Heinz-Walter Hoetter

Kurze Reise

 

 

 

Mein Blick streift über die weite Landschaft bis hinüber zum Horizont, wo einige weiße Wölkchen, die wie kleine Segelschiffe aussehen, an der untergehenden Sonne vorbeiziehen.

 

Ein herrlicher Anblick, den ich in vollen Zügen genieße.

 

Ich lehne gegen einen mächtigen Baum und beobachte die Vögel, die mich mit ihrem Gesang erfreuen. Dieser Planet ist wunderschön. Ich habe ihn nur durch Zufall entdeckt.

 

Niemand weiß, dass ich hier bin, auch meine Eltern nicht. Ich bin heimlich auf Reisen gegangen.

 

Ich stamme aus einer anderen Welt, die schon sehr alt ist und eine hochentwickelte technische Zivilisation beherbergt. Leider gibt es fast keine Natur mehr auf meinem Planeten, weil man seine gesamte Oberfläche im Laufe der Zeit regelrecht zugebaut hat, nur die Reste der Meere nicht, die der Wassergewinnung dienen.

 

Alles wird künstlich erzeugt, auch der für uns so lebensnotwendige Sauerstoff. Ein zentrales Computersystem überwacht den gesamten Ablauf unseres Daseins, bis auf wenige Ausnahmen, die ich für mich persönlich nutze, um andere Welten zu besuchen.

 

Meine reichen Eltern, die beide dem Obersten Rat der Regierung angehören, haben mir zu meinem 18. Geburtstag den Zugang zu einer dieser sündhaft teuren Teleport-Maschinen verschafft, mit der ich die entferntesten Winkel des uns bekannten Universums besuchen kann. Man setzt sich in eine von flimmernder Energie ummantelten Kugel, die ein künstliches Wurmloch erzeugt und schon kann man auf die Reise durchs All gehen. Stößt man dabei auf eine Welt mit einer Sauerstoffatmosphäre, wird das umgehend angezeigt und die Energiekugel landet automatisch auf dem neu entdeckten Planeten.

 

Ich habe eine wunderbare Welt entdeckt, die einen blauen Himmel hat, reich an Wasser ist und vor Leben aller Art nur so strotzt. Allerdings habe ich auch ein paar humanoide Lebewesen gesichtet, die aufrecht gehen können und Tiere mit langen Speeren jagen. Auch unsere Rasse hat einmal so angefangen, wie ich das aus unserer sehr, sehr langen Geschichte weiß. Aber das ist schon viele Millionen Jahre her.

 

Ein feines Piepsen dringt plötzlich in mein Ohr. Die Energiekugel hat sich auf einer Seite geöffnet und eine künstliche Stimme fordert mich auf, unverzüglich diesen Ort wieder zu verlassen, weil bald ganz in der Nähe mehrere gewaltige Vulkanausbrüche stattfinden werden, was die Sensoren eindeutig angezeigt haben.

 

Ich seufze und schiebe alle meine Gedanken beiseite, stehe auf, werfe noch einen kurzen Blick über die weite Landschaft und steige dann zügig durch die mannshohe Öffnung in das Innere der Energiekugel, die kurz darauf die Startsequenz einleitet.

 

Im letzten Moment erhasche ich noch mit einem flüchtigen Blick den Ausbruch eines gewaltigen Vulkans, der den fernen Horizont schlagartig verdunkelt.

 

Im gleichen Augenblick verlasse ich die Oberfläche dieses Planeten und die Teleport-Maschine bringt mich zurück in meine Welt.

 

ENDE

 

 

(c)Heinz-Walter Hoetter

 

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