen rechten Fuß, der erst gegen Ende des Trips etwas abschwoll, aber heute, am 22.9.2018, aus unbekannten Gründen fast wieder genauso dünn ist wie der linke. Ted dagegen erwischten während einer ganzen Woche trotz seiner hygienischen Speisegebräuche heftiges Magen- und Darmgrummeln.

Da wir gerade beim burmesischen Essen sind: Zu jedem Essen gab es in den Restaurants kostenlos Tee, eine hervorragende Sitte, denn er mundete mir ganz wunderbar und viel besser als Mineralwasser. Dann möchte ich noch die unvergesslichen burmesischen Suppen erwähnen, die immer ganz köstlich schmeckten, ob sie vegetarisch oder mit Fleisch auf den Tisch kamen, zudem äußerst preisgünstig waren und aus riesigen Schüsseln dampften.

Nach dem Parkaufenthalt fuhren wir im Kleinbus zur Shwedagonpagode einen Berg hinauf, angeblich die größte und schönste Pagode Yangons und sogar Myanmars oder vielleicht ganz Asiens, obwohl die Reisegesellschaft außer Leiter Ted und dem voraus geflogenen Pärchen Isa und Heiko vor Müdigkeit fast zu Boden gesunken wäre.

Die Pagode ist riesig, achteckig, äußerst heilig, mit Gold überzogen und deswegen höchst prächtig. In ihr bewahrte man einst acht Haarsträhnen Buddhas auf, die möglicher Weise noch heiliger sind. Eine oder zwei davon weilen inzwischen nicht mehr dort, sondern anderswo.

Am Eingang der Pagode mussten wir unsere Schuhe ausziehen. Ich schämte mich ein wenig wegen meines rechten Schwellfußes und verbarg ihn, so gut ich konnte. Wir stiegen auf dem Weg ins Zentrum des gewaltigen Gebäudes über viele Treppen, die rechts und links kleine, Höhlen artige Gewölbe säumten. Dort verkauften Händlerinnen und Händler allerlei frommen Krimskrams, Esswaren, aber auch buddhistische Bücher. Letztere konnten Neugierige während des Buchbindens betrachten. Es herrschte geschäftiges Treiben, wie ich es bis dahin eigentlich nur in orientalischen Basaren für möglich hielt. Jesus hätte die Händlermassen wahrscheinlich nur in mehreren Jahren aus dem Tempel hinaus jagen können.

Geschäftsleute und Kunden schienen sich allerdings prächtig zu verstehen. Kinder spielten überall. Viele alte Menschen ruhten sich aus. Die Pagode diente als ein gigantischer sozialer Treffpunkt.

Allerdings durften hier wie in fast allen anderen Pagoden, die ich später noch in Myanmar besichtigte, die Frauen nur aus viel größerer Distanz als die Männer die allerheiligsten Buddhastatuen betrachten. Große Schilder geboten den Damen: „Ab hier sind keine Frauen erwünscht!“

Das Unrecht und der Unfug der Frauenfeindlichkeit ist also nicht nur in das Christentum und den Islam fest einzementiert, sondern auch in den Buddhismus.

Und trotzdem gilt: Gerade Frauen hängen in der Regel viel eifriger als Männer dem religiösen Aberglauben aller möglichen Schattierungen an. Das mag an dem weltweit durchschnittlich viel niedrigeren Bildungsniveau der Frauen liegen, vielleicht aber auch ganz andere Ursachen haben.

Denn der formal überaus gebildete Philosoph Heidegger war ein glühender Nazi, der einst seine besten Freunde an die braunen Schweine verriet und ich kenne Matheprofessoren, die an Gott glauben. Ich finde, das geht gar nicht. Ein gläubiger Intellektueller ist für mich ein dreieckiges Viereck.

Ich wundere mich zum Beispiel häufig darüber wie gerade Frauen immer wieder palästinensische Hamas- und PLO-Mörder zu Helden glorifizieren und die mutigen Soldaten der IDF, der israelischen Verteidigungskräfte, als willige Vollstrecker der sogenannten jüdischen Apartheitspolitik verteufeln.

Und das tun gerade auch manchmal Feministinnen, die weder im Gazastreifen, noch in den palästinensischen Autonomiegebieten auch nur die Spur einer Chance hätten, ihre steilen Thesen zu äußern und erst recht nicht nach ihnen zu leben. Im israelischen „Apartheitsstaat“ dürfen sie das ohne Einschränkung Tag und Nacht und wo auch immer. Kein einziger Israeli darf übrigens mehr als eine Frauen auf einmal haben, jeder mohamedanische Palästinenser aber vier. Sowohl im Gazastreifen wie im Gebiet der PLO würde keine einzige Lesbe und auch kein einziger Schwuler auch nur einen Tag überleben.

Ich habe mich über die eingeschränkte Bewegungsfreiheit von Frauen in Myanmars buddhistischen Heiligtümern an meinem ersten Reisetag sehr gewundert. Denn bereits vor einigen Jahren hatte ich irgendwo gelesen, dass der engste Freund Buddhas ihm noch zu dessen Lebzeiten die Frauenfeindlichkeit argumentativ ausgetrieben habe. Meine einst gelesene Information habe ich jedoch auch durch intensivstes Googeln leider nicht wieder gefunden. Auch in vielen anderen als den zwei besichtigten Yangoner Pagoden bin ich allerdings später in Myanmar regelmäßig auf Frauen diskriminierende Bewegungseinschränkungen gestoßen.

Außerdem hat es noch nie eine „Dalai Lama“ gegeben. „Dalai Lama“, also Oberhaupt der Buddhisten, war immer ein Mann. Und noch heute begrüßen in Myanmar beim Zusammentreffen buddhistischer Nonnen und Mönche die Frauen ihre männlichen Kollegen stets zuerst, und zwar äußerst unterwürfig.

Die eindeutige Frauenfeindlichkeit des Buddhismus pflegen Buddhisten immer aus den Sitten der patriarchalischen Gesellschaft der Entstehungszeit des Buddhismus zu begründen. Aber welchen Nutzen und Fortschritt bewirkte und bewirkt eine Religion, die es in mehr als 2500 Jahren bis heute, 11.10.2018, nicht geschafft hat, ihre immanente Frauenfeindlichkeit zu überwinden, ob diese nun die patriarchalische Gesellschaft oder die frauenfeindliche Religion verursachte oder noch verursacht?

Parallelen finden sich auch in zwei anderen Weltaberglauben, dem Christentum und dem Islam.

Bis heute gibt es bei den Katholiken keine weiblichen Priester und erst recht keinen Papst.

Im afrikanischen Herrschaftsbereich des Islams finden wir die widerliche Kitzlerbeschneidung bzw. -abschneidung. Islamanhänger geben die Schuld an ihr natürlich nicht dem islamischen Aberglauben, sondern den kulturellen Gegebenheiten.

Aber ich frage mich: „Wem nützt der islamische Aberglaube, jedenfalls nicht den Frauen, wenn er in den rund 1400 Jahren bis heute, 11.10.2018, nicht die widerliche Kitzlerbeschneidung islamischer Frauen verhindert, ob sie nun einer brutalen gesellschaftlichen Mode entspringt oder dem islamischen Aberglauben selbst? Der schafft es im Übrigen locker, fast allen Musel-maninnen das Kopftuch und vielen die Burka, also groben Bekleidungsunfug, aufzuzwingen, erspart aber keiner einzigen die barbarische Kitzlerbe-schneidung.

Man dürfte allerdings dem gegenwärtigen Buddhismus zu Recht trotz der hier erwähnten frauenfeindlichen Elemente eine relativ geringe Frauenfeindlichkeit bescheinigen, dem christlichen Aberglauben aber schon ein weit größeres Maß an Frauendiskriminierung. Frauenhass schlechthin dagegen müssen wir dem islamischen Religionsunsinn zuschreiben, dessen fanatische, mörderische Anhänger z.B. im Iran und in Saudi-Arabien gemäß dem dreckigen Schariaunecht die Steinigungen von untreuen Ehefrauen als Alltagsshow zelebrieren.

Es ist doch erstaunlich, auf welche Gedanken einen Tagebuch- und Reiseberichtschreiber ein Betretungsverbot für Burmesinnen in buddhistischen Pagoden bringt!

Eine Riesenstupa schimmerte golden in der Sonne, umgeben von zig kleineren, alle golden, und zahlreichen Buddhafiguren.

Gewaltige Gongs, vier Tonnen schwer, hingen hier und dort. Aber nur Mönche dürfen ihnen ihre wuchtigen, dumpfen, musikalischen Klänge entlocken. Doch an kleineren Tonquellen musizierte ich selbst und erprobte meine Fähigkeiten als Gongsolist. Wäre ich nicht so müde gewesen, hätte ich Stunden lang „gegongt“ und an diesem Treffpunkt von Kind und Kegel den poetischen Tönen gelauscht.

An den Wänden hängen an manchen Stellen grüne hinduistische Dämonenfiguren, die „Nats“, und oft knallbunte Lichterketten, deren elektrische Birnen funkeln und die verschiedensten lautlosen Farbschreie hinaus brüllen, ein grauenvoller Lichtkitsch, der am besten zu Nerven zerfetzendem Kirmeslärm passen würde.

In und an buddhistischen Heiligtümern können dem nach Erleuchtung, Meditation oder Ruhe strebenden Pilger die fast ständigen, quäkigen Lautsprecherdurchsagen die allerletzten Nerven rauben, nur selten verständlich, rufen sie meist zu Spenden auf.

Am Abend aßen wir in einem Einfachrestaurant. Ein Bier kostete tausend Kyat bzw. einen Dollar. Silke und ich leerten gemeinsam eine große Flasche. Ich verzehrte Schweinefleisch mit Reis, ganz lecker, aber nicht prächtig. Mein Plastikstuhl drohte unter mir zusammen zu brechen. Das war einem Ähnlichen unter mir auf dem Balkon einer Lütgendortmunder Freundin und Kollegin bereits einmal passiert. Ich kam ohne größere Verletzungen mit dem Schrecken und schadenfrohem Gelächter davon. Dieses Mal war ich vorsichtiger und überstand den Abend ohne Stuhlunfall.

Martin und Walter bestellten Fisch. Der kam sehr spät und der Kellner servierte ihn zerschnitten und mit Gräten. Angeblich schmeckte der Exschwimmer recht gut.

Ich unterhielt mich ein wenig mit Illona. Ihr erster Mann verstarb bereits. Er war die Liebe ihres Lebens. Jetzt lebte sie mit einem Partner zusammen, der keine Lust hatte, mit ihr nach Myanmar aufzubrechen.

Sie präsentierte trotz ihrer auskömmlichen wirtschaftlichen Situation auf Messen gelegentlich moderne Herrenhemden.

Nach dem Bezahlen verließen Silke und ich um 22 Uhr das Lokal und kehrten ins Hotel zurück.

In unserem großen, mit viel Tropenholz eingerichteten Zimmer duschten wir. Anschließend fielen wir zerschlagen und müde von den Reiseanstrengungen in die Betten.

 

Montag, 3.2.2014

Ein leicht missglückter Reisetag begann um acht Uhr mit dem Frühstück. Wir konnten zwischen Kaffee, Tee, Fruchtsaftgetränken und Wasser wählen. Außerdem gab es Zucker- und Wassermelonenschnitze.

Was wir sonst noch zu uns nahmen, weiß ich nicht mehr genau, aber ich

denke, gebratenen Schinken, Spiegeleier und warme Bohnen, also ein ziemlich englisches Morgenmahl.

Bei unserem Abschied standen zwei Türöffner vor dem Hotel und ein Kofferträger bugsierte unser Gepäck in den Kleinbus, wo bereits genügend Mineralwasser für alle vorhanden war.

Dem Kofferträger spendierten wir 1000 Kyat, also einen Dollar, den Türöffnern gar nichts. Dem Zimmermädchen hatten wir vorher ein Trinkgeld von 200 Kyat, also einen Fünfteldollar, zukommen lassen.

Warum wir bei dem Zimmermädchen und den Türöffnern so geizig waren, weiß ich nicht mehr.

Meine kubanische Frau arbeitet manchmal, wenn sie bei mir im deutschen Ergste weilt, als Zimmermädchen im NHL-Hotel am Dortmunder Bahnhof. Sie bekommt fast nie Trinkgeld. Einmal allerdings hat sich ein Funktionär des russischen Ringerverbandes mit zwanzig Euro als recht großzügig erwiesen. Er hatte anlässlich einer Ringerweltmeisterschaft in der Dortmunder Westfalenhalle die NHL-Herberge aufgesucht und meiner Frau erzählt, wie wichtig seine Aufgabe bei der großen Sportveranstaltung war.

Um zehn Uhr fuhren wir mit unserem Bus zum alten Yangoner Flughafen, der nur noch als Ausgangspunkt für Binnenflüge diente. Von dort sollten wir um

11 Uhr nach Heho fliegen. Danach werde uns ein anderer Bus in drei Stunden durch eindrucksvolle, mit mächtigen Bäumen bestandene Landstriche nach Pindaya zu den Tropfsteinhöhlen mit mehr als 8000 Buddhastatuen bringen.

Leider startete unser Flieger mit 180 Minuten Verspätung erst um 14 Uhr. Wir warteten so lange ungeduldig in einer hässlichen, fensterlosen Abfertigungshalle. Immerhin erquickte die unzuverlässige Airline uns zwischendurch mit kleinen Colaflaschen und sehr süßen Stückchen Kuchen aus Pappschachteln.

Nach dem Umzug auf den Rand des Flugfeldes spielten meine Nichte und ich dort Fußball mit einem kleinen Ball. Der lag da zufällig herum und bot uns Gelegenheit, nach der ewigen Herumsitzerei wenig benutzte Gliedmaßen zu bewegen.

Ich beobachtete, wie mein rechter Fuß etwas kranke Masse verlor.

Dann endlich der Abflug mit einer winzigen, unbequemen Maschine. Trotzdem teilten die Stewardessen einen Fragebogen aus, mit dessen Hilfe die Fluggäste die Qualität des Fluges beurteilen sollten.

Schon bei der Reise vom Flughafen Kuala Lumpur nach Yangon erhielten wir ein Formular, in dem wir unsere Passnummern, Landesadressen, Namen und Berufe anzugeben hatten, obwohl unser Visumstempel längst im Reisepass prangte.

Um vier Uhr erreichten wir Heho und bestiegen dort den Bus.

Der hielt oft an, um uns Gelegenheiten zum Fotografieren zu geben. Es gab malerische Riesenbäume am Straßenrand, die Reiseleiter Ted als Gummibäume bezeichnete. Auch ländliche Motive, faltige, kleine Bauersfrauen mit Kopftüchern samt traditionellen Gewändern und kräftige Wasserbüffel, luden zum Knipsen ein.

An einer wackligen Bretterbude hielten wir an, um die Produktion eines der Grundnahrungsmittel der Eingeborenen mitzuerleben. Man vermischt das Pulver der Betelnuss mit Kalk und nimmt es in Plättchenform zu sich. Dann kaut man auf den Küchlein herum wie auf Kaugummi, um den Bissen mit bitterem Betelgeschmack als belebenden Happen zu genießen.

Die Mischung aus Kalk und Betelnuss färbt sich beim Kauen tiefrot und Lippen, Münder und Gaumen ebenso. Überflüssige Substanz spucken die Betelkauer aus. Die feuchten und getrockneten roten Spuckeflecken verunzieren Straßen, Bürgersteige und Fußböden auf unappetitliche Weise. Hinunter geschluckter Kalk bereitet den Betelsüchtigen hin und wieder Magenprobleme. Trotzdem, Tradition bleibt Tradition wie das unmäßige Biertrinken und das stinkende Zigarettengequalme in Deutschland samt zugehörigem Alkoholismus und Lungenkrebs.

Das Tageslicht war bereits zu Bett gegangen, als wir unser neues Hotel, das Golden Cave, bezogen.

Am Empfang verwöhnte man uns mit grünem Tee. Sehr zarte Frauen in traditionelle Saris gekleidet trugen unsere recht schweren Koffer auf das gemeinsame Zimmer.

Danach fuhren wir bald zum Pone Taloke See und aßen an seinem Ufer im Freiluftrestaurant Green Tea zu Abend. Ich wählte Reis mit Gemüse, Preis umgerechnet etwa 10 Euro.

Anschließend schrieb ich auf der Terrasse vor unserem Zimmer bei ziemlicher Kälte noch bis 12 Uhr das folgende Gedicht:

 

 

 

 

Abend in Pindaya

 

Stille!

Ein Stern! Bananenstauden! Üppiger Garten!

Nur Stupaglöckchen

klimpern leise

im Wind.

Dazu: Frische Kühle!

 

Weit weg

heulen traurige Hunde.

Alle goldenen

Buddhas schlafen.

Nirwana!

Und: Frieden und Ruhe!

 

Im Korbstuhl

sitzt einer

und schreibt.

Wahrscheinlich sein Tagebuch!

Ein Vogel schreit.

Dazu: Tiefes Schweigen!

 

Ein Tag geht,

samt Hitze

und Schweiß.

Schwarz träumt Nacht

von Pagoden, Tempeln, Palästen.

Und Stille!

 

Dienstag, 4.2.2014

Ein sehr interessanter Reisetag!

Nach einer Busfahrt zum Parkplatz vor der Buddhahöhle surrten wir in einem gläsernen Fahrstuhl hoch auf eine Plattform, die zum Höhleneingang führt. Im durchsichtigen Lift kann einen leicht Schwindel überkommen.

Einen Spaziergang über den vielkurvigen Pilgerweg zu der unterirdischen Buddhasammlung, den man von vielen Standorten in Pindaya sehr gut sehen kann, ersparten wir uns. Ich wäre gern einmal daher gegangen.

Die Vielzahl der steinernen Buddhas in der großen Höhle überwältigt die meisten Besucher. Verwirrende Schlängelpfade führen zu jeder einzelnen Statue. Viele Handwerker oder Künstler huschen umher und machen sich an schadhaften Standbildern zu schaffen, bessern die Goldauflagen aus oder werkeln an neuen Buddhas herum. An Besucher, die vor den Buddhas meditierten oder beteten, kann ich mich nicht erinnern.

Warum die Buddhas in der Höhle und nicht im Freien stehen, habe ich zu fragen vergessen, wahrscheinlich um sie vor Wind und Wetter zu schützen. Insgesamt fühlte ich mich ähnlich wie im Louvre oder in der Londoner National Gallery. Die Masse der Bilder bzw. der Buddhas erschlug mich fast.

Nach der Höhlen- und Buddhabesichtigung brachen wir zum Markt Pindayas auf. Der ist recht groß und bietet allerlei an Nahrungsmitteln und anderen Waren. Die Verkäuferinnen und Verkäufer sind meist Angehörige verschiedener Stämme aus den umliegenden Shan-Bergen.

Meine Nichte Silke zog es, bei einer Biologin verständlich, zu dem überaus reichhaltigen Fischangebot, für das ich mich aufgrund seiner strengen Düfte nicht so sehr begeisterte. Seine bizarre Vielfalt beeindruckte mich allerdings ebenfalls. Man braucht keinen Herrn Jesus, der über das Wasser wandelt. Ein Gang über die Fischabteilung des Pindayaer Marktes genügt, um vor den Wundern des Lebens und der Welt in Ehrfurcht zu verharren.

Die Dächer der Marktstände stellen für groß gewachsene Europäer eine ständige Kopfstoßgefahr dar. Die kleinen Burmesen kommen mit der niedrigen Bauhöhe allerdings bestens klar.

Auf dem Markt bemerkte ich viele burmesische Frauen, die auf beiden Wangen eine gelbe Paste trugen.

Wie mir Reiseleiter Ted erklärte, erfüllt sie zwei Aufgaben. Erstens dient sie als Sonnenschutz und zweitens als Schmuck bzw. Makeup.

An einem Marktstand erwarben Silke und ich für fünfhundert Kyat, einen halben Dollar, einige Mandarinen und für den gleichen Betrag ein paar Teigbällchen. Die Ersten schmeckten saftig und süß, die Zweiten auch sehr lecker. Allerdings rührte sich bei diesen Niedrigpreisen mein schlechtes Gewissen ein wenig.

Am Rand des Marktes hatten Marktgänger viele Mopeds abgestellt, auf die Parkplatzwächter aufpassten. Er heißt Five-Day-Market und liegt am Pone Taloke See mitten in Pindaya.

Am Nachmittag wanderten wir vom 1200 Meter hoch gelegenen Pindaya durch die Shan-Berge 500 Meter höher zu einem buddhistischen Kloster, wo wir eine Nacht blieben.

Drei Bergguides begleiteten uns auf einem steinigen, buckligen und steilen Weg, dessen Boden ansonsten aus roter Erde und gleichfarbigem Staub besteht. Einer der Drei bildete die Spitze, ein Zweiter die Mitte und ein Dritter das Ende unserer kleinen Expedition.

Die Strecke war zwar beschwerlich und löste Schweißströme aus, aber vollkommen ungefährlich, so dass wir das Ziel sicherlich auch ohne unsere drei zusätzlichen Begleiter erreicht hätten. Denn bergsteigerisch schwierige Passagen brauchten wir nicht zu überwinden. Allerdings erklärten uns unsere Begleiter manche Besonderheit aus der Pflanzen- und Tierwelt und dem Leben der Bergstämme.

Heiko mit seiner Beinprothese hielt tapfer durch und schaffte selbst die ekelhaftesten Stellen. Für ihn stellte der Aufstieg eine Härteprobe dar, die er glänzend bestand.

Bei einer Felsformation rasteten wir auf Bänken zusammen mit einer Gruppe burmesischer Bergbewohnerinnen, die große Gepäcksäcke mit schleppten. Die zarten kleinen Frauen trugen sie auf dem Rücken. Ein Stirnriemen hielt die Lasten fest, damit sie nicht hinunter rutschten.Wir fragten uns, wie diese Kleinstdamen das schafften und bewunderten ihre Zähigkeit.

Schon vorher hatten wir uns am Rande Pindayas über Frauen bei Straßenbauarbeiten gewundert. Sie hockten auf nackten Füßen in Plastikflipflops. Ihre zarten Hände schwangen dicke Hämmer. Mit denen klopften sie die Steine für die Unterkonstruktionen der Straßen zurecht.

Der 70jährige Bayer, Freund meiner Nichte Silke und Ex-Realschulchef, Walter, redete ohne Hemmungen, bei viel Gelächter und Gekicher auf die rastenden Frauen ein, die diesen Goliath aus Süddeutschland neugierig musterten. Sie überließen ihm ein besonders sperriges, riesiges Gepäckstück. Nachdem die Gebirglerinnen es auf seinen Rücken gehoben hatten, befestigte es Walter unter einigen übertriebenen Verrenkungen mit dem Stirnriemen an seinem Bajuwarenschädel. Mühsam richtete der Realschulpädagoge sich auf und ging einige Schritte keuchend bergauf.

Alle Frauen und unsere Reisegruppe spendeten rauschenden Beifall. Ich glaube, es gab nur eine Ausnahme.

Walter aber bekannte: „Mann, bin ich froh, dass ich dies Gewicht nicht bis zum Kloster tragen muss.“

Auf halbem Weg erreichten wir ein Einfachrestaurant, in dem wir auf die Wirtsleute, zwei mittelalte Französinnen und eine verspielte junge Katze trafen. Bei grünem Tee trocknete der Schweiß ein wenig und von der Terrasse der Berghütte genossen wir die Aussicht auf die zurückgelegte Strecke und die mit exotischen Bäumen und Büschen bewachsene Umgebung.

Die Uhr zeigte etwa halb eins nachmittags an.

Etwas später näherte ich mich in Begleitung Isas neugierig einem großen traditionellen Gebäude. Es stand auf einer geräumigen steinernen Plattform links neben dem Weg und erinnerte mich an japanische bzw. chinesische Häuser.

Exotische blühende Büsche und Bäume umgaben es. Isa und ich waren begeistert. Dann tobte eine Meute halbwilder Riesenhunde auf uns zu. Das sah gar nicht gut aus für uns. Doch die Frau des Rottweilerzüchters Heiko, also eine Hundekennerin, stoppte die Rotte.

Übrigens gibt es in Burma ein Hundeproblem.

Viele herrenlose Hunde, oft in erbarmungswürdigem Zustand, mit Geschwüren, nur drei Beinen und Haarausfall, streunen halbverhungert fast überall umher. Sie beißen häufig Kinder und ängstliche Gemüter in Beine, Arme und sonst wohin. Dadurch bekommen die Opfer nicht selten Tollwut und andere Krankheiten. In den englischsprachigen burmesischen Zeitungen las ich viele Warnungen vor Tollwut verursacht durch Hundebisse. Die Regierung ergriff angeblich auch Maßnahmen, aber offensichtlich keine besonders wirksamen.

In Mandalay besuchte Walters Frau Elfriede eines Tages an einem verwahrlosten Platz ein wackliges Toilettenhäuschen. Nachdem sie sich erleichtert hatte, ging sie rasch auf unsere Gruppe zu, die ungefähr 100 Schritte entfernt wartete. Aus einem zerrupften Stachelgebüsch tauchten urplötzlich wie herbei gezaubert ungefähr zehn schmutzige, dürre und bösartige Stadtköter auf. Sie rannten auf die ängstliche Frau zu, bauten sich drohend vor ihr auf und kläfften sie angriffslustig an. Elfriede ging vorsichtig rückwärts zum Klokabuff. Das machte die hungrigen Viecher noch wilder. Walter bemerkte zufällig die gefährliche Falle, in die seine Frau geraten war. Alle folgten ihm, als er zu Elfriede rannte, um ihr aus der Patsche zu helfen. Mit Mühe und Not vertrieben wir die Bestien. Sie knurrten mörderisch und bebellten uns wütend. Am liebsten hätten sie uns sicher in Stücke zerrissen und als Hauptmahlzeit vertilgt. Die Grundschullehrerin sank erlöst an die breite Brust ihres bayrischen Ehemannes.

Auf unserer Bergtour von Pindaya aus erreichten wir am Spätnachmittag das Kloster. Wir hatten buddhistische Pracht erwartet, trafen allerdings auf einen Primitivschlafsaal ohne Betten, aber mit dünnen Decken. Die Toiletten, au wei! Und die Waschgelegenheit, ein Wasserkran mit sehr kaltem Wasser!

Der buddhistische Mönch, der das Kloster leitete, der Abt gewissermaßen, zeigte uns auch die Küche mit Essbereich, eine dunkle Höhle, nur mit Feuerplatz, simplen Sitzmöbeln und den nötigsten Geräten ausgestattet.

Auch den Andachtsraum mit Meditationsbereich besichtigten wir, eine Buddhastatue, ein paar abgewetzte Teppiche. Alles so ordentlich und sauber wie die Wohnung eines deutschen Junggesellen. Später sahen wir den Abt beim junggeselligen Putzen seines Klosterheiligtums.

Doch neben dem Kloster gab es ein Schulgebäude. Für das, Schülerinnen, Schüler und Lehrer, nutzten der Abt und die Mönche, noch vier weitere, die Einnahmen aus dem Klosterbetrieb, vor allem das Übernachtungs- und Essensgeld der Touristen.

Also förderten unsere Ausgaben für Essen, Trinken und Übernachtungen etwas sehr Sinnvolles, für rund siebzigjährige Ex-Lehrer wie Walter und mich und auch für alle anderen einsichtigen Menschen fast das Wichtigste im Leben überhaupt, das Lernen junger Mädchen und Jungen. Allerdings hoffte ich sehr, dass vom stattlichen Reisepreis, 5000 Euro immerhin, auch genügend bei dem Schulkloster ankam.

Bevor wir uns zum Schlafen in dem ungeheizten Schlafsaal niederließen, unternahm ich noch einen kleinen Spaziergang weiter bergwärts, genau auf dem Weg, der uns zum Kloster geführt hatte.

Neben der Schule entdeckte ich ein größeres Gebäude rechts des stockfinsteren Pfades und einige Feuerstellen an seinem Saum, die noch vor sich hin kokelten. Da hatte man anscheinend Kalk gebrannt.

Überall in Myanmar dampfen und qualmen offene Feuer vor sich hin. Man kocht, backt, heizt und verbrennt beinahe Tag und Nacht. Leute mit empfindlichen Atemwegen wie ich leiden darunter. Den ewigen Rauch empfinden wir als unangenehm. Da müsste sich die Regierung Myanmars etwas einfallen lassen.

Das allgewaltige Militär jedoch legt anscheinend sein vieles Geld lieber in Hotels und mautpflichtigen Autobahnen an als in einer dringend notwendigen Umwelt kompatiblen Energieversorgung.

Der Weg war einsam und finster. Außerdem strömten Erde und Pflanzen Kälte aus. 1700 Meter über dem Meer herrscht nachts selbst in Burma keine tropische Hitze. Ich kehrte um.

Auf Zähneputzen, Waschen und Toilettengang verzichtete ich wegen der niedrigen Temperatur. Ich zog alle warmen Kleidungsstücke an, die verfügbar waren. Meinen kleinen Rucksack wollte ich als Kopfkissen benutzen.

Dann suchte ich mir einen Schlafplatz an der Seite meiner Nichte. Den fand ich per akustischer Peilung. Licht gab es in dem Saal nämlich nicht. Ich rief ihren Namen und sie antwortete „Hier bin ich!“

Alle Mitwanderer lagen an den Rändern des Raums mit den Köpfen zu den Seitenwänden, so dass man keine Gefahr lief, auf irgendwelche Körper zu treten.

Mit etwas Orientierungsvermögen konnte man trotz Grabesfinsternis sogar den Ausgang erreichen, wenn die Blase oder der Verdauungstrakt für die weniger flüssigen Speisen einen Toilettengang erforderten.

Ich lag zwischen Nichte Silke und Dr. Annett. Etwas weiter hatten sich Sigrid und Illona zur Ruhe begeben. Die beiden tratschten und kicherten noch ein wenig. Auch Dr. Annett mischte ab und zu mit. Aus einer Ecke schnarchte Heiko, dass sich die Balken bogen, was er allerdings am anderen Morgen heftig abstritt. „Das war Martin. Ich habe damit nichts zu tun.“

Aussage stand gegen Aussage und alle hatten zwar etwas gehört, aber niemand in der Grotten schwarzen Finsternis auch nur ein Fitzelchen gesehen.

Ich beklagte mich bei Silke: „Mann, kälter als am Nordpol!“ „Ja, da könntest du Recht haben. Aber jetzt wollen wir doch mal versuchen zu schlafen!“ „Na klar!“

Ich zog die Decke über meinen Kopf. Verflucht, die Füße ragten in die Kälte!

Ich krümmte mich zur Embryolage. Die Decke bedeckte alles bis auf ein kleines Loch am Rücken! Ich drehte mich und wendete mich, aber irgendwo entstand immer eine Kältebrücke. Die Nacht rückte vor und die Kälte wuchs.

Ich rieb beide Füße und Beine aneinander. Vergeblich!

Die meisten Touristenmönche atmeten friedlich oder schnarchten ganz leise, bis auf den großen Schnarchhahn Heiko. Ich fand es schön, in der Geborgenheit der Reisegruppe- bzw. -familie zu ruhen. Wäre nur die abscheuliche Kälte nicht gewesen. Als meine Uhr mit den Leuchtzeigern auf vier Uhr morgens vorgerückt war, meldete sich ein Pinkelimpuls. Nein, das durfte doch nicht wahr sein! Gerade hatte unter meiner Decke etwas Ähnliches wie Wärme Platz genommen. Bis Fünf hielt ich durch.

Dann tastete ich mich unsicher zur Schlafraumtür. Ich stieg verschlafen die Eingangstreppe hinunter und überquerte den Klosterhof. Am Himmel glitzerten tausend Sterne und ein heller Mond schuf beinahe Tageslicht. Eisige Kälte umgab mich. Eine wunderschöne Nacht! Ich tappte über eine weitere Treppe abwärts bis zu dem Weg, der am Kloster vorbei lief.

Dort suchte ich mir eine passende Stelle, um mich zu erleichtern, was dringend nötig war.

Als ich fertig war, nahm ich das große Kohlfeld rechts neben dem Pfad wahr. Es glitzerte eisig, denn Raureif hatte alle Pflanzen versilbert. Dann kehrte ich schleunigst in den lichtlosen, aber inzwischen durch die Wärme einiger Körper etwas aufgeheizten Schlafsaal zurück.

Im Dunkeln stolperte ich zwei Mal, fand aber endlich doch meinen Schlafsack, der sogar noch ein bisschen Wärme enthielt.

 

Mittwoch, 5.2.2014

Das Frühstück nahmen wir in der kärglich möblierten Küchenhöhle zu uns. Dort weste anfangs schneidende Kälte. Dann aber schlugen aus dem Holzberg unter einem rustikalen eisernen Kochgestell hohe Flammen, die bald wohlige Wärme verbreiteten und Kaffee und Tee zum Kochen brachten. Brot knusperte verheißungsvoll über dem Feuer und irgendwie sättigten wir uns bei lebhaften Gesprächen.

Heiko wollte oder konnte anschließend nicht zu Fuß mit uns nach Pindaya zurück kehren. Sein Beinstumpf schmerzte.

Ted besorgte ein Moped mit Chauffeur für ihn. Der Rottiezüchter nahm auf dem Rücksitz Platz. Das Zweirad sackte tief in die Federn. Ich befürchtete Schreckliches. Sturz samt weiterem „appen“ Bein bzw. Fürchterlicherem schienen mir durchaus denkbar bzw. sogar wahrscheinlich. So ein Glück aber auch, zwar Sturz, jedoch sehr glimpflich! Heiko durfte unbeschädigt weiter leben und erreicht sogar vor uns das Hotel.

Auf dem Rückweg unterhielt ich mich angeregt mit Elfriede darüber, welche Verwirrungen Karrieristen in irgendwelchen staatlichen Stundenplaninstitutionen wie z.B. dem im ostwestfälischen Soest dadurch anrichten, dass sie immer neue pädagogische Säue durch die Schulen treiben, die sie stolz und wichtig als eigene Erfindungen und pädagogische Eier des Kolumbus präsentieren.

Sie heißen mal kompetenzorientierte Didaktik, gelegentlich zielbezogenes Lernen, manchmal im Matheunterricht auch Mengenlehre, gruppeninternes Teambuilding oder ganzheitliches Lesekonzept. Die pädagogischen Wichtigtuer bekleben sie stets mit neuen klangvollen Etiketten.

Der mittelalterliche Pädagoge Amos Comenius jedoch in seinem Werk „Orbis pictus“, „gemalte Welt“ und mit seinem didaktischen Prinzip der Anschauung, der große deutsche Nachkriegsdidaktiker Wolfgang Klafki u.a. mittels seiner exemplarischen Didaktik, dem Lernen an Beispielen aus der Vergangenheit, Gegenwart und für die Zukunft, nicht zuletzt der Professor der Pädagogik und Didaktik an der Ruhr-Uni-Bochum Klaus Schaller mit seiner Kommunikationspädagogik und seinen Studien über Comenius uva. hatten jedoch fast alles, was die Spezialisten des Soester Stundenplaninstituts für Karriere und überflüssiges Organisationsgeschwurbel als vollkommen neuartige pädagogisch-didaktische Errungenschaften mit viel Tamtam präsentierten, bereits seit der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts unter anderen Bezeichnungen vor weg genommen.

Es ist doch immer aufs Neue erstaunlich, welche Theorien, Lehren, ja ganz „neue“ Wissenschaften Karrieristen und Pöstchenjäger aus dem Nichts hervor zaubern, nur um sich selbst mit gut dotierten Planstellen zu versorgen, auf denen sie höchst bequem und bis zum Lebensende unkündbar herum lümmeln.

Fast waren Elfriede, meine Gesprächspartnerin, und ich wie die anderen Reisenden am Ende des Weges angekommen, da stürzte die Bayerin.

Sie war mit dem rechten Bein in ein tiefes Loch im Straßenbelag geraten, das roter Sandstaub vollständig ausgefüllt und unsichtbar gemacht hatte. Ein Schreckensschrei erscholl. Sie stolperte und fiel.

Ihr Mann Walter und ich stellten sie schnell wieder auf die Füße. Sie zitterte zunächst noch ein bisschen, erholte sich jedoch bald, denn es war ihr weiter nichts geschehen, als dass sie von oben bis unten rot bestäubt war.

Nachdem Elfriede den ungeliebten roten Staub von ihrer Oberfläche weitgehend entfernt hatte, zog die Karawane weiter.

Das knallrote Erdpulver hielt sich noch lange an unseren Füßen.

Bald nachdem wir in Pindaya angekommmen waren, machten wir uns bereits wieder auf, um einen dort ansässigen Handwerksbetrieb zu besichtigen, in dem die Beschäftigten Papier und daraus Schirme herstellen.

Sehr gastfreundlich reichte man uns den üblichen grünen Tee. Gerda kaufte einen großen, bunt bemalten Sonnenschirm.

Während die Männer unserer Gruppe, ich eingeschlossen, vor allem Interesse für den Ablauf der Produktion des Papiers und der Schirme zeigten, widmeten sich die Frauen mehr den Endprodukten und diskutierten ihre Preise.

Solcherart Besichtigung kann man selbstverständlich auch als Einkaufs- bzw. Verkaufsfahrt bezeichnen.

Nach der Besichtigung der Papierfabrik brachen wir im Bus nach Nyaung Shwe, dem Tor, zum Inlesee, auf. Die Entfernung beträgt ungefähr 70 Kilometer und die Fahrt dorthin dauerte um die zwei Stunden. Der Ort Nyaung Shwe kam mir sehr wässrig vor. Er erinnerte mich ein bisschen an Venedig, überall Wasserarme, Kanäle, Schiffsanleger, kleine Schiffe und bunte Boote, um Touristen auf den See hinaus zu fahren und zu den Sehenswürdigkeiten an seinem Ufer.

Wir verteilten uns samt Gepäck auf mehrere Boote, um zu unserem Hotel zu

gelangen, dass mitten im See auf Holzpfählen ruht und auch sonst fast gänzlich aus Holz besteht.

Während der Überfahrt fielen uns die artistischen Einbeinfischer auf. Sie lenken ihre Boote, indem sie ein Bein um die Ruderpinne schlingen, die sie zusätzlich mit einer Hand bewegen. Mit der anderen werfen sie ihre Netze aus.

Für ein bisschen Trinkgeld belustigen sie die Touristen mit allerlei artistischen Eskapaden.

Nachdem unsere Boote am Empfangssteg des Hotels „Inle Palace Resort“ fest gemacht hatten, stiegen Silke, alle anderen und ich aus und gelangten über hölzerne Wege und Stege zu geräumigen Bungalows.

Sie besaßen alle notwendigen Einrichtungen, breites Doppelbett, Dusche, WC, Kleiderschränke, Tische und Stühle, und eine famose große Terrasse mit einem Geländer, das unfreiwillige Abstürze in den Inlesee verhindern sollte.

Nach dem Einräumen unseres Gepäcks begaben wir uns zum großen Speisesaal mit großartiger Aussicht auf den See. An der Eingangstür stand ein bunter Holzelefant. Wir aßen zu Abend und labten uns an einer Weinspende Walters.

Danach genossen Silke und ich auf der Terrasse mit umfassendem Seeblick die gelassene Abendstille, nur selten unterbrochen durch Fische, die von einem Sprung in die Dämmerung zurück ins Wasser klatschten, und sehnsuchtsvoll einsames Vogelrufen. So war es immer schon.

 

Donnerstag, 6.2.2014

Wir fuhren nach dem Frühstück mit Booten zunächst zu dem Anleger eines kleinen Marktes. Dort verkauften Händler eifrig Federmalereien mit buddhistischen Motiven, zierlichen Landschaftsausschnitten, mit Bäumen, Blumen und anderen Pflanzen. Anhänglich folgte uns eine klapperdürre Hündin ohne Haare, der ein Auge fehlte. Am Ufer eines schmutzig braunen Flusses rupfte ein Mann ein totes Huhn, also einen Menschen, jedenfalls, wenn man der Definition eines Menschen gemäß dem griechischen Philosophen Platon um 500 Jahre vor Christi Geburt Glauben schenkt: „Der Mensch ist ein federloses zweibeiniges Wesen.“

Ein Solches, also ein gerupftes Huhn, schlenkerte einst Diogenes, der berühmte Kyniker aus der Tonne und philosophische Intimfeind Platons, diesem vor der Nase herum, um ihm zu demonstrieren, für wie bescheuert er dessen Menschendefinition hielt. Die meisten Zuschauer beim veranschaulichten Menschenbegriff lachten sich schlapp, sofern es nicht Freunde Platons waren.

Bei zwei anderen Gelegenheiten aber triumphierte Platon, der Philosoph der Liebe, des Schönen und des Guten über den schamlosen „Hund“ Diogenes, der bei Bedarf nicht davor zurückschreckte, sich auf Athener oder Korinther Marktplätzen einen von der Palme zu wedeln, getreu der Maxime: „Junggeselle froh und munter, Pelle rauf und Pelle runter!“ oder gar zu kopulieren.

Er meinte nämlich, der Natur, also bei diesen Gelegenheiten dem juckenden Sexualtrieb, gebühre stets der Vorrang vor konformistischen menschlichen Vorurteilen, Sitten und Gebräuchen, die zudem oft regional sehr enge Grenzen besäßen. So fänden zum Beispiel in Persien Mütter überhaupt nichts dabei, mit ihren Söhnen zu schlafen und das Inzestverbot für Erwachsene sei kompletter Schwachsinn, gälte außerdem bei vielen Menschengruppen auf der Erde überhaupt nicht.

Aber ich komme auf Platon zurück! Der hatte einst Diogenes, der - ganz richtig - materiellen Besitz und Geld für die größten Geiseln der Menschheit hielt, in sein schönes großes, mit edlen Teppichen ausgestattetes Haus eingeladen.

Der weltbekannte Zyniker trampelte wie Rumpelstilzchen auf den textilen Preziosen herum und verkündete dabei lauthals: „Hier trete ich Platons Eitelkeit und Aufgeblasenheit mit den Füßen!“

Platon schüttelte nur gelassen den weisen Kopf angesichts des durchgeknallten Eiferers: „Mein lieber Diogenes, du kannst jetzt aufhören, dich wie ein Trampeltier aufzuführen. Ich habe bereits bemerkt, dass dir selbst die beiden negativen Eigenschaften nicht ganz fremd zu sein scheinen, die du an mir kritisierst.“

Beim anschließenden oder einem anderen Festmahl kam die Sprache auf die etwas abstrakte Ideenlehre Platons, der jedem konkreten Gegenstand eine reine Idee zuordnete, also jedem Becher eine „Becherheit“, jedem Tisch das Grundmuster einer „Tischheit“ und jedem pompösen Dummkopf die schiere „Dummheit“.

Diese Dualität von Grundideen und Gegenständen hielt Diogenes für puren Unfug und so bemerkte der „Freund“ Platons provokativ. „Also Platon, ich sehe bei diesem sehr guten und höchst feierlichen Essen recht viele Becher und Tische, aber keine einzige „Becherheit“ und noch weniger „Tischheiten“.

Der attackierte Plato lächelte maliziös und entgegnete herablassend: „Lieber Diogenes, zwar sind deine Augen gut genug, um Becher und Tische wahr zu nehmen, aber deine Intelligenz reicht leider nicht aus, um auch nur einfache Ideen wie „Becherheit“ oder „Tischheit“ zu begreifen.“

Zurück zu unserem Federn ausreißenden Hühnermörder am burmesischen Fluss. Die Federn warf er ins Wasser. Dann zerlegte er das Tier und dessen ungenießbare Innereien folgten den Federn in bzw. auf dem Wasserweg. Dem Hühnermetzger saß am anderen Ufer eine Frau gegenüber, die im Fluss fleißig ihre Wäsche wusch. Ungefähr 100 Schritte Strom abwärts tummelten sich drei Kinder vergnügt in den Fluten.

Allerdings saßen einst an einem wunderbaren Sommerabend der 1980er Jahre im Hafen Split, Jugoslawien, Europa, zahlreiche Touristen und Einheimische inmitten einer ähnlichen Wasseridylle beim behaglichen Verzehr heimischer Fischspezialitäten. Ich hatte gerade gesättigt, milde und zufrieden gestimmt meinen Tisch verlassen. Nun schlenderte ich träumerisch über die glatten Steine der Kaimauer.

Da erblickte ich unterhalb der Wasserlinie einen großen Fischschwarm beim Abendmahl. Die Tiere brachen gierig leckere Happen aus den Würsten, die aus einem dicken Rohr in das Hafenwasser strudelten. Diese Würste hatten jedoch mitnichten irgendwelche Metzger produziert.

Auch was da auf deutschen Autobahn-Rastplätzen, Autobahnrändern, Autobahnkreuzen, deutschen Stränden und in der deutschen Landschaft so alles herumliegt und fliegt, kann sich, was das Maß an Kotzreiz angeht, durchaus sehen lassen.

Die idyllische Szene am trüben burmesischen Fließgewässer zeigt übrigens, wie ein gerupftes Huhn alias Mensch, einen Abschweifungen zugeneigten Reiseberichterstatter zu philosophischen Reflexionen und gesellschaftskritischen Bemerkungen über das Müllverhalten im Burma, Jugoslawien und Deutschland der Neuzeit veranlassen kann.

Die Details über die philosophischen Diskussionen zwischen Platon und Diogenes, sowie dessen Verhaltensweisen und Ansichten habe ich der höchst amüsanten Diogenesbiographie Karl-Wilhelm Weebers von 1987 entnommen. Weiteres ähnlicher Art finden interessierte Leserinnen und Leser selbstverständlich im Internet bei Wikipedia und in dem Buch des antiken Schriftstellers Diogenes Laertius über Leben und Werk der großen antiken Philosophen.

Dass ein Philosoph wie Diogenes mit seiner radikalen Kritik an voreingenommenen, verklemmten Spießern, verpeilten Konformisten, geldgierigen Konsumidioten und den Grundlagen des brutalen Kapitalismus ca. 2500 Jahre nach seinem Tode noch nicht vergessen ist, sondern sogar immer aufs Neue begeisterte Anhänger findet, ist eines der wenigen erfreulichen Elemente der Menschheits- und Geistesgeschichte.

An die meisten der vielen wohl, fast schon aufdringlich riechenden, reichlich shampoonierten, gründlich gewaschenen, sagrotanierten und geistig komplett deformierten Gut- und Wutbürger der Gegenwart des Jahres 2018 jedenfalls, ihren protzigen PS- und Autowahn, ihre Shoppingblödmanni- u -frauität, ihre von oben bis unten klein kariert durch normierten Mainstreamansichten, Lichtjahre von den ungewöhnlichen Ideen, schamlosen Verhaltens- und Lebensweisen, den klaren Worten Diogenes' entfernt, wird im Jahr 2118, der unerbittlichen Zeit sei größtmöglicher Dank, kein Mensch mehr denken! Wunderbar, einfach ganz, ganz wunderbar! An mich selbst vielleicht auch keiner mehr?! Traurig, traurig, traurig!

Wie das wohl kommt? Keiner kennt uns noch nach 2500 Jahren! Obwohl unsere Wichtigkeit niemand unterschätzen sollte! Nein, nein und nochmals nein! Aber Tausende erinnern sich nach der gleichen Zeit noch an einen zauseligen, komischen Schmuddelphilosophen!

Wie ist das nur möglich?! Na ja, vielleicht war da eine gewisse Identität von Leben, Ansichten und Werk. Womöglich war Diogenes die Veränderung, die er in der Welt sehen wollte.

Ich selbst jedenfalls betrachte die Beschäftigung mit der antiken und modernen Philosophie als eine der Grundlagen geistiger Gesundheit, seelischen Friedens und mentaler Gelassenheit.

Unsere Füße brachten uns nach dem Flussintermezzo zu einem riesigen Gelände mit Stupas, Buddhastatuen und anderen buddhistischen Bauwerken. Viele waren Ruinen und durch manche Mauern, Kuppeln und Buddhabäuche zwängten sich Arm bis Bein dicke Baum- und Pflanzenwurzeln. Die üppige Natur hatte das Menschenwerk an manchen Orten fast ganz besiegt. Aber an anderen Stellen erstrahlte es unter viel Goldauflagen und frischen Farben wieder in alter Pracht. Häufig umgaben Baugerüste verwitterte Skulpturen und zahlreiche Handwerkerkünstler gingen ihrer Arbeit nach.

Ich entdeckte einen gewaltigen Baum, wohl einen Bhodibaum. Er war einer der vielen Bäume die Verehrer des Gautama an buddhistischen Heiligtümern im Gedächtnis an die Erleuchtung Buddhas pflanzten.

Buddha“ bedeutet der „Erleuchtete“. Und der „Bodhibaum“ ist der Baum, unter dem den „Erleuchteten“ der Strahl der Erkenntnis durchglühte.

Leserinnen und Leser mögen die sprachliche Nähe zwischen „Buddha“ und „Bodhi“ beachten.

Nachdem Buddha lange Zeit mit fünf Gefährten zusammen im Urwald rigoros Askese geübt hatte, überkam ihn pötzlich unter einem herrlichen Urwaldriesen wie der Blitz die Erleuchtung: „Strengste Askese, alles schön und gut, aber für mich kein Weg, der zur Erlösung leitet. Mein Pfad geht durch die Mitte und endet keineswegs auf Abwegen der Extreme. Leben, das ist nicht nur bittere Selbstkasteiung, sondern auch süße Lust.“

Der Name Buddhas lautete „Siddharta Gautama“. Den Namen „Siddharta“ hatten ihm seine indischen Königseltern gegeben. Er besagt: „Der sein Ziel erreicht hat“ und ist so etwas wie ein europäischer Vorname. Die Bezeichnung „Gautama“ entspricht eher unseren Nachnamen und den Attributen: „Anführer der Herde“ bzw. „Größter Stier“!

Unter dem Riesenbaum im verwilderten Statuengarten thronte eine halb restaurierte gigantische Buddhafigur, die mich aus einem gänzlich restaurierten Gesicht mit einem Blick ansah, der mir durch und durch ging, und mich vor dem Standbild festnagelte, in vollkommener Stille, bis auf einige Vogeltriller und kaum wahrnehmbare Geräusche des heißen, Sonnen durch strömten Dschungels. Alle anderen waren weiter gegangen. Magie! Ich war nicht mehr von dieser Welt. Ich, der eifrigste Anhänger der Vernunft und größte Ablehner esoterischen Geschwalles, wollte nur hier bleiben und nichts mehr sein, sonst nichts.

 

Angesichts eines goldenen Buddhas in Burma

 

Er zieht dich an
und er weist dich ab.
Er ist da

und doch nicht hier.

Er sieht dich

und er sieht dich nicht.

Er schaut in dich hinein
und er blickt durch dich hindurch.

Du stehst vor ihm
und möchtest nie wieder weg.
Dein Atem fließt grenzenlos.
Dein Herz schlägt gelassen.
Dein Geist findet Ruhe.
Deine Seele schwebt.
Alle Hektik flieht.
Alle Sorgen verschwinden.

Dein Ich stirbt in Allem.

Du bist nichts
und doch glücklich,
so glücklich,
bist Buddha.
Fantastisch,
ein Zauber!
Der Tod ist gestorben.

 

Du bist Nichts

und doch Alles!

 

Ich fiel aus dem Wachtraum, riss mich los und folgte der Gruppe. Wir spazierten gemütlich zu einem Kloster und aßen in dessen großem Refektorium gut gewürzte Landesspeisen mit viel Reis und Gemüse, dazu saftiges Obst.

Später erreichten wir ein kleines Dorf und seinen Kindergarten. Dort wuselten zahlreiche 3 bis 6 Jahre alte Kinder höchst lebendig umher. Liebenswürdige junge Erzieherinnen betreuten sie. Als wir auftauchten, raste die ganze Kinderschar neugierig mit großen Augen auf uns zu.

Derartig fremdartige Menschen sahen sie anscheinend nicht sehr oft. Die anderen Reisenden guckten hier und da, bemerkten dies und das und ich saß auf einem kleinen Stühlchen jungen Strolchinnen und Strolchen gegenüber, die mich zunächst etwas schüchtern musterten und die ich am liebsten alle mit nach Hause genommen und aus

Liebe zumindest halb tot gedrückt hätte.Tja, da saß ich nun, ich versprengter Wackelgreis, und war fast genauso schüchtern wie meine myanmarischen Gegenüber. Da aber fiel mir ein, wie ich früher meine Nichten und Neffen immer auf einfache Art, aber höchst wirksam belustigt hatte und wie ich heute immer noch gelegentlich winzige Großnichten und -neffen unfehlbar zum Lachen bringe: Komische Fratzen schneiden, an Fingern, Nase und Ohren zupfen, laut „Buihui, rumbum, schladumm!“ oder anderen Unfug schreien und ab und zu wahnsinnig wie Hexe Wackelzahn persönlich lachen bzw. unheimlich kichern.

Eine höchst charmante junge Dame mit vier dicken schwarzen Zöpfen und ebenso dunklen Augen namens Eliana hielt sich einst den Bauch vor Lachen und bat mich von schräg rechts unten nach links oben zwischen drei oder vier mühsam unterdrückten Kichererbsen: „Hör bitte sofort auf damit, sonst muss ich mich ganz bestimmt totlachen!“

Ich will mal nicht so sein und ab jetzt nicht mehr lachen. Denn wenn du stirbst, dann bin ich der traurigste Mensch auf der Welt.“

Also benutzte ich jetzt im burmesischen Kindergarten mal wieder meine bewährten „Kinder-zum-Lachen-bring-Methoden“. Der Erfolg gab mir Recht und war vollkommen.

Die Kinder schwankten zwischen Furcht und Neugier, Zuneigung und Zurückhaltung. Vorwitzige und Zutrauliche kamen immer näher. Vorsichtige Skeptikerinnen und Skeptiker

wollten ebenfalls wissen, was da vor sich ging und wer da wirkte, versteckten sich aber zunächst hinter mutigeren Winzlingen. Diese kindliche Mischung aus Wagemut und Vorsicht finde ich unglaublich anziehend und unwiderstehlich.

Deswegen trompetete ich „ruibuuuh“, „schuihuuuh“, „juhuuuh“, „hubuuuh“ unter irrwitzigen Gesichtsverrenkungen in das kindliche Publikum und zog mit beiden Händen an meinen beiden Ohrläppchen, bis sie fast meine Schultern erreichten.

Unter lustvollem Gequieke, Geschrei und Gelächter stob die Schar in alle Himmelsrichtungen auseinander. Nur drei ganz anhängliche Kleinburmesinnen wichen nicht von meiner Seite und strahlten mich vertrauensvoll und vergnügt an.

Von den Trompetenstößen angezogen vergrößerten mehr und mehr Neuzugänge meine Bewunderinnen- und Bewundererschar, bis mich schließlich ein Kindermeer, ach ich will nicht übertreiben, sagen wir mal, ein stattlicher Kinderteich, umgab.

Ich würde wahrscheinlich noch heute auf meinem Stühlchen inmitten begeisterter

Kleinmenschen herum kaspern, wenn nicht die Kindergärtnerinnen nach einer halben Stunde dem Spaßspektakel ein Ende bereitet hätten. Allerdings fiel es ihnen recht schwer, mir die heiteren und glücklichen Kinderfans abspenstig zu machen und wieder auf die vernünftigen Wege des Kindergartenalltags zu lenken.

Dieses Affentheater mit einem altknackerigen, aber höchst interessanten europäischen Riesen werden sie bis an ihr Lebensende nicht vergessen, genauso wenig wie ihr pädagogisch ausrangierter Bespaßerbesucher.

Ich dachte an meine eigene Kindergartenzeit, glückliche Tage mit Kasper, Krokodil, Großmutter und Polizist. Das Kasperletheater faszinierte mich eindeutig am allermeisten, ein Kindergartenfest. Aber auch den Eisenhans, den Mann, der auszog, das Gruseln zu lernen, den gestiefelten Kater, das tapfere Schneiderlein, Schneeweißchen und Rosenrot, Dornröschen, König Drosselbart, Rumpelstilzchen, den Däumling, Hans im Glück, Schneewittchen und die sieben Zwerge, Rotkäppchen und und und liebte ich über alles. Saßen wir im Kreis beim Märchenerzählen um unsere junge üppig-hübsche Kindertante Friedchen, die alle männlichen Kindergartenzöglinge heiß und innig liebten, lauschte ich hoch konzentriert jedem Wort, das über die roten Lippen der Vorleserin in die gespannte Stille perlte.

Auch die Reise nach Jerusalem, der Plumpsack geht herum, ich sehe was, was du nicht siehst und andere Spiele erfreuten mein Herz.

Aber am meisten gefiel mir ein Spiel, bei dem ich den Kopf auf die duftende weiße Leinenschürze über dem weichen, warmen Schoß der Kindertante legen durfte und raten musste, wer mir drei Schläge auf den Hintern gegeben hatte. Hach, wie herrlich war das, wie im Paradies!

Und der letzte Tag vor Weihnachten im Kindergarten, der, ja der, übertraf einfach alles. Das Christkind höchst persönlich erschien. Wir sahen es zwar nie, doch es war da, das stand so fest wie Schillers Glocke auf der Erde. Wie sonst hätte nämlich der Geschenkekorb aus dem Himmel zum Vorderfenster des ebenerdigen Kindergartens herunter schweben können, an einem mit Schnee benetzten Silberseil? Tante Friedchen zog die Geschenke durch das offene Fenster in unseren Aufenthaltssaal. Das Christkind hatte an jede und an jeden gedacht.

Doch auch einen anderen bemerkenswerten Tag gab es regelmäßig, der in die armselige Nachkriegszeit strahlte und funkelte, den Quarktag. Jedes Kind durfte eine Schnitte Brot mitbringen, die unsere Kinderfrau mit etwas ganz, ganz Leckerem bestrich, kaum zu glauben, mit Quark. Und als verteile sie nicht Quark auf Schwarz- oder Weißbrot,

sondern Kaviar auf Millionärsschnittchen, standen wir alle mit unseren Schnitten und ernsten Mienen brav in der Warteschlange zum Quarkglück. Und wie das schmeckte, schmeckte, schmeckte!

Nebenbei besaß Tante Friedchen recht hübsche Beine. Ihre Oberschenkel, die einige entzückte Kleinbetrachter bei unverhofften Glücksfällen, meist unbedachten Bewegungen der Eigentümerin, manchmal fast in ganzer Länge zu Gesicht bekamen, waren herrlich mollig und ein wenig behaart, lockig. Das störte die Jungverehrer überhaupt nicht, sondern erfreute sie ganz im Gegenteil noch zusätzlich.

Mir erzählte einmal eine recht hübsche Grundschullehrerin, wie ihr einst ein Erstklässler seine Verehrung dokumentierte. Er hatte gerade die Buchstaben: E, M, I und L an der Tafel richtig zu seinem Vornamen zusammengefügt und sich sehr über das Lob der Pädagogin gefreut, das folgte und weswegen sie ihn sogar vor der ganzen Klasse an ihren Lehrertisch gerufen hatte.

Da fiel ihm ein besonderer Gag ein. Er legte völlig überraschend und ohne Vorwarnung seine kleinen Pfoten gefühlvoll auf die appetitlichen Brüste seiner Lehrerin und meinte unschuldig: „Die sind aber schön warm!“

Da ich die nette Tante Friedchen im Kindergarten erleben durfte, zweifelte ich keineswegs an den Worten meiner Pädagoginnenfreundin.

Fast alles am Kindergarten war wundervoll. Aber wo auf der Erde verweilt schon das Glück? Wenn, dann meist nur für Kürzestaugenblicke, oder, etwas häufiger, irgendwie ein Bisschen getrübt. So gab es neben der schmucken, runden, weichen Tante Friedchen, auch die überaus dürre, harte und strenge Schwester Elisabeth, einen Diakonissendrachen, die Chefin des Kindergartens. „Diakonisse“! Wie sich das schon anhört! Ganz ähnlich wie der Name für ein äußerst unangenehmes Insekt und Übeltier, die „Hornisse“, die aggressiv brummt und surrt und obendrein manchmal in empfindliche Körperteile sticht.

Fläzte sich ein Kindergartenzögling oder eine -zöglingin bequem in seinen bzw. ihren Stuhl, so gehörte sich das selbstverständlich ganz einfach nicht, auch nicht, wenn das dem Stuhl, seinem Besitzer und der restlichen Menschheit überhaupt keinen Schaden zufügte, sondern nur den ästhetischen Vorurteilen einer gewissen Diakonisse nicht entsprach. Schwester Elisabeth, unsere Chefdiakonisse, eilte bei solch sittenlosem Tun stets sofort wie der Blitz herbei, um die grau verstaubte Kindergartenordnung aus ihrem Kopf in die bunte Wirklichkeit umzusetzen. Die Diakonisse ergriff den Übeltäter oder die Übeltäterin mit Strengstgriff an den Oberarmen, nicht selten entstanden dort blaue Flecken, hob die Delinquenten ziemlich hoch in die Höhe und stieß sie dann krachend auf den Stuhl zurück. Dass dabei keine einzige Wirbelsäule zerbrach, welch ein Wunder!

Den burmesischen Kindergarten hatten anscheinend bis jetzt irgendwelche Diakonissen verschont.

Bevor wir uns von der aufgekratzten Kinderschar und den freundlichen Erzieherinnen herzlich verabschiedeten, kramten wir noch aus unseren mehr oder weniger gut gefüllten Börsen Spendenbeträge hervor, mit denen wir die Arbeit im Kindergarten finanziell würdigen und unterstützen wollten. Jeder von uns gab mindestens 10000 Kiyat. Das war keine so große Summe, wie man denken könnte, nur ein Betrag von umgerechnet 10 Dollar. Aber wenig ist immerhin besser als nichts. Die Kinder standen am Zaun und winkten wie wir noch lange.

Zurück am Bootsanleger verschwand unsere Krüppelhündin in der Menschen- und Hundemenge. Den Kindergarten hatte sie nicht besichtigen dürfen.

Ich kaufte an den Verkaufsständen noch einige Postkarten mit romantischen Landschaftsmotiven.

Wir ließen uns bequem in unseren Booten nieder, die in den schmalen Kanälen des Schilfgürtels vorsichtig so mancher Insel aus Tang, anderen Pflanzen und umgestürzten Bäumen auswichen, dann aber auf dem offenen Inlesee zur Höchstform aufliefen und mit ihren einheimischen Steuerleuten in einem kleinen Privatrennen zu unserem Wasserhotel zurück jagten.

Beim Abendessen kam es zu einem Streitgespräch über das Programm des nächsten Tages.

Es ging um den Besuch bei einem burmesischen Volksstamm, dessen Frauen künstlich verlängerte Hälse als schön empfinden. Ich dachte bis dahin, solche Damen gäbe es nur in Afrika.

Am eifrigsten und gegensätzlichsten diskutierten Silke und Walter. Während Silke die Langhalsfrauen nicht besuchen wollte, weil sie meinte, die Halsverlängerungen entwürdigten diese Frauen auf unnatürliche Weise und seien ein Produkt patriarchalischer Verhältnisse, argumentierte Walter, bei uns in Deutschland gäbe es ebenfalls Schönheitsmanipulationen, die man mit Leichtigkeit als Frauen verachtend und sogar als Körperverletzung einstufen könne, z.B. den weiblichen Schlankheitswahn knochiger Gerippe, Piercing- und Tattooschwachsinn, weibliche Brust- und Lippenvergrößerungen.

Ich hätte noch die in Deutschland erlaubte abergläubische Verletzung der körperlichen Unversehrtheit und des Kinderschutzes der muselmanischen Vorhautbeschneidung bei minderjährigen Jungen erwähnen können, tat das aber nicht.

Hätte ich mein Vorhautargument vorgetragen, wäre ich mit Sicherheit der Islamphobie und rassistischer Vorstellungen bezichtigt worden.

Rassismus in Bezug auf den Islam ist natürlich ein völlig blödsinniger Vorwurf, da diesem Aberglauben keineswegs nur Araber verfallen sind, sondern Schwarze, Weiße, Perser, Inder, Indonesier uva. Die meisten Anhängerinnen und Anhänger jenes höchst überflüssigen Aberglaubens sind übrigens Indonesierinnen und Indonesier.

Was man also Islamfeinden vorhalten kann, ist zwar Religionskritik, aber kein Rassismus. Dass Religionsfeinde leider zusätzlich auch manchmal Rassisten sind, was sie von vielen Superfrommen aber gar nicht unterscheidet, steht auf einem anderen Blatt.

Aberglaubensgegner, also Christentums- und Islamfeinde, als Rassisten zu bezeichnen, zeugt lediglich von begrifflicher Unschärfe in Gedanken, Hirnen und Argumenten abergläubischer Religions-, Mythen- und wundergläubiger Obskurantismusfreundinnen und -freunde.

Um auf die Besichtigung langer Frauenhälse zurück zu kommen: In Deutschland unternehmen ausländische Touristen schließlich ebenfalls keine Besichtigungsfahrten zu deutschen Modellskeletten, Tattoostudios, Piercing-Werkstätten oder jungmoslemischen Pimmeln ohne Vorhaut.

Immerhin war unsere Gruppe zu einer Diskussion fähig, die Kulturrelativismus und Feminismus bzw. patriarchalische Strukturen zum Inhalt besaß und durch unterschiedliche Ansichten gekennzeichnet war.

Zunächst wollten einige Reisende, darunter meine Nichte Silke, die Langhalsfrauen samt ihren Verlängerungsinstrumenten, ganzen Türmen aus übereinander gestapelten Halsreifen, aus dem Reiseprogramm streichen. Aber am anderen Tag gingen doch alle zu diesen Körperwundern, allerdings mit der Maßgabe, dass im Vordergrund die Besichtigung ihrer kunsthandwerklichen Produkte stehen sollte.

Ich will jedoch kurz meine eigene Position zu den Langhalsfrauen erwähnen. Ich denke, Schmuck an Frauen und erst recht an Männern ist total überflüssiger Firlefanz, von Piercings, Tattoos und anderem aberwitzigen künstlichen Quatsch wie langen Hälsen, Holzpflöcken an oder in Nasen oder Lippen, bestimmten fetten oder dürren Körperformen ganz zu schweigen. Letztere erfüllen teilweise den Tatbestand der Körperverletzung oder der Selbstverstümmelung.

Junge Damen oder Herren können in zerfetzen Lumpen oder in gar nichts herum rennen, das Strahlen und Schimmern der Jugend glitzert auf ihnen tausend Mal faszinierender als jede dämliche Perlenkette, jedes genauso blöde Diamantendiadem oder jede noch so protzige Goldkette. Der Duft der Jugend bietet mehr Wohlgerüche als jedes Shampoo, Duschgel, Axeldeodorant, Haar-, Scheidenspray bzw. jeder künstliche Gestank irgendwelcher Parfüme oder Rasierwässerchen.

Alte Fregatten oder Fregatteriche können sich mit ganzen Wagenladungen an Ringen, Hals- und Armbändern, Diamanten, Smaragden samt Rubinen, Arm-, Hals- und Beinkettchen, Roben aus Samt und Seide belasten, Falten, Doppelkinne, Tränensäcke, Wabbelbäuche und Zitronenhaut, Hängeärsche und -brüste verbirgt kein noch so kunstvoll gearbeitetes Schmuckstück, kein Haute-Couture-Blüschen und kein Kaschmirpullover mit aufgenähtem Krokodil, Kamel oder Nilpferd, ganz im Gegenteil. All das hebt jeden Körpermangel grausam hervor.

Wie schrecklich sehen Tattoos, besonders bunte, auf alter Schlabber- und Faltenhaut aus!

Wie wunderbar harmonisch hüpfen und springen Kinder unbefangen mit herrlich geformten kleinen Körpern durch die Gegend! Kein Schmuck und kein Makeup verschandelt sie. Keine Parfümwolke hüllt sie in aufdringlichen Chemogestank. Wie neugierig, aufgeschlossen und ehrlich treten sie ins Leben!

Ich saß vor längerer Zeit während der Pause eines Fahrradausflugs entlang der Ruhr von Schwerte bis Wetter und zurück bei herrlichem Sonnenschein unter einem Sonnenschirm am Rande eines Minigolfplatzes namens „Klutes Golfoase“, auf dem Tisch vor mir ein kalorienbombiger Rieseneisbecher mit Sahne, und sah dem Treiben der Golfer zu. Bei einem recht leichten Hindernis erprobten ein kleiner wibbeliger Blondschopf und sein riesengroßer, sehr kräftiger Vater ihre Minigolfkünste.

Der Ältere spielte nach dem Effizienzprinzip. Der Jüngere bot eine Kunsthow, die mir tausend Mal besser gefiel, dem Vater aber gar nicht. Er hätte sie gern verhindert. Das gelang ihm jedoch nicht.

Nachdem der Vaterberg mit drei Schlägen das Hindernis überwunden und das Ergebnis umständlich auf seinem Zettel notiert hatte, schritt bzw. hüpfte das Söhnchen zur Tat.

Zunächst legte Tommi den Golfball auf die Abschlagmarke, dann sich selbst samt Schläger auf den Rasen vor Ball und Bahn. Was sollte das denn werden? Den

Golfschläger hielt das Kind am Ende fest. Das Griffgummi am anderen, so schien es, sollte die weiße Golfkugel über die Bahn treiben wie die Spitze des Billardqueues die Kugel über den Tisch.

Tommi, lass das jetzt endlich. So geht das doch gar nicht. Mann, oh Mann! Ich werde noch wahnsinnig! So ein Quatsch!“

Ach Pappa! Du verstehst das nicht. Wie du spielst, total langweilig! Kann doch jeder! Ich mache das ganz anders, einfach Superklasse! Das ist Kunst!“ Der Vater ergrimmte und zog seinen Nachwuchs am Bein von der Bahn. Der jedoch sprang blitzschnell auf die Füße und durch die Vaterbeine erneut zum Abspielort. Sein Vater aber, ein Kunstfeind, griff wieder zu und behinderte den Kunstbesessenen an der Kunstausübung. Der Vater-Sohn-Konflikt wogte noch einige Zeit hin und her. Dann gab der Vater auf: „Ach, mach doch, was du willst. Das ist mir viel zu dumm, mich hier vor allen Leuten mit meinem Sohn herum zu zanken. Außerdem verlierst du sowieso.“ „Haha, das wirst du schon sehen.“

Tommy visierte auf dem Bauch den Ball an. Der Vater nahm breitbeinig auf der Bank neben der Bahn Platz. Ein rascher Stoß. Fast wäre die Kugel auf dem Plateau mit dem Loch gelandet. Jedoch prallte sie an einer rechtwinklig gebogenen Eisenreling ab und rollte ein wenig auf die Abstoßmarke zurück. „ Na, jetzt hast du dein Fett! So geht der nie rein“, triumphierte der Sohnbesitzer. Ein zweiter Versuch, langatmige Konzentration, mehrmalige Luftstöße mit dem zweckentfremdeten Schläger. Dann, endlich! Der Ball sprang über den Metallrand auf den Kurzrasen. Väterchen lachte hämisch: „Einen Versuch hast du ja noch, hahaha! Das kannst du locker schaffen.“ „Und ob ich das schaffe. Da wirst du staunen!“ Der Kleine umkreiste langsam die Bahn und visierte mit dem verdrehten Schläger von hier und dort den Ball an. Dann, wiederum aus der Bauchlage, ein kräftiger Schlag! War das möglich? Junge, Junge! Drüber! Der Gummigriff schrappte den Bahnboden entlang. Aus einem Billardtisch hätte er große Fetzen gerissen. Eine Niederlage!

Das Publikum, außer mir noch zwei ältere Müßiggänger vor Halblitergläsern mit Weißbier, stöhnte mitleidig! Der Vater meinte: “Man sollte manchmal eben auf Ältere hören und nicht alles anders machen. Das konnte ja nicht gut gehen!“ Sohnemann blieb unbeeindruckt und heiter wie der Sommertag. „Und dieses Mal treffe ich sofort ins Loch. Das wette ich mit dir um so ein großes Eis, wie der Mann da isst.“ Er nickte mir zu. „Na, meinetwegen! Das wird doch sowieso niemals was. Fang schon an!“ Schwupps! Der Junior lag auf dem Bauch vor der Bahn und stieß sofort zu. Der Ball landete auf gerader Linie im Loch. Tommi im Glück sprang auf. Riss den Schläger mit beiden Armen über den Kopf und veranstaltete ein kleines Hüpf-, Lauf- und Springtänzchen um die Vaterbank: „Ein Eis! Ein Eis! Ein Eis!“ Die Müßiggänger und sogar der Vater freuten sich, lachten und klatschten laut Beifall.

Und was wird aus unendlich vielen Federwölkchen am unbeschwerten blauen Himmel der Kindheit?

Aufgeschwemmte Fettklöße und bierbäuchige Quabbelquallen quellen!

Was werden lebendige Plappermäulchen?

Spießige Mitschwimmer im breiten Strom der Einheitsmeinungen und -ansichten!

Charles Bukowski, wortmächtiger Brachialpoet, leidenschaftlicher Hurer und Säufer, hat das haargenau richtig beschrieben, zugegeben etwas polemisch:

Zur Welt kommen Millionen kleiner Genies und im Sterbebett liegen Millionen geistig und körperlich grotesk verformter Vollidiotinnen und -idioten.“ ( sinngemäßes Zitat ) Diese menschlichen Endresultate der kapitalistischen Gesellschaft, ihrer kapitalistischen Produktionsverhältnisse, kapitalistischen Produktionsprozesse und Ausbeutungsverhältnisse tun mir sehr leid.

Wer auf dieser Welt übrigens nicht als Säufer oder Selbstmörder endet, der muss schon so viel Liebe und Zuneigung wie ich erfahren haben und daraus abgeleitet ein super dickes Fell, ungeheure Ich-Stärke und ein unerschütterliches Selbstbewusstsein. Kein Arschloch kann mich beleidigen, noch so schmerzhafte seelische Verletzungen bringen mich nicht zum Weinen, obwohl ich nach bestimmten feindlichen Worten oder Verhaltensweisen manchmal am liebsten sterben möchte. Ich weigere mich dann aber zu sterben oder zu weinen und liebe ganz einfach mehr.

Ich muss nur manchmal bei rührenden oder traurigen Szenen in Filmen oder Büchern weinen, weine aber nur so, dass niemand es sieht.

Zum Beispiel in dem Film: „When a man loves a woman“ mit Meg Ryan, Andy Garcia und zwei überaus lieblichen kleinen Mädchen, und zwar als die ganze Familie, ich glaube am Filmende, bei der wunderbaren Filmmusik Zbigniew Preisners im offenen Auto an einem goldenen Abend über eine Straße San Franciscos in Sicht der Golden Gate Bridge und des Meeres sehr langsam dahin gleitet.

Oder am Ende des Buches: „Das fressende Haus“ des Baltendeutschen Friedrich von Vegesacks als die Hauptperson, ein baltischer Edelmann und Flüchtling in den Bayrischen Wald am Ort und Fluss Regen, nach dem Verlust von Kind, Frau und Haus, im Zug sitzt und seine neue-alte bayrische Heimat verlässt. Die Dampflokomotive stößt graue Wolken aus und pfeift melancholisch. Auf seinem Berg liegt das fressende Haus. Kalter Regen fällt in den gleichnamigen Fluss und auf den gleichnamigen Ort. Am Zug vorbei zucken die hölzernen Telegrafenmasten und die Drähte schneiden ihr Auf und Ab in die tiefe Trauer des Herzens und der Seele unseres Reisenden. Die Waggons poltern monoton: „Rattatam, rattatam, rattatam! Vorbei! Nie wieder! Vorbei!“ „Abschied nehmen heißt ein Bisschen sterben“. ( Französisches Sprichwort, zitiert aus Raymond Chandler:

Der lange Abschied“ )

Die um sich greifende öffentliche Weinerei besonders von Männern über jeden klitzekleinen Scheiß geht mir allerdings tierisch auf die Nerven.

Aber, warum sollten wir uns die Langhalsfrauen nicht ansehen? Wie jede Leserin und jeder Leser inzwischen aus meinen Äußerungen über Schmuck, Tattoos, Brust- und Lippenvergrößerungen kurz zuvor erfahren hat, bin ich natürlich ein Gegner der Halsverlängerung mittels Schmuckreifen. Trotzdem allerdings würden die Frauen ihre Reifen nicht ablegen und auch ihre Hälse nicht verkürzen, ob wir zu Besuch kämen oder nicht. Demnach war es durchaus sinnvoll, diese körperliche Deformation einmal aus der Nähe zu betrachten.

Reisende sollen auf ihren Ausflügen ja gerade das besonders beachten, was es in der eigenen Heimat nicht gibt, was in der Fremde schöner ist und besser geregelt als zuhause, aber auch hässlicher und nicht so gut.

Wenn man alles Fremde für besser oder schlechter hält als Eigenes, fördert man positiven oder negativen Kulturrelativismus. Ich halte Kulturrelativismus für gefährlich und dumm.

Der Philosoph, Jurist, Politiker, Schriftsteller und Redner Cicero hat ca. hundert Jahre vor Christi Geburt gezeigt, wie man mit den unterschiedlichen Philosophien, Religionen und Weltanschauungen umgehen sollte, ein Vorbild für die Einbeziehung verschiedener Kulturen und Zivilisationen in die Gesellschaften der Gegenwart.

Zu seiner Zeit waren vor allem die hellenistischen Philosophien der Stoa, des Epikurismus und des Skeptizismus verbreitet.

Cicero war kein originärer Philosoph, der ein eigenes philosophisches System schuf, sondern ein Eklektizist, einer, der das Beste aus allen ihm bekannten Philosophien auswählte, z.B. aus der Stoa Epiktets, Senecas und Marc Aurels die seelische Unerschütterlichkeit und Gelassenheit, aus dem Epikurismus Epikurs die Freude am Leben und der Natur, aus der Skepsis Pyrrhons und seiner Nachfolger den Zweifel an allen zu Wahrheiten deklarierten geistigen Fundamenten dogmatischer religiöser, philosophischer und weltanschaulicher Systeme.

So könnte man z.B. analog der Auswahl Ciceros aus den Philosophien und auch aus den Weltzivilisationen das auswählen, was dort jeweils am besten und hilfreichsten für das Glück und den Fortschritt der Menschen ist.

Fangen wir mal mit dem europäisch-nordamerikanischen Konzept der universalen, natürlichen und angeborenen Menschenrechte an, das zur Zeit der nordamerikanischen

Unabhängigkeitskämpfe und der französischen Revolution, also wesentlich zur Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert entstand.

Die Menschenrechte sind den christlichen zehn Geboten oder dem Brutalunrecht der islamischen Scharia und jedweden anderen religiösen Verhaltenscodices haushoch überlegen. Um das zu erkennen, bedarf es keines Beweises, sondern die Überlegenheit der Menschenrechte liegt in ihrer Plausibilität ganz einfach auf der Hand. Ebenso steht fest, dass die Menschenrechte aus der westlichen Aufklärung stammen und keineswegs aus irgendwelchen westlichen oder östlichen religiösen Traditionen oder Quellen. Die geschichtlichen Meilensteine für die Installierung der Menschenrechte und damit für Demokratisierung und menschlichen Fortschritt in den westlichen Gesellschaften Nordamerikas und Europas bilden die amerikanische Unabhängigkeit 1776 und die französische Revolution 1789.

Die Menschenrechte des Westens, die Weltanschauung der Aufklärung, der Vernunft und der Naturwissenschaften sind nach meiner Ansicht allen anderen Zivilisationen der Welt, insbesondere jeglichem religiösen Unfug, ob aus Ost oder West beim Bau einer menschlicheren Welt vorzuziehen, verbunden mit der Albert Schweitzerischen Philosophie der Ehrfurcht vor dem Leben, die selbst aus aufgeklärtem, vernunftbezogenen Denken stammt.

Selbstverständlich wäre bei der Diskussion der eklektizistischen Methode als geeignetem Weg zu Frieden, Vernunft, Fortschritt und Menschlichkeit heftiger Streit nicht auszuschließen, eben über das, was denn nun gut, schlecht oder gar das Beste sei. Hierbei müssten Logik, Empirie und Experiment, also die Grundlagen wissenschaftlichen Denkens die Hauptrolle spielen. Metaphysischer, theologischer, esoterischer, spiritistischer spekulativer Humbug wäre strikt außen vorzulassen.

Und noch eins sei bemerkt: Wir kennen zwar mehr oder weniger gut unser Grundgesetz und die wichtigsten Menschenrechte. Diese Kenntnisse aber nützen uns und jeder/m gar nichts, wenn wir sie bei vielen Gelegenheiten wegen Geldgier oder unserer Karriere verraten. Leider bestehen zwischen den Grund- und Menschenrechten auf dem Papier und diesen Rechten in der Wirklichkeit riesige Unterschiede.

Der reiche Jüngling gab bei der Aufforderung Jesu, alle Reichtümer den Armen zu geben, sämtliche sehnsüchtigen Nachfolgepläne auf und zog säuerlichen Blickes von dannen.

Zwei der widerlichsten Berühmtheiten Deutschlands, der Philosoph, ein durch und durch brauner Nazi-Faselhans, Martin Heidegger und der Schauspieler Heinz Rühmann, verrieten wegen ihrer erbärmlichen Karrieren in der Nazizeit einen guten Freund bzw. ihre jüdische Ehefrau.

Der Erste um Rektor an der Freiburger Uni zu werden, der Zweite, um auch weiter in dämlichen Filmen wie „Die Feuerzangenbowle“ mitzuwirken.

Heidegger, selbsternannter antisemitischer Chefideologe der „Nationalsozialistischen Revolution“, folgte skrupellos seinem Lehrer und Freund Edmund Husserl 1934 auf dessen Lehrstuhl für Philosophie an der Freiburger Universität. Husserl hatten die Nazis 1933 kurz vorher als „Geburtsjuden“ aus der Universität geworfen, obwohl er damals die jüdische Religion schon längst zugunsten der protestantischen abgelegt hatte.

Nach dem philosophischen Dreckschwein Heidegger ist noch heute ein Lehrstuhl an der Freiburger Universität benannt. Welch ein Armutszeugnis für das akademische Leben an deutschen Universitäten!

Wäre ich Akademiker und sollte einen Vortrag an der Uni-Freiburg halten, legte ich als Vorbedingung die sofortige Umbenennung des Heidegger- Lehrstuhls fest.

Allerdings, das bewerte ich als äußerst positiv, hatte sich vor einigen Jahren eine politische Initiative für die Namensänderung des Lehrstuhls gebildet, leider ohne Erfolg.

Aus Wut über die zahlreichen Benamsungen von Straßen, Universitätslehrstühlen, Kasernen usw. nach dreckigen Nazimörderinnen/-mördern und den viel schlimmeren Schreibtischtäterinnen/tätern könnte ich platzen, besonders auch wegen des Heideggerschwein-Lehrstuhls.

Der ewig mit weinerlicher Klagestimme seine meist blöden Texte herunter leiernde Rühmann war im Dritten Reich aufs Engste mit Goebbels und Göring liiert und in die Propagandamaschinerie der Nazis eingebettet. Seine Machwerke waren sehr zahlreich und fanden ein großes Publikum.

Rühmann betätigte sich auch als Regisseur eines Geburtstagsfilms für den Reichspropagandagnom über den Tagesablauf der Mörderfamilie Göbbels. Der Schleim des widerlichen Karrieristen rührte den größenwahnsinnigen Propagandafatzken angeblich zu Tränen.

Wegen seiner ersten Ehe mit der Jüdin Bernheim drohten dem Schmierendarsteller R. Aufführungsverbote. Deswegen ließ er sich auf Anraten Görings scheiden. Danach erreichte die Karriere der Rühmann-Drecksau im Nazireich ungeahnte Höhepunkte.

Sie befähigte den Nazi-Halunken, 1938 für ein Butterbrot die wundervolle Wannsee-Villa der Witwe eines jüdischen „Untermenschen“, des Kaufhauskönigs (KADEWE) Adolf Jandorf, zu erwerben. Bei einem Bombenangriff brannte sie wunderbarer Weise bis auf die Grundmauern ab. Wie schön! Wie herrlich! Wie gerecht!

Der tiefbraune Nazi Rühmann machte in Nazi-Westdeutschland eine großartige Karriere, die gedankenlose oder selbst sehr bräunliche Volksgenossinnen/genossen mit dem Bundesverdienstkreuz und der posthumen Auszeichnung als bester Schauspieler Deutschlands belohnten.

Sogar der angeblich linke Regisseur Wim Wenders setzte den Nazischuft Rühmann noch 1993 in einem Film ein. 1994 starb dieser Mistkäfer endlich.

Selbstverständlich heißen auch nach ihm noch immer Straßen und Plätze.

All diese Fakten kann jeder kennen, der fähig ist zu lesen und sich im Internet bei Google über den Nazimimen Rühmann zu informierten.

Ach, ich habe etwas ganz Entscheidendes vergessen! Sicher waren die zwei Drecksäcke, Heidegger und Rühmann, gar keine Nazis, sondern engagierteste Widerstandskämpfer! Zumindest aber haben sie ganz sicher 3,3 Juden im Keller versteckt oder 4,5 russischen bzw. polnischen Fremdarbeitern unter Lebensgefahr 3,2 Brotkrusten zugesteckt oder zwei Wassertropfen eingeflößt, was fast alle deutschen Nazizeitgenossen von sich selbst bzw. fast alle ihre Verwandten entgegen allen historischen Fakten über jene behaupteten und noch immer behaupten

Denke ich manchmal daran, dass die zwei Scheißkerle Heidegger und Rühmann nur die Spitze des Eisberges aus Nazis bildeten, die in der Nazi- Nachkriegs-BRD große Erfolge hatten, reich und anerkannt waren, möchte ich immer sehr gern meinen Pazifismus vergessen, mir am liebsten eine Uzzi packen und Amok in der Parteizentrale der AFD laufen.

Nun will ich aber bei all meiner Vorliebe für Vernunft, Aufklärung und Wissenschaft neben den irrationalen, gefährlichen und menschenfeindlichen Ergebnissen der Religionen, Verliebtheit in Wunder, übernatürlichen Hokuspokus, in seltsame umständliche Rituale, in Macht und Geld, Folter und Hexenverbrennungen, in Ketzerverfolgungen und in Religionskriege, nicht auch die wenigen guten Religionselemente auf den Müll der Geschichte werfen.

Die Religionen stellten neben den Philosophien immerhin die höchst wichtige Frage nach dem Sinn und den wünschbaren Formen des Lebens. Die Frage nach dem Sinn beantworteten sie allerdings völlig falsch: „Ein Gott wohlgefälliges Leben!“ Es geht jedoch um ein möglichst vielen Menschen wohlgefälliges Leben, oder anders ausgedrückt: „Um das größte Glück der größten Zahl.“

Und im Gegensatz zu den sogenannten christlichen Gottesbeweisen, die zwar mangelndes Denkvermögen ihrer Konstrukteure, aber keinesfalls Gott beweisen, gibt es einen vollkommen wasserdichten Vernunftbeweis für die Nichtexistenz des christlichen Gottes Jahveh und seines islamischen Plagiates Allah.

Der christliche Urgott ist wie seine islamische Kopie nach Ansicht aller Anhänger barmherzig und allmächtig. Er kann aber nicht beides, allmächtig und barmherzig. Genauso wenig, wie ich eine Frau und gleichzeitig ein Mann sein kann.

Um diese Aussagen vollkommen plausibel zu verifizieren, genügt ein Blick in die Welt. Naturkatastrophen, das Naturprinzip des Fressens und Gefressenwerdens, von Menschen zu vertretende Kriege, Mord und Totschlag, Raub und Mord widerlegen sofort eine der zwei angenommenen göttlichen Eigenschaften der christlichen Urfassung Gottes und seiner islamischen Nachahmung. Selbst der kritischste Skeptiker vermag hieran nichts zu ändern.

Ist Gott barmherzig, kann er diese brutale Welt nicht eine Sekunde zulassen. Sogar der verlottertste und schlechteste Vater würde wohl sein Kind ernähren, könnte er ohne Mühe dessen Hunger stillen. Dazu im Gegensatz lassen der christliche Gott und sein islamisches Nachfolgephänomen jeden Tag zig Menschen, darunter viele Kinder, vor Hunger und Durst elendig verrecken.

Ist Gott also barmherzig, kann er wegen der brutalen Welt nicht allmächtig sein, denn sonst würde er sie sofort in eine gute verwandeln.

Ist er aber allmächtig, jedoch nicht barmherzig, ähnelt er einem sadistischen Schweinehund und weidet sich am Unglück seiner Geschöpfe.

Auf sehr leichte Art habe ich hier mit wenigen logischen Sätzen bewiesen, dass es den christlichen Gott und seine islamische Nachbildung nicht geben kann.

In Bezug auf die Welt denken die Skeptiker ähnlich wie ich: „Die Behauptung: Die Welt ist gut, kollidiert mit der Erkenntnis, dass es auf der Welt vielen Guten schlecht und vielen Schlechten gut geht.“

Die Frage nach den Lebensformen beantworteten die Religionen zwar nicht ganz, aber überwiegend falsch: „Nicht die Familie ist die beste Lebensform! Klöster, Kibbuzim, Kommunen, Kollektive sind ihr überlegen!“

Die letzte Aussage gilt jedoch auch nur vorläufig, denn alles fließt, und nicht alles, was für heute gut ist, muss es auch noch für morgen sein. Und außerdem stellt sie keine Tatsachenbehauptung , sondern eine, nämlich meine persönliche Meinung, dar.

Die christlichen Klöster boten vielen Menschen Raum auch für sinnvolle Arbeiten, Bücher schreiben, übersetzen, illustrieren, die alten Sprachen, Hebräisch, Griechisch, Latein und viele andere zu lernen, Rhetorik, Recht, Philosophie, Literatur, Medizin, Ökonomie, Garten- und Landwirtschaft, Architekur und Baukunst zu studieren, Kenntnisse in der Bier- und Weinproduktion, Zoologie, Biologie undundund zu erlangen.

Außerdem liegt im Kloster ein Modell für das Leben in unabhängigen Frauen- und Männrgruppen vor. Nach Geschlechtern getrennte Frauen- und Männerklöster müssen ja nicht sein. Hier sollten jede und jeder gemischte oder andere Einheiten frei wählen können und es würden mit Sicherheit ähnlich produktive und lebensfreundliche Kollektive wie die israelischen Kibbuzim oder die landwirtschaftlichen bzw. künstlerischen Kommunen der Zeit des Studenten- und Hippieaufstandes entstehen. Ich halte diese größeren Lebensformen gegenüber den Familien, Mehr- oder Eingenerationen-, Groß- oder Kleinfamilien, Lebenspartnerschaften und erst recht gegenüber dem Singledasein, für eindeutig lebensfreundlicher und auch für gesellschaftlich und ökonomisch viel potenter.

Die historische Wichtigkeit der schwarzen Kirchengemeinden für das gesellschaftliche Leben, die Bildung und die Musik der Schwarzen in den USA, Afrika und im Rest der Welt und für den zumindest teilweise erfolgreichen Kampf gegen den internationalen Rassismus sollte man ebenfalls nicht unterschätzen.

Nicht zuletzt die neu- bzw. alttestamentlichen Aufforderung zur Nächstenliebe, zur Hilfe für Fremde, Witwen und Waisen, plus wunderbarer christlicher Kirchenmusik und teilweise herrlichen Liedern samt fantastischen Kirchenbauten, Kölner Dom, Notre Dame de Paris, Hagia Sophia in Konstantinopel, erscheinen auf dem positiven Religionskonto.

Wobei ich mich allerdings angesichts der prächtigen Kathedralen der Vergangenheit gelegentlich frage: Warum verwendete man nicht mehr ökonomische Mittel beim Haus-,Wohnungs- und Städtebau als für prachtvolle Sakral-, Kunst- und Prestigebauten, die durch ihre Pracht und Herrlichkeit die ausgeprägte Hierarchie, die Macht- und Herrschaftsansprüche ihrer Priester, Bischöfe, Kardinäle, Päpste, Imame und Pfaffen autoritär verkörperten und immer noch repräsentieren? Zumal zu den Entstehungszeiten der Großkathedralen die Mehrheit der Erdbevölkerung noch in elenden Bruchbuden, fern von Wasser, Licht und hygienischen Toiletten vegetierte.

Insgesamt jedoch überwiegt beim Gesamtergebnis der Religionsgeschichte weit das Negative, brutale Religionskriege, Ketzer- und Frauenunterdrückungen,-verfolgungen und -ermordungen, Hexenverbrennungen, Rassismus, Kolonialismus, Fortschrittsfeindlichkeit, Doppelmoral, Macht- und Geldgier, brutales Religionsrecht, blödsinnig verklemmtes und verbrecherisches Sexualverhalten, z. B. Kindermissbrauch, Diskriminierung, Verfolgung und Ermordung Andersgläubiger, einfach ein Riesenmischmasch aus Irrtum und Gewalt.

Ich meine, man sollte alle Religionen weltweit mit allen Mitteln der Vernunft, der Wissenschaft und der Demokratie bekämpfen, bis sie endlich jede und jeder als menschenfeindliche Ideologien und die Religionsgeschichte als todtraurige Episode der Menschheitsgeschichte begriffen hat. Na, welch optimistische Vision!

Vom letzten notwendigen Verhalten aufgeklärter Menschen gegenüber dem Aberglauben war ich während meines Studiums der ev. Theologie in Wuppertal, Bochum, Berlin und Hamburg zur Zeit der Studentenrebellion von 1964 bis 1970 noch fester überzeugt. Ich hatte nämlich schon anfangs des Studiums den Glauben an Religion und Gott verloren und durch eine Hinwendung zum revolutionären Sozialismus ersetzt.

An der Religion hatten mich von Anfang an in erster Linie das Gebot der Nächstenliebe, Jesu Bedürfnislosigkeit und sein Einsatz für alle Außenseiter der Gesellschaft, die Erniedrigten und Beleidigten, Armen und Elenden, fasziniert. Metaphysisches Brimborium hat mich noch nie interessiert, heiliger Geist, Dreieinigkeit,

Auferstehung, jüngstes Gericht, Dämonen, böse Geister und ähnlicher Quark.

Heute, am Donnerstag, 22.11.2018, etwas mehr als 74 Jahre alt, stehe ich Revolutionen, besonders auch sozialistischen, wesentlich skeptischer gegenüber.

Fidel Castro verriet die kubanische Revolution, machte sich zum Alleinherrscher und Kuba zu einer bürokratischen Diktatur, die allerdings nicht die allerschlimmste auf der Erde ist.

Er starb als machtgieriger, starrköpfiger, böser alter Mann und hinterließ ein Land mit riesigen infrastrukturellen und ökonomischen Problemen.

Der ehemalige sandinistische Revolutionär Ortega lässt zur Zeit, 23.11.2018, gleich brutal wie seine ehemaligen Gegner der Contra auf die Bevölkerung Nicaraguas schießen.

Dem vergangenen realen sowjetischen Sozialismus ist zwar der unglaublich wichtige militärische Erfolg gegen die mörderischen deutschen Nazihorden mit zu verdanken, aber sonst haben sich die Sowjets oft als äußerst brutale Machthaber aufgeführt und selbst die eigene Bevölkerung häufig terrorisiert.

Viele ehemalige aufsässige Studentenrebellinnen und -rebellen der 60er und siebziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts haben den Marsch durch die Institutionen gerade beendet, aber nicht die Institutionen, sondern sich selbst verändert, und zwar auf ekelhafte Weise. Sie leben viel etablierter als das damalige Establishment.

Man denke an den aufgeschwemmten Fettklops Joschka Fischer, ehemaliger hübscher Straßenkämpfer und Steinewerfer, den späteren grünen Außenminister. Er und seine Grünen waren für die völkerrechtswidrigen deutschen Bombenattacken auf Belgrad im Jugoslawienkrieg der neunziger Jahre verantwortlich.

Schrecklich, solche Figuren wie die ehemaligen JUSOS Gerhard Schröder und Müntefering! Sie wandten sich von der internationalen sozialistischen Solidarität schnellstens total ab und ganz eilig kapitalistischer Austeritätspolitik, Hartz IV, Agenda 2010, Stellen- und Lohnabbbau, sowie ihren politischen Karrieren und persönlicher Geld- und Frauenscheffelei zu. Asoziale sozialdemokratische Sozialdemonteure! Hurenböcke des Kapitals!

Der Ex-Kanzler schaffte bis heute, 23.11.2018, fünf Frauen, der Hinterzimmerstratege und -apparatschik Müntefering, in jedem Regierungsamt ein Versager, immerhin drei. Nachdem er die zweite Gattin tränenreich betrauert hatte, legte sich das stark verwitterte, wacklige Faltengebirge kurzerhand eine neue zu. Die war nur 40 Jahre jünger als er selbst, ist aber bereits 2013 in den Bundestag gewählt worden und seit 2018 parlamentarische Staatssekretärin im auswärtigen Amt. Für die hohen Ämter qualifiziert sie selbstverständlich keineswegs die „leidenschaftliche Sexbeziehung“ zu dem falten- und euroreichen Wackelgreis Müntefering. Nein, ihre Jobs als Kinderpflegerin und Journalistin boten ganz klar die besten Voraussetzungen später in die besser bezahlten Ämter einer Bundestagsabgeordneten bzw. parlamentarischer Staatssekretärin im Auswärtigen Amt einzuziehen.

Diese dritte Frau Müntefering verfügt aber immer noch über viel bessere Ausbildungsvoraussetzungen als der Ex-Außenminister Fischer, der überhaupt gar nichts gelernt hat, außer Taxis zu fahren.

Am aller widerlichsten unter den vielen äußerst widerlichen Verrätern der Studentenbewegung und APO aber ist mir der schwäbelnde Ex-Maoist und grüne Ministerpräsident Baden-Württembergs Winfried Kretschmann, der seine maoistischen Verirrungen vollkommen überwunden hat und nun Mitglied im Schützenverein ist.

Obendrein hat er es, lange Jahre mit einem grünen Oberbürgermeister an der Seite, als Miprä. seit 2011 geschafft, den neuen Stuttgarter Bahnhof zu einem der weltweit größten Milliardengräber auszubauen und die baden-württembergische Hauptstadt im Verein mit Daimler-Benz zur dreckigsten, Abgas reichsten Großstadt der Bundesrepublik zu machen.

Der Mann ist kein Angestellter beim Daimler oder beim ADAC, nein, aber ehemaliger Maoist, Schützenbruder und ein grüner Ministerpräsident!

Er passt wunderbar zu seinem württembergischen Parteifreund, dem rassistischen Fremdenhasser Boris Palmer, auf dem Oberbürgermeisterstuhl der Universitätsstadt Tübingen. Soviel zum Zusammenhang zwischen formaler Bildung und fortschrittlichem politischen Bewusstsein und Verhalten!

Ich, anerkannter Kriegsdienstverweigerer, 1966 einen Monat wegen der Weigerung, ein Gewehr anzunehmen, im Bundeswehrknast der Panzeraufklärer-Kaserne in Hessisch-Lichtenau bei Kassel, wünsche mir keine gewaltsamen Revolutionen mehr, sondern einen, zugegeben, sehr schwierigen demokratischen Wandel ohne Religionen und ihren abergläubischen Quatsch, jedoch auf der Basis der Vernunft, der Menschenrechte und der Ehrfurcht vor dem Leben.

Auch, jetzt kommt meine skeptische Seite zum Vorschein, meine ich, selbst die Demokratie garantiert mitnichten ewige Glückseligkeit! Schließlich haben die Deutschen Hitler demokratisch gewählt, und viele wählen heute die AFD-Nazis, die Amerikaner den Waffennarr Trump, die Ungarn den Rassisten Orban und so weiter.

Ebenfalls garantiert die Abwesenheit jeglicher Religion gewiss kein ausschließlich vernünftiges Handeln und Einigkeit darüber, was vernünftig und am besten für die Menschen ist.

Außerdem gab es auch gerechte Kriege wie den zweiten Weltkrieg

der Alliierten gegen die deutschen Horden der Naziverbrecher, und die der Befreiungsbewegungen in Afrika, Lateinamerika und Asien gegen deutsche, englische, spanische, französische, portugiesische, italienische, holländische, belgische, amerikanische, arabische, afrikanische, asiatische Sklavenhändler, Rassisten und Kolonialisten.

Islamische Araber und andere islamische Kolonialisten waren übrigens weit früher Sklavenhändler als weiße Europäer und sind es gegenwärtig, Dezember 2018, noch. Und weiße Menschenfreunde haben immerhin die Sklaverei abgeschafft, nicht jedoch irgendwelche demokratisch und humanistisch gesinnte Araber.

Dass also Cassius Clay, der schönste und beste Ex-Boxer der Erde, diesen angeblichen Sklavennamen ablegte und stattdessen den arabischen Sklavennamen Muhammed Ali annahm, war ein Ausdruck höchst mangelhafter Geschichtskenntnisse.

Zu den kolonialistischen Killern der machtgierigen, islamfanatischen, iranischen Mullahs im Syrien der Gegenwart, Dezember 2018, gehören nämlich schiitische Zwangssoldaten aus Pakistan und Afghanistan, die in ihren sunnitisch-islamischen Heimatländern vor sunnitischen Verfolgern nach dem schiitischen Iran flüchteten. Dort verwandelte man die wegen ihrer speziellen islamischen schiitischen Konfession von Angehörigen einer anderen islamischen Konfession, der sunnitischen, verfolgten Religionsflüchtlinge in „zwangsmilitarisierte“ Soldaten der iranischen Invasionsarmee in Syrien. Sie gerieten also vom Regen in die Traufe.

Vor ein zwei Tagen erschien in den käseblättrigen westfälischen „Ruhrnachrichten“ ein pompös und groß aufgemachter Leitartikel über die gewaltigen Gefahren, die von der verrückten religiösen Sekte der amerikanischen Scientologen angeblich ausgehen.

Das gleiche Käseblatt behauptet in regelmäßigen Abständen, der Islam sei eine friedliche Religion, die wunderbar zu sozialen demokratischen Rechtsstaaten mit einem Grundgesetz auf der Basis der Menschenrechte wie der Bundesrepublik Deutschland passt.

Jeden Tag metzgern fanatische Islamanhänger von Taliban über Hisbollah, Hamas, Boko Haram, ISIS bis zu Al Kaida Ungläubige in rauen Mengen ab.

Scientologen haben meines Wissens bis heute jedoch weder Ehebrecherinnen gesteinigt, noch Dieben Hände abgehackt, noch vollbesetzte Passagierflugzeuge als Flugbomben in noch voller besetzte Wolkenkratzer gesteuert. Trotzdem sind Islamanghörige friedliche Tiefgläubige und Scientologen mörderische Sektenangehörige, jedenfalls nach Ansicht der international bedeutsamen „Ruhrnachrichten“ und ihrer noch bedeutsameren „Journalisten“.

Ich bin also ziemlich sicher, dass ohne den Einfluss der Religionen auf das menschliche Leben und die moderne Gesellschaft sehr, sehr Vieles leichter wäre.

Allerdings beginnt der Rechthabe- und die/der Beste-sein-wollen-Wahn bereits in der Familie.

Neulich behauptete doch wahrhaftig ein mir sehr liebes Familienmitglied: „Das waren keine Erker.“ Diese Behauptung erfolgte, nachdem ich darauf hingewiesen hatte, dass an einem Haus, in dem unsere Familie vor Jahren gewohnt hatte, rechts und links zwei Erker zu sehen wären.

Selbstverständlich hatte das andere Familienmitglied Unrecht und ich Recht, wie der Augenschein später eindeutig bewies. Aber das half mir gar nichts, denn kurzerhand erklärte es die Erker zu „kleineren“ Mauervorsprüngen und hatte ein für alle Mal gewonnen.

Doch meine liebe Verwandte rannte etwas später noch einmal in eine ähnliche Falle. Sie gab im Brustton der Überzeugung kund, an einer Stelle, an der niemals ein Haus gestanden hatte, sei ganz sicher eins vorhanden gewesen. Als das alle Anwesenden außer ihr selbst verneinten, argumentierte sie auf völlig rationale und höchst sachliche Weise: „Und da hat doch ein Haus gestanden. Ich weiß auch noch, welche Mieter dort wohnten: Unten der Rechtsanwalt Adolf Schurkemeyer, in der Mitte der Urologe Salman Hodenberg und oben der Friseur Wotan Möhre Bratfisch. Na klar stand da ein Haus!“

Übrigens, das möchte ich doch deutlich hervor heben: „Ich hatte wieder einmal Recht mit der Annahme der vorhandenen Erker und des nicht vorhandenen Hauses, wie meistens in strittigen Fragen!“

Die sehr nette und von mir äußerst hoch geschätzte Dame zählt übrigens heute, am 7.12.2018, fast 85 Jahre. Da will ich mal nicht so pingelig sein, was ihre Rechthabe- bzw. Nichtrechthabefähigkeit anbelangt.

Also, da Menschen noch nie Schwierigkeiten hatten, wegen unterschiedlicher religiöser Formulierungen wie: „das ist mein Leib“, bzw. „das bedeutet mein Leib“, dreißigjährige, brutal blutige Religionskriege vom Zaun zu brechen, nach Meinungsverschiedenheiten über den Geschmack von Korinthen und Rosinen, nicht mehr miteinander zu reden, werden wir wohl künftig selbst nach totaler Ausrottung jeglicher Religion keine Schwierigkeiten haben, wegen vorhandener Erker oder nicht vorhandener Häuser dreißig- hundert- oder mehrjährige Kriege vom Zaun zu brechen.

Dreißig-, hundert- oder mehrjährige Kriege hin und vorhandene oder nicht vorhandene Erker her! Ceterum censeo, religöses Handeln und Denken esse delendum!

Und ich habe trotzdem Recht und nochmals Recht, zumindest in der religiösen, Erker- und Haus-Frage. Übrigens ist mir ein religiöser türkischer Kapitalismusfeind lieber als ein atheistischer deutscher Kapitalist! Das Leben ist eben alles andere als einfach.

Doch zum Schluss noch ein Vorschlag zum Entschlüpfen aus der Rechthabefalle, das meinem durchaus auch skeptischen Geist entstammt: Erstens sollten wir uns alle fragen, ob Rechthaben ein erstrebenswertes Lebensziel darstellt und ich wie andere Menschen wären gut beraten, wenn wir wieder und wieder versuchten, glücklich zu leben, auch ohne Recht zu haben.

Das geht, wie ich selbst an mir festgestellt habe, und immer besser, je öfter man es probiert.

 

 

Freitag, 7.2.2014

Nach einem gemüse-, obst-, eier-, schinken und saftreichen Frühstück fuhren wir durch die schwimmenden Gärten auf dem Inlesee. Dort wachsen alle Arten von Gemüse wie z.B.

prächtige Tomaten und Kohl, dazu Obst, Wassermelonen, die in Burma innen nicht nur rosarot, sondern auch ab und zu gelb leuchten, und alle Arten bunter Blumen. Sie schimmern und strahlen.

Die Gärten entstanden aus etwa ein Meter dicken Humusteppichen, die man mit Stangen im Seegrund verankerte. Ausgangsbasis waren Wurzeln, Stängel und Blüten der Wasserhyazinthe, die irgendwann über Thailand und Java aus Lateinamerika einwanderte.

An dem Blumenmaterial lagerte sich durch Wellen, Sturm und Wetter äußerst fruchtbarer Humus vom Seegrund an. Die Wasserhyazinthen besitzen eine sehr wichtige Eigenschaft. Sie bauen organische Gifte ab und dienen als natürliche Reiniger verschmutzten Wassers. Das Wasser steht niedrig über dem Grund, zwei bis ein Meter.

Die Gärtenbesitzer und -bearbeiter gehören zum gleichen Stamm, dem Shanvolk, wie die Ein-Bein-Fischer des Sees und sind wohl tibetischer Herkunft, einer der vielen Stämme des Vielvölker- bzw. Vielstämmestaates Burma.

Mit ihren Booten fahren die Shan durch die Wassergassen der Gärten, pflanzen, kultivieren und ernten.

Zu den vielen Ethnien Burmas gehören auch die aus Bangladesh eingewanderten muselmanischen Rohinja an der Westgrenze Myanmars mit Bangladesh. Die moslemischen Rohinja beklagen lauthals weltweit ihre Unterdrückung durch die Mehrheitsbuddhisten Burmas.

Unser burmesischer Reiseleiter Ted hält die Rohinjas für Klageprofis und aggressive Zeitgenossen, die zwar von Myanmar aufgenommene Flüchtlingsgäste sind, jedoch dennoch in ihrem Wohnbereich keine buddhistischen Tempel zulassen, aber gern buddhistische Damen anbaggern.

Ich persönlich kenne einen Deutschen, der in Thailand lebt und mit einer Thailänderin verheiratet ist. Sie gehörte ursprünglich einem ostburmesischen Bergstamm an, der von der lange regierenden myanmarischen Militärclique brutal verfolgt wurde. So flüchtete sie schließlich nach Thailand. Das Schicksal dieses Bergstamms interessierte in Europa im Gegensatz zu dem der islamischen Rohinyas niemanden bzw. kein Schwein, außer vielleicht einige Aktivisten amnesty internationals.

Benachteiligte Mosleme jedoch, so schien es dem Reiseleiter Ted und so scheint es mir auch, verstehen wunderbar, weltweit ihre Jammerlieder vorzutragen, während es ihnen durchaus nicht schwer fällt, die Berichte über die Unterdrückung andersgläubiger Minderheiten, z.B. von Juden, christlichen Kopten oder pakistanischen Christen in moslemischen Mehrheitsregionen, z.B. Gazastreifen, palästinensischen Autonomiegebieten in der ehemals jordanischen Westbank, Ägypten und Pakistan als Lügen zu bezeichnen.

Den Gazastreifen oder das palästinensische Autonomiegebiet können Juden z.B. nur unter Lebensgefahr betreten. Das sogenannte heilige Mekka darf überhaupt kein Ungläubiger betreten. In Ägypten brennen Mosleme in regelmäßigen Abständen christliche Kirchen der Kopten ab und in Pakistan sperrten sie eine schuldlose Christin zehn Jahre ein, nur weil sie Wasser an Muselmaninnen ausgeteilt hat, das angeblich durch den christlichen Transport verunreinigt wurde.

Dennoch will ich nicht verschweigen, dass vor nicht allzu langer Zeit , gerechnet ab unserem 2014er Aufenthalt in Myanmar, von irgendwelchen Barbaren eine Moschee angezündet wurde und dass im islamischen Tunesien zur Zeit, Dezember 2018, laut „Jüdischer Rundschau“ vom Dezember 2018 ein Jude als Tourismusminister arbeitet, auf der tunesischen Judenhochburg, der Insel Djerba, 21 Synagogen geöffnet sind und

insgesamt 1200 Juden vollkommen entspannt leben können. Es gibt in Tunesien laut der jüdischen Zeitung sogar den jüdischen Vorsitzenden einer islamisch ausgerichteten Partei.

Trotzdem, wieder gemäß „Jüdischer Rundschau“ vom Dezember 2018, ist die Zahl der Juden in Tunesien seit dem zweiten Weltkrieg stark zurück gegangen.

Lebten vor dem Weltkrieg dort noch ca. 100000 Juden, wohnen heute, 19.12.2018, außer den 1200 Djerba-Juden nur noch 500 weitere Juden über das ganze Land verstreut im restlichen Tunesien. Also gibt es insgesamt 1700 Tunesien-Juden.

Um auf die schwimmenden Gärten zurück zu kommen. Vielleicht zeigen sie eine Möglichkeit, unseren bei wachsender Erdbevölkerung steigenden Nahrungsbedarf mittels schwimmender Gärten im flachen Uferbereich der großen Seen der Erde zusätzlich zu decken.

Die Langhalsfrauen, die wir anschließend trafen, wirkten durchaus anmutig in ihrem Schmuck zahlreicher Silber- und Goldreifen. Wenn sie die aus eigenem Willen anlegen, sich wohl darin fühlen und ihre Gesundheit keinen Schaden nimmt, habe ich überhaupt nichts gegen den besonderen Schmuck. Ich selbst möchte ihn allerdings nicht tragen. Ähnlich wie mit dem Halsschmuck geht es mir mit dem Kopftuch moslemischer oder anderer Frauen. Es gefällt mir nicht, zumal es die meist wunderschönen dunklen Haare auf den Köpfen der Mosleminnen verdeckt und sie so eines prächtigen Schmucks beraubt.

Das Kopftuch schadet aber auch Niemandin, sofern es nicht per Zwang auf irgendwelche Köpfe gelangt. Manchmal, das gebe ich zu, ist es sogar farblich und auch auf eine sehr dekorative Weise, kokett um den Kopf geschlungen, höchst reizvoll.

Die Hälse der Frauen waren nur so lang gewachsen, weil schon weibliche Säuglinge und Kleinstmädchen die zugehörigen Schmuckreifen getragen hatten.

Diese Tatsache, die Verformung schon der Kinderhälse, müssten aufgeklärte Menschen sicherlich als Kinderquälerei kritisieren, genau wie die islamische Beschneiderei der Penisvorhaut bereits im Kindesalter.

Ansonsten kann meiner Ansicht nach jeder erwachsene Mensch sich so formen oder formen lassen, wie es ihm gefällt, mittels Tattoos, Piercings, verlängerter oder abgeschnittener Hälse, Vorhäute oder Pimmel. Ich allerdings halte alle diese Alternativen für überflüssigen Blödsinn.

Übrigens sind mir bei unserem letztlich einmütigen Besuch im Dorf der Langhalsfrauen keine kleinen Mädchen oder Säuglinge mit Halsreifen aufgefallen.

Er diente sicherlich auch als Einstiegstor für das Shopping in zahlreichen Schmuckgeschäften, die Schmuckreifen, -ringe plus -figuren feil boten und zeigten, wie geschickte Silber- bzw. Goldschmiede diese Waren anfertigten.

Wie ich diesen Shoppingquatsch hasse! Noch mehr Staubfänger, und noch mehr und noch mehr!

Jede Gruppenreise ist auch immer eine Einkaufsreise! Schließlich wollen die einheimischen Kunsthandwerker verkaufen und verdienen, und die meisten Touristen aus nahen oder weiten Fernen einkaufen und zuhause mit dem überflüssigen Krempel ihre Weitgereistheit und Weltläufigkeit protzig demonstrieren. Wohlgemerkt, die Meisten! Einigen gefallen sicherlich auch die wenigen ästhetisch anspruchsvollen Gegenstände, die zu erwerben sind, und andere möchten sicherlich auch zuhause lieben Freunden und Verwandten etwas Originelles schenken.

Ich selbst verreise allerdings in erster Linie, um schöne Natur und andere Lebensweisen kennen zu lernen, um aus dem Alltag heraus zu kommen, Neues zu erleben und zu hören, was andere so denken und meinen. Ich weiß allerdings, dass ich deswegen kein besserer Mensch bin als irgendein Massentourist und gehöre schließlich selbst zu dieser oft von Snobs zu Unrecht beschimpften Spezies der Menschen. Ohne Massentourismus könnten wir heute nicht an fast alle Orte der Welt reisen. Die überlaufen dafür allerdings oft Tausende oder noch mehr Menschen, so dass sie einiges an Reizen verlieren. Der Preis für die Demokratisierung des Reisens!

Auf der anderen Seite hat der durchschnittliche Deutsche gegenwärtig, 2018, bereits in mittleren Jahren mehr von der Welt gesehen als noch vor wenigen hundert Jahren der große Goethe und viele Kaiser und Könige, die niemals einen anderen Kontinent als Europa sahen. Das Goethesche Italien und Sizilien! Für jeden deutschen Proll alltägliche Ferienziele! Vielen elitären Bürgerinnen und Bürgern gefällt das nicht, mir jedoch sehr gut.

Das ist Alltagsdemokratie!

Es gibt auch ganz viele deutsche Nazis und Rassisten, die „Neger“, „Bimbos“, „Fidschis“ und andere „Kanaken“ gern im Urlaub besuchen. Besonders häufig verweilen viele der rein deutschen, tief gebräunten Neo- und Altnazis auch bei den türkischen „Untermenschen“. Bei denen ist es ja so billig und schön. Dem Kriegsverbrecher und Massenmörder Erdogan sei Dank!

Aber in Deutschland möchten all diese Hirn amputierten deutschen Braunmenschen keineswegs die Leute sehen, von denen sie sich in deren Heimatländern und ebenfalls in Deutschland so gern für einen Appel und ein Ei bedienen und zu guter Laune animieren lassen.

Ich unterhielt mich neulich mit einer begeisterten und höchst häufigen deutschen Billigtürkei-Urlauberin, übrigens einer sehr netten, über Deutsche und Türken. Dabei betonte ich, meine Einteilung der Weltbevölkerung differenziere nicht zwischen den Angehörigen unterschiedlicher Nationen, sondern nur zwischen Arschlöcherinnen und -löchern. Ein Türke unterscheide sich menschlich also kein Bisschen von einem Deutschen. Da meinte jedoch diese von Göttin, Gott, Schicksal oder wem oder was auch immer nur partiell erleuchtete Dame: „Ja, da könnte ich fast hundertprozentig zustimmen, aber eben nur fast.“

Damit verhalf sie der ewigen Grenze zwischen deutschen Herrenmenschen und türkischen Kameltreibern scheinbar zu ihrem Recht.

Eine Studie über die Reisegewohnheiten der AFD-Nazis, anderer Nationalisten und Heimattümler würde sicher ihre Spuren auf der ganzen Welt entdecken, auch in den Heimatländern der verhassten „Bimbos“, „Neger“, „Fidschis“, „Kanaken“ und anderen fremdländischen „Gesockses“.

Dass Reisen bildet, ist also eine schöne Illusion. Arschlöcher bleiben Arschlöcher, wohin sie auch reisen. Sie sehen überall ihre Vorurteile bestätigt.

Für bildungsbeflissene, neugierige und aufgeschlossenen Menschen gilt das selbstverständlich nicht. Noch im Mittelalter und zur Zeit der Aufklärung gab es so gut wie keine nationalen Grenzen. Philosophen, Künstler, Wissenschaftler, Händler, Kaufleute und Handwerker zogen durch ganz Europa, lernten hier, lehrten dort und arbeiteten an so manchem Ort.

Der Philosoph der „Coincidentia Oppositorum“, der „Vereinigung der Gegensätze“, Nikolaus von Kues aus Bernkastel-Kues, studierte in Italien.

Vor dem Geburtshaus des Kusaners in Bernkastel-Kues lag ich übrigens in der Herbstsonne des Jahres 2016 gemütlich auf einer Bank. Mein Freund Norbert gleich mir auf einer anderen. Ich glaube, wir haben von leckerem Moselwein, blauen und weißen Weintrauben und – exakt gemäß der „Coincidentia Oppositorum“ - freundschaftlichen Zwiegesprächen unversöhnlicher Feinde geträumt, selbstverständlich auf Latein, dieser neben dem Altgriechischen wohl herrlichsten Sprache der Philosophie, Poesie und Wissenschaften. Latein als Amtssprache der EU und Altgriechisch als Zweitsprache! Ja, das wäre was!

Der Schotte Buchanan unterrichtete während der Renaissance den brillanten französischen Essayisten Michel de Montaigne in Bordeaux.

Der übrigens verbesserte ständig seine wissenschaftlichen Aufsätze, stürzte sich fern der Bücherweisheit ins volle Menschenleben, beobachtete sich und seine Beweggründe ständig und war eine Zeit lang sogar Bürgermeister von Bordeaux.

Francois Rabelais alias Alcofrybas Nasier zog als Ex-Mönch, Ex-Sorbonne-Professor und praktizierender Arzt von Frankreich durch Italien bis nach Rom, propagierte den zivilisatorischen Aufbruch der Renaissance und das Lesen seiner zeitkritischen „Badinage“, Scherz- und Satiredichtung, über die zwei Riesen Pantagruel, den Sohn, und Gargantua, den Vater.

Nach dem Kultur- , Feminismus- und Shoppingstop bei den Langhalsdamen ging es dann vom Inlesee mit dem Bus weiter zur Nordmetropole Mandalay. Hier herrscht gewöhnlich von November bis Februar ein erträgliches Klima bis zu 30 Grad Celsius fast ohne Regen. Deswegen nutzten die englischen Kolonisatoren während ihrer Herrschaft von ca. Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Unabhängigkeit Burmas 1948 Mandalay regelmäßig als Winterresidenz, um der Hitze des Südens zu entkommen.

Da ich George Orwells „Tage in Burma“ begeistert gelesen hatte, stellte ich mir Mandalay immer als einen romantisch-exotischen Ort vor und war doch etwas enttäuscht von der lauten und schmutzigen Stadt, die ich dann vorfand.

Am Abend trafen wir im Smarthotel ein. Dort bestand das Dinner aus großen Schüsseln mit Fischsuppe. Wir besuchten auch eine Schule und ein Fußballspiel. Hundescharen begleiteten uns, um die sich kein Mensch kümmerte. Die Tiere waren teilweise ziemlich aggressiv.

 

Samstag, 8.2.2014

So weit ich mich erinnere, trugen wir keine Fahrradhelme. Dennoch radelten wir mit halbwegs brauchbaren Fahrrädern vom Hotel Smart auf einigermaßen guten Straßen ohne jeglichen Radweg bei ungefähr 25 Grad Celsius durch den prallen, lauten, nach Benzin stinkenden Stadtverkehr der unzähligen blechernen Knatterkisten alias Autos Mandalays zum Mandalay Hill, dem Mandalay Hügel, einem etwa 200 Meter über dem Meer liegenden Aussichtspunkt.

Von dem hat man einen wunderbaren Überblick über Stadt und Landschaft, ein großes englisches Clubhaus und das klotzige Mandalay Hill Hotel.

Übrigens war die ziemlich gefährliche Radtour durch Mandalay bei dem Durchschnittsalter unserer Reisegruppe eine außerordentlich beachtenswerte Leistung, Walter und ich, beide

70 bzw. fast siebzig, Elfriede, Gerda, Illona und Sigrid Anfang bis Mitte sechzig, Dr. Martin, Dr. Silke I und Doktor Silke II Anfang 40, Dr. Annett, der Unterschenkel amputierte Heiko wie auch der myanmarische Reiseleiter Ted so Anfang bis Mitte 30 und Isa ungefähr 19.

Die besten Radfahrer waren Walter, meine Nichte Silke, die andere Silke, Martin, Annett, Isa, der amputierte Heiko, Reiseleiter Ted und ich.

Die älteren Damen hatten so ihre Mühen und die eine oder andere kritische Situation zu überstehen. Da es keine Radwege und kaum befestigte Straßenränder gab, mussten wir häufig auf erdig-sandige Seitenstreifen ausweichen, wenn uns rücksichtslose Autofahrer von der Straße drängten. Von denen gab es wie überall auf der Welt genug.

So fuhr denn Sahib Walter am Schluss, um pedalkranke Damen bzw. Sahibinnen handfest und moralisch zu unterstützen und ich vorweg.

Ich bin seit Kindesbeinen leidenschaftlicher Fahrradfahrer und habe während meiner ganzen Gymnasialzeit von Ostern 1954 bis zum Februar 1964 die ca. 4 Kilometer von meinem Wohn- und Geburtsort, dem Dorf Ergste an der Ruhr, bis zum Schwerter mathematisch-naturwissenschaftlichen Friedrich Bährens-Gymnasium für Jungen bei regenfreiem Wetter immer mit dem Fahrrad zurück gelegt.

Auch während meines Arbeitslebens als Studienrar fuhr ich fast immer, wenn das Wetter es zuließ, mit dem Fahrrad zu meinen verschiedenen Arbeitsstellen, den Beruflichen Schulen des Märkischen Kreises im sauerländischen Iserlohn und der Schule der Jugendstrafanstalt in Drüpplingsen bei Iserlohn, 1982-1991, dem Dortmunder Kaufmännischen Robert-Schuman-Berufskolleg, 1991-2010. Die Strecke nach Iserlohn misst ungefähr 12 Kilometer, die nach Drüpplingsen ca. 10 Kilometer und die nach Dortmund exakt 13 Kilometer, also hin und zurück immerhin 24, 20 bzw. 26 Kilometer. Alle Arbeitswege boten genug Berge, um gehörig ins Schwitzen zu geraten.

Auf dem Rückweg verflog jeglicher Arbeitsstress, die Pedale kreiselten, Frieden und Kreativität zogen in mein Herz. Während des Fahrens fielen mir manchmal Gedichte ein, die ich zuhause am Schreibtisch aufschrieb. Dies zum Beispiel:

 

Abend

 

Lerchen sprudeln

letzte Tonkaskaden.

Aus Schluchten dampfen

graue Nebelschwaden.

 

Drosseln flöten

ihr Abschiedsstück,

vom verlorenen Glück,

vom verlorenen Glück.

 

 

Kahl füllen Bäume

frostig Räume,

verlorene Träume,

verlorene Träume.

 

Dämmerung fällt

in die Einsamkeit,

verlorene Zeit,

verlorene Zeit.

 

Trübsal lacht über

vergebliches Streben,

verlorenes Leben,

verlorenes Leben.

 

Entstehung: Standardtour auf dem Rennrad durch Ergste-Bürenbruchs Berge und Wälder um 18 Uhr an einem ewig frühlingsfernen Tag

 

Auch unlösbare private oder berufliche Probleme schmolzen im Fahrradsattel zu lächerlichen Winzigkeiten.

Wie lustvoll raste ich die Rote-Haus-Straße von Iserlohn bis Grürmannsheide hinab. Wie froh erklomm ich die letzten Meter des Schwerter Freischützberges in Richtung Dortmund. Am Ruhrwanderweg zwischen Schwerte und Ergste, dem letzten Teilstück meines Rückweges aus Dortmund, kukuckte bei schönem Juniwetter oft von Ferne ein Kuckuck seinen magischen Ruf.

Noch jetzt, Dezember 2018, auf meine alten vierundsiebzigjährigen Tage, erfreut das Fahrradfahren mein Herz, meine Seele und meinen Körper fast jeden Tag. Ich plane, an meinem hundertsten Geburtstag die nahe gelegene Dortmunder Hohensyburg auf allen vier möglichen Straßenrouten hintereinander zurückzulegen, einmal auch auf der schwierigsten, an der Naturbühne vorbei.

Ich zähle jetzt mal alle Fahrräder auf, die ich im Laufe meines Lebens durch verschiedene Landschaften und Gegenden bewegte und erzähle vielleicht auch hier und da eine Geschichte, Anekdote oder sonst Informatives, das mit den unterschiedlichen Fahrrädern verbunden ist.

Mein ältester Bruder Wilhelm besaß als Ersatzvater, mein Vater war bereits vor meiner Geburt an einer Kriegskrankheit verstorben, selbstverständlich einen eigenen Drahtesel.

Mein erstes Fahrrad gehörte im Gegensatz zum wilhelminischen nicht mir allein, als ich es 1953 mit 9 Jahren im Ergster Unterdorf zum ersten Mal freudig erregt bestieg. Unsere Mutter Luise hatte es für meine Schwestern Hanne und Doris, sowie meinen älteren Bruder Klaus und mich beim Schwerter Fahrradhändler Sepp Behr für ungefähr 80 DM gekauft, Geld, das wir Kinder gemeinsam für Arbeiten auf den Ergster Bauernhöfen verdient hatten: Runkeln verziehen, ziehen und aufladen und Kartoffeln vom Boden in Körben sammeln.

Dafür gab es pro Nachmittag 3 DM oder 2,50 DM, wenn man abends beim Bauern noch eine Haferflockensuppe mit Dörrpflaumen verzehren wollte.

Das Fahrrad war ein Damenrad mit Beleuchtung, Gepäckträger und elastischem Netz aus Gummi zum Schutz wehender Frauenröcke am Hinterrad. Der große vordere verchromte Scheinwerfer glänzte. Den Rahmen und die Gabel hatte man schwarzblau lackiert. Am verchromten Lenker ohne Vorbau klingelte der Fahrer bei Bedarf mit einer gleichfalls verchromten Schelle. Gummigriffe an den zwei Lenkerenden und ein gut gefederter Ledersattel sorgten zusammen mit den dicken Reifen für ein wenig Bequemlichkeit. Am Sattel hing eine winzige lederne Werkzeugtasche. Die tauchte bei anderen Räder manchmal etwas größer sowie anders geformt auf und war dann im Winkel zwischen Sattel- und Oberrohr befestigt. Als Lichterzeuger diente ein Reifendynamo, der bei Benutzung gemütlich vor sich hin heulte. Vor Spritzwasser schützten lange schwarze Schutzbleche. Am vorderen war am unteren Ende ein Schmutzfänger aus Gummi angebracht. Die stabilen Felgen besaßen dicke Speichen und verchromte Naben.

Als Bremse diente eine Konstruktion am Vorderrad , bei der beim Bremsen ein Gummikeil auf den Reifen drückte. Dosieren konnte der Fahrer die Bremskraft, indem er einen handlichen Stahlhebel unter der rechten Lenkerseite mehr oder weniger weit zum Lenker hoch zog.

Als eigentliche Bremse aber diente der Rücktritt der Freilaufbremse, den man mehr oder weniger energisch rückwärts auf die Pedalen drückte. Dabei konnte zu viel Kraft zum Schleudern des Hinterrads führen, aber nicht zu einem Sturz über den Lenker, den man bewirkte, drückte man zu kräftig auf die Vorderbremse.

Die Hinterradnabe und die Vorderradnabe befestigten dicke verchromte Muttern an den Ausfallenden des Hinterbaus bzw. denen der Vorderradgabel. Am Hinterrad kam noch ein kräftiger verchromter metallener Freilaufbügel hinzu, der das Bremsen erst ermöglichte. Darauf stand in der Regel der Name der Freilaufnabe, bei unserem Rad wie bei den meisten Rädern der damaligen Zeit: „Torpedo“, manchmal auch: „Fichtel&Sachs“.

Eine Gangschaltung besaßen nur teurere Fahrräder, fast ausschließlich Dreigangketten- und sehr selten Dreigangnabenschaltungen.

Doch unser Fahhrrad war wie die meisten anderen schaltungslosen Räder mit einer sehr gut an unsere Gegend angepassten Übersetzung ausgestattet, also einem nicht zu großen Kettenblatt vorne und einem relativ zahnreichen Ritzel hinten. Mit so einer Übersetzung konnte man die Berge des Sauerlandrandes und des weiter nördlich gelegenen Haarstrang-Bergrückens ganz gut überwinden und auf den berglosen Strecken im Ruhrtal ausreichend rasch über die meist sehr holprigen, kaum asphaltierten Straßen und Wege flitzen.

Am Steuerrohr befand sich, ein absolutes Muss, ein blechernes Firmenlogo,oft bunt und aufwendig verziert, meist mit dem oder den Anfangsbuchstaben des Markennamens und auf der vorderen Schutzblechspitze speziell unseres Rades ein metallener Minikometenschweif mit dem vollständigen Namen des Produzenten. Auf unserem Metall zipfel stand in Zierbuchstaben: „Vaterland“. Diese Marke war damals sehr verbreitet, wie auch die Marke des mütterlichen Rades, eines „Miele“ aus Gütersloh.

Letzteres diente meiner Mutter jahrelang als Transporter für ihre Markteinkäufe in Schwerte an jedem Mittwoch.

Bei der Rückreise baumelten am Lenker des völlig überladenen Fahrrades rechts und links je eine prall gefüllte Einkaufstasche. Auch der Gepäckträger war hoch beladen, mit Tüten Kisten und Kästen. Die Fahrerin trat stramm in die Pedale und ihr Kopf leuchtete rot.

Der Atem ging schwer. Meine Mutter war herzkrank. Trotzdem, jeden Mittwoch erhielten alle fünf Kinder ein Sahnehörnchen und auch die Mutter selbst und die Oma, solange sie noch lebte. Sie starb 1952.

1954 erbaute meine Mutter ein bescheidenes Einfamilienhaus auf dem Ergster Heideberg, der viel höher als das Unterdorf lag. Von da an musste sie ihre Schwerter Markttouren jedesmal mit einer beschwerlichen Bergtour beenden. Der Mieledrahtesel vertrug die Lasten und die kraftvolle Treterei der Fahrerin nicht. Der rechte Pedalarm begann zu eiern und schlug bei jeder Umdrehung nach rechts aus. Doch troz alledem und alledem, meine Mutter fuhr zum Markt bis das alte Fahrrad seinen Geist aufgab und sie im höheren Lebensalter nicht mehr konnte.Beim Umzug auf den Heideberg im Jahre 1954 zählte sie 43 Jahre.

Ich muss jetzt zusehen, dass ich mich nicht total in Fahrradlatein verfranse.

Mein nächstes Fahrrad bekam ich noch 1954 und es gehörte mir allein. Es war ein schmuckes blaues „Büko“-Herrenrad. Mein Onkel Fritz hatte es in Gütersloh besorgt. Die Firma war irgendwie mit „Miele“ verbandelt. Das Zweirad verfügte über einen Lenker, einen sportlichem Vorbau und einen kleinen Wimpel mit der NRW-Flagge, der oben auf einer Spirale an der vorderen Schutzblechspitze flatterte. Der erfreute mich besonders. Das „Büko“-Rad trug mich Zehnjährigen während meiner ersten Fahrradtour nach Willingen im Sauerland, Kassel, Witzenhausen, Burg Ludwigstein dort ganz in der Nähe, Hannoversch-Münden, Wernershöhe, Alsfeld, Hannover, zum Steinhuder Meer und über Bückeburg und Gütersloh wieder nach Hause.

In Hessen zogen noch Ochsen die Fuhrwerke und rechts der Straßen standen Kirsch- und andere Obstbäume. Ein Liter Buttermilch kostete in Holzbüdchen am Straßenrand 8 Pfennige und schmeckte köstlich. In Bückeburg trugen die Frauen noch altmodische Trachten.

Meine älteste Schwester Hanne begleitete mich auf dem „Vaterland“-Drahtesel. Sie sorgte prima für mich und wir verstanden uns ganz prächtig. Gerade, am 15. 12.2018, hat sie ihren 82. Geburtstag gefeiert. Sie besitzt zwei künstliche Hüften und ein ebensolches Knie, die ihr noch sehr gutes Laufen ermöglichen. Radfahren ist ihr leider nicht mehr möglich, aber wir verstehen uns trotzdem noch immer prächtig.

Zwei Jungverehrer umschwirrten neben einigen anderen meine lieblich-knackige, damals achtzehnjährige Begleiterin. Ich hätte sie am liebsten erschossen, natürlich nicht meine Schwester, weil ich eifersüchtig wie ein Araber oder Türke war. Einer der jugendlichen Don Juans hieß Manfred Griese und der andere Lutz.

Manfred hätte mich fast in der Werra ersäuft, als er Hanne vorführen wollte, wie toll er kleine Jungen aus Wassernot retten konnte. Er hat meine Schwester später einmal besucht.

Lutz und Manfred waren jenseits der Eifersucht eigentlich ganz in Ordnung und eine Bereicherung für unsere Reisegruppe.

Diese erste meiner Radtouren hat mir sehr gut gefallen. So bekam ich Lust auf mehr. Wir hatten auch immer schönstes Sonnenwetter.

Mein nächstes Fahrrad kaufte ich von Geld, das ich erstmals als 15jähriger 1959 in den Sommerferien auf dem Bau verdiente, 1,35 DM pro Stunde. Jeden Freitag erhielten wir den Wochenlohn mit Lohnstreifen in einer Lohntüte. Bis zum Abitur habe ich dann immer in den Sommerferien und manchmal sogar auch in den damals noch dreiwöchigen Osterferien als Bauhilfsarbeiter Geld verdient. Nur in den letzten Sommerferien 1963 heuerte ich in Elsfleth bei Brake als Schiffsjunge auf dem „Kümo“, Küstenmotorschiff, für kleine Fahrt, „Wiking“, der Beilkenreederei an.

Auf der Wiking fuhr ich mit Kapitän Huber, seiner sehr hübschen jungen Frau, Steuermann, Koch Werner Michaelis, Maschinist, drei Matrosen, einem Österreicher namens Schilcher, dem Deutschen Peter Susemiehl, einem Spanier, José aus La Coruña im galizischen Nordwesten des Landes, zwei jungen männlichen Passagieren und anfangs mit einer Riesenladung Koks durch den Nord-Ostsee-Kanal nach Kiel, Göteborg, durch den Götakanal nach Karlstadt im Vänersee, nach Södertälje, durch die Schärenwelt der Ostsee bis zum Oslofjord. So lernte ich einige der schönsten Landschaften Schwedens und Norwegens kennen, viele kleine Inselchen und die gar nicht so stille Ostsee, die sich manchmal ungeheur aufplusterte.

Das Werk ist noch im status nascendi und ich arbeite von montags bis einschließlich freitags jeweiils zwei Stunden daran. Im März, spätestens April wird es wohl fertig, je nach dem, was mir noch alles einfällt. 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 21.12.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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