Peter Kröger

Das Fest (für M.)

 

Es war längst dunkel geworden. Ich hing bei Hank ab wie immer.

Es konnte nichts werden mit ihr“, sagte Hank und grinste. „Sie war betraut mit ihrem Leben, wie es ist.“

Sind wir das nicht alle“, murmelte ich und spielte nervös mit den Kronkorken auf dem Tisch. „Das kann unmöglich der Grund sein.“

Hank wurde ernst: „Es konnte nichts werden, raffst du es nicht?“, wiederholte er, „du bist ein Scharlatan und hast keine Seele, und sie hat es gemerkt.“

Jeder hat eine, - eine Seele“, erwiderte ich, „Gott weiß es.“

Ich schlug mit der Hand auf den Tisch, dass die Gläser klirrten.

Jedes Jahr das Gleiche. So kurz vor Weihnachten.“

Hank sprang auf und packte mich an den Schultern. „Was willst du“, schrie er und schüttelte mich. „Du hast Glück gehabt. Sie hätte dich umgebracht. Nach und nach.“

So gesehen hast du recht.“, rief ich eingeschüchtert. „Manchmal erkennt man die Gefahr gar nicht.“ Zur Bekräftigung schoss ich einen Kronkorken über die Tischkante.

Hank beruhigte sich. Eine Weile noch sprachen wir über Frauen und ihre Macken.

Früher waren die Dinge klarer. Strukturierter. Wir hatten den Anschluss verpasst. Irgendwie.

Zeit zum Aufbruch. Ich gab Hank die Hand und verschwand in die Nacht.

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