Olaf Lüken

Hallo Hobbyköche - die Muschelsaison lockt

Der Herbst steht vor der Tür.Muscheln finden wir wieder ganz oben auf der Speisekarte.Jetzt locken und laden in den rheinischen Regionen Gaststätten, Brauhäuser und Ausflugslokale  zum Muschelessen ein. Die Miesmuschel gehört bei uns zu den beliebtesten Muschelsorten. Sie werden von der Gastronomie - vor allem zwischen September und Februar - angeboten. In dieser Zeit sollen sie besonders zart, fleischig und cremig-salzig auf der Zunge liegen. Mit dem Genuss werden unsere Erinnerungswelten geweckt, angeregt und wieder auf Trab gebracht. Wir erinnern uns  an die große Vielfalt unterschiedlicher Miesmuschelsorten. Kleiner und teurer als das schwarz-gelbe Exemplar ist die edlere Variante, die  aromatische Bouchotmuschel aus Dieppe (Normandie), dem Reich der "Nouvelle Cuisine"." Ihr Fleisch schmeckt leicht nussig.

Jakobsmuscheln mit ihren strahlenförmig gerippten Schalen zählen zu den größten und schmackhaftesten Vertretern unserer Muschelfamilie. Die Franzosen nennen sie charmant "Couquilles Saint Jacques" oder "Pilgermuschel". Ihr leicht nussiges und süßliches Fleisch darf nicht allzu lange angebraten werden. Keiner braucht, nicht einmal der Gourmand - ihren harten und zähen Muschelgenuss, wenn der Kochvorgang versagt.  Die Venusmuschel zählt mehr als 500 Arten. Bekannt ist sie vor allem in Spanien und Italien. Sie schmeckt gleichfalls nussig und ein wenig nach Meer. Die stabförmigen Schwertmuscheln dagegen findet man bevorzugt in der Nord- und Ostsee. Ihr Fleisch ist ebenfalls zart, aber mit einer leicht süßlichen Note. Mein Tipp: Öffnen Sie die Muschel, und  entfernen Sie den Magensack.  Anschließend träufeln Sie etwas Olivenöl auf das Fleisch und grillen anschließend die Muschel samt Schale. Gewürzt werden die göttlich guten Stücke mit einem Spritzer Zitronensaft.Geben Sie zusätzlich ein wenig Meersalz dazu. Die Muscheln werden aus der Schale gegessen. Nehmen Sie ein wenig Thymianbutter, und Lukullus klopft Ihnen anerkennend auf die Schulter. Beim Discounter oder im Supermarkt dürfen nur lebende Muscheln als frische Ware angeboten werden. Ganz  anders verhält es sich mit den Jakobsmuscheln. Die Schalenhälften sind leicht geöffnet. Berührt man mit dem Messer den Saum, sollten Sie ein leichtes Zucken sehen.

Mein Vorschlag: Pasta mit Miesmuscheln

Ich benötige 1 Kilo Miesmuscheln, 240 Gramm Linguine, eine halbe Zwiebel, vier Knoblauchzehen, acht Esslöffel Olivenöl, ein Zweig Thymian, ein Zweig Rosmarin, Salbei, fünf Romana Tomaten, Meersalz, Pfeffer aus der Mühle, Zucker, 60 Gramm schwarze Oliven und 1/4 Bund Blattpetersilie. Vor der Zubereitung: Essen Sie die Miesmuscheln noch am Einkaufstag!

Die Miesmuscheln bürste ich unter kaltem Wasser ab. Bereits geöffnete Muscheln sortiere ich aus. Die von mir geschrubbten Muscheln kommen in einen hohen Topf. Den Boden des Topfes bedecke ich nur leicht mit Wasser. Die Miesmuscheln werden unter dem geschlossenen Deckel vier bis fünf Minuten lang gegart und anschließend abgekühlt. Die Linguine werden al dente, also bissfest gegart Heben Sie von dem Nudelwasser noch etwas auf. Zwiebel und Knoblauch werden gewürfelt und in Olivenöl glasig angedünstet. Die Tomaten schneide ich in größere Stücke und gebe drei Viertel der Tomatenmenge hinzu. Mit dem Nudelwasser gieße ich den Muscheltopf auf und lasse alles eine Weile lang köcheln. Thymian und Rosmarinzweige sowie Salbei, gebe ich in die Tomatensauce und lasse sie bei geringer Hitze zehn Minuten lang ziehen. Die schwarzen Oliven schneide ich in Ringe und gebe sie mit den restlichen Tomaten dazu. Zum Schluss mische ich die Blattpetersilie unter das Gericht. Es macht Sinn - alles noch einmal abzuschmecken und mit etwas Nudelwasser zu verdünnen, falls überhaupt erforderlich.Das herrlich duftende Miesmuschelgericht gebe ich in tiefe Teller. Apropos: Muscheln lassen sich auch sehr gut mit Gnocchi kombinieren. Gönnen Sie sich dazu einen spritzigen Moselaner oder einen Spätburgunder. Mit diesen Genüssen kann das Essen ewig dauern. Guten Appetit.

PS: Miesmuscheln nach rheinischer Art: Zu den Zutaten gehören Lauch, Karotten, Knoblauch, eine Zwiebel,  etwas Sellerie und ein Schuss Weißwein. von der Mosel.

(C) Olaf Lüken (2018)

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 09.09.2018. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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