Klaus-Jürgen Langner

Neujahrsgedanken 2015

Der Weihnachtsrummel vom vorigen Jahr ist vorbei!
Wie ich mich fühle zeigt mein Bild vom Weihnachtsmann.
Es ist eine gute Zeit um Rückschau und Vorschau zu halten.
Aber erst mal muss ich mich wohl vorstellen.
Also, ich bin Don und habe mit meinen fast 82 Jahren schon einige Erfahrungen hinter mir.
Grade heut wurde ich gefragt, wie denn das so sei, denn als "alter Knacker" wird man ja nicht geboren. Natürlich nicht, aber mit dem "Alterwerden" ist es auch nicht so schwer. Ich musste nur schon sehr früh anfangen.
Dann ging es ziemlich leicht. Jedes Jahr etwas mehr Gesundheit, das lohnt sich bald. Und Gesundheit sammelte ich erfahrungsgemäß mit meinen Geburtstagen. Je mehr ich davon ansammelte, umso älter wurde ich. Und Älterwerden ist der einzige mir bekannte Weg um lange zu leben.
Ein Klospruch fasste das ganz kurz zusammen: "Wer früher stirbt, ist länger tot!"
Ja und da habe ich schon den Übergang zu meinem ersten Thema: "Zeit!"
Seit ich mich als "Sekunden-Millionär" bezeichne, habe ich ein anderes Verhältnis zu meiner Zeit gefunden. Und ich lebe dieses veränderte Bewusstsein, seit ich mal nachgezählt habe und feststellen konnte, ich habe jeden Tag 86.400 Sekunden Zeit, die ich mit Leben füllen kann.
Früher verliefen die Tage schon anders.
Zum Beispiel: An der Raststätte Avus steigt der Autobahnfrisör zu. Auf den Rücksitz, von wo aus er während der Fahrt die Haare schneidet, wegen des Kurzurlaubs in drei Tagen. Wenn heute Montag ist, sind wir in der Schweiz. Gegessen wird in der Schnellspeisestätte die Drei-Minuten-Terrine aus dem Schnellkochtopf, garantiert koffeinfreie Goulaschsuppe, hergestellt in Weltbestmahlzeit von zwei Minuten und zwölf Sekunden und  auch garantiert darmverschlingungsfreie Curry-Würste, naturidentische Rote Beete-Ersatz, garantiert nitrofreie Aminosäuren Essig oder Essig-nicht-Salate.
Ergebnis: Durchfallquote deutlich über dem Durchschnitt.
Und: Der Zweck eiligt die Mittel.
Musik-Kassetten werden im schnellen Vorlauf gehört und Bücher in Diagonal-Leseweise genossen.
Beim Theater-Besuch sind wir schon in der ersten Pause zum Auto gerannt. Natürlich auf den Kurzparkplatz.
Hallo, wie spät ist es denn jetzt? Na genau drei Euro fünfundfünfzig! Wieso denn das? Na. Zeit ist doch Geld!
Und sogar auf unseren Taschentüchern steht ein großes Wort: "TEMPO!"
Und in Berlin gibt es auch noch die "Berliner Sekunde"; das ist die kürzeste Zeiteinheit der Welt. Es ist die Zeit zwischen dem Umschalten der Auto-Ampel auf grün und dem Hupen des Autofahrers hinter dir.
 
Kommt da manchem vielleicht etwas bekannt vor?
Dabei ist das Thema schon einige Gedanken wert! Was macht denn die "Zeit" zu dem was sie ist? Gibt es eine "Objektive Zeit"? Und seit wann?
Häufig hatte ich behauptet: "Jetzt geht es nicht, ich habe keine Zeit!"
Aber wann habe ich denn schon einmal Zeit "besessen"? Wer hat einmal wenigstens "Zeit" in der Hand gehabt? Mit welchem Organ nehmen wir denn die Zeit wahr? Und nehmen Tiere die Zeit ähnlich wahr wie wir? Und Pflanzen und Mineralien? Oder ist "Zeit" ein menschliches Konstrukt? Vielleicht eines, dessen wir uns erst seit ca. 600 Jahren bewusst sind, seit der Erfindung der Uhr? Denkst Du jetzt einmal darüber nach? Wie lange dauert denn jetzt? Ist das vielleicht jetzt schon vorbei?
Und die ganz großen Erkenntnisse bringen unsere Wissenschaftler zu Papier, wenn sie allen Ernstes behaupten sie könnten nachweisen, dass sich Zeit in Raum verwandeln lässt und umgekehrt!
 
Ich habe mich mit derartigen Gedanken erst beschäftigen können, nachdem ich einen hartnäckigen Begleiter ausgebootet hatte, nämlich die Unwissenheit über die eigene Unwissenheit:
Mein Leben habe ich bisher immer noch nicht total begriffen.
Dann will ich es aber wenigstens total genießen. Das ist mit wenig Geld aber gar nicht so einfach. Viele wissen es noch gar nicht: "Geld ist die Wurzel allen Übels"! Wer dazu mehr wissen will überweise mir 50 Euro, ich sende ihm genaue Erkenntnisse zu über das Thema: "Geld allein macht nicht glücklich, es muss Dir auch gehören" und "Geld ist besser als Armut, wenngleich nur aus finanziellen Gründen!"
 
Gott hat die Welt und damit auch mich nicht geschaffen, das ist ihm alles bloß so passiert. Deshalb kann ich auch behaupten ich bin kein Vollidiot. Ich weiß, manche Teile fehlen noch! Natürlich weiß ich nicht alles, Aber selbst das ist nicht sicher. Und deshalb sage ich hier, was ich denke! Dann höre ich wenigstens, was ich weiß!
 
Und weil ich weiß, dass ich zu einem Thema zu wenig weiß, muss ich das hier mal genauer durchdenken:
Das Thema Frau und Mann!
Da hat uns doch Shakespeare mal aufgeklärt: "Manche Frauen sind wie das Lächeln Gottes und andere sind seine Grimassen!"
Ich habe mich in meinem Leben auch in mancher schönen Frau getäuscht, aber ich finde heute noch, es war ein guter Platz dafür.
Wenn sie mir einen geheimnisvollen Blick zugeworfen hatte, da wusste ich sehr schnell nicht einmal mehr ob ich Jäger oder Beute war.
Denn das "Gewisse Etwas" einer Frau bewirkt bei vielen Männern etwas Ungewisses.
Frau! Allein schon dieses eine Wort hatte mich zum Mann gemacht.
Ich war als Mann schon der geborene Busenfreund.
Aber ich vermute sehr stark, dass es unter den unverstandenen Frauen auch solche gegeben haben muss, die sich schämen müssten, wenn jedermann sie verstehen würde.
Aber ich weiß inzwischen auch, ich als Mann kann eine Frau nicht hoch genug überschätzen.
Frauen können auch gar nicht lügen. Nicht dass sie andere Worte benutzen wie sachzwangreduzierte Ehrlichkeit oder kreativer Umgang mit der Realität. Nein, sie erfinden halt nur die Wahrheiten nach eigenem Ermessen neu!
Und es gilt in dieser Beziehung auch der Satz: Was Hänschen nicht lernt… wird Gretel ihm schon noch beibringen. Aber umkrempeln wollen die Frauen uns Männer meist nicht; sie wollen uns nur zu dem machen, was wir von Anfang an zu sein vorgaben!
Frauen konnten Männer immer schon gut leiden – Und gut leiden konnten sie häufig genug nur mit ihnen.
Denn sich nach hübschen Frauen auf der Straße umzudrehen ist bei manchen Männern die einzige Form der Rücksichtnahme.
Für viele Männer ist es eindeutig klar, dass der Mann intelligenter ist als die Frau. Deswegen finden wir auch weniger Frauen in höheren Positionen in der Wirtschaft und in der Kirche. Aber genauso eindeutig klar ist, dass die Erde eine Scheibe ist.
Zuletzt ein kleiner Höhepunkt, denn ich war zugegen, als eine stolze Frau einen absolut angeberischen Volltrottel von Mann mit den Worten abkanzelte: "Es gibt ja viele Arschgeigen, aber Du bist die Stradivari unter den Arschgeigen!"
 
Aber genug von diesen Gedanken.
Ich wollte mir eigentlich mehr Gedanken über meine nähere Zukunft machen. Da erscheint es mir aber auch sinnvoll, dass ich erkenne, ich brauch sie ja nur selbst zu gestalten. Das wussten auch schon meine Vorfahren, denn sie sagten: "Jeder ist seines Glückes Schmied!"
Aber das war wohl auch der Grund, warum es in vielen Fällen genauso aussieht: "Ziemlich behämmert!" Und da erkenne ich auch, dass vieles was im Leben geschieht Ansichtssache ist.
Hier in Deutschland haben wir etwas, das heißt: "Jugend forscht!"
In England sagt man dazu ganz einfach "Petting"!
 
 
Die Natur hat einen großen Fehler gemacht.
Sie hatte ganz am Anfang nicht bedacht,
Dass es falsch sein könnte, den Menschen zuzulassen.
Bald gab es aber richtige Menschenmassen.
Das allein ist ja nicht schlimm, aber nur
Der Mensch versündigte sich bald gegen die Natur:
Und jetzt war sie darüber wutentbrannt
Denn so hatte die Natur zu spät erkannt;
„Das war nicht nur ein Rechenfehler
Sondern ein kapitaler Systemfehler!“
Wir Menschen sind ja nun wirklich stur.
Aber ich hab sie belauscht, und sie murmelte nur:
„Was hab ich mir bloß dabei gedacht,
Beim Affen hätt’ ich besser Schluss gemacht!“
Vorsicht sie fühlt sich echt hereingelegt.
Kann sein, dass sie sich eine böse Antwort überlegt!
 
Don, Januar 2015

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 14.04.2015. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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