Heinz-Walter Hoetter

Lucie wartet auf die Liebe

Warten auf ihn, den Lieben.

Das Ineinanderfließen von wilden Trieben.

Der Austausch von Körpersäften und nacktem Genuss.

Sich blitzartig aufbäumen zum innigen Kuss.

Die Liebe ist es, worauf Lucie warten muss.

 

***

 

Lucie wartete in ihrem Schlafzimmer.

 

Ob er kommen würde, um ihn endlich in inniger Liebe zu umarmen?

 

Wie in einer fernen Erinnerung legte sie jetzt ihren Kopf zurück und schloss die Augen.

 

Oh, wie viele innige Küsse er mir doch schon gegeben hatte, dachte sie hingebungsvoll. Nie bekam sie genug von ihm, den sie so sehr liebte.

 

Sie stand auf. Das Warten auf ihn wurde jetzt fast unerträglich.

 

Schließlich ging sie auf und ab, minutenlang barfuß über den weichen Teppich mit dem schönen Blumenmustern, von der Tür bis zum Fenster und wieder zurück. Lucie wurde auch innerlich langsam unruhig.

 

Ein Mann hätte bestimmt damit begonnen, ihre Schritte zu zählen. Eine verliebte Frau tut das nicht. Es ist ihr gleichgültig, wie viele Schritte sie für das zu erwartende Liebesspiel tat.

 

***

 

Warten ist etwas, was einen Menschen auf eine harte Probe stellen kann. Sei es, dass wir auf einen wichtigen Brief warten, den uns der Postbote bringen soll, sei es, wenn wir auf einen Zug warten, der uns zu einem lieben Menschen bringt. Oder sei es, wenn wir auf einen ersehnten Anruf warten, aber das Telefon beharrlich schweigt. Warten kann zu einer echten Qual werden.

 

Aber das Warten kann auch Glück bedeuten, wenn der Augenblick des Wartens vorbei ist und wir davon erlöst werden.

 

***

 

Plötzlich klopfte jemand an der Schlafzimmertür.

 

Lucie fuhr zusammen. Ihr Herz schlug bis zum Hals.

 

Dann öffnete sie vorsichtig und ganz zaghaft die Tür.

 

Ja, er war es! Endlich!

 

Sie empfing ihn nackt und ohne Schamgefühle.

 

Das ersehnte Liebesspiel konnte beginnen.

 

Sie hatten alle Zeit der Welt und würden ihr Beisammensein ab jetzt in vollen Zügen genießen.

 

ENDE

 

©Heinz-Walter Hoetter

 

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