Heinrich Baumgarten

FRIEDHOFSBLOND - Alt- und Älterwerden, na und?

Friedhofsblond

Alt- und Älterwerden - na und?

Heinrich Baumgarten

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Vorwort Vorwort

Niemand will alt werden, aber jung sterben will auch keiner.

Ein Dilemma, zweifellos.

Und dabei gibt es doch Vieles, was für das Alter, das Altwerden, spricht.

„Altwerden ist nichts für Feiglinge“ heißt ein Buch von Joachim Fuchsberger. Bette Davis und Mae West sollen das auch schon gesagt haben. Und von G.B. Shaw stammt der schöne Spruch: „Hütet euch vor den alten Männern, denn sie haben nichts mehr zu befürchten.“ Also genug Prominente, die dem Altwerden etwas abgewinnen und zeigen, daß es erstrebenswert ist.

Trotzdem scheut die Öffentlichkeit den Begriff Alter, Alte.

Witzigerweise ist es höflicher zu sagen „eine ältere Dame“ als „eine alte Dame“.

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Olympischer Gedanke? Höher, schneller, weiter? Wohl kaum. Aber das „älter“ ist auch nicht mehr ganz genehm und wird deshalb latinisiert in „senior“. „Altersheim“, „Altenheim“ - beides geht überhaupt nicht mehr.

„Älterenheim“ klang wohl selbst den Euphemierern zu dämlich, und daher gibt es hierzulande nur „Seniorenheime“, gar „Seniorenresidenzen“. Ganz schön üppig. Aber wie dem auch sei - alt sind die Insassen alle, oft sogar älter oder sehr alt, uralt. Aber das sagt man halt nicht, da es politisch unkorrekt ist. Umbenennung unpassender Bezeichnungen tut not, meist in latinisierter Form, damit es kaum jemand versteht. Wer käme schon darauf, daß „Seniorenpatina“ nichts anderes bedeutet als „Altersflecken“? Na bitte.

In der Werbung hingegen finden wir Alten überraschend positive Benennungen wie „Silberfüchse“ oder „Golden Agers“. Das hängt damit zusammen, daß viele von uns

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als Zielgruppe interessant sind. Noch gibt es ja etliche Alte, deren Rente vor Gerhard Schröders Agenda 2010 begann, und die die Früchte ihrer Lebensarbeit in angemessener Höhe einfahren dürfen.

Wir brauchen im Prinzip nicht mehr allzu viel, haben aber Geld für Dinge, die wir eigentlich nicht benötigen. Die Konsumgesellschaft funktioniert nach der Maxime, daß sich die Leute mit Geld, das sie nicht haben, Dinge kaufen, die sie nicht brauchen, um Leute zu beeindrucken, die sie nicht leiden können. Die Prise Neid darf halt nicht fehlen, und bei manchem von uns reicht die Altersweisheit nicht ganz, sich davon zu distanzieren. Die Jahre des Wirtschaftswunders suggerierten einst, daß es scheinbar immer weiter aufwärts gehen könne, und wir sind ja darin groß geworden. In unserer Zeit der Schönfärberei im Kostüm der politischen Korrektheit heißt das Zauberwort „Wachstum“. Gemeint ist damit die Zunahme von Gütern, die

möglichst kostengünstig ohne Beteiligung

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menschlicher Arbeit industriell gefertigt werden. Ökonomen wissen nur allzu gut, daß beim Renditemachen nur der arbeitende Pöbel hinderlich ist. Aber sie haben wohl kaum bedacht, daß Roboter keine Autos oder Fernseher kaufen.

Nun kommt wieder das eklige Bild von der Schere vor Augen, die sich immer weiter öffnet zwischen Reich und Arm, Alt und Jung, und so weiter. Schnipp-schnapp Struwwelpeter.

Aber „friedhofsblond“ für weißhaarig oder „breitscheitlig“ für glatzköpfig klingt doch witzig, und damit beginnt der Spaß, den man beim Altwerden, Älterwerden und Altsein haben kann, wenn man sich selbst nicht mehr so ernst nimmt. Wir dürfen wieder kindlich sein, ohne kindisch zu wirken. Uns freuen über kleine Dinge, die wir im Jetzt finden.

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Was erzählt mir das Jetzt?

Jetzt, du bist mir jetzt das Nächste.

Und wenn ich dich betrachte, so wird mir klar, daß du das Vergänglichste bist von allem.

Denn wenn ich dich anspreche, bist du bereits verschwunden in der unermeßlich großen Sammeltasche der Zeit, deiner Vorgesetzten. Um dich dennoch zu erkennen, muß ich versuchen, dir ein kleines Gehege abzustecken, in dem du dich wenigstens noch als Echo aufhältst, wenn du bereits gegangen bist.

Das Gehege wird umfriedet durch meine Sinne, die deine Erscheinung zu begreifen versuchen.

Ich höre dich, ich sehe dich, fühle dich überall - wenn ich es will, kann ich dich auch riechen und schmecken, wenn ich mir j e t z t Geruch und Geschmack gestatte.

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Doch fassen läßt du dich nicht, durch welchen Trick auch immer. Dazu wirst du allzu schnell zum „Gerade eben“.

Dich festhalten? Das funktioniert eben gerade nicht...

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Der Mensch - auch ein Stück Materie

„Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“.

Das sagen wir gerne und denken dabei zuerst an das leibliche Wohl.

Ein Blick auf die Passanten macht das augenfällig.

Fast ein Drittel der Deutschen - wohlwollend betrachtet - ist übergewichtig. Das gilt besonders für junge Frauen zwischen 20 und 30.

Eine von diesen betrieb auf dem Oberbilker Markt in Düsseldorf einen Stand. Samstags kaufte ich gelegentlich bei ihr ein und lernte ihren Humor zu schätzen. „Ich mache keinen Strandurlaub mehr“, sagte sie. „Da kommen immer die Leute von Greenpeace und tragen mich ins Wasser.“

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Selbstbewußt, selbstironisch, Chapeau. Aber mit zunehmendem Alter mögen ihr inzwischen sowohl physische als auch psychische Probleme entstanden sein.

Jedes Pfund geht durch den Mund, und immer mehr Mitbürger „wachsen nach vorne“, so daß die männlichen sich mitunter nicht mehr als solche identifizieren können,wenn sie an sich herabschauen...

Man kommt nicht umhin hinzusehen, und Augenmaß erübrigt den Taschenrechner zur Ermittlung des BMI (Body Mass Index), der als Meßlatte für die Grenzziehung zwischen Normal-, Übergewicht und Fettleibigkeit auf dem Mainstream herumdümpelt. O.k. Die früher gültige Faustformel: Körpergröße über einen Meter in Kilogramm als „normal“ ging k.o. Die Zeiten des Pi mal Daumen haben sich geändert wie die Zeiten der sportlichen Rekorde auf Millisekunden.

Die anfangs genannte Seele als Komponente des Zusammenhalts findet ihren Frieden im Bewußtsein des „Ich bin, wie ich bin, und

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das ist gut so.“ Nun gut. Für die Psychotherapeuten bleibt trotzdem noch genug Arbeit übrig.

Materie sind wir allemal, und das sollten wir uns alle mal bewußt machen.

Des Deutschen liebstes Ding, das Automobil, macht es als materielles Vorbild immer wieder deutlich, wie vergänglich alles ist. Der Lack verblaßt, die Scheinwerfer werden blind, die Leuchtmittel geben den Geist auf. Der Motor büßt an Leistung ein, das Getriebe ruckelt, die Bremsen schwächeln, die Reifen werden abgefahren, Reparaturkosten treten dann auf, wenn man am wenigsten damit rechnet, Wartungskosten turnusmäßig, neue Entwicklungen legen es immer schneller nahe, doch lieber ein neues Modell anzuschaffen. Konsum ist Voraussetzung für Wachstum, und „geplante Obsoleszenz“ hilft bei der schnelleren Umwälzung. Sollbruchstellen nannte man das früher. Der Tintenstrahldrucker gibt gerade dann den

Geist auf, wenn man eine neue Patrone

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angeschafft hat, und das Folgemodell akzeptiert die nicht.

Beim Auto gibt es so etwas auch. Allerdings werden die sicherheitsrelevanten Komponenten dadurch nicht betroffen, sondern die Bequemlichkeit wird geschmälert: Die Sitzheizung fällt aus, die elektrischen Fensterheber streiken, die Klimaanlage verabschiedet sich. Am letztgenannten Beispiel machte mir ein Bekannter klar, wie „geplante Obsoleszenz“ funktioniert. Bei einem Wagen jenseits der 100.000 Kilometer Fahrleistung arbeitete die Klimaanlage nicht mehr.

Ein gewiefter Fachmann stellte den Kilometerzähler des Wagens zurück auf 85.000, und - voilà - alles war wieder paletti.

Sehr einleuchtend. Denn die Tachos unserer Gefährte sind schon seit langem die Schaltzentrale für alle vitalen Funktionen. Sie melden Wartungstermine, Bremsenverschleiß und vieles Andere, wovon sich unser Laienverstand nichts

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träumen läßt. Der zunehmende Einsatz von Bordcomputern führt zur Steuerung, Kontrolle und Überwachung von immer mehr Funktionen. Gerade geht es durch den Dschungel der Software-Manipulationen bei Schadstoffausstoß und damit Umweltschutzmaßnahmen. Daß statt laut geäußerter Schadenfreude vorwiegend Schweigsamkeit herrschte bei den Konkurrenten der deutschen Hersteller, läßt argwöhnen, daß alle mitmischen, bis sie erwischt werden.

Werfen wir einen Blick auf das Materielle des Menschen, sozusagen die physische Hardware?

Die folgende Fabel stammt von Menenius Agrippa (vor 540 v. Chr. - 493 v. Chr.), einem Politiker der Frühzeit der römischen Republik.

Die Plebejer fühlten sich durch die Patrizier benachteiligt und beabsichtigten, sich von Rom zu trennen. Agrippa trug die Fabel vor

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und soll daher erreicht haben, daß es keine Sezession gab.

„Einst verschworen sich alle Glieder des Körpers gegen den Magen. Sie wollten nicht länger zusehen, wie sie nur immer arbeiten mußten, während der Magen nichts anderes tat, als sich mit den herangebrachten Dingen zu sättigen. Es ruhten also die Beine, die Hände griffen keine Nahrung mehr auf, und auch Mund und Zähne streikten. Aber da geschah es, daß nicht nur der Magen schrumpfte, sondern daß alle Glieder und der ganze Körper völlig schwach und elend wurden. Da merkten die Glieder, daß eines vom anderen abhängt und auch der Magen das Seine zum Wohlbefinden des Körpers beiträgt. So söhnten sie sich mit dem Magen wieder aus.“

Übrigens ein schönes Beispiel für Rhetorik

auch heutiger Politiker...

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Der Alterungsprozeß beeinflußt alle Komponenten unseres Körpers.

Alle Organe laufen im Dauerbetrieb, ohne Wochenend- oder Jahresurlaub. Hirn, Herz, Lunge, Leber, Nieren sind ständig im Dienst, der Bewegungsapparat ist - von immer mehr Couch-Potato-Ausnahmen abgesehen - ständig gefordert. Unser größtes Organ, die Haut, vergrößert sich weiter flächig durch Faltenbildung, Mundwinkel und weiter südlich gelagerte Regionen unterliegen mehr und mehr der Schwerkraft. Ermüdungserscheinungen der Pumpe Herz machen häufiger Probleme, die Katalysatoren Leber und Niere stöhnen unter übermäßiger, oft unnötiger Belastung. An Letzterem ist wohl eine Fehlprogrammierung im Zentralrechner Hirn verantwortlich...

Zahlreich sind die Versuche und Möglichkeiten, dieser Entwicklung ein wenig Einhalt zu gebieten:

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Wir können analysieren, operieren, raffen, straffen, massieren, implantieren, absaugen, botoxieren, injizieren, trainieren, kuren, fasten, generalüberholen, vitalisieren, sauerstofftherapieren, gar Teile ersetzen.

Was wir nicht können, ist, ein neues Modell erwerben. Und beim alten gab es zu keiner Zeit irgendeine Gewährleisung. Mängellisten wurden aufgestellt, nach Möglichkeit abgearbeitet. Und nur sehr selten und nach langem Bemühen, eventuell gerichtlichen Auseinandersetzungen, haben Reklamationen einmal Erfolg. Es hilft kein Hadern, und bei selbstverursachten und verschuldeten Fehlfunktionen am Material liegt es an der Ehrlichkeit des Betroffenen, den Schwarzen Peter nicht irgendwohin zu schieben. Wir können versuchen, aller Welt etwas vorzumachen. Nur bei uns selbst geht dieser Versuch unweigerlich in die Beinkleider. Spätestens jetzt sollten wir uns in Ehrlichkeit üben, sie lernen und praktizieren.

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Und an dieser Stelle finden wir den Übergang zur Software, dem nicht mehr Materiellen, dem Gedanklichen - ja, auch dem Seelischen, das den Zusammenhalt beider Komponenten des menschlichen Lebens bewirkt.

Rudolf Virchow (1821-1902), Begründer der modernen Pathologie, soll gesagt haben, bei keiner seiner Autopsien habe er eine Seele gefunden. Er vertrat eine sowohl naturwissenschaftlich wie sozial orientierte Medizin. Die ihm zugeschriebene Äußerung spricht für den Primat der naturwissenschaftlichen Sicht seiner Arbeit. Inwiefern sich das behauptete Fehlen des Seelischen seiner Weltanschauung zugesellt hat, ist aus heutigem Verständnis des Sozialen schwer nachzuvollziehen. Seelisches auszulagern, entzieht unter anderem dem Begriff der Menschenwürde den Boden. Und ohne dieses Fundament ist die Idee der Demokratie sinnlos, sind alle Bemühungen um Frieden in der Welt

zweifelhaft. Wir beobachten mit gerunzelter

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Stirn, daß die Ichlinge, auch Egoisten oder Narzißten genannt, eine stark anwachsende Fraktion sind. Nicht nur Normalos, sondern auch Staatenlenker sind darunter, denen ihr von sich selbst Überzeugtsein das Virus der Diktatur überträgt. Wir Deutschen hatten das doch schon - vor bald einem Jahrhundert. Aber immer wieder wollen es andere offenbar auch haben, und Anhängerschaft schart sich stets zusammen. Die Idee der Demokratie geht verloren, und wir ärgern uns darüber, daß die Geschichte eine so schlechte Lehrmeisterin ist. Wir Älteren haben zum Teil noch die Auswirkungen der alten Katastrophe mitbekommen und uns nach Kräften bemüht, den später Geborenen zu berichten, wozu noch unsere Eltern bei uns nicht fähig oder willens waren. Vergeblich? Wir werden es nicht mehr erfahren, können nichts mehr beeinflussen. Das ist einerseits gut und richtig. Über eine Zukunft mitzuentscheiden, die man selbst nicht

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mehr zu ertragen braucht, ist den nächsten Generationen gegenüber nicht fair.

Andererseits ist es bedauerlich, daß unsere Bemühungen nicht oder nicht genug gefruchtet haben. „Frustra“ heißt auf lateinisch vergebens. Frustration kennen wir alle - aus persönlichen Erfahrungen. Wenn sie sich allerdings zum Allgemeingut auswächst, markiert das eine weitere Katastrophe und weitere fruchtlose Arbeit und Bemühungen der nächsten Historiker- Staffel.

Was die Seele ist, läßt sich weder definieren, noch messen oder bewerten. Es läßt sich spüren, erleben und leben. Die Religionen, die sich darum bemühen, Seelen vor dem Zugriff böser Mächte - im Zweifelsfalle des Teufels - zu retten, scheitern seit Menschengedenken. Oft lösen sie durch ihre menschlichen Funktionäre erst das Elend aus, vor dem sie zu retten vorgeben. Trotz alledem - wir sehnen uns nach dem, was über unser Materielles hinausgeht, „was es

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doch noch irgendwie auch geben muß“. Eine „Religio“, Rückbindung an etwas Höheres, wohnt unserem Denken inne. Beim Einen ist es der Glaube an ein Leben nach dem Tode, nach Wiederauferstehung; Andere sind überzeugt von Seelenwanderung, die ein neues Leben aus dem Wartesaal des Nichts verheißt. Wohl jeder hat schon ein „Déjà Vu“ gehabt, das einen Erinnerungsblitz aufleuchten läßt an etwas Unerklärlich- Bekanntes, das mit dem jetzigen Dasein keine plausible Verbindung aufweist. Ein Fädchen aus dem Geflecht des Bewußtseins, das sich dem weiteren Zugriff verweigert - ausgelöst durch einen Anblick, einen Geruch, Geschmack oder auch nur ein Wort, einen Ton, eine Traumsequenz. Ein Strohhalm als Wunsch, dem Ausgelöschtsein zu entgehen?

Im Gegensatz zum Beispiel Auto gibt es für die Materie des Menschen allenfalls die Organspende als Aspekt eines Recycling, wenngleich der altbekannte Begriff des

Ausschlachtens durchaus Assoziationen zum

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Organischen weckt. Es sei denn, man erinnert sich an den Science-Fiction- Film „Soylent Green“ aus dem Jahr 1973 mit Charlton Heston und Edward G. Robinson in den Hauptrollen. Dort, in einem Endzeit- Szenarium, geht es um die „Aufarbeitung“ menschlichen Eiweißes zur Wiederverwendung als Nahrung. In der damals entfernt im Jahre 2022 angesiedelten Gesellschaft wird verifiziert, was einst der Präsident der Bundesärztekammer, Carsten Vilmar, als „sozialverträgliches Frühableben“ bezeichnete. Eine zeitlang sorgte dieser Spruch für Empörung, ging aber bald im Zuge anderer Aspekte eines sich abzeichnenden Altersrassismus in Vergessenheit...

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Die feuchte Festplatte

In der Fabel des Agrippa spielt der Kopf keine Rolle.

Dafür wird er heute umso mehr beachtet. Sein Inhalt, die große Walnuß namens Hirn, ist gegenwärtig die Lieblingsspeise der Tomographen und Haupt-Experimentierfeld unter Zuhilfenahme der neuen bildgebenden Verfahren, die der Medizin zur Verfügung stehen. Im IT-Bereich wird das Hirn - in Ergänzung zu Hard- und Software - übrigens als „Wetware“ bezeichnet für das, was der Computer nicht leisten kann, etwa Programmieren.

Immer mehr Hirnareale werden auf ihre Funktion hin gescannt und kartiert. In Experimenten werden elektrodengedornte Köpfe getestet, was sich in deren Innerem tut, während Bilder, Filme (auch Pornos!) über einen Monitor eilen. Musik

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unterschiedlicher Art wird auf ihre Wirkung untersucht. Alles in allem arbeitet die Wissenschaft mit Akribie an der Widerlegung des alten Trost-Mantras „Die Gedanken sind frei“. Die Zukunft beginnt täglich ein wenig schneller, und damit werden Begehrlichkeiten nicht nur wissenschaftlicher Art geweckt.

Welche Stimuli animieren uns zum Konsum? Welche Kandidaten wirken sympathisch/unsympathisch? Welche Güter sind besonders begehrt? Kann man „Geschmack“ beeinflussen und wenn ja, wie? Damit hätte sich der schon von den Römern geprägte Spruch, über Geschmäcker lasse sich nicht streiten, erledigt. Schöne(re) Neue Welt von Aldous Huxley, überwacht von George Orwell’s Gedankenpolizei.

Davon träumen alle politischen und wirtschaftlichen Machthaber. Wir Älteren und Alten werden nicht mehr lange dabei sein, und die Wirkung all dieses Neuen wird

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uns nicht mehr betreffen - höchstens gelegentlich betroffen sein lassen.

Die Kapazität des Hirns läßt sich nicht in Terabyte messen, aber die Hirnforschung hält sie für nahezu unbegrenzt. Nur ein Bruchteil davon wird tatsächlich genutzt. Das zu ändern, ist eines der Hauptanliegen der Forschung.

Wenn die Leistung des Hirns abnimmt, in der Regel mit steigendem Lebensalter, dann geben selbst die Ausfälle, etwa bei Gedächtnisverlust, auch noch Informationen preis. Es wird schwierig, Neues aufzunehmen und zu behalten, während die Erinnerung an Vergangenes aus Jugend und Kindheit oft noch erhalten bleibt und erst bei fortgeschrittener Demenz etwa infolge einer Alzheimer- oder Parkinson- Erkrankung erlischt.

Ich will nicht weiter ausschweifen, sondern nur noch ein kleines Résumé ziehen:

Auch unser Hirn, Hort des Geistigen und

Seelischen, der Persönlichkeit, ist der

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Vergänglichkeit des Materiellen unterworfen.

US-Präsident Ronald Reagan sagte, als er die Alzheimer-Diagnose erfahren hatte:

„Jetzt gehe ich in das Reich der Finsternis.“

Eine düstere Erkenntnis bei noch hellem Bewußtsein...

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Dabei fällt mir ein...

Gerade eben
kam die Erinnerung hoch. Ich schluck sie runter.

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Der Haiku mit diesem Silbenaufbau ist die wohl kürzeste Form der Lyrik - gerade recht für ein Kurzzeitgedächtnis, wie wir es als Ältere, Alte oder Uralte mit uns herumtragen.

Er kann uns helfen, Momente festzuhalten, ohne daß wir dabei ins Grübeln verfallen.

Zur nachlassenden Gedächtnisleistung gibt es nicht nur Ernstes beizutragen, sondern auch Fröhliches, Lustiges.

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Etwa wie die Geschichte der zwei Paare, die im Restaurant an einem Tisch gelandet sind. Ein jüngeres und ein älteres.

Der alte Herr ist rührend um seine Partnerin bemüht und fragt dauernd nach: „Schatz, schmeckt es dir ? Darf ich dir noch einmal Wein nachschenken, Liebste? Liebling, ist es nicht gemütlich hier?“

Als seine Dame einmal hinaus muß, wendet sich die junge Frau an ihn mit den Worten: „Wissen Sie, ich finde es sehr berührend, wie zärtlich Sie mit Ihrer Partnerin umgehen. Schatz, Liebste, Liebling! Das hört man heute nicht mehr oft.“

Darauf der alte Herr: „Ich habe ihren Namen vergessen...“

Darf man so etwas erzählen? Ich glaube, schon. Wer als Betroffener darüber lachen kann, statt betroffen zu reagieren, der zeigt, daß er in sich zuhause ist, sich selbst nicht mehr zu ernst nimmt und Humor hat. Die höchste Stufe des Humors besteht darin,

über sich selbst witzeln und lachen zu

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können anstatt auf Kosten Anderer. Im Antidiskriminierungsgesetz werden bestimmte Witze geächtet beziehungsweise verboten. Aber als Betroffenem steht es doch wohl frei, über seine Probleme Fröhliches zum Besten zu geben, ohne der politischen Unkorrektheit geziehen zu werden, denke ich.

Vergeßlichkeit als Symptom ist nicht ein „Vorrecht“ der Alten.

Schusseligkeit zieht sich bei vielen unserer Mitmenschen - unabhängig von ihrem Alter - durch ihr Leben und ist somit auch ständiger Steinbruch für Lästereien und Witze. Angefangen mit der Unfähigkeit, sich Namen zu merken oder ohne Spickzettel einkaufen zu gehen, zieht sich die Kette der Schwächeleien über Wortfindungsprobleme, Schachtelsatz-Pannen bei Rednern und zwerchfellerschütternden Nonsens wie Stoibers Werberede für den Transrapid. Auch die besten Rhetorik-Trainer konnten

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Bayerns Ex-Ministerpräsidenten nicht ent- äähh-en. Aber das ist ein anderes Problem.

Uns Älteren und Alten geschehen Aussetzer gelegentlich bis andauernd. Das zu wissen, hilft schon, und dagegen kann auch etwas unternommen werden. Und zwar ganz ohne Ginseng und andere Mittel, die uns die Apotheken mit ihrer „Rentner-BRAVO“ gerne verkaufen möchten.

Da bei jedem die Störungen anders auftreten, läßt sich kein generelles Rezept empfehlen. Jeder muß für sich selbst herausfinden, welche Kanäle in sein Gedächtnis führen, und wie er diese Wege freihalten oder freischalten kann.

Wer sich beispielsweise Namen schlecht merken kann oder begonnen hat, sie zu vergessen, kann versuchen, sie durch bestimmte Techniken zu verknüpfen mit ihren Trägern. Lernpsychologen haben herausgefunden, daß ein Gedächtnisinhalt umso besser haften bleibt, je weiter er über gedankliche Umwege eingebettet ist. Das ist

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ja das Prinzip der Vernetzung schlechthin: Fäden verlaufen kreuz und quer und bilden ein Gewebe.

Während meines Studiums lieferte ein Psychologieprofessor ein frappierendes Beispiel für das Wiederfinden eines verschollenen Namens. Einem Mann war ein Name total entfallen. Er schrieb, ohne nachzudenken, zehn Wörter auf einen Zettel und sah sie dann durch. Zwei waren irgendwie aus der üblichen Reihe gefallen, die als Allerweltseinfälle gelten, und zwar „Lakritze“ und „Aurikel“. Nach kurzer Zeit fiel ihm der vergessene Name ein: „Lauritzen“.

Diese Technik des Assoziierens funktioniert allerdings nur bei Vergessenem, nicht jedoch Verdrängtem.

Manche Menschen scheinen für ihren Namen wie geschaffen zu sein - durch ihr Aussehen, ihr Verhalten, ihre Art zu sprechen, sich zu bewegen, zu lachen oder sich zu kleiden. Oder die Umstände des

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ersten Kontakts mit einem Menschen legen nahe, seinen ungewohnten Namen daran festzumachen. Diese kontextuelle Konstruktion ist äußerst effektiv.

Vor Jahrzehnten bat mich ein Nachbar, der neu zugezogen war, um meine elektrische Kettensäge. Er hieß Sendelbeck - ein Name, den ich noch nie gehört hatte. Dennoch merkte ich ihn mir ohne Schwierigkeiten mit folgender Assoziationskette: Sandelholz - to beg - Säge. Bitte um Säge für Holz...

Der Name sitzt bis heute auf meiner feuchten Festplatte.

Wer Groß oder Klein heißt und eine stimmige Größe aufweist, läuft nicht Gefahr, vergessen zu werden. Selbst wenn ein Klein groß oder ein Groß klein ist, liefert der Widerspruch eine wirksame Merkhilfe.

Die Suche nach solchen Trittsteinen in der „Wetware“ ist gleichzeitig ein hervorragendes Training.

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Freilich gibt es auch Namen, die einfach unvergeßlich sind.

In dem Ort meiner Kindheit und frühen Jugendzeit gab es ein Rundfunkgeschäft, dessen Inhaber Fettköter hieß.

Freilich können sich auch peinliche Situationen ergeben in Form Freud’scher Fehlleistungen oder Ranschburg’scher Hemmungen, wenn sich Assoziationen vermischen oder zu nahe aneinander angesiedelt sind. Da es bei Ehepaaren heute nicht mehr unbedingt üblich ist, einen gemeinsamen Nachnamen (früher Familiennamen) zu tragen oder der Mann den Namen der Frau angenommen hat, die Frau vor oder nach einem Bindestrich ihren Mädchennamen trägt, gibt es jede Menge Konfliktpotenzial: War es jetzt nur Meier oder Meier-Lützgendorf, Meier-Olsen, war es nur Müller für beide oder Müller- Lüdenscheid, Müller-Meiershausen mit ei, ai, ay für sie?

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Bei Lebensabschnittspartnerschaften erhöht sich das Risiko, beim Wiedersehen nach längerer Zeit, einer Ehemaligkeit zum Opfer zu fallen, da man einen mit einem anderen verbandelt assoziiert. Aber eigentlich ist alles immer nur so peinlich, wie wir es selber empfinden. Und, da kommt unser fortgeschrittenes Alter ins Spiel: Das steht uns zu; Schusseligkeit ist bei Jüngeren eine Form der Anmaßung oder gereicht zum Trost: Ach, der ist ja nur halb so alt wie du...

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Der Nächste, bitte!

„Na, auch Prostata?“ erkundigte sich ein Mann bei seiner Nachbarin im Wartezimmer des Urologen.

Wartezimmer sind Orte des Lernens, der Begegnung, der Kommunikation, der Fachsimpelei, des Erfahrungsaustausches, auch der Solidarität.

Sie haben gar etwas Olympisches, wenn Mitmenschen von ihren zahlreichen Symptomen, Therapien, Operationen und Kuraufenthalten berichten: Schlimmer, seltener, chronischer.

Zahl der konsultierten Spezialisten, der Punktionen, der Tomographie- Untersuchungen, Verweildauer in Krankenhäusern.

Obwohl letztere dank der genial konzipierten „Fallpauschalen“ sehr viel kürzer geworden ist. Eine jede Krankheit ist

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bei jedem anders, wußte man früher. Aber nun ist man wohl schlauer geworden.

Das Buch des Medizin-Autors Jörg Blech: „Die Krankheitserfinder - Wie wir zu Patienten gemacht werden“ listet haarsträubende Beispiele des Gesundheitsunwesens auf. Immer neue „Krankheiten“ werden mit phantasievollen Namen in die Welt gesetzt, von hypochondrischen Zeitgenossen begierig adoptiert und zwecks Therapierung in die Wartezimmer mitgenommen. Da gab es schon vor Jahren „Space Invader’s Wrist“, eine Sehnenscheidenentzündung im Handgelenk, die bei exzessiven Videospielern auftrat. Oder die „Jogger’s Nipples“, beim Joggen am Shirt angerubbelte Brustwarzen. Meist bekommen die Namen dieser neuen Leiden auch eine Abkürzung, damit sie als „Syndrom“ eindrucksvolle Bedeutung erhalten. Der letzte Buchstabe ist dann folglich ein S. RLS steht für „Restless Leg

Syndrome“ - Syndrom des ruhelosen Beines,

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das im Schlaf zuckt. In Apotheken erscheinen dann umgehend Medikamente gegen die neuen Beschwerden. Und in der Apotheken-Rundschau („Rentner-Bravo“) werden sie uns schmackhaft gemacht, halten in der Regel aber wissenschaftlichen Untersuchungen und Tests nicht stand. Im Internet gibt es für jedes dieser „Hobbies“ dann auch gleich Selbsthilfegruppen, Foren bei facebook oder Whatsapp. Gleichsam digitale Viren, die sich extrem schnell unter den Betroffenen, besser gesagt Interessenten, verbreiten. Leider sind die meisten davon unsere Altersgenossen, die glauben, die ihnen zustehenden Gebrechen loswerden zu können. Überhaupt ist die Erwartungshaltung bei Arztbesuchen oft geprägt von der Vorstellung, ein Organ abzuliefern und dem Arzt zur Reparatur zu überantworten. Wer Medikamente verschreibt, ist ein beliebter Mediziner; wer hingegen Vorschläge zu Verhaltens- oder Ernährungsänderung erteilt, wird oft gemieden. Vielleicht ist das auch eine

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Erklärung für das oft beobachtete „Doctor- hopping“ - Wechseln des Arztes, bis derjenige gefunden ist, der den eigenen Wünschen gemäß keine Ratschläge, sondern Pillen anbietet.

Das eingebildete Kranksein, die Hypochondrie, hat Hochkonjunktur, nicht nur unter uns Alten. Doch im Gegensatz zu den Jungen können wir, mit dem Wissen um die Vergänglichkeit unserer Körper-Materie, gelassener sein.

Die Ersatzteile in unserem System kamen ja nicht aus heiterem Himmel, sondern mit den Jahren. Reparaturen an den Beißwerkzeugen, die erste Brille, das Hörgerät, eventuell eine neue Hüfte (oder beide), eine Gehhilfe - Stock, Krücke, Rollator oder E-Rollstuhl - wurden eines nach dem anderen fällig. Wir haben uns damit arrangiert, uns daran gewöhnt, ja damit angefreundet. „Ohne mein...“ könnte ich das jetzt nicht mehr, wäre ich aufgeschmissen, hilflos, geben wir

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manchmal zu, und uns wird deutlich, daß wir zuzeiten des Säbelzahntigers noch weniger Chancen gehabt hätten als die Jüngeren.

Besser sehen, hören, sich bewegen zu können - all das versöhnt uns dann auch mit der (Männer, aufgepaßt!) Schwachstelle Prostata. Die läßt sich nicht gendern, wie der oben zitierte Mitmann im Wartezimmer des Urologen zu seiner Sitznachbarin irrtümlich vermutete.

Nicht nur in Wartezimmern, sondern auch in sogenannten Selbsthilfegruppen finden Suchende Gleichgesinnte, „Kollegen im Leiden“, Identifikationsangebote. Soziale Medien wie facebook vor allem lassen die Kommunikationsmöglichkeiten ausufern bis zum Realitätsverlust. Man kann Befriedigung ziehen aus der Gewißheit, nicht allein zu sein mit seinem Problem, seinem Leiden. Aber tatsächliche Hilfe erwächst dadurch wohl kaum, wenn man nicht ehrlicherweise den eigenen

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Substanzverlust erkennt und sich eingesteht - ohne „Hilfe“ von irgendwo außen.

Klar, es ist verständlich, im Rückblick auf frühere Zeiten zu betonen und der Umwelt mitzuteilen, was einem alles mal möglich war, was man konnte, gerne zu tun pflegte. Aber es bringt nichts für das Selbstgefühl, sich ständig an bessere Zeiten zu erinnern - außer Frust. Demut scheint auszusterben.

Immer mehr Menschen werden zu „Abspulern“, die ihre Umwelt ungebeten beschallen und verlernt haben, anderen auch einmal zuzuhören. Das ist nirgendwo so nervig wie in Wartezimmern. Wir können uns dem ein wenig entziehen, indem wir erstens selbst Zurückhaltung üben und zweitens uns allzu nahes Auf-die-Pelle- Rücken verbitten. Den meisten der Verbaltäter scheint ihre Aufdringlichkeit gar nicht bewußt zu sein, und es zeigen sich bisweilen erstaunliche Lernerfolge, wenn freundlich-eindeutige Wünsche nach Verschonung vor trommelfeuerartiger

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Beschallung geäußert werden. Durch Monologe gelingt keine Kommunikation, und es ist auch illusorisch zu erwarten, damit beim vergewaltigten Zuhörer Sympathie oder Solidarität zu wecken. Hier sei noch die Warnung ergänzt, die da lautet: Wenn Sie in sich gehen, sollten Sie nicht erschrecken, wenn Sie niemanden antreffen...

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Modus Vivendi - Lebensart

Lifestyle heißt das heute. Wie so manches Andere auch anders als früher. Früher dengelte der Landwirt seine Sense, heute müssen wie alle dengeln, Denglisch lernen.

Eines der ersten Wörter dieses neuen Mischmasch war das Hearing. Viele von uns, die in der Schule noch nicht Englisch gelernt hatten, meinten, einen Schreibfehler entdeckt zu haben, glaubten, man schreibe jetzt den altbekannten Speisefisch („Beamten-Lachs“) anders.

Inzwischen wissen wir, daß eine Anhörung damit gemeint ist.

Wer heute eine Fahr-, Kino-, Theater- oder Konzertkarte wünscht, wird dumm angeschaut und mitleidig belehrt, es handele sich ja wohl um ein Ticket.

Der Schalter am Bahnhof (wenn man noch

einen geöffnet findet) heißt Counter, ein

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großer Blumenmarkt heißt Garden Center, die offene Garage Carport, und so weiter. Ständig kommen

Begriffe und Albernheiten hinzu, weil das magische Konzept der „Globalisierung“ es angeblich nötig macht, aller Welt auf englisch klarzumachen, was was ist.

„Coworkingspace“ las ich neulich. „Cow or King Space“?

Nein, es war ein Ort gemeint, an dem man zusammen arbeiten kann. Je nun...

Aber Lifestyle hieß es ja anfangs. Art zu leben, Lebensart, Lebensstil.

Schauen wir uns Bilder unserer Eltern oder gar Großeltern an, so fällt uns auf, daß sie ganz anders aussehen als wir, die wir nun etwa in ihrem Alter sind.

Woran kann das liegen?

Zunächst auffällig sind die Äußerlichkeiten wie Kleidung, Frisuren. Meist handelt es sich um Schwarz-Weiß-Fotos, so daß über Farben nur spekuliert werden kann. Aber

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schon durch den Schnitt der Kleidung (und auch die Haartracht) erkennen wir, daß wir keine heutigen Siebziger, Achtziger oder gar Neunziger vor uns haben. Auch ihre Körperlichkeit empfinden wir anders. Sie wirken schlanker als wir, ihr Gesichtsausdruck ist ernster, distanzierter. Der Fotograf kannte offenbar noch nicht das Kommando „Cheese!“ aus unserem englisch-geprägten Model-Alltag.

Es scheint uns, als seien wir jugendlicher in der Erscheinung, im Ausdruck, in der Körperhaltung.

Liegt es daran, daß nicht soviele von uns mehr von körperlicher Arbeit gezeichnet sind, obwohl manche sich ernähren, als wären sie Holzfäller oder Bauarbeiter?

Offenbar ist Altern nicht nur persönlich, sondern auch durch die Lebensbedingungen einer jeden Generation geprägt.

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In den Sechzigern des 20. Jahrhunderts prägten die Soziologen den Begriff des Puerilismus, womit gemeint war, daß Erwachsene die Lebensart der Jugendlichen nachzuahmen versuchten in Bezug auf Kleidung und Tendenzen, die ihnen eigentlich nicht zustanden. Nicht selten setzten sie sich dadurch der Lächerlichkeit aus und wurden bespöttelt. Nicht die Jungen lernten von den Alten, sondern die Alten versuchten, sich von der Jugend etwas abzuschauen. Meinten sie, im jugendlichen Vorbild Ermutigung zu finden? Wir haben uns diese Frage nicht gestellt, da wir uns anfangs der Sechziger noch selbst zur Jugend zählten. Aufgewachsen nach dem Ende des Krieges, erfuhren wir andere Prägungen als unsere Eltern, und dieser Umstand hat es wohl mit sich gebracht, daß wir nun - als die aktuellen Alten - mündiger sind im Finden eigener Lebensgewohnheiten.

Das Grau bis Schwarz als vorherrschende

Farbe der Bekleidung hat ausgedient,

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Krawatten hängen als eventuell mal fällige Notlösung ungenutzt im hinteren Schrankteil, weiße Oberhemden werden nur noch gelegentlich getragen. Jeans in den Farben des Regenbogens sind Haupt- Beinkleider weiblicher wie männlicher Nutzer, und das Kleine Schwarze oder der schwarze Anzug finden nur noch Verwendung bei besonderen Anlässen wie Einschulung, Konfirmation, Schulabschluß oder Heirat der Enkel-Generation. Wir mögen es nun gerne bügelfrei. So ist das mit den Äußerlichkeiten unserer Erscheinung. „Wir sind so frei“ ist nicht mehr eine Entschuldigungsfloskel, sondern ein selbstverständliches Bekenntnis. Wir trauen uns, so zu sein, wie wir möchten. Wir haben es nicht mehr nötig, über fade Witze von Vorgesetzten zu lachen - falls wir das überhaupt jemals taten. Souveränität war doch von jeher unser Ding, oder? Wie dem auch sei - es hat sich etwas mit und für uns geändert. Wir Alten dürfen nicht mehr auf Respekt nur deswegen rechnen, weil wir alt

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sind. Wir werden respektiert oder geschätzt, weil wir Dinge tun und lassen können, die Jüngeren nicht ohne weiteres möglich sind. Natürlich kann das auch ein Grund für heftigen Neid sein. Wir sind in der Regel finanziell etwas flexibler, weil wir kaum noch etwas Außergewöhnliches zu kaufen brauchen. Wir haben im Prinzip alles Lebensnotwendige, sind bei der Planung eines Urlaubs nicht an Schulferien gebunden und profitieren dadurch von günstigeren Preisen außerhalb der Saison, können sogar in warmen südlichen Gefilden überwintern, wenn uns das winterliche Wetter daheim nicht behagt. Wir können uns etwas Überflüssiges leisten, wenn uns danach ist.

Viele Gründe, sich zu freuen, alt zu sein.

Freilich gibt es bei dieser Bilanz auch eine negative Seite, die Verzicht heißt. Wir müssen mancher Dinge entsagen, die uns aufgrund nachlassender physischer Fitness nicht mehr möglich sind. Aber der Verlust

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dieser Möglichkeiten fällt bei realistischer Betrachtung nicht allzu schwer. Frühere körperliche Betätigungen werden bei weiterer Ausübung leicht zu Risiko- Sportarten, wenn wir die schwindende Leistungsfähigkeit unserer materiellen Substanz reell und ehrlich mit uns selbst bewerten. Muskeln, Bänder und Gelenke sind empfindlicher als früher, und nach Unfällen oder Verletzungen ist die Zeit der Rekonvaleszenz länger, bleibende Folgen sind wahrscheinlicher als in jungen Jahren. Wir sollten uns nicht scheuen zu gestehen, daß wir gewisse Dinge einfach nicht mehr zu tun brauchen, um uns selbst (und vor allem gar anderen!) etwas zu beweisen.

Das hat nichts zu tun mit Altersweisheit, auf die wir uns eh nie berufen sollten. Die wird einem höchstens mal von jemandem attestiert, der uns etwas Gutes sagen möchte. Den Kopf sollten wir gebrauchen, ganz ohne Eitelkeit. Ohnehin werden Wortverbindungen mit dem Alter nur noch

bei „Altersmilde“ positiv verwendet - die

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negativen überwiegen, etwa „Altersschwäche“, „Altersstarrsinn“, „Alterszucker“,

„Alterswarzen“, „Altersteilzeit“.

Aber da wären wir doch fast beim Altersrassismus gelandet...

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Und da war doch noch was?

Da gab es vor Jahren mal eine Serie von Werbespots mit zwei alten Männern, die ganz klischeehaft auf einer Parkbank sitzen und ihre Kommentare über vor allem weibliche Passanten ablassen. Ginge heute wohl nicht mehr in der Me-too-salem - Aera. Trotzdem:

Sagt der eine: „Och, mit der würde ich gerne noch mal...“

Der andere: „Und was machste, wenn se ja sagt?“

Ja, was machste.

Eine Frage, die eigentlich das ganze Leben über eine ganz große Rolle spielt. In jedem Alter. Aber lange im Alter als rhetorisch begriffen, gar tabuisiert.

In seiner Kalendergeschichte „Die unwürdige Greisin“

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beschreibt Bertolt Brecht die letzten Lebensjahre einer alten Frau, die sich endlich das gönnt, was ihr zeitlebens als ungebührlich versagt blieb - und die Reaktion des sozialen Umfelds.

Bis heute hält sich bei Jüngeren die Meinung, Sex im Alter sei nicht „altersgemäß“ - merkwürdig in dieser Formulierung. Die Vorstellungen der Skeptiker entspringen freilich der eigenen Praxis und Erfahrung, die sie noch nicht weiterdenken können oder mögen in eine Zeit, da Hormon- und Gymnastikgeprägtes keine Rolle mehr spielen werden. Sexualität ist nur bei Tieren ein instinktgesteuertes und -kontrolliertes Verhalten.

Bei uns Menschen findet sie hauptsächlich im Kopf statt - unterstützt und auch gelenkt - von Erfahrungen und Prägungen durch kulturelle, moralische, eben menschliche Werte. Wesentlich ist bei der Sexualität im Alter das Bedürfnis nach Nähe, Zärtlichkeit, Zuwendung. Manche früher wirkende

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Angst-Aspekte haben Bedeutung und Wirkung verloren.

Inzwischen gibt es eine ganze Bibliothek an Ratgebern zu diesem Thema, auf die hier nicht verwiesen werden soll.

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Was geht uns denn noch etwas an?

Das fragen wir uns oft. Und jeder findet andere Antworten darauf.

Je nach Gemüt tragen wir unsere Vergangenheit als unverwechselbaren, nicht austauschbaren Schatz oder Ballast mit uns herum. Wir versuchen, das Jetzt als Wert zu schätzen; denn das ist, was das Leben für uns noch bereithält. Die Zukunft ist eine kleine Menge Sand, die sich noch im oberen Teil unseres Stundenglases befindet. Wir wissen nicht, wann das letzte Körnchen fällt.

„Lebenserwartung“

„Wenn einer von uns mal früher stirbt, dann ziehe ich nach Monte Carlo“, sagte die Manager-Frau zu ihrem Gatten.

Recht hatte sie.

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Die „Lebenserwartung“ ist primär eine statistische Größe. Sie dient dazu und hilft dabei, zum Beispiel Versicherungen ihre Kalkulation zu schärfen.

Die Frauen übertreffen das andere Geschlecht in erheblichem Maße, was ihre Lebenserwartung angeht. Viele Gründe macht man dafür geltend, auch spaßige, wie beispielsweise die Annahme, es handele sich dabei um eine Gutschrift für die beim Einparken vergeudete Lebenszeit.

Verzeihung, das war eigentlich frauenfeindlich und politisch unkorrekt.

Nein, im Ernst. Frauen sind widerstandfähiger als Männer, physisch belastbarer, weniger schmerzempfindlich, und - das ist wohl sehr entscheidend:

Sie leben sorgsamer. Sie achten auf ihre Gesundheit, sind nicht so risikobereit wie Männer.

Sie rauchen und trinken weniger, wenn auch hier Ausnahmen, wie üblich, die Regel

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bestätigen. Sie sind empathischer als Männer, sind eher bereit zur Kommunikation, flexibler und fähiger, mehrere Dinge gleichzeitig und effektiv zu tun. Sie sind oft Ehefrau plus Mutter plus Geliebte plus Mitverdienerin, neben allen ihren „häuslichen Pflichten“.

Manchen verwitweten Frauen glaubt man eine gewisse Erleichterung anzumerken, wenn sie auf einen mutmaßlichen Pascha keine Rücksicht mehr zu nehmen brauchen. Und dabei denke ich wieder an Brechts Kalendergeschichte von der „unwürdigen Greisin“...

Aber der Begriff „Lebenserwartung“ hat ja auch noch einen ausgesprochen individuellen Aspekt in dem Sinne, was jeder von seinem Leben erwartet.

„Erwartungshaltung“ nennen das die Soziologen, Politiker und Medien. Die kann bescheiden oder überzogen sein. Sie entzieht sich jedoch jeder Meßbarkeit, gar Beurteilung. Sie ist vielmehr ein Gradmesser

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für Achtsamkeit, Augenmaß, Realitätssinn und Ehrlichkeit. Sie spiegelt im Wesentlichen all das wider, was Persönlichkeit und Menschsein bedeutet, ist also bei jedem, für jeden von uns anders. Und daher ist es auch vermessen, jemanden für das zu kritisieren, was er zu seinem Credo erhoben hat. Und sinnlos ist es, jemanden zu beneiden um seine Erwartungen, gar zu versuchen, ihnen nachzueifern. Dabei verbiegt man sich und verrät sein Selbst.

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Und dann...

Ja, dann kommt irgendwann die Zeit der Hilflosigkeit. Allmählich oder plötzlich. Wohl zu erwarten, aber immer unerwartet - so paradox sich das anhört.

Manche von uns sind in der Lage, rechtzeitig zu entscheiden, ihre Zeit der Selbstversorgung im eigenen Umfeld zu beenden und sich in die Obhut einer neuen Umgebung zu begeben.

Die meisten jedoch versuchen, ihre Ungebundenheit bis zur Neige auszukosten und sind dann unversehens (?) auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.

Hoffentlich haben sie vorher verbindlich geregelt, daß sie nicht willenlos einer Apparatemedizin ausgeliefert sind und nur wie Gemüse im Gewächshaus vor Dehydrierung bewahrt werden. Das möchte wirklich niemand von uns. Und fordere auch

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niemand, sich von den eigenen Kindern pflegen zu lassen; denn das ist ein Übergriff gegen die nächste Generation und gerät für alle Beteiligten zur Katastrophe, führt in Verzweiflung.

Hinterlassenschaft

Ja, natürlich. Was wir hinter uns lassen außer gefülltem Sarg, Asche oder - neuerdings möglich -

geshreddertem Material, das sich nach Gefriertechnik in knapp drei Monaten in der hölzernen Urne dematerialisiert hat. Das Verfahren heißt „Promession“.

Aber darum geht es bei dem Stichwort Hinterlassenschaft nicht primär. Ganz prosaisch handelt es sich um die Erbmasse, die wir hinterlassen. Die kann erheblich, bescheiden oder ganz unerheblich sein. Aber sie muß aufgeteilt werden. Auch eventuelle

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Verbindlichkeiten, sprich Schulden, können vererbt werden und bereiten der folgenden Generation weder Freude, noch freundliche Gedanken an den Verblichenen.

Also sollte man rechtzeitig unmißverständliche Verfügungen beim Notar hinterlegen.

Doch nicht das Materielle ist das Wichtige.

Unsere Hinterlassenschaft sollte ein Bild sein.

Ein Bild unserer Welt, die in Vergessenheit gerät.

Unsere Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg oder die Zeit danach sind für unsere Nachfolger schier unvorstellbar. Sind sie doch, nach unserem Wunsch, glücklich und sorgenlos aufgewachsen in einer Zeit, die allenfalls den „kalten Krieg“ oder die Zweiteilung Deutschlands als Irritation bereithielt.

Und diese Bebilderung ihrer Jugend können wir erst jetzt entlarven als Konstrukt eines

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Systems, das versuchte, die furchtbare Vergangenheit nur bedauernd zu bewältigen. Bedauern ist ein jämmerlicher Ersatz für das, was nötig gewesen wäre.

Ehrlichkeit wäre nötig gewesen. Die erste Regierung unserer jungen Demokratie hätte nicht einen Kanzler gebraucht, der sich mit seiner eigenen Stimme die Mehrheit zu seiner Wahl gesichert hat. Er hätte sich auch nicht ausgerechnet den Kommentator der Rassengesetze als Kanzleramts-Minister aussuchen sollen. Er hätte auch nicht Chruschtschows Angebot der Wiedervereinigung ablehnen dürfen, nur weil zuviele Protestanten zum Volkskörper dazugekommen wären. Er hätte sich auch - konfrontiert mit dem Vorwurf, Altnazis bei sich zu dulden - den Spruch sparen können:

„Man schüttet kein schmutziges Wasser weg, wenn man kein sauberes hat.“ Und, und, und. Aber er war halt der erste Kanzler eines als neu gehofften Deutschland... Weil unbequem, werden diese „erlebten“

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Nachrichten der Alten im Orkus der Medienwelt verschwinden.

Und nur wir Alten können davon noch berichten; denn auch Historisches wird inzwischen als authentisch an den Meistbietenden vermarktet.

Wenn wir Zeitgenossen etwas beizutragen versuchen, wird das häufig als „statistisch irrelevant“ abgetan. Zahlenmäßig natürlich korrekt. Und darum geht es. Zahlen werden um-, und zurückgerechnet.

Wir haben etwas erlebt und uns gefragt, warum unsere Eltern kaum mit uns haben sprechen können oder wollen. Wir haben gelitten unter den Lehrern, die kaputt aus ihren Kriegs-Traumata auf uns losgelassen wurden. Ohrfeigen oder durch den Klassenraum geschleuderte Schlüsselbunde waren an der Tagesordnung. Heute klagen Eltern vor Verwaltungsgerichten um eine verweigerte Zwei in einer Arbeit. Leben wir noch in einem gemeinsamen Kosmos?

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Wir erwarten ein früheres Ableben, und das ist gut, denn wir brauchen den Abbau oder Abriß alter Werte nicht mehr zu erleben.

Aber die Hoffnung bleibt, daß den nachfolgenden Generationen die Aufgabe erwächst, sich zu besinnen und daran zu arbeiten, neuen Lebenswert zu schaffen.

Wie das alles aussehen wird, können wir uns nicht vorstellen. Aber das geht uns wirklich nicht mehr an. Und wir sollten uns auch dementsprechend zurückhalten mit unsren Kommentaren.

In unseren Vorstellungen von der Zukunft können wir allenfalls versuchen hochzuschätzen, wie schnell der Tsunami der technischen Entwicklung die uns bekannte Welt überrollen, und was er mit sich reißen und beim Zurückweichen übrig lassen wird.

Immer schon ging das Leben weiter. Immer folgte auf Trauer früher oder später wieder Lebensfreude und Fröhlichkeit.

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Das wußte man auch in Ostpreußen.

In einem Dorf war jemand gestorben und traditionsgemäß im Hause aufgebahrt worden.

Verwandte und Freunde waren versammelt. Man trank Kaffee und aß Kuchen.

Dann trank man Bärenfang. Noch mehr Bärenfang. Darauf begann man zu singen, schließlich gar zu tanzen. Und in diesem Stadium der Trauerfeier betrat der Pfarrer zwecks Kondolierens das Haus. Er runzelte die Stirn und hub an zu sprechen.

„Liebchens“, sagte er, „Kaffee trinken um die Leich herum, das jeht. Bärenfang trinken um die Leich herum, na, jeht auch jrad noch. Aber Tanzen um die Leich herum, das jeht charnich!“

Antwortete der Familienvorstand:

„Ja, Herr Pfarrerchen, haben wir auch jedacht zuerst. Aber denn haben wir ihm hochkant jeschtellt, und denn jing!“

Geht doch...

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Nachwort

Wer im Schlaf stirbt, wird von Vielen beneidet.

Den eigenen Tod können wir uns nicht vorstellen.

Wer mit Gedanken an den kommenden Tag in den Schlaf hinübergleitet in den Tod, hat dabei mit Niemandem mehr kommuniziert und wird das auch nie mehr tun.

Gedanken der Hinterbliebenen werden vielleicht spekulativ-verzeifelt versuchen, den letzten Plänen des Verstorbenen hinterherzuspüren. Hatte er sich nicht für kommende Woche noch vorgenommen, ...

Waren wir nicht übereingekommen,...

Das einzige, was nun noch bleibt, sind Fragezeichen.

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