Helmut Wurm

Sokrates und die Mohammed-Karikaturen

Sokrates hat als Konsequenz innerhalb der Corona-Beschränkungen statt kritisch-lehrreiche Gespräche die Möglichkeit der Leserbriefe gewählt. Er sammelt in den Medien Beiträge und Meinungen und antwortet darauf dann in seiner bekannten Weise. Zu Berichten über die muslimischen Aggressionen wegen der Mohammed-Karikaturen hat er folgenden Leserbrief verfasst:

Liebe Leser! Damit endlich auch eine andere Meinung bezüglich der Mohammed-Karikaturen und des Umgangs mit ihnen zu Wort kommt, einige unbequeme Bemerkungen:

1. Wie kann man als politisch kluger Verlag solche verletzenden Karikaturen offen verbreiten. Wenn man sich dafür entscheidet, einen ethnisch-kulturell offenen Staat zu unterstützen, dann muss man sich gleichzeitig zurück halten mit verletzender Kritik an den religiösen Werten der islamischen Migranten. Das hätte man erwarten können.

2. Solche journalistischen Missgriffe wie diese Mohammed-Karikaturen auch noch mit Meinungsfreiheit zu verteidigen, sei es in der französischen Gesellschaft oder sogar auf höchsten Regierungsebenen, zeigt einen verbreiteten Mangel an Feingefühl und eine Überlegenheits-Arroganz im christlichen Europa. Wie hätte man denn reagiert, wenn muslimische Zeitungen verletzende Inhalte über die christlichen Leitwerte und Leitpersonen veröffentlicht hätten? Ähnliche Hinweise auf die freie Meinungsäußerung waren schon bei dem verletzenden Schmähgedicht von Herrn Böhmermann auf Präsident Erdogan unangemessen. Wie konnte man sich wundern, dass Herr Erdogan mit Recht erbost war und Konsequenzen forderte. Wie konnte man ein solches witzlos-dümmliches Produkte auch noch auf Regierungsebene entschuldigen?

3. Und völlig unangemessen sind andererseits auch die aggressiven Reaktionen von radikalen Muslimen auf solche dümmlich-verletzenden geistigen Produkte. Denn Anschläge und Aggressionen sind nur Wasser auf die Mühlen derjenigen, die verletzende Produkte produziert haben und produzieren wollen, und sind nur Anregungen für weitere journalistische Missgriffe im Rahmen einer falsch verstandenen Meinungsfreiheit. Klug gewesen wäre von der muslimischen Seite der Wunsch nach klärenden Dialogen. Aber das zu tun fällt den "Überreagierenden" innerhalb der muslimischen Gesellschaften offensichtlich schwer.

4. Helfen können in dieser Situation nur Deeskalationsbemühungen, bei denen alle Seiten sich vornehmen, mehr Feingefühl und keine Überreaktionen und keinerlei Aggressionen zu zeigen. Das gilt für alle Ebenen, für die Religionen, für Verlage, für Einzelstaaten und für die Regierungen.

Sokrates 2021

(Der Leserbrief wurde nicht veröffentlicht. Er kam an Sokrates mit der Bemerkung zurück, dass die völlig freie Meinungsäußerung ohne Rücksicht auf Feingefühl die einzig richtige Wort-Freiheit für alle Menschen und damit auch für Frankreich sei und dass mäßigende Überlegungen dazu dem Ansehen und der Abonnenten-Anzahl der Zeitung schaden könnten.)

 

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Veröffentlicht auf e-Stories.de am 16.02.2021. - Infos zum Urheberrecht / Haftungsausschluss (Disclaimer).

 

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